Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Ist Einsamkeit ein Problem?

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Wer sich selbst genug ist, ist selten einsam, denn man hat "sich selbst" ja immer und in jeder Lebenslage dabei, auch wenn man ganz allein ist. Wer sich selbst nicht genug ist und auch keine Aufmerksamkeit von Dritten erhält, ist einsam. Alleinsein ist nicht zwangsläufig mit Einsamkeit verbunden, denn wenn man niemanden hat, mit dem man sich versteht, kann man auch in einer Großfamilie oder einer großen Menschenmenge einsam sein. Einsamkeit hat etwas mit dem Nichtvorhandensein von Zwiesprache zu tun, und das Bedürfnis, mit wem man wann Zwiesprache halten will, mit sich selbst oder anderen, ist bei jeder Person anders ausgeprägt. Manche Leute können nicht ohne 24 Stunden täglich Halligalli um sich herum, anderen reicht schon das Geräusch, das die eigenen Gedanken machen.
 
Ich meine nicht äußere Aufmerksamkeit. Sehen wer du wirklich bist. Was dich ausmacht. Dich in allem annehmen.

Wenn aus Absicht Schaden entsteht, kann man von Schuld sprechen. Wer Schuld hat, soll Buße tun. Muss man Buße tun, wenn man einsam ist?

Der Begriff der Verantwortung ist wichtiger. Was kann ich tun, damit ich gesehen werde? Habe ich den Mut, mich zu öffnen? Mit allen Verletzungen und Schwächen? Wo kann ich ihn finden. Bringt mich persönlich weiter.
Bitte 🙂

Aufmerksamkeit für mein Wesen zu erhalten - damit andere erkennen, wer ich wirklich bin, ist sicherlich ein Grundbedürfnis der meisten Menschen. Ich denke, dafür ist in erster Linie als Kind die Familie und als Erwachsener der Partner und wirklich gute Freunde da. Solange der Mensch noch Kind ist, ist es nach meiner Meinung Aufgabe der Familie bzw. der Eltern, das Kind so zu erziehen, dass es Geborgenheit und Liebe erfährt und dadurch eine innere Stärke erhält, die dem Kind ein Sich-Öffnen angstfrei ermöglicht.

Als Erwachsener erkenne "ich" ggf. dass "ich" Defizite habe. Sich selbst falsch darzustellen ist einer der Fehler, die dazu führen, dass "ich" nicht so gesehen werde, wie ich bin. Manche Menschen mögen nicht so gesehen werden, wie sie wirklich sind. In solchen Fällen würde ich den Grund erfragen wollen.

Sind es "meine" persönlichen Defizite, dann habe "ich" schon die Verantwortung, an diesen Defiziten zu arbeiten.
Und ja, wenn "ich" mit "meinen" Defiziten anderen Schaden zufügte, ist Buße durchaus der zielführende Begriff.

Ein besonderes Problem ist sicher dann gegeben, wenn sich der Mensch nicht schuldhaft verhält, jedoch Angst hat, sich z.B. dem Partner gegenüber zu öffnen. Hier frage ich, ob es sich das-Verschließen durch z.B. schlechte Erfahrungen begründen lässt - oder durch Mängel in der Kindheit.

In jedem Fall würde ich der Ursache auf den Grund gehen wollen - weil dann aus meiner Sicht die Chancen hoch sind, zu einer Lösung zu gelangen. Das Empfinden der Einsamkeit - gekoppelt an die Ursache "sich nicht öffnen" ist schon ein Signal, dem man nachgehen sollte.
 
Man muss auch immer und immer wieder, am besten präzise, unterscheiden:

1) Alleine sein ist ein zahlenmäßiger Zustand

2) Einsam sein ist ein Gefühl bzw. Empfindung

Alleine sein ist so ziemlich gar kein Problem. Ich selbst könnte schätzungsweise 10.000 Jahre für mich alleine sein und könnte mich sehr gut beschäftigen.

Einsam sein wiederum könnte man spontan als ein Problem sehen, erzeugt durch das Gefühl, dass einem etwas oder jemand fehlt. Dieser Zustand aber, den man üblicher Weise weder aufrecht erhalten kann, noch will, ist naturgegeben auch immer (wieder) eine große Chance, um herauszufinden, wer man eigentlich ist und was man eigentlich will.

So in a nutshell würde ich sagen, dass Einsamkeit gleichfalls ein Problem und eine Chance/Möglichkeit ist. Ganz so, wie es mit allen Dingen im Leben ist.

~~~

Neu ist das jetzt nicht, aber zur Klarstellung die Wiederholung:

1) Du kannst vollkommen alleine an einem weißen und ruhigen Fleckchen der Antarktis sein und dir dennoch bewusst darüber, dass du unermesslich liebst und geliebt wirst.

2) Du stehst inmitten der gewaltigen Ansammlung eines Festes mit über 200.000 Menschen. Du bist zwar nicht alleine, aber fühlst dich einsam.
 
Zuletzt bearbeitet:
Lieber Tsunami,
den Inhalt Deines letzter Beitrag kann ich nachvollziehen.
So allgemein ist es immer leichter, herumzuphilosophieren. Das will ich auch nicht kritisieren.
Aber wie beantwortest Du die Fragen nach Dir? Mir scheint, wenn ich so Deine verschiedenen Beiträge sowie Deine eigenen threads "Liebe" , Sinn des Lebens, lese, dass es Dir schwerfällt, bezogen auf Dich persönlich ganz konkret zu werden, einen eigenen festen Standpunkt einzunehmen. Das hat für mich so etwas von Verlorenheit. Und Verlorenheit passt "gut" zu Einsamkeit.
 
Separate Korrektur, weil die Korrekturfunktion öfters mal bei mir nicht funktioniert:
es sollte heißen: Deines letzten Beitrages....
 
Wer sich selbst genug ist, ist selten einsam, denn man hat "sich selbst" ja immer und in jeder Lebenslage dabei, auch wenn man ganz allein ist. Wer sich selbst nicht genug ist und auch keine Aufmerksamkeit von Dritten erhält, ist einsam. Alleinsein ist nicht zwangsläufig mit Einsamkeit verbunden, denn wenn man niemanden hat, mit dem man sich versteht, kann man auch in einer Großfamilie oder einer großen Menschenmenge einsam sein. Einsamkeit hat etwas mit dem Nichtvorhandensein von Zwiesprache zu tun, und das Bedürfnis, mit wem man wann Zwiesprache halten will, mit sich selbst oder anderen, ist bei jeder Person anders ausgeprägt. Manche Leute können nicht ohne 24 Stunden täglich Halligalli um sich herum, anderen reicht schon das Geräusch, das die eigenen Gedanken machen.


Einsamkeit, weil man sich mit niemandem versteht, verstehe ich. Dann kommt es zu einem Rückzug.
Aber ist Rückzug die endliche Lösung? Mir kommt es so vor, als ob "Du" Dich durch Rückzug einerseits aus einer unbequemen und unangenehmen Situation rettest, aber andererseits auch "Dir" das Bedürfnis nach Zwiesprache verweigerst, sofern "Du" Dich nicht auf die Suche nach anderen Menschen, mit denen "Du" Dich verstehen könntest, machst.
Es tauchen für mich verschiedene Fragen auf:
Rückzug - weil ihr mich nicht versteht?
oder
Rückzug - weil ich euch nicht verstehe?
oder
Rückzug - weil ihr euch so verhaltet, dass wir uns nicht verstehen oder ihr verhaltet euch so "unmöglich", dass wir uns nicht gemeinsam wohl fühlen (ob dann mit oder ohne gegenseitigem Verständnis)?
Und dann die Folgefrage: Warum sich nicht auf die Suche machen nach Menschen, mit denen man sich wohlfühlt, ggf. auch verstanden wird... Zwiesprache halten kann?

Dieses "nur mit sich Zwiesprache halten" führt schnell auch zu einem Kreis... in dem man sich dreht. Der Mensch ist auf Gemeinschaft ausgelegt. Ohne das "Du" ist es schwer, das "ich" zu erkennen, wenn nicht gerade unmöglich.
 
Nordrheiner,

mit Verlaub und Bedauern, wir oder besser Du, drehen uns, drehst dich im Kreis.
Wir sind nicht weiter als am Anfang. Das kann zweierlei Ursachen haben: Entweder wir haben keine wirkliche Antwort, oder wir wollen sie nicht wissen, weil sie uns zu Veränderung zwänge.
Wenn ich etwas suche und es nicht da finde, wo ich bisher gesucht habe, muss ich an anderer Stelle suchen.
Ich suchte lange im kirchlich-christlichen Bereich, wähnte ich dort doch die die empathischen, zugewandten Menschen. Allerdings fand ich sie dort nicht. Aber es gibt sie andernorts.
Das Eine war erst schmerzhaft. Das Ergebnis aber ermutigt mich.
Ich wünsche dir, dass Du so etwas auch findest.

Burbacher
 
Danke , lieber Burbacher,

empathische, anderen Menschen zugewandte Christen, befinden sich auch in meinem Umfeld, zum Glück.
Jeder hat so seine Prioritäten. Empathische Menschen sind sympathisch und diese im persönlichen Umfeld zu treffen ist schon schön. Nur die Empathie alleine wäre mir persönlich auf Dauer nicht genug. Und so haben die meisten auch Ansprüche... an sich, an andere Menschen. Wie auf einer Reise. Es gibt Reisepartner, die kein bestimmtes Ziel haben sowie Reisepartner, die nach einigen Stationen aussteigen und andere bleiben als Reisepartner erhalten. Es kommt auch darauf an, inwieweit das gleiche (Reise-) Ziel verfolgt wird.
 
Je mehr ich das Wort "Christen" höre, desto mehr bekomme ich einen leichten Würgreiz.
Warum nicht einfach ein guter Mensch sein?
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben