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Gelöscht 75427
Gast
Ich mag das Wort "Wette" nicht, weil es impliziert, dass es einen Sieger und einen Verlierer gibt. Da die Gesamtwirtschaft aber langfristig immer steigt, können alle, die langfristig am Markt investiert sind, gewinnen.
Und genau das ist das Problem wenn man wie du Geld aus dem Markt rauszieht. Du kannst jetzt hoffen, dass es nochmal kräftig nach unten geht damit du deine 45.000 € gut investieren kannst. Wenn das nicht klappt, läufst du den steigenden Kursen aber hinterher.
Time in the market beats timing the market.
Ok - das wirst du alles sicher wissen, aber worauf ich hinaus will:
Wenn man so ein Market Timing betreibt (was empirisch aber i.d.R. nicht funktioniert), würde ich mir klare Regeln erstellen. Z.B. Ich kaufe wenn die Kurse um 20% gefallen sind oder ich verkaufe 50% meiner Aktien wenn das KGV des Index auf über 30 steigt.
Nach solchen Kriterien sind wir aber auch nach der kürzlichen Erholung gewiss nicht in einer Verkaufs-, sondern eher ein Kaufzone.
Ohne solche Regeln, kann man natürlich immer vom schlimmsten ausgehen, aber man wird nach "Gefühl" handeln. Und das ist einfach gefährlich, weil man sich ohne es zu wollen von Medien, Freunden, Familie und co. beeinflussen lässt.
Das ist zumindest meine persönliche Anlegererfahrung: Die besten Investitionen waren jene, die nach vorher definierten Zahlen erfolgten - selbst wenn emotional in mir alles dagegen war. Wenn Timing, dann nicht nach dem Motto "ich glaube es wird ......", sondern nach einer festen Definition wann eine Assetklasse teuer bzw. günstig ist. I.d.R. wird man damit genau dann investieren wenn die Mehrheit einen davon abhält.
Wahre Worte, denen ich als Aktienlaie auch nicht widerspreche. Wobei "günstig" gemessen an den Gewinnaussichten ja was anderes ist als an der Historie.... Wenn die Gewinnaussichten über die nächsten Jahre schlechter werden, dann geht es langfristig runter,...
Momentan präsentieren die Zentralbanken dem Markt eine neue, düstere Realität. Um keine weiteren Vollcrashs hinzulegen, tun sie das häppchenweise und schonend. Zwischendurch wird beschwichtigt, nach dem Motto "Nöö, soo schlimm ist das alles nicht." Dabei sagen Ökonomen eher nichts gutes voraus und die BofA warnte im Mai(?) wahrscheinlich zu Recht vor einem "Wirbelsturm" im Herbst.
Auf der anderen Seite hält man natürlich mit Aktien Teile der Unternehmen und somit solide Werte mit dauerhaft ziemlich sicheren Gewinnen, auch wenn die mal niedriger sind. Mit der richtigen Mischung ist man sicher gut dabei. Viele sind ja sehr resistent. Aber ich würde ja derzeit (wenn ich denn Optionen handeln würde) z.B. eher nicht auf Unternehmen wie Tesla wetten. Da sieht es doch aus wie in der Dotcom-Blase.
Und bei vielen anderen bin ich mit unsicher... Mit anderen Worten: mir fällt es gerade besonders schwer mein Portfolio richtig zusammenzustellen.
Aber gut, dass wir es ansprechen. Ich kaufe mir gleich mal noch ein paar Dividenaktien wie Swiss Re, etc.
LG
Wolf