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Ist es gestört, sich absichtlich zu übergeben?

.... mir scheint es, dass es schon kein Ritual mehr ist, sondern sich zu einer Sucht entwickelt hat....

Hast Du Dich mal selbst reflektiert, also was sind Deine Gedanken vorher?
Was passiert, wenn Du es nicht machst?
Meistens wird das Bedürfnis aufgelöst durch eine Art innere Anspannung. Oft mache ich es sozusagen vorbeugend, damit dieses Gefühl gar nicht erst entsteht. Aber auch als Reaktion wenn ich mit mir selbst unzufrieden bin, etwas falsch gemacht habe oder mich aufrege.
Wenn ich es nicht mache, baut sich in mir ein immer stärker werdendes Druckgefühl auf, das irgendwann so stark wird, dass ich es nicht mehr aushalte.

Hast du denn jetzt noch diese negativen Gefühle, die du los werden willst oder ist die Sucht danach das Problem..? Wo muss man ansetzen?
Die negativen Gedanken sind schlimmer geworden. Aktuell habe ich einfach das Gefühl, dass ich alles falsch mache.
 
Klingt nach Druckabbau kombiniert mit Selbstbestrafung - aber ich will hier gar keine Ferndiagnose stellen, die wäre eh unnütz.

Hast du mal versucht, eine Ersatzhandlung enzubauen? Spontan fiele mir ein, das Abendessen auszulassen, ämel mal ein paar Tage lang.
Und dann gibt es ja diverse Skills, um diesen inneren Druck abzubauen; von Gummibändern über Tabasco gibt es vieles. Ich hoffe, deine Therapeutin und Ärztin können dir helfen.
 
Okay, dann gilt es denke ich in der Therapie darüber zu sprechen. Tut ihr das?
Noch bin ich nicht in Therapie. Ich habe eine Zusage für einen Therapieplatz für März/April ca.

Klingt nach Druckabbau kombiniert mit Selbstbestrafung - aber ich will hier gar keine Ferndiagnose stellen, die wäre eh unnütz.

Hast du mal versucht, eine Ersatzhandlung enzubauen? Spontan fiele mir ein, das Abendessen auszulassen, ämel mal ein paar Tage lang.
Und dann gibt es ja diverse Skills, um diesen inneren Druck abzubauen; von Gummibändern über Tabasco gibt es vieles. Ich hoffe, deine Therapeutin und Ärztin können dir helfen.

Momentan versuche ich, einfach Sachen zu essen, die ich nicht oder nur schwer erbrechen kann. Das löst zwar das eigentliche Problem nicht, aber ich hoffe, so zumindest davon wegzukommen, jeden Tag zu erbrechen.
 
Bissl revolutionärer Gedanke von mir:
Wenn du mal ein paar Tage fastest, nur trinkst bzw. nur etwas Obst und Säfte zu dir nimmst?
Was denkst du würde passieren?

Wäre das ähnlich entlastend und druckabbauend wie dich zu übergeben?

Mich erinnert das, was du da beschreibst, an mich in früheren Jahren.
Ich hab mit Übergeben angefangen, um Ekel loszuwerden.
Das Thema mit Gewicht kam erst viel später dazu und da dann weitaus drastischer in Richtung Magersucht.

Das Übergeben diente bei mir auch zum Druckabbau und um Gefühle unter Kontrolle zu bekommen, aus der "Überschwemmung" durch sie rauszukommen.
Selbstberuhigung war auch dabei, durch die schiere Erschöpfung, wenn man mehrmals hintereinander erbrochen hat.
Da hat mir dann als Ersatz zum Abgewöhnen der Sport gut geholfen. (Ich war auch vorher gerne sportlich unterwegs und hab mich gern ausgepowert).
Wäre das vielleicht auch was Unterstützendes für dich, um vom Ritual mehr wegkommen zu können?
 
hi 🙋🏼‍♀️ ich habe sowas auch schon gemacht und bin nicht essgestört...

Es kanm etwas von Gefühlsregulation haben, wenns mir psychisch so schlecht ging, hab ich erbrochen und es ging mir kurzzeitig besser, aber das ist keine gute Strategie....😬

Es kann auch was von zwanghaften Verhalten haben oder eben Selbstverletzendem Verhalten...

Ich hoffe die Therapie hilft dir😊

Ich denke mit Verhaltensthera kann man das sehr schnell in den Griff bekommen.

Lg
 
Vielleicht könntest Du zuerst (!) die Ersatzhandlung vornehmen und danach erst umschwenken.

Gesetzt der Fall Du redest Dir ein; Du hättest Druck und(!) würdest Dir einreden, dass Du diesen Druck nur weg bekommst, indem Du duschst. Die Dusche dient dabei dem Wohlfühlen gleichermaßen wie dem Abspülen von Problemen, von Druck.
Wenn sich so etwas verfestigt hat und täglich einmal vorgenommen wird ( was ja im Übrigen rein von der Handlung nicht mal als krank zu werten ist, da man nur duscht), dann könnte man überlegen, dass man den Druck des Tages vor dem schlafen gehen ab lässt - also abends duscht. die Dusche trifft rein zufällig mit der zeit nach dem Abendessen zusammen und so ergibt sich ein guter Grund, die Dusche als Ersatz für das Übergeben-müssen einzubinden. Erst ein bisschen, später ganz.

Damit Du eine "Sucht" nicht durch eine andere ersetzt, solltest Du die Idee aber mit jemandem besprechen, der sich etwas auskennt.
Wenn es Dir damit aber eh gut gehen kann und Du keinen Hinderungsgrund siehst, es nicht zu versuchen, dann mach das einfach.
 

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