Hallo Alice,
an sich ist es manchmal gar nicht so schlecht einige Dinge etwas zu überspitzt zu sehen...damit man mehr Klarheit erlangt. Ich neige auch dazu manchmal ultraschwarz zu sehen...kann mich aber wieder runterbringen von diesem Tripp. Die Frage ist: kannst du das auch?
Wenn nicht solltest du therapeutische Hilfe annehmen um das zu lernen.
Ich denke du bist grad in der Phase in der du schockartig wachgeworden bist und vor dir selber erschrocken bist. Aber wie bereits gesagt: nobody is perfect und mach nicht den Fehler diesen Anspruch dir selber ggü zu stellen. In dieser Phase ist man vom Vollschlaf auf Vollerwachen umgepolt worden und übertreibt es in Sachen Selbstkritik halt oft...aber ich denke diese Phase geht auch wieder vorbei...wenn du daran arbeitest und auch ggf. therapeutische Hilfe annimmst um dir dabei helfen zu lassen.
Mag jetzt banal klingen so als Vergleich aber: du wurdest nach 3 Jahren wach, meine Mutter z.B nach 50 Jahren noch nicht!
Du solltest total stolz auf dich sein es geschafft zu haben dich der Realität zu stellen und auch konsequent zu sein.
Ich finde es bewundernswert wie offen und ehrlich du dir selber ggü bist..aber du musst halt aufpassen, dass du es dabei nicht übertreibst und bei aller Analyse die Kirche immer noch im Dorf lässt.
Ggü den Kids wäre es schon von Vorteil da abgegrenzter an die Sache heranzugehen. Das mit dem Trauma einreden ist halt ne Gefahr...du solltest also möglichst neutral bleiben und halt psychologische Unterstützung haben, die dir Anleitung gibt wie du am besten mit der Sache umgehen kannst. Trau dir selber und auch deinen Kindern ruhig mal etwas mehr zu...ihr lebt, seidt nun in Sicherheit und könnt neu beginnen, das ist doch schon mal was!
Bei Paranoia ist es manchmal vorteilhaft nicht nur immer nachzudenken, sondern wichtig auchmal vom Denken und Grübeln abzuschalten...Zen-Meditation und Kampfsport sind super Helfer bei sowas..es ist wichtig den Körper in Bewegung zu halten, damit der Geist flexibel und stark bleibt...also ich seh das halt ganzheitlich...daher finde ich ne Kombi aus Psychotherapie, Lektüre + Schulung des Körpers wichtig...man bleibt dann mehr "geerdet", Schwarzseherei hört an sich mit Sport auch rasch auf..ist sone Art natürliches Antidepressivum.
Mich hat früher Langlauf stark gemacht...eine Stärke von der man ein Leben lang zehren kann. Das war wiene Art Meditation, eine extreme Selbstbeschränkung..man ist mit sich und seinen Gedanken alleine und muss lernen sich auf ganz essenzielle einfache Dinge wie gleichmäßiges tiefes Atmen, Gleichtakt des Laufschrittes etc. zu beschränken...das tut sehr gut, man gewinnt Abstand zu Alltagssorgen und auch neue Ideen, Perspektiven.
Analyse ist also gut und wichtig, aber zu viel davon und zu große Einseitigkeit können manchmal auch schädlich sein! Da du ziemlich "verkopft" scheinst und zudem ein mangelndes Selbstbewusstsein dazu kommt, gemixt mit einem Schuss Paranoia, also innerer Ängste, wäre es ohnehin wichtig genau daran zu arbeiten indem du mal Wege gehst die du zuvor noch nicht gegangen bist..z.B über den Weg täglich mindestens 1 Stunde Sport zu machen, Kampfsport zu erlernen etc. Denn hier lernst du dich auch mal auf eine andere Art und WEise näher kennen und kannst Fähigkeiten in dir wecken, die bisher brach lagen, was dir selber und auch deinen Kids zugute kommen würde!
Zu große Schuldgefühle ggü den Kids werden dir nix bringen und den Kids schon gar nicht..es wird Zeit, dass du lernst dich davon abzugrenzen. Steh also auf und lauf nicht geduckt und mit eingeklemmten Schwanz rum wie ein Hund mit schlechtem Gewissen, zeige eine würdige Haltung, die auch deine Kinder wieder aufrichten kann..Kinder brauchen Vorbilder an deren Haltung sie sich orientieren können. Wenn du aufrecht und hoffnungsvoll und voller Zuversicht vorangehst vermittelt das deinen Kids die Sicherheit, die sie brauchen, dieses Grundgefühl zurecht zu kommen überträgt sich automatisch auf sie mit. Eine selbstsichere, aufrechte Haltung erhält man halt auch im Kampsport oder Zen...innere Haltung und äußere Haltung sind ja untrennbar miteinander verbunden. Wäre ggf. auch für deine Kids gut son Selbstverteidigungskurs...Couchpotatoes, die sich zu wenig bewegen werden eh früher oder später körperlich und seelisch krank..nur gut dass ich in meiner Kindheit aufm Dorf viel Auslauf hatte und jeden Tag 6-7 Stunden draußen unterwegs war. Wenn man frühzeitig ne gute Bewegungsgewohnheit in Kids implantiert hält dieser gesunderhaltende Bewegungsdrang ein Leben lang an..also auch hier hättest du ne gute Aufgabe mit der du dich und die Kids beschäftigen könntest. Anstatt zu viel nachzudenken und über die Vergangenheit zu jammern auch mal neue gute und aufbauende Lebensgewohnheiten einführen. Änderung der Gewohnheiten bringt oft automatisch Änderung des Denkens mit sich...man wird anders getaktet..ein anderer Rhythmus, kleine Änderungen können oft Wunder wirken, die einem das Leben leichter machen.
Selbstwert ist son Ding, dass dynamisch ist..das kann man auch recht gut aufbauen...mir hat dabei auch halt der Sport, Distanzreiten, Langlauf und die Erfolge dabei sehr geholfen. Da ich ein verkopfter Mensch mit Analysetick bin brauch ich das auch um nicht wie du paranoisch zu werden..wozu ich früher auch tendiert habe..tausend Ängste in meiner Kindheit, auf die ich aber keinen Bock mehr hatte und daher kämpferisch gegen an gegangen bin...
In meiner kindheit habe ich ein Gewalttrauma (18 Jahre lang einen Terrorvater und hysterische devote Mutter) erlitten und das halt mit Sport etc. wegtherapiert...es hat ganz gut geklappt. Man vergißt nie völlig und Restbestände bleiben immer aber man kann lernen angemessen damit umzugehen. Das könnt ihr auch, d.h. du selber und auch deine Kids..es ist an sich gar nicht so schwer, wenn man seiner inneren Intuition folgt und halt auch was dafür TUT.
Gruß
Tyra
P.S. Falls in Sachen Schwarzseherei sich da ggf. ne Depression anbahnt..rechtzeitig fachärztlich behandeln lassen! Natürliches Antidepressivum ist ja Sport...was jedoch in Akutfällen nicht mehr ausreicht.