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Inzestverbot bleibt bestehen

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Ich wüßte nicht das das Weglassen von Strafen in anderen Ländern zu mehr Inzestfällen geführt hätte. Wobei man natürlich hier wie da nichts über Dunkelziffern weiß. Nur - warum soll der Staat Strafen für etwas haben, das er letzendlich gar nicht kontrollieren kann?

Wikipedia weist aus, das es im Jahre 2003 in der BRD zehn ( 10 ) Verurteilungen gab.

Zitat Wiki:

Staaten mit Straffreiheit [Bearbeiten]
Das französische Strafgesetzbuch, der Code pénal français, stellt Inzest bereits seit 1810 nicht mehr unter Strafe. [3] Verschiedene Länder folgen ihm. So wird Inzest heute in Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Portugal, der Türkei, Japan, Argentinien, Brasilien und einigen anderen lateinamerikanischen Staaten nicht mehr bestraft.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was ich jetzt an der ganze Argumentation nicht verstehe: die Natur hat im Tierreich auf so vielfältige Art und Weise Mechanismen entwickelt eben Inzest zu vermeiden (bis auf äusserst wenige Ausnahmen). Das ist Fakt und darüber braucht man sich auch nicht streiten.

Warum fasst ihr als Befürworter dann Inzest beim Menschen als gut und dessen Tolerierung als Fortschritt auf, nur weil wir in der Lage sind uns mit unserem Intellekt über diese naturgegebenen Gesetzmäßigkeiten hinwegzusetzen? Müsste man das nicht vielmehr als Rückschritt bewerten?

Ich meine... unser "Fortschritt" hat uns an den Rand der Klimakatastrophe gebracht... woher wollt ihr abschätzen können, ob inzestiöses Verhalten nicht letzten Endes an Rand der Auslöschung führen könnte (ich sage bewusst nicht, dass es zwangsläufig so sein muss) weil die menschlichen Gene über Generationen hinweg einfach schwächer werden und Menschen daher in einigen 1000 Jahren nicht mehr lebensfähig sind? Es geht hier ja auch nicht um Genkrankheiten... sondern um neue Genkrankheiten, deren Auswirkungen weder abgeschätzt, noch vollständig erfasst werden können.

Ihr beschwert euch darüber, dass man im Allgemeinen Inzest tabuisiert und moralisch abkanzelt. Habt ihr euch schon mal überlegt, warum das so ist? Ganz einfach, unsere Vorfahren haben irgendwann einen Zusammenhang zwischen mißgestalteten und schwachsinnigen Kindern und inzestiösen Verhaltens festgestellt und daraufhin ohne irgendwelche Faktoren der Erziehung Inzest als schlecht und schädlich erkannt. Was tut man mit schlechten und schädlichen Dingen? Man ächtet sie und versucht sich so gut es geht davor zu schützen. Ich sage damit nicht, dass alle Kinder aus inzestiösen Verbindungen so sein müssen, aber unsere Vorfahren werden wohl irgendwann eine zwingend logische Verbindung zwischen beidem gesehen haben, sonst wäre wohl Inzest weder Tabu noch geächtet.

Ich kann diese neumodische wertneutrale Toleranz nicht verstehen, die um jeden Preis alles tolerieren möchte und dabei die ganz einfachen, grundlegenden Dinge ignoriert...

Edit:
Da fällt mir gerade ein, weil ich vorhin etwas ähnliches in einem anderen Thread gelesen habe: die von euch aufgezählten Kulturen, die Inzest praktizierten... die gibt es heute nicht mehr. Und das wohl mit gutem Grund.
 
Zuletzt bearbeitet:
So ist es ja nun wirklich nicht. Erstens ist hier niemand der Inzest "gut" findet und zweitens findet es die ganze Gesellschaft wohl auch nicht gut.
Andere Länder machen vermutlich genau das: Da sie wissen das eine Bestrafung kaum möglich ist überlassen sie die Sache der allgemeinen Moral der Gesellschaft - was ja nicht schlecht ist wie man sieht.
Vielleicht ist ja auch die deutsche Regelung dem Einfluß der Religionen geschuldet? ( und wird sowieso irgendwann fallen ) Andererseits weiß man aber auch, das der Deutsche gerne alles geregelt haben will und Gesetze für alles braucht. Vielleicht sollte Schäuble also nicht nur an Bahnhöfen, sondern auch in jedem Schlafzimmer seine Kameras aufstellen?
 
Zuletzt bearbeitet:
was mich interessieren würde: wie verlief diese debatte in den ländern, in denen inzest nun straffrei ist bzw. welche motive führten letztendlich dazu?

weiß jemand etwas darüber?
 
was mich interessieren würde: wie verlief diese debatte in den ländern, in denen inzest nun straffrei ist bzw. welche motive führten letztendlich dazu?

weiß jemand etwas darüber?


Eine sehr gute Frage.

Eine Antwort darauf würde mich auch interessieren.
 
Wahrscheinlich leben die Zeitzeugen schon lange nicht mehr.......
Hier wird das sowieso niemand wissen. ( "Inzest - was ischn a des? I wohn bloß mit meim Bruder zamme..." ) Aber bei den Franzosen denke ich, das sie strikt gegen eine Einmischung des Staates in die Schlafzimmer sind.
Die Wohnung oder das Haus ist so heilig, daß die Wasserwerke und die Stromlieferanten ihre Zähler völlig außerhalb der Häuser anbringen - wahrscheinlich weil man sie nicht so gerne einläßt.
 
Eine Gesellschaft, die zuvor ein Inzestverbot aufgestellt hat würde durch Rücknahme eines solchen Verbotes falsche Signale setzen. Daher dann der Effekt, dass wenn etwas nicht (mehr) verboten ist, dann so aussieht als würde es toleriert oder sogar befürwortet bzw. für gut befunden, was bestimmt von sehr vielen (u.a. auch Missbrauchstäterin(INNEN) unabsichtlich oder absichtlich missverstanden wird. Bereits hier im thread ist dieses Missverständnis ja bereits aufgetreten.

Staatliche Beschränkungen und Einmischungen ins Privatleben hin oder her...ich finde die Freiheit des Einzelnen sollte bei Inzest enden und ein Verbot finde ich auch recht sinnvoll.

Ich denke grundlegend ist immer das Menschenbild...ohne Verbot/e würde man einen vernünftigen Menschen voraussetzen, der selber in der Lage ist sich an Moral, Sitten und Gebräuche zu halten....ich denke ein solcher Mensch existiert nicht und daher sind Gesetze und Verbote an sich schon sinnvoll.

Ich persönlich bin ggü Inzest intolerant, verachte ihn und finde das natürlich und gut so. Man kann nicht in allen Dingen tolerant sein...kein Mensch kriegt sowas hin....

Genauso wie icedtear verstehe ich da einige neuzeitliche Toleranzanfälle nicht. Toleranz ggü Inzest ist in meinen Augen ein Schritt in Richtung Erleichterung von sexuellem Missbrauch und ein moralischer und sittlicher Rückschritt sowie genetischer Selbstmord. Bekannterweise tendieren die Menschen oft zu Selbstzerstörung...nuja, dabei dürfte Inzest noch eine harmlose Variante sein.....aber trotzdem: Ibäh!

Mich würde auch Stans Frage interessieren wie die Debatte in Ländern gelaufen ist, in denen Inzest straffrei ausgeht...ich vermute die setzen sowas wie einen Gutmenschen voraus....sind ziemlich idealistisch eingestellt? Oder vertrauen auf die Natur des Menschen der von vornherein instinktiv Inzest vermeidet? Keine Ahnung.

Tyra

Grundsätzlich denke ich ist es sinnvoll in einer Gesellschaft die ein sinnvolles Verbot hat dieses auch beibehalten sollte, damit es nicht zu den oben erwähnten Missverständnissen kommt.
 
@ Sori:

zur Praxis von Inzest...und der engen Verknüpfung zum Missbrauch: ich denke kaum, dass Inzestis warten bis sie 18 sind um miteinander Sex zu haben. Innerhalb einer Familie herrschen oft gewisse Machtstrukturen und an sich ist es sinnvoll, wenn Familien ein weitgehend sexfreier Raum sind, mit Inzesttoleranz ist er es nicht mehr.

Was sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung angeht, denke ich dass dort ja ne gewisse Ambivalenz herrscht..zum einen schreit während des Aktes die Seele nein, aber der Körper reagiert oft anders...ein Punkt aufgrund dessen das Schamgefühl der Opfer oft hoch ist...und hier Verwirrung herrscht, ggf. der Grad an Verwirrung den Täter ausnutzen um Missbrauch in Inzest umzudefinieren. Oft sind die Täter manipulativ sehr geschickt drauf....sie reden den Opfern ein, dass sie sie lieben und ihre Art der Liebe beweist, dass sie sie lieben und diese auch sexuell ausgedrückte Liebe normal sei.....und die Opfer übernehmen sehr oft den pervertierten Liebesbegriff und verwechseln bzw. verknüpfen Liebe direkt immer mit Sex.....hierzu nochmals: es ist gut und wichtig wenn die Familie ein sexfreier Raum bleibt und nur die Eltern Sex miteinander haben es aber in Hinsicht auf andere Konstellationen moralische Gebote oder staatliche Verbote gibt....zum Schutz der Kinder und Jugendlichen. Oft genug setzen sich ja bereits einige Quersoziale über diese Gebote oder Verbote hinweg....Verbote wirken jedoch für sehr viele als Bremse..und was wenn diese Bremse fehlt??

Man muss auch den gesamtgesellschaftlichen Kontext mitbeachten..lt. Monitorsendung letzte Woche stumpfen immer mehr Jugendlich durch häufiges Pornogucken immer mehr ab und lt. Bericht aus dem Spiegel-Magazin ist die Anzahl der jugendlichen Männer, die ihre Geschwister, insbesondere Schwestern missbrauchen, also die sexuelle Gewalt innerhalb von Familien in letzter Zeit drastisch gestiegen. Im Fall, dass Inzest nicht mehr verboten wird ist das ne prima Lücke für Täter und die Opfer stehen noch schutzloser da.

Eine Gesellschaft die ihre Kids und Jugendlichen mangelhaft erzieht setzt mit einer Rückname eines zuvor bestehenden Inzest-Verbots meiner Ansicht nach falsche Signale.

Tyra
 
Ein Hinweis noch einmal zur Verdeutlichung. Der von § 173 StGB unter Strafe gestellte Inzest beruht auf dem freiwilligen Geschlechtsverkehr. Unter Geschwistern ist es nur strafbar, wenn einer von ihnen bereits volljährig ist. Dadurch soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass Minderjährige häufig nicht in der Lage sind, das "Unrecht" der Tat einzusehen.
 
mmmmhh... Freiwilligkeit.. mit dem freien Willen ist das sone Sache. Sehr junge Menschen sind manchmal diesbezüglich sehr unsicher...und 18-jährige halte ich in den meisten Fällen zwar dem Gesetz nach für volljährig aber in Sachen Entwicklung noch lange nicht für reif genug. Menschen in diesem Altern sind immer noch recht leicht manipulierbar.
Und wie will man dann Freiwilligkeit eindeutig feststellen?....ein Täter kann das ja immer behaupten und das Opfer so manipulieren, dass es vorn und hinten nicht mehr weiss ob es freiwillig war oder nicht...

Für mich stellt dieses Inzestverbot nicht im Geringsten eine Freiheitsbeschränkung dar, da Inzest ohnehin für mich nicht in Frage kommt, ich von meinem natürlichen Instinkt und freien Willen her Inzest ohnehin Scheisse finde und ächte und ablehne. Ich finde es gut dass es da ein Verbot für Menschen gibt die unsicherer sind...damit sie nen klaren Hinweis darauf haben was o.k. ist und was nicht. Gerade in Zeiten in denen die Jugend meiner Ansicht nach zu weiten Teilen in Sachen Moral, Ethik etc. katastrophale Defizite aufweisen und die Sitten zu sehr verrohen ist so ein Verbot als Orientierungspunkt sinnvoll.
Ich finde es seltsam und auch befremdlich wenn Menschen in diesem Inzestverbot oder der Strafbarkeit von Inzest eine Freiheitsbeschränkung sehen...?
Generell finde ich es Mist wenn es zu viele staatliche Eingriffe ins Privatleben der Menschen gibt und zu viele Regeln und Verbote...aber dieses Verbot sehe ich an sich gar nicht als Verbot an, weil es an sich nur eine naturgegebene Regel ausdrückt und bekräftigt.

Ich sehe in diesem Verbot ne gewisse Schutzfunktion für die Kinder und Jugendlichen und auch Menschen im Alter von 18- sagen wir mal 25-30 Jahren bis zu einer einigermaßenen Reife... denn in den meisten Fällen passiert Inzest wohl eher in der jugendlichen Phase und nicht ideal gedacht später erst mit 18 oder noch später. Nur in ganz seltenen Ausnahmefällen verknallen sich ggf. Geschwister z.B. später in ihrem Erwachsenenleben und für die paar Fälle ein Verbot zu kippen finde ich übertrieben....sie müssen halt mit einer strafbaren und geächteten Liebe im Verborgenen leben und fertig.

Egal ob freiwillig oder unfreiwillig und egal ob Inzest mit 16 Jahren, 18 Jahren oder 30 Jahren ausgeübt wird, finde ich Sex unter Geschwistern oder zwischen Eltern und ihren Abkömmlingen strafwürdig.
 
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