Hallo annalu,
diese Art von Hysterie gegenüber den neuen Techniken kenne ich aus eigener Erfahrung. Ich darf dir aber sagen, wenn du
darüber nachdenkst, dass heute fast nichts mehr ohne Internet geht, dass es einem Einkäufe erledigt, die du nicht mit
langen Anfahrten per Auto oder anderen Verkehrsmitteln erledigen kannst, dass du noch so dämliche Fragen in Google ein-
geben kannst und vernünftige Antworten bekommst, dass du sogar viel Geld sparen kannst, wenn Du z.B. Haushaltsgeräte,
Bücher oder sonst etwas brauchst und erst bei der Stiftung Warentest erfahren willst, welcher Artikel wirklich deinen
Wünschen entspricht - und tausend andere Vorteile mehr - dann solltest du einmal tief durchatmen und dich ganz gelassen
und vorsichtig dem Internet nähern, es sorgsam kennenlernen, vor allen Dingen, dich dafür zu interessieren und mit anderen
darüber zu reden. Nur so verlierst du die verständliche Angst davor.
Du bist erst 60 Jahre alt, ich werde in wenigen Tagen 78 und danke dem Himmel und meinem großen Bruder, dass er vor elf Jahren bei meinen ersten Schritten ins Internet meine hysterischen Anfälle hartnäckig und geduldig ignoriert und mir gut zu-
geredet hat, dass ich es auf Dauer gesehen nicht bereuen würde. Und er hatte recht.
Das Internet eröffnet gerade uns Älteren eine Welt, die für uns sonst nicht mehr erreichbar ist. du kannst dir Bilder im Louvre in Paris ansehen, du kannst dir die schönsten Länder der Welt auf den Bildschirm laden, du kannst dir köstliche Rezepte aus dem Internet holen und - falls du an den politischen Weltereignissen interessiert bist - bekommst du alle Nachrichten aktuell
zu lesen. Du kannst Musik hören, kannst verpasste Fernsehsendungen nachträglich hereinholen - du kannst so unendlich
vieles, wovon du sonst nur träumen könntest!
Sei nicht so dumm und verbohrt, dich diesen Techniken zu verschließen. Auch ich verspreche dir, dass du es eines Tages nicht bereuen wirst, diese Angstphase überwunden und dabei geblieben zu sein.
Ich wünsche dir verständnisvolle und auch einige sachkundige Mitmenschen (meistens lassen sich auch unsere Enkel wohlwollend dazu 'herab', uns bei manchen Problemen zu helfen) und ich wünsche dir ein wissensdurstiges Herz, das sich an den vielen schönen und interessanten Dingen, die das Internet uns bieten kann, zu freuen vermag. Ich würde dir so gerne
helfen, weiß aber nicht, wie wir beide aus der Anonymität herauskommen wollen, ohne uns gleichzeitig öffentlich zu machen.
Ich bin sowohl im Bereich der Webseite 'hilferuf.de' als auch auf der übergeordneten Seite 'gute-frage.net' registriert.
Herzlichst Renate