Ich denke, dass diese Antworten oft nur vordergründig richtig sind. Was sind die eigentlichen Hintergründe, sozusagen die „wahren“ Gründe?
Hi,
ich schreibe mal eben was gezieltes zu dieser Frage.
Viele Menschen würden mich wohl als einsam beschreiben, und die Einsamkeit in der ich lebe gar nicht aushalten.
Krankheitsbedingt verlasse ich das Haus Wochen oder Monate nicht. Mich 3 Meter vom Haus zu entfernen und dann (vielleicht!) dem Nachbar am Zaun zu begegnen war/ist unvorstellbar.
Wie das kommt ist zu komplex. Interessant aber in meinem Fall...
Ich kann Wochen lang allein sein, und Tage lang im Netz. Trotzdem habe ich kein Probleme mich daraus zu lösen wen nes sein muss, z.B. für die Familie.
Treffe ich "fremde" Leute, verhalte ich mich sehr introvertiert, bin eher still und zurückgezogen, trotzdem geht von mir etwas aus das die Leute aufmerksam macht, so das ich unweigerlich in Kontakt komme. Der "oberflächliche" Kontakt, also bspw. Kunde-Verkäufer, Kollege-Kollege, Patient-Patient, Bürger-Beamter usw. ist extrem gut!
Die Menschen nehmen mich als sehr sympathischen Menschen war, mit dem man sich klasse unterhalten kann (wenn ich die inneren Hürden ablegen kann oder auch dazu gezwungen bin), trotzdem unterhalten sich diese Menschen nur zu einem Bruchteil mit "mir".
Man kann sagen, das ich von aussen nach innen einen emotionalen wie mentalen Verlauf von Weiß nach Schwarz aufweise. Je besser man mich kennt, und je tiefer man in meine Person eindringt, umso "hässlicher" oder "fremder" werde ich. Nicht im Sinne eines schlechten Menschen, sondern im Sinne von Nachdenklichkeit und Melancholie, aber auch im Sinne eines immer komplexeren Denkens, Fühlens und Handelns.
Viele Menschen erschrecken dann, sind oder fühlen sich zunehmen überfordert oder überlastet, weil sie mich aus der Nähe als wesentlich negativer erleben als ich es in der Summe bin. Viele kommen dann zu dem Schluss, das ich nicht der Mensch wäre den sie in Herz geschlossen haben, sodern ein Monster das ihr Leben beeinträchtigt.
Das zerbricht dann Freundschaften, vor allem aber auch Beziehungen sofern sie zustande kommen.
Oft auch, weil ich zu negativen Dingen einen anderen Bezug habe. In diesem Sinne ist es mir immer wieder unmöglich die Menschen oder die Gesellschaft zu verstehen, bzw. zu verstehen wie diese Menschen so leben können. Sowenig wie "normale" Menschen mich verstehen, so wenig verstehe sie die anderen.
Andere Menschen scheinen anders "strukturiert" zu sein. Durchmischter, oder einfach oberflächlicher.
(Hm... m.M.n. ist es so, das es immer mehr (subjektiv!) negative Faktoren gibt als positive. Bezieht man in sein Denken und Handeln alle mit ein, zeichnet sich ein sehr dunkles Bild. Um darin zu bestehen, haben wenige positive Dinge eine größere Bedeutung/ mehr Wert. Mehr Wert/Bedeutung ist aber = mehr Verantwortung und mehr Emotion.
Viele Menschen machen es "einfacher": Sie verdrängen das Negtive, versuchen Verantwortung und Emotion auf ein Minimun zu reduzieren, in der Meinung nur die positiven Dinge zu betrachten und zu schätzen bereichere das Leben und Rationalität ermögliche Kontrolle. Ich beobachte dann aber auch oft, das sie den Wert des Positiven nicht wirklich ermessen, weil sie den Zusammenhang verlieren. Oder auch, das sie davon sprechen positiv zu denken, und bei der Flucht vor dem Negativen dasselbe ständig vor Augen haben, sehr paradox.)
Das führt dann in die Einsamkeit, vor allem in die Innere. Damit, wie viele Mensche um mich sind und wie viel oder wenig Kontakt ich habe, hat das wenig zu tun. Ich denke, Einsamkeit hat vor allem mit Anderssein zu tun.
Wobei ich anders im Sinne von individuell meine.
Mittlerweile ziehe ich mich stark zurück, meide Freundschaft, Beziehung und Gesellschaft, auch wenn es nicht immer leicht ist, teils ziehe ich mich sogar aus digitalen Medien (Foren) zurück. Dauerhafte Einsamkeit ermöglicht mir ein innere Stabilität, ein Gleichgewicht.
Es verletzt einfach zu sehr, zu Menschen Kontakt zu haben, Menschen lieben zu lernen und dann immer wieder zu erleben das diese Menschen kein ehrliches Interesse haben, oder, wenn sie es haben, an meiner inneren Beschaffenheit zu scheitern.
Als Einsamkeit, also negativ, empfinde ich das aber erst, wenn es mir bspw. Beziehungen versagt, weil dann eine sehr komplexe Lebenserfahrung ausbleibt die nicht ersetzbar ist.
Alleine sein an sich ist eher mein Element, und ich finde es auch wichtig für sie Selbstfindung, aber auch Dinge wie kreative Betätigung sind mir nur möglich wenn ich lange Zeiten ungestört bin.
Soweit erstmal, sonst scheib ich zuviel.
Grüße,
Seele