Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Ich will nicht mehr

Sai

Mitglied
Hallo...
Ich habe mich entschieden endlich mir den Mut zu nehmen und meine Lage schildern. Vielleicht einfach nur für mich. Vielleicht sogar zu fragen, ob es 'normal' ist, denn ich mache mir Sorgen um mich. Besonders im Bezug auf mich selber

Vorab zu mir... ich bin durchschnittlich. Keine nennenswerten Probleme, mal das typische -ich finde mich fett-, doch keines Falls irgendetwas, was man als Problem bezeichnen könnte. Ich habe keine Schocks erlitten, niemanden verloren, nichts schlimmes erlebt, was ich vielleicht mal hätte sollen, oder mich selbst verletzt. Und wenn ich irgendwas schlimmes erlebt habe...ich habe die Zeiten, das Gefühl daran vergessen. Wie bei fast allem, was nicht jetzt ist.
Ich bin niemand besonderes, falle kaum auf, habe wenige Freunde. Doch das alles ist kein Problem! Mein bester Therapeut bin immer noch ich, sonst kenne ich auch keinen. Doch in letzter Zeit habe ich immer häufiger ...ein Gefühl. Angst, Wut, Verzweiflung, Trauer... alle diese Gefühle auf einmal, ein unbeschreiblicher Zustand, und das zerbricht mich mehr, als alles andere was ich je kannte, nur weil ich nicht mehr weiter will. Und ja ich will nicht mehr, will nicht mehr in dieser Gesellschaft leben. In der, die immer mehr fordert und immer weniger gibt. Ich verzweifle immer mehr an der Frage -wo gibt es Einigung zwischen dem was ich will und was ich muss?-
Und doch immer mehr begreife ich, dass ich nichts will, und trotzdem muss. Nehmen wir Bsp. Schule ( weiter kann ich nicht gehen, was für mich das ganze nicht besser macht) Sie bereitet uns vor, nicht wahr? Auf die Arbeit, dass Leben...ein Leben, in dem wir immer mehr begreifen, dass nur 40 %, nein vielleicht sogar nur 30, von dem was dort gelehrt wird uns behalten bleibt und davon sind 20 % überflüssig. Ich habe doch ein verdammtes Ziel, doch mein Weg dorthin wird mir unnötig erschwert, wenn nicht sogar verweigert, wenn ich das alles einfach nicht akzeptiere.

-Anpassen oder angepasst werden-

Doch das ist nur ein Aspekt meiner, ich will schon fast sagen verzerrten, Wahrnehmung dieser Welt. Und nein, es klingt wahrscheinlich so als hätte ich Angst oder so etwas, vor dem was vor mir liegt , aber so einfach ist das nicht. Vor was ich Angst habe, sind auf der einen Seite Vogelscheuchen, auf der anderen ein langes Leben. Nicht einmal 25, ja das klingt hart, will ich werden, wenn ich nicht sogar schon früher gehen will. Alles in mir schreit -Stopp- - das ist zu lang-, wenn ich an mein Leben denken will. Mehrmals bin ich schon deswegen zusammen gebrochen, weil mich in diesem Moment einfach zu starke Gefühle übermannen, gegen die, oder mit ihnen, ich einfach nicht klarkam. Ich habe versucht mit jemanden darüber zu reden, doch die haben es nicht verstanden, kein Vorwurf an diese. Ich kann sie verstehen.

Es ist nicht die Zeit an sich. Aber ich habe einfach keine Lust mehr. Man nennt es wahrscheinlich auch Lebensmüde. Ich habe nicht wirklich einen Grund...ich habe ein paar mögliche und an sie kralle ich mich fest, wie man sehr gut erkennen kann.

Ein Grund wieso ich so fühle bin ich. Ich könnte mich zusammenreißen, mich durchzwingen aber... Ich habe keine Lust mehr! Wenn ich sie je hatte, nein ich hatte sie nie, ich hatte schon von ganz Anfang an keine Lust, kein Willen mehr dafür. Doch ich habe mich abgelenkt, es verdrängt, es vergessen und das was ich jetzt durchmache ist vielleicht eine Folge davon oder eine Warnung. Ich habe es selten, denn ich lenke mich ab, verdränge und vergesse es, aber ich verstehe es jetzt. Meine Lösungen werden knapp, weitblickend habe ich kaum welche. Ich habe nicht vor mich umzubringen, ich habe Angst vor dem Schmerz, den die Methode mit sich bringt, und ich kann ihnen das nicht antun. Meiner Mutter, meinen Geschwistern. Doch immer mehr, wird dieser Vorsatz unwichtig, drängt in den Hintergrund. Noch habe ich nicht vor irgendetwas an zu tun, noch klammere ich mich an Ideale, an etwas wie Moral...Glauben zählt nicht dazu. Ich habe keine Ziele, die ich verwirklichen will, keine Träume, keine Hoffnungen. Ich habe nichts, was mich konstant hält. Doch kommen wir zum Schluss, obwohl noch 100000 Worte in mir nach Freiheit flehen. Nach Aussprache. Nach Verständnis.
Ich kann nicht mehr und vor allem ich will nicht mehr. Ich verzweifle an mir selber, an meinen Verpflichtungen, an meiner Sichtweise, an allem. Ich bin kein nötiger Fall, vielen geht es schlimmer. Viel schlimmer und auf keinen Fall möchte ich Mitleid. Ich möchte nur, von anderen mal die Meinung hören. Weil für mich als noch sehr junge Person, fehlen mir oft der Mut und der Wille mit anderen zu reden.
 

Anzeige(7)

Burbacher

Aktives Mitglied
Hallo Sai,

ich gestehe, dass es mir schwer gefallen ist, mich Deinem Anliegen zu nähern. Dabei fällt es mir schwer, das, was Dich offenbar bedrängt (für mich auf einen konkreten) Punkt zu bringen.
Dennoch fange ich einfach mal an und zitiere Dich mit wenigen Worten. Du schreibst:

"Und ja ich will nicht mehr, will nicht mehr in dieser Gesellschaft leben. In der, die immer mehr fordert und immer weniger gibt. Ich verzweifle immer mehr an der Frage -wo gibt es Einigung zwischen dem was ich will und was ich muss?"

Das scheint mir zunächst die Quintessenz Deines Postings, und so steige ich mal ein.

Was fordert "die Gesellschaft" von Dir? Und wo siehst Du Ansprüche, die Dich ja offenbar überfordern? Dagegen stehen offenbar Deine Wünsche.

Was wünscht Du Dir denn für Dich? Kannst Du das mal näher beschreiben?
Vielleicht kommen wir ja so Deinem Anliegen näher. Und ich denke mal, andere Schreiber/innen hier werden einsteigen.

Liebe Grüße

Burbacher
 

Petra47137

Sehr aktives Mitglied
Deutschland ist derzeit kein Land, in dem junge Menschen ein Perspektive haben.
Es gibt keine Vorbilder, keine Persönlichkeiten, keine Leitbilder - weder im Elternhaus noch auf gesellschaftlicher Ebene. Denn auch Deine Eltern sind schon eine Zeit reingewachsen, die eines nicht mehr kennt - Zukunft.
Ein soziales System gibt es in dem Sinn auch nicht und auch kein Bildungssysten, welches perspektifisch angelegt ist.
Es ist einfacher gut ausgebildete Fachleute aus dem Ausland zu holen, denn deren Ausbildung wurde bereits bezahlt und der Staat kann sich in dem Sinn diese Kosten sparen. Menschen bringen keinen Profit und von daher wird auch nicht in die Menschen investiert.
Kinder und junge Menschen, sind die Zukunft eines Staates, das was man in sie investiert zahlt sich in der Zukunft aus.
Hier steht Deutschland mächtig in den roten Zahlen.

Diesen Weltschmerz den Du kennst, haben momentan 75 Prozent aller Jugendlicher und junger Menschen - sie finden keinen Halt in diesem Land und die meisten wollen hier weg - nur wissen sie nicht wohin, denn auf ein eigenständiges Leben wurden sie nie vorbereitet. Alleine halten können sie sich nicht, denn sie hatten nie eine Hand die sie richtig führte, um sie später ganz langsam los zu lassen.

Der Staat will es so, denn von haltlosen und ziellosen Menschen droht keine Gefahr.

Deutschland ist seit vielen Jahren im Umbruch und wir stehen vor einer entscheidenden Wende.
Es wird die Zeit sein, in dem Kinder, Jugendliche, junge Menschen wie Du wieder zum wertvollsten "Kapital" werden, denn Deine Generation, ist die Generation, die Deinen Kindern und all den anderen Kindern wieder eine Zukunft zurückbringt, die seit 2 Generationen vorloren ging.

Arbeite an Dich, für Dich der wertvollste Mensch zu werden - denn nur dann, wirst und kannst Du auch für andere wertvoll sein. Lass andere nicht im Regen stehen, reiche ihnen die Hand, sei die Hand die führt - das kannst Du lernen - beginne nicht morgen damit - sondern sofort.
Sich gegenseitig zu helfen, ist keine Frage des Geldes und des Wissens - sondern gelebte Selbstverständlichkeit, die im Herzen geboren wird. Sei ein Geburtshelfer, für Dich und für andere - das ist Dein Lebensjob - Deine Kinder und Enkel werden davon profitieren - und Du auch.
Sei ein Teil der Menschen, die die Zukunft wieder nach Deutschland holen.
 

Sai

Mitglied
Hallo Sai,

ich gestehe, dass es mir schwer gefallen ist, mich Deinem Anliegen zu nähern. Dabei fällt es mir schwer, das, was Dich offenbar bedrängt (für mich auf einen konkreten) Punkt zu bringen.
Dennoch fange ich einfach mal an und zitiere Dich mit wenigen Worten. Du schreibst:

"Und ja ich will nicht mehr, will nicht mehr in dieser Gesellschaft leben. In der, die immer mehr fordert und immer weniger gibt. Ich verzweifle immer mehr an der Frage -wo gibt es Einigung zwischen dem was ich will und was ich muss?"

Das scheint mir zunächst die Quintessenz Deines Postings, und so steige ich mal ein.

Was fordert "die Gesellschaft" von Dir? Und wo siehst Du Ansprüche, die Dich ja offenbar überfordern? Dagegen stehen offenbar Deine Wünsche.

Was wünscht Du Dir denn für Dich? Kannst Du das mal näher beschreiben?
Vielleicht kommen wir ja so Deinem Anliegen näher. Und ich denke mal, andere Schreiber/innen hier werden einsteigen.

Liebe Grüße

Burbacher
Es fiel mir auf jeden Fall schwer diesen Post zu schreiben, besonders auch weil ich ja kaum Gründe dafür sehe, wieso ich so denke. Ich habe höchstens 2, den einen in meinem Text schon inbegriffen, und die führe ich halt sehr weit aus, sodass für andere ein übertriebenes Bild davon erscheint.

Nun aber zu deinen Fragen.
Ich bin mir nicht sicher ob ich diese richtig auslege, denn da lässt du offenen Raum.
Ich wünsche mir eigentlich gar nichts. Ein Kompromiss mit mir selber wäre, ich würde das lernen, was ich brauche, was mir Spaß macht ohne diesen Zwang, um dann schließlich das, was ich will, zu tun. Dabei wäre das in meinem Falle nicht mal eine ertragslose Arbeit
Aber nun ist es bei mir so. Wieso sollte ich das tun? Ich habe nicht irgendein Ziel, so wie Familie gründen etc. Ich bin niemand, der das Leben braucht, wirklich nicht. Ich bin mir noch nicht mal sicher ob es überhaupt einen Sinn hat. Und bitte, nicht dass du jetzt denkst ich sehe mich als sinnloser Mensch, dem ist nicht ganz so und das jetzt noch weiter auszuführen, würde zu lang werden. Zusammenfassend kann ich sagen, ich blicke auf die Welt und will eigentlich gar nichts von dieser. Und trotzdem darf ich das nicht. Das nichts wollen, denn ich muss immer etwas dafür tun. Ich hoffe mal soweit kommt es bei mir nicht
 
C

corvo_branca

Gast
Hallo Sai,

Wieso behauptest du, dass du keine Gründe für deine Emotionen siehst? Du hast doch in deinem Thema selbst einige Dinge genannt, die dich stören oder belasten: die Sinnhaftigkeit des Lebens allgemein, mangelndes Interesse am Leben teilzuhaben, die Schule und weiterer Verlauf des Lebens, mangelndes Verständis für deine Zweifel, Kritik in deinem Umfeld, Kritik an der Gesellschaft usw.
Ich kann dich verstehen und auch irgendwie nachvollziehen, was dich umtreiben könnte. Inwieweit du dich bewußt gedanklich damit beschäftigst, hast du nicht erwänt. Aber das sind doch alles wichtige und exentielle Themen; und wenn man sich dann noch damit irgendwie isoliert sieht, sich nicht ausstauschen kann und kein Verständnis und keine Zustimmung erfährt, dann ist das belastend, weil wir diesen Austausch brauchen, savon abhängig sind; gerade in deinem derzeitigen Lebensabschnitt sind das wichtige Themen!
Und dann schreibst du, dass du ja eigentlich "kein nötiger Fall bist". Das kann nicht dein Ernst sein!
Verstehst du, worauf ich hinaus will?
 
G

GrayBear

Gast
Hallo Sai,

ja, es nicht einfach, seinen Platz in dieser Welt zu finden. Gerade in einer so komplexen und sich immer schneller "wandelnden" Gesellschaft fällt es schwer, Strukturen und Nischen zu erkennen, die zu den eigenen Möglichkeiten und Wünschen passen. Und dann steht vor einer solchen Nische womöglich schon eine Schlange von Anwärtern. Die "Kopf hoch!"-Parolen klingen da hohl und sind verbraucht. Konkurrenz mag das Geschäft beleben, aber sie verbessert nur selten den menschlichen und mitfühlenden Umgang miteinander.

In Deutschland und vielen anderen Ländern stellt die schiere Masse der Menschen das System und auch jeden einzelnen Menschen vor immer neue Herausforderungen, die man auf die Dauer nicht alle willkommen heißen kann, denn sie gehen irgendwann über die eigenen Kräfte und dann?

In den letzten Jahren habe ich immer deutlicher erkannt, dass mich alle "frommen" Wünsche und Ziele nicht weiter bringen, wenn sie mir nicht entsprechen. Nur diesen Rat kann ich Dir geben. Lass Dir Dein Leben nicht sauer machen, in dem Du Dich mit anderen vergleichst. Suche DEINEN Weg: eine Kooperative in Spanien, die viele Lebensmittel selbst anbaut und mit 5-6 Stunden Arbeit pro Tag für jeden auskommt. Neue Bauformen werden getestet, eine andere Art des Zusammenlebens gesucht. Das Entscheidende ist, was Dir wichtig ist. Alle Suche schlägt fehl, wenn DU selbst nicht weist, wonach Du suchst, denn dann verlierst Du Dich in den Möglichkeiten und Zweifeln.

Finde heraus, wer Du bist, was Dir entspricht und was Du brauchst. Dieses "höher, schneller, weiter" ist eine Kopfgeburt unrealistischer Profiteure.

Alles Gute
 

Burbacher

Aktives Mitglied
Hallo Sai,

Netzwerkprobleme hinderten mich daran, Dir schneller zu antworten.
Deine Fragen finde ich gleichwohl sehr wichtig und ich versuche deshalb nochmals den Einstieg in das Thema.

Du schreibst:

"Ich bin mir nicht sicher ob ich diese richtig auslege, denn da lässt du offenen Raum.
Ich wünsche mir eigentlich gar nichts. Ein Kompromiss mit mir selber wäre, ich würde das lernen, was ich brauche, was mir Spaß macht ohne diesen Zwang, um dann schließlich das, was ich will, zu tun. Dabei wäre das in meinem Falle nicht mal eine ertragslose Arbeit."

In meinem Leben habe ich nicht selten die Erfahrung gemacht, dass mich die großen Ziele daran hinderten, das Naheliegende zu tun. Das gilt umso mehr, je weniger wir die großen Ziele richtig bestimmen können.
Als junger Mensch kannst Du den Kopf voller Pläne haben, wo Du irgendwann einmal landen willst. Versäumst Du dabei dann allerdings, das anzugehen, was Du dazu brauchst, wirst Du nie dort landen.

Erfüllung vollzieht sich nämlich meist in kleinen Schritten.
Ich wusste als Schüler irgendwann ziemlich genau, dass ich studieren wollte und auch was.
Und so investierte ich zunächst einmal meine Energie darauf, das zu erreichen, in dem ich für die nächste Versetzung paukte. Das war manchmal richtig beschwerlich, hatte ich sie aber erreicht, gab mir das die notwendige Motivation weiter zu arbeiten, mich anzustrengen.

Ich kann es auch anders sagen: Das große Ziel reduzierte sich zunächst auf viele kleinere Ziele, die auch leichter zu erreichen waren. In diesem Zusammenhang erfuhr ich schlicht den Sinn im konkreten Tun.

Die Frage also, warum und weshalb, stellte sich im Grunde nicht mehr. Wenn ich ein Ziel erreichen will, muss ich gehen, muss mich bewegen, um weiterzukommen.
In dem Maße, in dem ich voran komme, gewinne ich Bestätigung und erschließt sich mir der Sinn dessen, was ich tue.

Ich habe den Eindruck, dass Du vom Ende her denkst und deshalb erst gar nicht loslegst. Und dann droht die Gefahr, dass Du wirklich Dein Ziel verfehlst.

Das wäre allerdings schade, denn Du hättest es nie richtig versucht.

Burbacher
 

Sai

Mitglied
Hallo Sai,

Netzwerkprobleme hinderten mich daran, Dir schneller zu antworten.
Deine Fragen finde ich gleichwohl sehr wichtig und ich versuche deshalb nochmals den Einstieg in das Thema.

Du schreibst:

"Ich bin mir nicht sicher ob ich diese richtig auslege, denn da lässt du offenen Raum.
Ich wünsche mir eigentlich gar nichts. Ein Kompromiss mit mir selber wäre, ich würde das lernen, was ich brauche, was mir Spaß macht ohne diesen Zwang, um dann schließlich das, was ich will, zu tun. Dabei wäre das in meinem Falle nicht mal eine ertragslose Arbeit."

In meinem Leben habe ich nicht selten die Erfahrung gemacht, dass mich die großen Ziele daran hinderten, das Naheliegende zu tun. Das gilt umso mehr, je weniger wir die großen Ziele richtig bestimmen können.
Als junger Mensch kannst Du den Kopf voller Pläne haben, wo Du irgendwann einmal landen willst. Versäumst Du dabei dann allerdings, das anzugehen, was Du dazu brauchst, wirst Du nie dort landen.

Erfüllung vollzieht sich nämlich meist in kleinen Schritten.
Ich wusste als Schüler irgendwann ziemlich genau, dass ich studieren wollte und auch was.
Und so investierte ich zunächst einmal meine Energie darauf, das zu erreichen, in dem ich für die nächste Versetzung paukte. Das war manchmal richtig beschwerlich, hatte ich sie aber erreicht, gab mir das die notwendige Motivation weiter zu arbeiten, mich anzustrengen.

Ich kann es auch anders sagen: Das große Ziel reduzierte sich zunächst auf viele kleinere Ziele, die auch leichter zu erreichen waren. In diesem Zusammenhang erfuhr ich schlicht den Sinn im konkreten Tun.

Die Frage also, warum und weshalb, stellte sich im Grunde nicht mehr. Wenn ich ein Ziel erreichen will, muss ich gehen, muss mich bewegen, um weiterzukommen.
In dem Maße, in dem ich voran komme, gewinne ich Bestätigung und erschließt sich mir der Sinn dessen, was ich tue.

Ich habe den Eindruck, dass Du vom Ende her denkst und deshalb erst gar nicht loslegst. Und dann droht die Gefahr, dass Du wirklich Dein Ziel verfehlst.

Das wäre allerdings schade, denn Du hättest es nie richtig versucht.

Burbacher
Ich weiß nicht ob du mein 'Problem', auch wenn es eigentlich keines ist, verstehst. Och habe die Kraft und den Ergeiz meine Ziele zu erfüllen, daran liegt es nicht. Es liegt mehr daran, dass es keine 'Ziele' gibt. Ich habe jetzt nicht unbedingt das Bedürfnis meine Wunscharbeit zu erreichen, oder wie du sagtest es in kleinen Schritten sehen die Versetzung zu schaffen. Wenn ich zurückblicke, habe ich das auch die ganze Zeit so gemacht, aber so habe ich 'mich', 'mein Problem' lediglich verdrängt, in den Hintergrund gestellt. Ich sage nicht, dass ich in meinen jungen Jahren es schon wusste, doch zurückblickend kann ich schon sagen, dass es da schon Zusammenhänge gab, auch wenn ich mich darauf nicht festlegen will. Aber ich finde ich will es nicht schon wieder verdrängen, dass will ich mir nicht antun. Deswegen habe ich mir ja den Mut genommen und hier geschrieben. Es freut mich aber, dass du dich mit meinem Problem beschäftigst. Danke
 

Sai

Mitglied
Hallo Sai,

Wieso behauptest du, dass du keine Gründe für deine Emotionen siehst? Du hast doch in deinem Thema selbst einige Dinge genannt, die dich stören oder belasten: die Sinnhaftigkeit des Lebens allgemein, mangelndes Interesse am Leben teilzuhaben, die Schule und weiterer Verlauf des Lebens, mangelndes Verständis für deine Zweifel, Kritik in deinem Umfeld, Kritik an der Gesellschaft usw.
Ich kann dich verstehen und auch irgendwie nachvollziehen, was dich umtreiben könnte. Inwieweit du dich bewußt gedanklich damit beschäftigst, hast du nicht erwänt. Aber das sind doch alles wichtige und exentielle Themen; und wenn man sich dann noch damit irgendwie isoliert sieht, sich nicht ausstauschen kann und kein Verständnis und keine Zustimmung erfährt, dann ist das belastend, weil wir diesen Austausch brauchen, savon abhängig sind; gerade in deinem derzeitigen Lebensabschnitt sind das wichtige Themen!
Und dann schreibst du, dass du ja eigentlich "kein nötiger Fall bist". Das kann nicht dein Ernst sein!
Verstehst du, worauf ich hinaus will?
Ich denke schon, dass ich es verstehe. Zum ersten Thema. Ja ich habe Gründe genannt. Aber waren diese nicht wirklich überzeugend, dass es Geünde waren, für mich jetzt. Man könnte es zur näherer Verständlichkeit auch als schwache Argumente bezeichnen, die zwar den Leser überzeugen, aber nicht den Autor an sich selbst. Auch ist diese Begründung eher auf meine erwartungslose, ja schon fast egale, Sicht auf die Welt bezogen.
Wie ich damit umgehe: ich führe mit mir selbst, oft nach diesem Gefühlgemisch, lange Gespräche mit mir selber, ob das jetzt so gut ist, sei mal dahingestellt. Doch zu einer wirklichen Lösung komme ich nicht und dann bleibt mir nur noch übrig mich abzulenken es zu verdrängen oder es einfach stehenzulassen und weiter zu gehen. Aber das möchte ich nicht wirklich, aber etwas anderes bleibt mir nicht übrig.
Zum letzten Punkt:
Ja ich sehe mich als nicht, nötig war wohl da das falsche Wort, nehmen wir schlimm/akut bedroht, sonderlich schlimmen Fall. Ich sehe immer wieder, anderen geht es schlechter. Sei es nun Mobbing, psychische Störungen, oder anderes. Und auch kommen mir, wenn ich so etwas in der Art sehe, immer wieder solche Gedanken, die sagen, flenn nicht rum! Du beschwerst dich hier über etwas, was andere gar nicht haben! Ein normales Leben!
Ich benötige keine Hilfe, sondern such nur jemanden der mich versteht, der meine Sicht versteht und der mir zeigen kann, wie ich sie auch verstehe. Aber danke für deinen Kommentar
 

Sai

Mitglied
Hallo Sai,

ja, es nicht einfach, seinen Platz in dieser Welt zu finden. Gerade in einer so komplexen und sich immer schneller "wandelnden" Gesellschaft fällt es schwer, Strukturen und Nischen zu erkennen, die zu den eigenen Möglichkeiten und Wünschen passen. Und dann steht vor einer solchen Nische womöglich schon eine Schlange von Anwärtern. Die "Kopf hoch!"-Parolen klingen da hohl und sind verbraucht. Konkurrenz mag das Geschäft beleben, aber sie verbessert nur selten den menschlichen und mitfühlenden Umgang miteinander.

In Deutschland und vielen anderen Ländern stellt die schiere Masse der Menschen das System und auch jeden einzelnen Menschen vor immer neue Herausforderungen, die man auf die Dauer nicht alle willkommen heißen kann, denn sie gehen irgendwann über die eigenen Kräfte und dann?

In den letzten Jahren habe ich immer deutlicher erkannt, dass mich alle "frommen" Wünsche und Ziele nicht weiter bringen, wenn sie mir nicht entsprechen. Nur diesen Rat kann ich Dir geben. Lass Dir Dein Leben nicht sauer machen, in dem Du Dich mit anderen vergleichst. Suche DEINEN Weg: eine Kooperative in Spanien, die viele Lebensmittel selbst anbaut und mit 5-6 Stunden Arbeit pro Tag für jeden auskommt. Neue Bauformen werden getestet, eine andere Art des Zusammenlebens gesucht. Das Entscheidende ist, was Dir wichtig ist. Alle Suche schlägt fehl, wenn DU selbst nicht weist, wonach Du suchst, denn dann verlierst Du Dich in den Möglichkeiten und Zweifeln.

Finde heraus, wer Du bist, was Dir entspricht und was Du brauchst. Dieses "höher, schneller, weiter" ist eine Kopfgeburt unrealistischer Profiteure.

Alles Gute
Danke schon mal, dass du es versucht hast mich zu verstehen, aber ich weiß schon wer ich bin. Und das ist es ja. Ich brauche nichts. Ich sehe so die gesamten Konsumgüter und kann sagen, ne brauch ich nicht, obwohl es da mit dem Internet so eine Sache ist. Oder auch mit Idealen, Lebenseinstellungen oder gar mit dem Glauben, brauch ich alles nicht. Würde ich nicht etwas brauchen müssen, so würde ich wahrscheinlich als 'Nichts', durch die Landschaft ziehen und den anderen zuschauen
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
A Ich will nicht mehr Ich 15
A Ich will nicht mehr Ich 4
M Ich will nicht mehr leben Ich 15

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Gastraum
Regeln Hilfe Benutzer
  • Im Moment ist niemand im Chat.
  • Chat Bot:
    Raumnachrichten wurden entfernt!

    Anzeige (2)

    Oben