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Ist Einsamkeit ein Problem?

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Für weitere Antworten geschlossen.
Natürlich wäre es mir am optimalsten so zu sein wie ich bin. Aber die Gesellschaft wird das nicht akzeptieren.
Also es gibt 3 Möglichkeiten:

1) Man trifft Gleichgesinnte (Das wäre das beste)
2) Man zieht sich komplett zurück (wie ich)
3) Man passt sich an (nur das kann ich nicht)

Also was schließe ich daraus:
Nr.1 ist Glückssache
Nr.2 man bleibt isoliert
Nr 3 das macht auf dauer krank

Zu 1) an einer Gesinnung arbeitet man, so man sie nicht findet
Zu 2) ist die Erkenntnis eigener Schwäche, gepaart mit Mutlosigkeit, dagegen anzugehen
Zu 3) Anpassung passiert auf Grund von Stärke - oder Schwäche. Du entscheidest, was zutrifft.

LG, Nordrheiner
 
A

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Re: Ist Einsamkeit ein Problem?
Ist Einsamkeit ein Problem?
So einfach ist es nicht zu beantworten. Einsam sein trotz Menschen, da kommt es wohl eher von innen oder ist es weil die menschen nichts miteinander zu tun haben. Nein, hier ist es dann tief aus dem Inneren.
Einsam in einer großen Familie, weil nicht dazu gehören. Oder wenn doch die Aufmerksamkeit erhielten dann eher negativ, anders eben. Sich Anders fühlen, anders sein, Aufgaben haben die nicht gut tun. Nicht bemerkt werden oder wenn doch dies mit negativem Verbinden, sich aber nach positivem sehnen und dies nicht erhalten, nicht erhalten von den Menschen von denen es doch hätte mal kommen sollen.
Einsamkeit kann entstehen, wenn wichtige Menschen im Umfeld nicht in der Lage sind Nähe zuzulassen oder Geborgenheit zu geben. Da sein und das Gefühl haben eigentlich nicht einfach sein zu dürfen.
Und doch kann es sein, dass gerade das Allein sein gewünscht und sich dabei nicht einsam gefühlt wird. Wenn es stimmig ist da zu sein. Einsamkeit, hier ist es ein Gefühl was manchmal aus dem tiefstem Inneren kommt, da ist egal mit wem, ob mit jemanden zusammen sind, oder gerade niemand da ist. Doch es kann sein allein zu sein, nichts und niemand ist da und doch fühlt alles sich gut und stimmig an und allein sein ist genau das was stimmig und gewünscht ist.
Einsamkeit trifft hart, wenn Sehnsucht da ist, Sehnsucht meist nach bestimmten Menschen, wo niemals etwas warmes kommt oder zu erwarten ist.
Einsamkeit ist ein Problem, wenn kein weg aus ihr herausgefunden wird. Sonst aber kann es auch mal angenehm und wünschenswert sein. Gern eine Wanderung durch eine einsame ruhige Landschaft, an einem einsamen Strand.
So kann Einsamkeit ein Problem darstellen und doch auch eine Sehnsucht wecken.

Entschuldigt die Schreibweise, es bezieht sich auf die Gefühle, die hier auch durchaus so widersprüchlich auftreten können, auch quasi gleichzeitig
 
Hallo, Schwanen.Seele,

ich „höre“ Dir gerne zu.

LG, Nordrheiner

Hi Nordrheiner,

Danke für deine tolle Antwort! =) Ich hab ja schon versucht zu antworten, aber es wurde so lang, das es vermutlich die Zeichenbegrenzung überschreitet, und mittlerweile bin ich mit meinen ausartenden Texten auf Kriegsfuß.

Ich hoffe das ich noch die Zeit finde das kürzer zu fassen. Auch sonst gibts hier viele tolle Aussagen zu denen ich gern was schreiben würde, aber das Thema ist schon so lang, und das würde wohl überhand nehmen.

LG, Seele
 
Natürlich wäre es mir am Optimalsten so zu sein, wie ich bin. Aber die Gesellschaft wird das nicht akzeptieren.

[...]


Das ist nicht ganz richtig. Ich verrate dir ein kleines "Geheimmis": Du warst schon immer so, wie du es bist und du wirst es auch immer sein.

Was die Gesellschaft betrifft, sie ergibt sich aus exakt dem selben Prinzip.

(Und nein, ich bin bestimmt nicht der Einzige, aber ich weiß exakt, wie nicht nur das Leben, sondern die gesamte Existenz funktioniert.)
 
Zuletzt bearbeitet:
Zu 1) an einer Gesinnung arbeitet man, so man sie nicht findet
Zu 2) ist die Erkenntnis eigener Schwäche, gepaart mit Mutlosigkeit, dagegen anzugehen
Zu 3) Anpassung passiert auf Grund von Stärke - oder Schwäche. Du entscheidest, was zutrifft.

LG, Nordrheiner

Was hat das mit Stärke zutun sich anzupassen? Dann verkaufe ich ja meine Individualität und das macht unglücklich.
 
Das ist nicht ganz richtig. Ich verrate dir ein kleines "Geheimmis": Du warst schon immer so, wie du es bist und du wirst es auch immer sein.

Was die Gesellschaft betrifft, sie ergibt sich aus exakt dem selben Prinzip.

(Und nein, ich bin bestimmt nicht der Einzige, aber ich weiß exakt, wie nicht nur das Leben, sondern die gesamte Existenz funktioniert.)

Und was ist jetzt genau die Lösung. Alles zu akzeptieren wie es ist? Genau was mittendurch geschrieben hat. Man fühlt sich anders und egal mit wievielen Leuten man Kontakt hat die Leere ist trotzdem da.
Dann gibt es wieder Momente wo Einsamkeit guttut.
Wenn man sich fremd fühlt, fühlt man sich nunmal alleine.
 
Jo- hm, was tun? --- , also da haben doch die niederländischen Grünen ein Rezept dagegen: sie haben in einem Vorstands-Papier vorgeschlagen, Rentnern den Freitod zu finanzieren, welcher durch eine Lebenslotterie finanziert werden soll.
Immerhin! - kann man sich, wenn man mit der Einsamkeit dann immer noch nicht zufrieden ist, und sich nicht gefunden hat bis dato, dann auf die Rentnerzeit freuen. Oder?

😱 FG Gelinda (schlucke grad stark)
 
Hallo Gelinda,

was Du da schreibst, liegt auf der Linie dessen, mit dem ich mich auch in anderen Foren rumschlage. Es gibt etwa in der evangelischen Kirche eine Diskussion über assistierten Suizid.
Ausgelöst wurde diese Debatte durch einen ranghohen Protestanten, dessen Frau schwer an Krebs erkrankt ist. Das Ehepaar ließ die erstaunte Kirchenöffentlichkeit wissen, dass sie für den Fall, dass sich die Krankheit nicht wenden lassen, man den Weg in die Schweiz wähle. Die betroffene Frau wurde mit der Absicht zitiert, dass sie sich dann aus dem Leben verabschieden werde. Ihr Mann bekräftigte währenddessen, er werde ihr dabei die Hand halten.
Die Diskussion über diese tragische Geschichte hat in der evangelischen Kirche hohe Wellen geschlagen und sie hält weiterhin an.
Ich als - bipolarer Mensch - der Depressionen kennt seit seinem 17. Lebensjahr, habe schon wiederholt den Verdacht geäußert, dass man irgendwann und in baldiger Zukunft Menschen mit Depressionen die Möglichkeit anbieten könnte, sie von ihren seelischen Qualen zu befreien.
Mir graust vor einem solchen Szenarium, und es zeigt zudem, wie weit wir bereit sind, Grenzen zu verschieben und Dinge zu denken, die bislang undenkbar waren.
Der Hilfegedanken wird zunehmend abgelöst durch einen zweifelhaften Erlösungsbegriff. Den, freilich, führten schon die Nazis im Munde, die in psychiatrischen Kliniken Menschen auf diese Weise "erlösten".

Burbacher
 
Hallo Gelinda,

was Du da schreibst, liegt auf der Linie dessen, mit dem ich mich auch in anderen Foren rumschlage. Es gibt etwa in der evangelischen Kirche eine Diskussion über assistierten Suizid.
Ausgelöst wurde diese Debatte durch einen ranghohen Protestanten, dessen Frau schwer an Krebs erkrankt ist. Das Ehepaar ließ die erstaunte Kirchenöffentlichkeit wissen, dass sie für den Fall, dass sich die Krankheit nicht wenden lassen, man den Weg in die Schweiz wähle. Die betroffene Frau wurde mit der Absicht zitiert, dass sie sich dann aus dem Leben verabschieden werde. Ihr Mann bekräftigte währenddessen, er werde ihr dabei die Hand halten.
Die Diskussion über diese tragische Geschichte hat in der evangelischen Kirche hohe Wellen geschlagen und sie hält weiterhin an.
Ich als - bipolarer Mensch - der Depressionen kennt seit seinem 17. Lebensjahr, habe schon wiederholt den Verdacht geäußert, dass man irgendwann und in baldiger Zukunft Menschen mit Depressionen die Möglichkeit anbieten könnte, sie von ihren seelischen Qualen zu befreien.
Mir graust vor einem solchen Szenarium, und es zeigt zudem, wie weit wir bereit sind, Grenzen zu verschieben und Dinge zu denken, die bislang undenkbar waren.
Der Hilfegedanken wird zunehmend abgelöst durch einen zweifelhaften Erlösungsbegriff. Den, freilich, führten schon die Nazis im Munde, die in psychiatrischen Kliniken Menschen auf diese Weise "erlösten".

Burbacher

Für mich ist dieser ranghohe Protestant eine Art Held.
Und ich muss sagen, hier werden zwei Dinge vermischt.
Die Ehefrau ist an Krebs erkrankt und irgendwann geht das Ganze in eine Art finale Phase, in der der Tod unausweichlich ist. Palliativmediziner geben zu, dann auch nur das Mittel des künstlichen Komas zu haben, da sich die Schmerzen und Luftnot sonst nicht mehr lindern lassen.
Ist es nnicht das Recht dieser Frau ggf und auch nur vielleicht dieses Mittel wählen zu dürfen?
Denn viele Menschen, die es durchgefochten haben in die Schweiz zu reisen, die tun es nicht.
Es reicht das Wissen, das man nicht so machtlos ist, das man es tun könnte wenn man es wollen würde.

Der Hilfegedanken wird zunehmend abgelöst durch einen zweifelhaften Erlösungsbegriff. Den, freilich, führten schon die Nazis im Munde, die in psychiatrischen Kliniken Menschen auf diese Weise "erlösten".

Du kannst Menschen nicht mit dieser Argumentation den freien Willen nehmen, das geht nicht.

dass man irgendwann und in baldiger Zukunft Menschen mit Depressionen die Möglichkeit anbieten könnte, sie von ihren seelischen Qualen zu befreien.

und selbst wenn, solange man es dir nur anbietet und es nicht verlangt?

Es ist nicht damit getan, das zu verbieten und mit einer ungeheuren Moraldiskussion mit Macht den Deckel draufzuhauen. Das ist der bequeme Weg. Der WIR BEFEHLEN EUCH denn WIR WISSEN WAS FÜR EUCH GUT IST WEG.

Und sich auf der anderen Seite nicht zu kümmern und möglichst wenig zu investieren.

Man sollte das Menschen freistellen und in der Gesellschaft dafür sorgen das sich Menschen gebraucht und nicht einsam fühlen.
Wenn man alte Menschen abschiebt, dann man muss ja nicht sehen wie sie dahinsiechen wenn das hinter Mauern geschieht, ist es dann nicht zynisch den assistierten Freitod nicht zu erlauben?
Scheiss egal was mit euch passiert, keiner kümmert sich, aber was wir tun ist, wir zwingen euch zu leiden?
So moralisch sind wir.

Wäre es nicht andersrum genau richtig? Es zu erlauben, aber die Gegebenheiten so zu verändern das die Menschen das nicht wollen?

Manchmal denke ich, das der assistierte Suizid nur deshalb nicht erlaubt wird, weil dann ganze Altenheime und Pflegeheime voller Menschen diesen wählen würden und das unmenschliche heutige System der Abschiebung von alten Menschen, Ausgrenzung Behinderter, Einsamkeit in allen Schichten, Ausgrenzung psychisch Kranker, sehr sichtbar würde?

Indem man das Sterben verbietet und den Deckel draufhält und die Menschen in Einsamkeit versiechen lässt, ja dann fällt es ja nicht auf. Ist ja hinter Mauern von Krankenhäusern , Altenheimen, Hospizen und Psychatrien.

Wie einfach und zynisch ist das?

Und wer denkt es ist OT, nein das hat etwas mit Einsamkeit zu tun. Wer sich eingebunden und nützlich fühlt, der wird zu 95% sein Leben nicht beenden wollen.

Und welcher Hilfegedanke? Gibt es den? Dann verstehe ich nicht wieso hinter den Mauern die Menschen dahinsiechen. Und dann verstehe ich die Angst vor dem assistierten Suizid nicht.
Wenn so toll geholfen wird, dann will das doch keiner machen....oder wird eben nicht so toll seitens der Gesellschaft geholfen und man will das vertuschen?
 
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