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Ist Einsamkeit ein Problem?

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Noch ein Nachtrag zum Thema Einsamkeit und Kirche.

Meine Frau und ich sind vor 11 Jahren hier hergezogen.

Ich war evangelisch und sie katholisch. Das ist eine Kleinstadt. Wir zahlten Kirchensteuer.
5 Jahre lang ist weder jemand von meiner Kirche noch von ihrer hier aufgetaucht um uns in dem neuen Bezirk willkommen zu heissen. Oder zum Gottesdienst einzuladen.

Wir werden nur jeden Tag durch die Kirchenglocken belästigt.

Und als wir beide ausgetreten sind, da tauchte auch niemand auf.
Aber zahlen, das durften wir.
Als ich mal einen Seelsorger hier hatte, sorgte dieser sich um meine Seele indem er mir erklärte, das es mir besser geht als anderen und es bei anderen schlimmer ist.
Das war es dann mit Kirche für mich. Zumindest mit der Staatlichen.
 
A

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Re: Ist Einsamkeit ein Problem?
Hallo Gelinda,

ich bin auch ein Böckchen welches auf derselben Weide steht wie du.
Wir haben dieselbe Meinung, alleine bist du schonmal nicht.😀
Und selbst hier im Forum sind noch mehr.
Lass dich nicht ärgern..

Rascas
 
Rascas Dein Beitrag # 74 ist finde ich gut durchdacht!

Es wird ja eh so vieles im Stillen (inofficiell- z.T. der Einfachkeit halber) gedeichselt, was eventuell nur die Anghörigen mitkriegen und macht- und hilflos diesen Machenschaften gegenüberstehen.
Und: ein bissel ist es auch die Frage von bestimmten Einnahmequellen der Inhaber von Einrichtungen.

Ich persönlich befürchte
dieses gezielte krank-Machen und eben
wie Du schreibst: man muß den Menschen ( auch Aufgaben geben) sich gebraucht fühlen lassen(!!!), daß das immer mehr abnimmt.

wie auch dieses Sich-verselbständigen, weil "der und der, das und das gesagt hat", wenn es dafür Ämter gibt.

Unsere Gesellschaft ist krank, da kann man solche Gesetze nicht mehr einführen. Wenn es erst mal da ist, dann braucht es die nächste (grauslige) Elite nicht mehr einführen.

FG
An sponny- Grüßle vom Esel auf der Wiese😛

Nachtrag:
Als ich mal einen Seelsorger hier hatte, sorgte dieser sich um meine Seele indem er mir erklärte, das es mir besser geht als anderen und es bei anderen schlimmer ist.
Das war es dann mit Kirche für mich. Zumindest mit der Staatlichen.
Das kenne ich auch: genau so!
(Dabei ist es grundsätzlich meine Einstellung, mich so zu trösten, was aber nicht prinzipiell und immer geht. Leider ist das auch der Fall bei Erscheinungen, Verwachsungen, Gegebenheiten, daß die dann eben nicht behandelt werden.)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich sage mal ganz aufmüpfig das man den assitierten Suizid einführen sollte, an der Entwicklung der Sterbezahlen wird man sehen wie unsere Gesellschaft wirklich "hilft". Dann hast du einen Gradmesser... und wegschauen und verschämt an den Mauern vorbeigehen, das geht dann nicht mehr.

Dann wird der Gesellschaft ihre Grausamkeit voll um die Ohren gehauen.
Und der freie Wille wird zudem respektiert.
 
Darf ich meinen Standpunkt nochmals klarstellen?
Ich bin, nicht zuletzt auf dem Hintergrund meiner eigenen Biografie, gegen aktive Sterbehilfe.
Mein Einwand, dass dann evtl. bald auch bei psychisch Kranken depressiven Menschen dem immer wieder mal bestehenden Todeswunsch Abhilfe geschaffen wird und man diesen Wunsch dann erfüllt, bezieht sich auf Meldungen aus europ. Ländern, wo das bereits heute möglich ist.
Ich halte das für eine Perversion des Hilfegedankens, zumal ich beide Zustände kenne: Jenen in einer tiefen Depression als auch die Situation nach deren Überwindung.
Mein Denken und Fühlen unterschied sich in beiden Zuständen wie der zwischen Himmel und Erde. Damals fühlte ich mich leer, zutiefst einsam und war höchst suizidal.
Heute kenne ich diese Leere nicht mehr, auch, wenn ich mich manchmal alleine fühle. Vor allem aber, ich finde immer einen Weg nach draußen, isoliere mich selbst nicht mehr, finde Kontakte und habe einen Kopf voller Ideen und Pläne.
Auf dem Hintergrund meiner eigenen Erfahrungen warne ich deshalb davor, bestehenden depressiven Phasen, einer vorhandenen Suizidalität bei älteren Menschen damit zu begegnen, dass man evtl. vorhandene Todeswünsche auch noch erfüllt.
Das wäre für mich die ethische Katastrophe schlechthin und dafür gibt es nicht die geringste Rechtfertigung.

Burbacher
 
Ein guter Beitrag, danke. Du bringst eine Lösung in die Diskussion ein, die für immer mehr Menschen in Frage kommt: für einsame Menschen, für alte Menschen, für körperlich kranke Menschen, für seelisch kranke Menschen (Depressive), für Menschen die im Leben keine Möglichkeit auf Glück sehen (z.B. arme Menschen, Langzeitarbeitslose, einsame Menschen).
Es fällt bald schon leichter zu beschreiben, für welche Menschen der Tod KEINE Lösung ist, als umgekehrt.

Das Problem, lieber Rascas, liegt nicht darin, dass es Menschen verboten werden soll, den Freitod zu wählen. Das Problem liegt in der Grenzverschiebung von Selbstmord zu Mord.

Stufe 1: Alten, sehr kranken Menschen, wird Selbstmord als Lösung so einfach wie möglich gemacht. Meine Kritik: Nicht das Lindern von Schmerzen steht im Vordergrund, sondern der Tod.

Stufe 2: es wird eine Definition gesucht, die allgemeiner Art ist: Da bietet sich an: Verlust von Lebensfreude ohne Chance auf Wiedergewinn der Lebensfreude. Wenn alte und schwerkranke Menschen das Recht auf Selbstmord haben, weil sie nur leiden, weil sie keine Chance mehr haben, glücklich und schmerzfrei zu leben, warum dann nicht auch die Menschen, auf die die Definition „Verlust von Lebensfreude ohne Chance auf Wiedergewinn der Lebensfreude“ ebenso zutrifft? Leiden diese Menschen nicht ebenso, nur auf andere Art und Weise? Sollen diese Menschen benachteiligt werden? Mal ehrlich, z.B. Langzeitarbeitslose werden depressiv, das ist doch verständlich. Soll man diese armen Menschen leiden lassen? Das ist doch grausam. Und die armen Menschen, die vor Sorgen kaum schlafen können?

Stufe 3:
Mir fällt auf, dass all‘ diese Menschen, die Schwerkranken, die vielen alten Menschen (und es werden immer mehr), die Depressiven (es werden immer mehr), die Langzeitarbeitslosen…. All diese Menschen kosten eine Unmenge Geld. Und der Weg zur Selbsterkenntnis, dass das Sterben eine Erlösung ist, ist lang.

Stufe 4: Und diesen langen Weg könnte man doch abkürzen. Das hätte zwei Vorteile: a) die Menschen brauchen den langen Leidensweg zur Selbsterkenntnis (= ich möchte lieber tot sein) nicht mehr gehen und so lange leiden b) man spart Geld und andere Ressourcen.
…Könnte man abkürzen? Nein, dazu besteht ja geradezu eine menschliche Verpflichtung!

Stufe 5: Eine radikale, aber problemlösende Methode ist derzeit politisch nicht durchsetzbar. Aber warten wir mal ab, bis sich eine Katastrophe einstellt. Dann wird es auch politisch möglich sein, eine radikale Lösung ins rechte politische Licht zu rücken, also dem organisierten Freitod auf breiter Ebene nachzuhelfen.
Es wäre doch gelacht, wenn wir nicht alle menschlichen Probleme einfach lösen könnten. Über das Entsorgen vieler (freiwilliger?) Tote auf umweltfreundlicher Basis wird auch schon nachgedacht.

Das ist die Ethik der Zukunft. Durch Beiträge wie Deiner, Rascas, ebnest Du den Weg. Derzeit siehst Du vermutlich nicht, dass man in die Definition der leidenden Menschen auch die einbeziehen muß, die nicht körperlich schwerkrank, aber ebenso leidend sind.

Und weil ich diese Konsequenz, dieser Ethik der Zukunft, nicht den Weg bereiten will, weil ich an die Richtigkeit fester Wertmaßstäbe glaube, wie z.B. das biblische Gebot „Du sollst nicht töten“, deshalb bin ich für Lösungen, die das Töten nicht beinhalten oder hintenherum anstreben. Der TOD ist keine Lösung gegen z.B. Einsamkeit.

LG, Nordrheiner
 
Darf ich meinen Standpunkt nochmals klarstellen?

Das [... ]wäre für mich die ethische Katastrophe schlechthin und dafür gibt es nicht die geringste Rechtfertigung.

Burbacher
Aah so!! Das war bei mir total anders angekommen.
Daaanke für die Klarstellung🙂 - war total angebracht (für mich)! Jetzt stimmen wir beide überein-!!!

Herzlichen Glückwunsch zu Deiner psychischen Besserstellung!!

Ach ja, wie beruhigend nicht allein auf der Wiese von sponny zu stehen. Wie schööööön! *wohlfühl* aber gleichzeitig traurig, weil die Welt so ist, wie sie ist.

Wir wollten doch ... das alles ganz anders wird. 🙁 kut, harrmoooonisch, keerecht und frisch-fromm-fröhlich-frei ..... wovon eigentlich frei??? ......von Einsamkeit: zum Beispiel
 
Zuletzt bearbeitet:
Noch ein Nachtrag zum Thema Einsamkeit und Kirche.

Meine Frau und ich sind vor 11 Jahren hier hergezogen.

Ich war evangelisch und sie katholisch. Das ist eine Kleinstadt. Wir zahlten Kirchensteuer.
5 Jahre lang ist weder jemand von meiner Kirche noch von ihrer hier aufgetaucht um uns in dem neuen Bezirk willkommen zu heissen. Oder zum Gottesdienst einzuladen.

Wir werden nur jeden Tag durch die Kirchenglocken belästigt.

Und als wir beide ausgetreten sind, da tauchte auch niemand auf.
Aber zahlen, das durften wir.
Als ich mal einen Seelsorger hier hatte, sorgte dieser sich um meine Seele indem er mir erklärte, das es mir besser geht als anderen und es bei anderen schlimmer ist.
Das war es dann mit Kirche für mich. Zumindest mit der Staatlichen.

Das war ein trauriges Erlebnis, Rascas. Aber ich sage Dir, dass es christliche Alternativen gibt.
Viele Menschen, die als Kirchen-Mitglied oder sogar als Würdenträger unterwegs sind, verleugnen Gott, suchen gefühlte Religiosität und sorgen sich um sowas wie "Sauberkeit der Kirchenräume" oder eigenes Ansehen. Aber die Suche nach Gott erscheint ihnen überflüssig zu sein - weil sie Kirchenmitglied sind.
Lass' Du Dich von solchen Menschen nicht abhalten, Gott zu suchen!
LG, Nordrheiner
 
Nein Nordrheiner, nehmen wir ein Beispiel:

Ein altern Mensch Pflegestufe 3 auf der Pflegestation eines Altenheims, ans Bett fixiert und ruhiggestellt.
1000fache Realität. Kein Besuch, den Pflegern ausgeliefert.

In wieweit hilfst du diesem Menschen mit deiner Argumentation?
Zudem brauchen assistierten Suizid/ Tötung auf verlangen (ich will jetzt hier keine seitenlange Abgrenzung schreiben) nur Menschen die sich selbst nicht mehr umbringen können.
Das kann man gesetzlich verankern und Menschen die nicht schwer körperlich krank sind eben rauslassen.

Bist du nicht sehr grausam, das diesem alten Menschen keinerlei menschliche Wärme und Hilfe zuteil wird stand heute, er aber minimalversorgt da liegenbleibt bis er von selbst stirbt? Was durch die Magensonde herausgezögert wird.
Findest du das Ziehen der Magensonde humaner( aslso verhungern lassen ) als assistierter Suizid, zumal das Ergebnis genau gleich ist, nur der Weg dahin anders?

Ich antworte dir gleich nochmal genau auf deinen Beitrag.
Würde heute jegliche mögliche Hilfe geleistet werden, dann bräuchten wir assistierten Suizid nicht. Oder eher Tötung auf Verlangen. Denn das muss auch erlaubt werden.

Aber wir leisten diese Hilfe doch nicht. Wir lassen die Menschen versauern, schieben sie ab, lassen sie dahinsiechen wie ein Huhn in Käfighaltung und haben dann noch die Frechheit zu sagen, ne aber sterben darfst du auch nicht. Wärst du Belgier oder Niederländer dann ja, aber du bist deutsch und wegen unserer Schuld darfst du leiden bis du verreckst.
 
Mein Einwand, dass dann evtl. bald auch bei psychisch Kranken depressiven Menschen dem immer wieder mal bestehenden Todeswunsch Abhilfe geschaffen wird und man diesen Wunsch dann erfüllt, bezieht sich auf Meldungen aus europ. Ländern, wo das bereits heute möglich ist.

Und warum sollte man deshalb den todkranken Menschen diesen letzen Wunsch verweigern?
Wäre es nicht einfach psychisch Kranke und depressive Menschen auszuklammern und aktive Sterbehilfe/Tötung auf verlangen nur Menschen zukommmen zu lassen die nicht mehr zu heilen sind?
Klar ist das schwer, denn was ist mit dem Menschen der nur noch den Kopf bewegen kann und der Körper ist gelähmt, der wird damit 80. Und wenn er jetzt 20 ist liegt er 60 Jahre da rum---

Ganz ehrlich, die Depressiven und psychisch Kranken, die sind doch nicht hilflos, so wie viele körperlich Kranke.
Die schaffen doch selbst den Weg zu den Bahnschienen wenn sie das unbedingt wollen-
Denen braucht man das gesetzlich nicht erlauben. Ausserdem ist es in keinem Land so, das man zum Arzt geht und 5 Minute später Tod ist. Da ist es immer so das es Beratungen gibt. Die Schweiz macht das nur bei todkranken Menschen. Die absolut UNHEILBAR sind und elend verrecken werden.

Klammer die psychisch Kranken Menschen aus und ermögliche denen die eh sterben werden, dieses so zu tun wie sie wollen.

ODER ABER: Sorg dafür, das in D NIEMAND abgeschoben wird, einsam rumliegt und nichtmal die Macht über die Fernbedienung hat, das JEDER früh genug in ein Hospiz kann wo die Pfleger auch Zeit haben. Das jeder ganz viel menschliche Wärme hat und trotz Krankheit und Behinderung nicht einsam ist. (um auf unser Thema zurückzukommen). Und dann sage ich dir, dann bin ich bei dir, wir brauchen sowas nicht. Dann brauchen wir keine Sterbehilfe, denn dann haben auch alte und schwer Kranke Menschen ein schönes Leben und die schwere Zeit des Sterbens, da haben sie viele liebe Menschen um sich, die das erleichtern.

DANN, wenn das so ist, dann können wir diese Diskussion beenden in Deutschland. Einige wenige werden das Angebot der Schweiz wahrnehmen und die anderen sich bei uns wohlfühlen.
 
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