Ich sehe das so: Im Islam, oder besser gesagt, in der islamischen Welt, herrscht gerade ein Kampf. Ein Kampf der säkularen Muslime gegen die fanatischen und eine mehr oder minder ungebildete Masse dazwischen.
Der Islam ist meiner Meinung nach also gerade in einer Phase der Reformation, oder es wird versucht, ihn zu reformieren.
Die säkularen Muslime versuchen gerade den Islam zu verwestlichen, aus ihm eine westliche Religion zu machen. Jetzt fragt man sich: Wenn der Islam keine Religion nach westlichem Vorbild ist, was ist er dann?
Nun, für mich ist der derzeitige Islam mehr als eine Religion. Es ist eine politische Weltanschauung, ein Wertesystem, eine Kultur und etwas, dass über die Grenzen der Nation hinaus geht.
Religion so wie ich sie verstehe, setzt den Rahmen des Leben der Menschen. Also nur das Gerüst. Der derzeitige Islam bzw. der Islam, der im Großteil der islamischen Welt praktiziert wird, geht darüber hinaus. Er will alles kontrollieren: Von der Kultur des Essens, über die Kleidungs und Heiratsvorschriften, Erbrecht usw.
Die Scharia ist ein integraler Bestandteil des Islam und ein gutes Beispiel dafür. Es gibt z.B. kein christliches Gegenstück zur Scharia.
Ich bin der Meinung, dass die säkularen Muslime gerade versuchen, den Islam zu trennen. Nur den Glauben an sich heraus zu holen und ihn von der Politik, von der Kultur usw. zu trennen.
Und wir helfen den säkularen Muslimen nicht, wenn wir ständig Entschuldigungen für die Taten der Fanatiker suchen.
So, dass war meine Sicht der Lage und hoffe, dass ein konstruktives Gespräch daraus entstehen kann und zwar ohne Beleidigungen oder Anschuldigungen.