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Ist Einsamkeit ein Problem?

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Hi,

ich schreibe mal eben was gezieltes zu dieser Frage.

Viele Menschen würden mich wohl als einsam beschreiben, und die Einsamkeit in der ich lebe gar nicht aushalten.
Krankheitsbedingt verlasse ich das Haus Wochen oder Monate nicht. Mich 3 Meter vom Haus zu entfernen und dann (vielleicht!) dem Nachbar am Zaun zu begegnen war/ist unvorstellbar.
Also du bist krank. Körperlich – oder seelisch/psychisch?

Wie das kommt ist zu komplex. Interessant aber in meinem Fall...

Ich kann Wochen lang allein sein, und Tage lang im Netz. Trotzdem habe ich kein Probleme mich daraus zu lösen wen nes sein muss, z.B. für die Familie.

Treffe ich "fremde" Leute, verhalte ich mich sehr introvertiert, bin eher still und zurückgezogen, trotzdem geht von mir etwas aus das die Leute aufmerksam macht, so das ich unweigerlich in Kontakt komme. Der "oberflächliche" Kontakt, also bspw. Kunde-Verkäufer, Kollege-Kollege, Patient-Patient, Bürger-Beamter usw. ist extrem gut!

Die Menschen nehmen mich als sehr sympathischen Menschen war, mit dem man sich klasse unterhalten kann (wenn ich die inneren Hürden ablegen kann oder auch dazu gezwungen bin), trotzdem unterhalten sich diese Menschen nur zu einem Bruchteil mit "mir".

Man kann sagen, das ich von aussen nach innen einen emotionalen wie mentalen Verlauf von Weiß nach Schwarz aufweise. Je besser man mich kennt, und je tiefer man in meine Person eindringt, umso "hässlicher" oder "fremder" werde ich. Nicht im Sinne eines schlechten Menschen, sondern im Sinne von Nachdenklichkeit und Melancholie, aber auch im Sinne eines immer komplexeren Denkens, Fühlens und Handelns.
Hast Du für diese drei Aktivitätsmerkmale ein Beispiel?

Viele Menschen erschrecken dann, sind oder fühlen sich zunehmen überfordert oder überlastet, weil sie mich aus der Nähe als wesentlich negativer erleben als ich es in der Summe bin. Viele kommen dann zu dem Schluss, das ich nicht der Mensch wäre den sie in Herz geschlossen haben, sodern ein Monster das ihr Leben beeinträchtigt.
Das zerbricht dann Freundschaften, vor allem aber auch Beziehungen sofern sie zustande kommen.
Was ich nicht verstehe, ist der Begriff Monster
Oft auch, weil ich zu negativen Dingen einen anderen Bezug habe. In diesem Sinne ist es mir immer wieder unmöglich die Menschen oder die Gesellschaft zu verstehen, bzw. zu verstehen wie diese Menschen so leben können. Sowenig wie "normale" Menschen mich verstehen, so wenig verstehe sie die anderen.
Ist hier ein Schreibfehler unterlaufen? Sollte es im letzten Satz heißen: „…so wenig verstehen ich die anderen.“ ? Oder meinst Du tatsächlich, dass die „normalen“ Menschen die anderen nicht verstehen?

Andere Menschen scheinen anders "strukturiert" zu sein. Durchmischter, oder einfach oberflächlicher.

(Hm... m.M.n. ist es so, das es immer mehr (subjektiv!) negative Faktoren gibt als positive. Bezieht man in sein Denken und Handeln alle mit ein, zeichnet sich ein sehr dunkles Bild. Um darin zu bestehen, haben wenige positive Dinge eine größere Bedeutung/ mehr Wert. Mehr Wert/Bedeutung ist aber = mehr Verantwortung und mehr Emotion. Das kann ich nachvollziehen.

Viele Menschen machen es "einfacher": Sie verdrängen das Negtive, versuchen Verantwortung und Emotion auf ein Minimun zu reduzieren, in der Meinung nur die positiven Dinge zu betrachten und zu schätzen bereichere das Leben und Rationalität ermögliche Kontrolle. Ich beobachte dann aber auch oft, das sie den Wert des Positiven nicht wirklich ermessen, weil sie den Zusammenhang verlieren. Oder auch, das sie davon sprechen positiv zu denken, und bei der Flucht vor dem Negativen dasselbe ständig vor Augen haben, sehr paradox.)
Ich weiß nicht, ob andere positiv denkende Menschen auf der Flucht vor dem Negativen sind – und wenn sie auf der Flucht vor dem Negativen sind, ob sie dasselbe ständig vor Augen haben.
Bestätigen kann ich Deine Beobachtung, dass das Negative von den Menschen gerne verdrängt wird. Aber das finde ich in vielen Fällen gut, nämlich dann, wenn ich das Negative nicht ändern kann. Würde der Mensch nicht verdrängen können, würde er an den Problemen, die er nicht lösen kann, „verrückt“ werden. Wenn ich von positivem Denken rede, meine ich nicht Flucht vor dem Negativen. Ich verbinde positives Denken mit "das Gute suchen" und je nach Situation auch "das Böse oder Schlechte bekämpfen". Also nicht so wie Du es bei Menschen beobachtest, die nach Deiner Beobachtung positives Denken mit Flucht vor dem Negativen meinen.


Du bringst "positiv Denken" mit „Zusammenhang verlieren“ in Verbindung. Wie meinst Du das?


Das führt dann in die Einsamkeit, vor allem in die Innere.

Damit, wie viele Mensche um mich sind und wie viel oder wenig Kontakt ich habe, hat das wenig zu tun. Ich denke, Einsamkeit hat vor allem mit Anderssein zu tun.
Wobei ich anders im Sinne von individuell meine.
Individualität muß aber nicht unbedingt in die Einsamkeit führen.
Es kommt darauf an, ob die Individualität eine menschenfreundliche ist, eine Individualität, die für den Anderen eine Bereicherung ist bzw. er sie als eine solche erkennt.

Mittlerweile ziehe ich mich stark zurück, meide Freundschaft, Beziehung und Gesellschaft, auch wenn es nicht immer leicht ist, teils ziehe ich mich sogar aus digitalen Medien (Foren) zurück. Dauerhafte Einsamkeit ermöglicht mir ein innere Stabilität, ein Gleichgewicht.
Wenn Deine Individualität der Grund für Beziehungsprobleme ist, dann gilt auch: durch Rückzug entgehst Du der Aufgabe, Deine Individualität auf ihre Menschentauglichkeit, Menschenfreundlichkeit hin zu testen.

Es verletzt einfach zu sehr, zu Menschen Kontakt zu haben, Menschen lieben zu lernen und dann immer wieder zu erleben das diese Menschen kein ehrliches Interesse haben, oder, wenn sie es haben, an meiner inneren Beschaffenheit zu scheitern.
Wenn Menschen nicht ehrlich sind, verstehe ich Deine Verletzung. Aber wenn Du Menschen, die Du liebst, verlierst, weil Du „innerlich komplex“ bist, weil Du eine andere Individualität hast (eine andere innere Beschaffenheit, die nicht schlecht ist), wird das Verstehen schon etwas schwieriger. Ich folgere: Entweder, 1. Du empfindest Deine innere Beschaffenheit lediglich als komplex – während andere sie als „schlecht“ empfinden, oder 2. Du überforderst Dein Gegenüber. Was ist richtig?

Als Einsamkeit, also negativ, empfinde ich das aber erst, wenn es mir bspw. Beziehungen versagt, weil dann eine sehr komplexe Lebenserfahrung ausbleibt die nicht ersetzbar ist.
Das verstehe ich.

Alleine sein an sich ist eher mein Element, und ich finde es auch wichtig für sie Selbstfindung, aber auch Dinge wie kreative Betätigung sind mir nur möglich wenn ich lange Zeiten ungestört bin.
Darf ich Dich nach Deinem Alter fragen?
Und meine Anschlussfrage: Seit wievielen Jahren schon bist Du „unterwegs“ zur Selbstfindung?

Soweit erstmal, sonst scheib ich zuviel.

Grüße,
Seele

Hallo, Schwanen.Seele,

ich „höre“ Dir gerne zu.

LG, Nordrheiner
 
Ich weiss dass das nicht gesund ist. Ich sage mal so ich wünsche mir Gesundheit, Essen und ein Dach über den Kopf das habe ich bereits und was halt noch fehlt ist diese innere Heimat.
Ist das, was Du innere Heimat nennst, das Gleiche, was Du weiter unten als „meine eigene Welt“ beschreibst?


Aber irgendwie habe ich das Gefühl wenn ich die Bedürfnisse aufzähle ein guten Beruf, ein Partner, Familie und Freunde usw. eher nachgeplappert sind aber nicht wirklich gelebt. Klar habe ich ein Bedürfnis nach einem Partner. Aber anderseits kann ich mit partnerschaftliche Liebe nichts angefangen. Ich verwickel mich in Widersprüche. Ob mir Familie so wichtig ist kp ich habe meine Eltern keine Geschwister. Mit Tanten Onkeln usw wenig Kontakt und kein Bedürfniss da nach.
OK, verstehe.
Zum Stichwort Partnerwahl: Das mit der Partnerwahl kommt automatisch – oder auch nicht. Kein Problem.

Ich brauche halt ein Beruf um Geld zu verdienen. Mir ist das aber eher ein Zwang arbeiten zu gehen. Ich lebe lieber in meiner eigenen Welt die schön, gerecht und voller Hoffnung ist wo keiner mehr leidet, verwahrlost usw und nicht immer mit dem Finger auf Menschen gezeigt werden, die schlimmes tun. Natürlich muss man für seine Taten konsequenzen ziehen, aber trotzdem darf nicht so voreillig geurteilt werden.
Deine eigene Welt – das liest sich so, als ob Du von so einer Welt träumst. Ist das so, dass Du häufig „davon“ träumst, ggf. auch tagsüber?

Ach manchmal habe ich das Bedürfniss nach Lob und Anerkennung, aber ich frage mich für was?
Der Wunsch nach Anerkennung und Lob ist sehr menschlich. Ein Bedürfnis. Daher macht es auch Sinn mit den Menschen zusammenzuleben bzw. sich mit solchen Menschen zu treffen, von denen man Anerkennung und Lob bekommt. Anerkennung und Lob sind für den Menschen wie der Spiegel für die Frau, die sich schick macht, weil sie ausgehen will.
Anerkennung ist eine Form der Wertschätzung. Liebe zu einem Menschen bedeutet, diesen Menschen anzuerkennen. Und: Wer liebt, der lobt. Wer Lob möchte, möchte geliebt und somit anerkannt werden.


Habe ich überhaupt das Recht mich darüber zu beklagen wie es mir geht? Andere haben es viel schlechter, sie wären froh etwas zu essen haben und ich philosophiere die ganze Zeit rum. 🙂

Hallo, Kareena,
alles im grünen Bereich. Nur stellt sich mir die Frage, ob Du evt. tagsüber zuviel träumst, von einer besseren Welt…..
Und dadurch versäumst, Pflichten Dir oder anderen gegenüber zu erfüllen. Sozusagen der Traum als Flucht vor der Realität. Ich nenn das mal „Fliegender Teppich-Syndrom“.🙂


LG, Nordrheiner
 
Hallo, Rose,
der Text von Epic Infantry beschreibt ein Denken, welches sehr selbstgefällig klingt.
Und der Ausspruch: „Einsamkeit ist der Luxus für die Seele“ klingt, im Zusammenhang mit dem ganzen Text, eher wie eine Ausrede für die eigene Unwilligkeit oder auch Unfähigkeit, sich wenigstens soweit anzupassen, dass man als „menschenfreundlich“ rüberkommt,

Wie im Text schon steht: „Denk nicht, ich (der Texter) sei weise. Mir folgen hiesse mich zu überschätzen.“ Wenn ich so den ganzen Text vor Augen habe, dann kann ich dem Textdichter in diesem Punkt zustimmen. Man sollte ihm nicht folgen.

LG; Nordrheiner
 
Deine Ursachen und Gründe beziehen sich vor allem auf innere Konflikte, zur Einsamkeit können allerdings auch äußere Umstände führen. Ein klassisches Beispiel wäre dazu der Angestellte, welcher auf amerikanisches Baseball abfährt, im vom Fußball dominierten Umfeld seiner Kollegen aber keinen Gesprächspartner findet. Gerade die durch unsere modernen Medien entstandenen Freiheiten resultieren darin, das eigene Interessen zunehmend auseinander driften und je exotischer diese Ausfallen, desto schwerer fällt eine Integration. Tubas im heimischen Musikverein zu spielen ist einfach Out. Dazu gesellen sich die Art wie man sein Gegenüber sieht, Leistungsdruck oder im entfernteren Sinne auch eine schwächere Ortsgebundenheit. All solche Gründe sind Ausschlaggebend dafür, das man auch mit einem vergleichsweise gesunden Inneren dennoch Einsam bleibt.

Hallo Seth,
ich stimme Dir zu, dass es eine Einsamkeit gibt, die oberflächlich dadurch entsteht, dass man sein Hobby nicht mit anderen teilen kann, weil sie sich nicht dafür interessieren. Aber den eigentlichen Grund für Einsamkeit sehe ich in so einem Fall eher darin, dass z.B. der Hobby-Musiker unflexibel ist und es ihm nicht gelingt, für sich Aktivitäten zu entdecken, mit denen er Gemeinschaft mit anderen Menschen haben kann.
Richtig ist, dass zur Einsamkeit die Art und Weise gehört, wie man den Anderen sieht und bewertet.
Was meinst Du mit „vergleichsweise gesundem Inneren“ ? Beispiel: Gesund ist Fettleibigkeit nicht. Trotzdem sollte ein übergewichtiger Mensch nicht in jedem Fall abnehmen. Er sollte nicht abnehmen, wenn er in seiner Fettleibigkeit zu einem körperlichen / seelischen Gleichgewicht gefunden hat. Abnehmen würde in diesem Fall bedeuten, ein körperliches / seelisches Ungleichgewicht zu erreichen. Und das wäre vermutlich ungesünder, als seine Fettleibigkeit. Alles eine Frage der Relationen sowie der Betrachtung aller Umstände.

LG, Nordrheiner
 
Hi,
wenn ich mal den Eingangsbeitrag weg lasse und nur die Frage im Titel beantworte dann würde ich sagen wird Einsamkeit spätetens dann zum Problem wenn jemand in einer Wohnung stirbt und es erst dadurch auffällt das Nachbarn einen unangenehmen süßlichen Geruch als Störfaktor ihrer heilen Welt wahrnehmen.

Ansonsten kann man auch einsam sein wenn 100 Leute um einen herum sind. Einsam sein und sich einsam fühlen sind auch noch 2 Paar Stiefel. Ich für mich war im Knast viele Jahre zwar nie allein aber doch irgendwo einsam. Sowas ist normal und jeder Knacki der das anders sieht bildet sich nur was ein. Aber Einsamkeit muß nichts Schlimmes sein, man kann es sehr wohl geniessen, und sich auch freier fühlen als wenn man zB Verantwortung für jemanden trägt oder meint, tragen zu müssen.
Und in unsriger heutigen teils doch sehr kaputten Gesellschaft ist weniger auch oft doch mehr.
Nur das damit vielleicht viele Leute nicht klarkommen, vielleicht auch weil ihnen auch durchs Internet und all den Foren was anderes vorgehalten wird. Doch besonders das Internet empfinde ich als eine riesige Illusion, also insofern als das eine bessere Kommunikation, ein leichteres sich kennenlernen suggeriert wird.
Alles nur Schall und Rauch, und außerdem eher gefährlich als hilfreich.
Wer im realen Leben nicht klarkommt und keine Freunde findet oder Freunde hat, der brauch sich auch nicht einbilden das er irgendeinen Mangel in der Welt des Internets kompensieren kann.

Meine Meinung.

mfG
Lotte
 
Lotte66,

Du schreibst:

"Wer im realen Leben nicht klarkommt und keine Freunde findet oder Freunde hat, der brauch sich auch nicht einbilden das er irgendeinen Mangel in der Welt des Internets kompensieren kann."

So ist es. Kürzer kann man diesen Zusammenhang nicht auf den Punkt bringen.

Danke.
 
Ich weiss dass das nicht gesund ist. Ich sage mal so ich wünsche mir Gesundheit, Essen und ein Dach über den Kopf das habe ich bereits und was halt noch fehlt ist diese innere Heimat.
Ist das, was Du innere Heimat nennst, das Gleiche, was Du weiter unten als „meine eigene Welt“ beschreibst?
Gute Frage ich würde sagen ja.

Aber irgendwie habe ich das Gefühl wenn ich die Bedürfnisse aufzähle ein guten Beruf, ein Partner, Familie und Freunde usw. eher nachgeplappert sind aber nicht wirklich gelebt. Klar habe ich ein Bedürfnis nach einem Partner. Aber anderseits kann ich mit partnerschaftliche Liebe nichts angefangen. Ich verwickel mich in Widersprüche. Ob mir Familie so wichtig ist kp ich habe meine Eltern keine Geschwister. Mit Tanten Onkeln usw wenig Kontakt und kein Bedürfniss da nach.
OK, verstehe.
Zum Stichwort Partnerwahl: Das mit der Partnerwahl kommt automatisch – oder auch nicht. Kein Problem.
Ich weiss auch nicht, dadurch fühle ich mich wie ein Alien.
Ich brauche halt ein Beruf um Geld zu verdienen. Mir ist das aber eher ein Zwang arbeiten zu gehen. Ich lebe lieber in meiner eigenen Welt die schön, gerecht und voller Hoffnung ist wo keiner mehr leidet, verwahrlost usw und nicht immer mit dem Finger auf Menschen gezeigt werden, die schlimmes tun. Natürlich muss man für seine Taten konsequenzen ziehen, aber trotzdem darf nicht so voreillig geurteilt werden.
Deine eigene Welt – das liest sich so, als ob Du von so einer Welt träumst. Ist das so, dass Du häufig „davon“ träumst, ggf. auch tagsüber?
Ja ansich ständig tagsüber.
Ach manchmal habe ich das Bedürfniss nach Lob und Anerkennung, aber ich frage mich für was?
Der Wunsch nach Anerkennung und Lob ist sehr menschlich. Ein Bedürfnis. Daher macht es auch Sinn mit den Menschen zusammenzuleben bzw. sich mit solchen Menschen zu treffen, von denen man Anerkennung und Lob bekommt. Anerkennung und Lob sind für den Menschen wie der Spiegel für die Frau, die sich schick macht, weil sie ausgehen will.
Anerkennung ist eine Form der Wertschätzung. Liebe zu einem Menschen bedeutet, diesen Menschen anzuerkennen. Und: Wer liebt, der lobt. Wer Lob möchte, möchte geliebt und somit anerkannt werden.

Ich möchte eigentlich nur annerkannt werden. Nicht unbedigt geliebt.
Evt. von meinen Eltern. Ok bei meinem besten Freund das er mich halt dolle mag. Aber Anerkennung ist mir wichtiger.

Habe ich überhaupt das Recht mich darüber zu beklagen wie es mir geht? Andere haben es viel schlechter, sie wären froh etwas zu essen haben und ich philosophiere die ganze Zeit rum. 🙂 Hallo, Kareena,
alles im grünen Bereich. Nur stellt sich mir die Frage, ob Du evt. tagsüber zuviel träumst, von einer besseren Welt…..
Und dadurch versäumst, Pflichten Dir oder anderen gegenüber zu erfüllen. Sozusagen der Traum als Flucht vor der Realität. Ich nenn das mal „Fliegender Teppich-Syndrom“.🙂


LG, Nordrheiner Ich erledige schon meine Pflichten, aber ich denke halt viel nach über so viele Themen. Ich zerdenke es regelrecht.
Deswegen ist es schon eine Realitätsflucht, weil mich das Leben in meinem Umfeld irgendwie wenig interessiert. Ich will eher Reformen schaffen, als mich anzupassen. Ich weiss das ich andere Ziele habe, als andere. Genau das macht mich einsam.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mit jeder Annäherung an andere Menschen sind auch mögliche Unannehmlichkeiten verbunden:

- man wird eventuell von den Anderen abgelehnt,
- man wird mit Problemen der Anderen konfrontiert
etc.

Diese Bedenken bestehen in der Regel auf beiden Seiten. Negative Erfahrungen lassen einen vorsichtig sein. Man will ja auch nicht, dass Kontaktversuche nach hinten losgehen.

In der Tat sollte man sich wohl schon überlegen, ob man diesen oder jenen Kontakt wirklich eingehen sollte oder ob man damit nicht auch Unheil anrichten könnte. Oft ist es besser, manchen Kontakten schon im Vorfeld aus dem Weg zu gehen. Man sollte sich also schon gut überlegen, welche Kontakte man in welcher Form aufnehmen möchte. Es sollte passen.

Und warum passt es so oft nicht? Vielleicht, weil die Menschen in unserem Land verstärkt darauf aus, sind, durch Kontakte vor allem fun zu haben. Kontakte werden als Konsumgut betrachtet. Man will durch Kontakte etwas haben, bekommen. Das ist zwar nicht ganz falsch, aber das Primat sollte doch darin bestehen, dass man dem Anderen etwas geben möchte.

Und mit dem Hang des Habenwollens vieler besteht die begründete Gefahr, von Anderen ausgenutzt zu werden. Dies alles beschränkt die positven Möglichkeiten guter Kontakte in unserer deutschen Mentalität.
 
Hi,


Ansonsten kann man auch einsam sein wenn 100 Leute um einen herum sind. Einsam sein und sich einsam fühlen sind auch noch 2 Paar Stiefel. Ich für mich war im Knast viele Jahre zwar nie allein aber doch irgendwo einsam. Sowas ist normal und jeder Knacki der das anders sieht bildet sich nur was ein. Aber Einsamkeit muß nichts Schlimmes sein, man kann es sehr wohl geniessen, und sich auch freier fühlen als wenn man zB Verantwortung für jemanden trägt oder meint, tragen zu müssen.


Wer im realen Leben nicht klarkommt und keine Freunde findet oder Freunde hat, der brauch sich auch nicht einbilden das er irgendeinen Mangel in der Welt des Internets kompensieren kann.

Meine Meinung.

mfG
Lotte

Hallo Lotte,

auch wenn ich Deinen Beitrag weitgehend verstehe, möchte ich auf zwei Punkte zurückkommen:

Deine These: „Einsamkeit ist gut, man fühlt sich freier, weil man keine Verantwortung für andere Menschen trägt oder meint tragen zu müssen.“
Wenn eine Last zu groß wird, sollte man abgeben. Auch stimme ich zu – ohne Verantwortung ist man entlastet. Auch kann nicht jeder Mensch Verantwortung für andere tragen. Aber wenn man in der Lage ist, Verantwortung zu tragen, wäre dann Einsamkeit ein Weg, sich vor Verantwortung zu drücken? Man könnte Deine These auch als Ausrede verstehen: Ich habe niemanden, für den ich mich verantwortlich fühlen kann. Und wenn diese Ausrede zutrifft, dann trifft auch zu, dass Deine These ein schönes Mittel ist, aus der Not eine Tugend zu machen. Was meinst Du dazu?

Auch das mit dem Internet ist schon richtig, wenn auch nach meinem Empfinden falsch ausgedrückt. Du schreibst „kompensieren“. Kompensieren meint ausgleichen, „etwas ersetzen“. Und ein Ausgleich, ein Ersatz findet schon statt. Nur ist dieser Ausgleich kein vollständiger Ersatz für die Beziehungsmängel und sozialen Probleme, die der einzelne auszugleichen sucht. Aber durch Internetkontakte können soziale Probleme aufgedeckt werden mit dem Ziel, Lösungsansätze zu finden. Und dann kann es auch im realen Leben wieder mit Beziehungen und dem sozialen Leben besser werden. Deswegen sind wir doch alle in diesem Forum, oder?

Da Du ein Ex-Knacki bist, kennst Du das Leben vor und nach dem Knast. Ich kann mir vorstellen, dass sich das soziale Leben geändert hat. Magst Du dazu etwas mitteilen?

LG, Nordrheiner
 
Hallo Kareena,

Dein Ausdruck "zerdenken" gefällt mir. Folgendes will ich Dir mit auf den Weg geben:

Auch Denken erfordert Energie. Denken ist eine Leistung, die in manchen Fällen anstrengender ist, als körperliche Bewegung bzw. Arbeit. Daraus folgt meine Frage:
Arbeitest Du gerne vergeblich, sinnlos?
Sicherlich wirst Du diese Frage mit „nein“ beantworten. Folglich ist zu überlegen, welchem guten Ziel Du Dich durch das Zerdenken näherst? Ich vermute, dass Du durch Zerdenken keinen Schritt weiter kommst. Gäbe es nicht Aktivitäten, die Dir gut tun, wie Sport, oder die Dein Wissen erweitern? Ist Dein Körper fit, sehr fit, ist das auch für Deine Seele gut. Und wenn Du Deine überschüssige Energie verwendest, damit Dein Wissen erweiterst, durchschaust Du viele gesellschaftliche Prozesse besser, kannst besser analysieren und im Endeffekt besser zu positiven gesellschaftlichen Veränderungen beitragen – effektiver – als jedes Zerdenken.
Was hältst Du von meinem Vorschlag?

LG; Nordrheiner
 
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