• Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Ich will bei ihm sein.

Ja, ich weiß selber, wie schwer das alles ist. Alles was Du beschreibst kommt mir so bekannt vor. Auch ich hab damals mich in meine Arbeit gestürzt und die Zeit daheim gefürchtet, aber auch ausgelebt in meiner Trauer – ganz ähnlich mit Bildern, mit Musik, mit Texten und Erinnerungen. Hab selber ziemlich schlimme Gedichte geschrieben. Bin 2 Monate nach dem Tod von meinem Freund von zu Hause ausgezogen (hab noch bei meinen Eltern gewohnt bis dorthin) und mich in der Einsamkeit verkrochen. Ich hatte auch einen guten Freund, der für mich da war, aber so richtig geöffnet habe ich mich nie. Das Einzige, wo meine Gefühle festgehalten sind, ist eine Art Tagebuch gewesen, das ich unmittelbar nach seinem Tod begonnen habe – da hab ich immer wieder reingeschrieben, und es ca. 3 Jahre später abgeschlossen. Habe daraus ein richtiges Buch gemacht, das ich dann ein paar Leuten gezeigt und meinen Eltern zum Lesen gegeben habe.

Nach dem, was Du so schreibst, auch wenn ich Dich ja überhaupt nicht kenne, steckt doch sehr viel Willenskraft in Dir drin. Du hast etwas sehr sehr Schweres und Schlimmes erlebt, und ich findes es sehr stark von Dir, wie Du die Sache beobachtest und Dich selbst in Deiner Situation siehst. So ein Erlebnis in so jungen Jahren prägt immer sehr, und aus eigener Erfahrung denke ich, daß es nie ganz enden wird, wehzutun. Im Juli waren es 10 Jahre seitdem mein Freund nicht mehr hier ist, und ich stand an seinem Grab und hab einfach nur geweint. Oder ein anderes Beispiel – erst die letzten zwei Silvester habe ich wieder „normal“ verbracht. Davor bin ich jedes Jahr kurz vor 12 zum Friedhof gefahren und hab ein paar Stunden an seinem Grab gesessen. Jahrelang war diese unendliche Leere in mir, und mich zerreißt es immer noch, wenn ich an die Geschehnisse von damals zurückdenke.

Ich glaube, Gespräche oder Menschen die für einen da sind, können zwar im Moment guttun, aber wirklich lindern können sie nicht. Ich weiß nicht, ob professionelle Hilfe helfen kann, und wenn ja, inwiefern – der Schmerz bleibt doch der selbe und das Loch ebenso groß. Ich glaube, man muß nicht unbedingt gleich wieder festgelegte Ziele haben, aber den Willen, weiterzumachen – nicht nur für Dich, sondern auch für Deinen Freund. Ich bin mir sicher, er ist stolz auf Dich, wie Du weitergehst. Die Ziele kommen irgendwann wieder ganz von allein. Du brauchst nur wahrscheinlich sehr viel Geduld und Durchhaltevermögen – denke dabei auch an die, die Deine und seine Freunde sind, die mit Dir mitfühlen und selber erschüttert sind!

Hast Du noch guten Kontakt zu seinen Eltern? Wie gehen die inzwischen mit der Situation um?
 
Ich habe auch ein Tagebuch angefangen, letztes jahr wo alleslosging, ab dem tag als er ins krankenhaus kam....ich habe fast jeden tag über meine eindrücke im krankenhaus und über meine ängste udn gefühle geschrieben. nach seinem tod habe ich nicht mehr so oft geschrieben....aber vorkurzem habe ich angefangen die ganze sache wie ein buch zu schreiben, alles was im krankenhaus geschehen ist, im detail aufzuschreiben, mit hilfe meines tagebuches, im mom schleift es etwas aber ich lasse mir damit auch zeit....wenn ich was zu schreiben habe das schreibe ich drauf los aber zwanghaft irgendwas schreiben ist blöd, dann wird es nich mehr echt, finde ich. vielleicht wird daraus auch irgendwann mal nen kleines buch auch wenns dauert.

Ja ich habe noch Kontakt zu seinen Eltern, sein zu Hause ist mittlerweile mein zu Hause, ich fahre immer hin udn bleibe auch übers WE wenn ich zu meiner familie fahr.
Wir brauchen uns gegenseitig und können uns gegenseitig ein wenig aufbauen. Dort bin ich meinem freund auch am nähsten. Sie freuen sich auch immer wenn ich komme und sie tuen sehr viel für mich udn ich bin ihnen so dankbar für alles. Der Kontakt ist echt super und wird sicher auch so bleiben.
Das is mir schon wichtig.
 
Da hast Du ja Glück, daß er so tolle Eltern hat. Bei mir war's damals ein Katz und Maus Spiel - habe bis auf zufällige Begegnungen überhaupt keinen Kontakt und möchte sie auch am liebsten nicht mehr sehen.

Kannst Du Dich ihnen anvertrauen, wie's in Dir drin aussieht?
 
Das ist schade das es bei dir nich so war oder ist.
Ich kanns mir nicht anders vorstellen, ich brauche sie.
Es kommt vor das ich mit seinem Vater is gespräch komme udn da erzähle ich dann auch mal von meinen gefühlen, sie wissen auch nich alles aber ein wenig einblick gewehre ich ab und an mal.
aber eher mit seinem vater, mit ihm kann ich gut reden, seine ma is für mich kein guter gesprächspartner, jedenfals nich in der angelegenheit.....nich das ich nich mit ihr reden könnte aber von dem vater fühle ich mich mehr verstanden.
Beide machen sich auch gedanken über mich udn kümmern sich, wir sind schon nen gutes team.
 
Hey Lulu-lu,
ich glaube fest, daß Du weiterkommst! Wenn Du noch bißchen schreiben / erzählen willst, ich schau' hier immer mal rein (auch PNs). Ich wünsch' Dir auf jeden Fall alles Gute!

gruß in-silence
 
Ich danke dir vielmals und gebe mein bestes....einige male habe ich die motivation und denke ich schaffe das aber wenn mich wieder alles überkommt möchte ich der sache einfach entfliehen udn das alles nich durchstehen, dann fühle ich mich schwach.....
Jemand hat mir mal gesagt, die wunden werden niemals heilen, dem stimme ich zu, aber irgendwann ist es einfacher damit zu leben....ich hoffe auch ich werde eines tages zu diesem entschluss kommen und werde den schmerz standhalten.....
 
Hallo Lulu-lu,

möchte Dir einfach eine schöne Woche wünschen mit etwas Trost.
Ich hoffe, Du hattest ein einigermaßen angenehmes Wochenende!

So wie Du schreibst: "Jemand hat mir mal gesagt, die wunden werden niemals heilen, dem stimme ich zu, aber irgendwann ist es einfacher damit zu leben....ich hoffe auch ich werde eines tages zu diesem entschluss kommen und werde den schmerz standhalten....."

...so, ja so ähnlich kann man es wohl ausdrücken... habe auch noch keine richtige Ausdrucksweise hierfür gefunden, aber das klingt schon sehr gut.

bis bald
lg in-silence
 
Hallo, liebe Lulu-lu, bin grad auf Deine Seite gestoßen. Ich fühle mich genauso wie du. Mein Freund, der alles, meine ganze Zukunft war, ist auch vor paar Wochen gestorben. Ich bin auch nur noch eine lebende Leiche und habe kein Interesse an nichts mehr. Der Job hilft auch mir für paar Stunden, aber schon wenn ich da rausgehe, bricht alles zusammen. Ich finde auch, das Weiterlebenmüssen ist wohl schlimmer als der Tod. Ich hab ne Seite gesehen, "der Sinn des Lebens", und "warum-lebe-ich.de", schau dirs vielleicht mal an. Ich weiß auch, daß mein Freund bei mir ist, aber ich hoffe auch dauernd auf ein Zeichen. Nachts, wenn ich total zu bin, redet er mit mir. Aber jeder neue Morgen ist grauenhaft. Und so verliere ich immer mehr den Anschluß ans Leben, mit dem wir uns ja irgendwie arrangieren müssen. Schreib bitte weiter, wies dir geht. Ich auch. Vielleicht gibts einen Weg da raus. Ich wünsche dir ganz viel Kraft für diese Woche. Liebe Grüße Claudia
 
erstmal ein liebes hallo,
ich könnte zwar warten bis der admin mich freischaltet, aber ich kann nicht.

eigentlich bin ich rein zufällig hier - ich hatte etwas ganz anderes gesucht.
und nun - ich muss feststellen, dass ich mit meinem los nicht gänzlich alleine bin.

meinen mann (23 jahre) habe ich am 30.sept verloren.
sechs wochen vorher hatten wir noch unseren zweiten hochzeitstag.
gekannt haben wir uns seit neun jahren und seit sechs jahren waren wir ein paar.
kinder haben wir noch keine - zum glück.

er starb nicht durch krankheit - er war kerngesund.
es war ein schrecklicher unfall.
direkt vor meinen augen
ein besoffener autofahrer hatte ihn erwischt
und noch fast 60m mitgeschleift.
dieses bild, wie er da auf der strasse lag
es hat sich in meinen kopf eingebrannt.
es begleitet mich tag und nacht.
nicht mal mehr schlafen kann ich ohne dass dieses bild mich verfolgt.
dazu kommen immer häufiger flashbacks, bei denen ich den unfall im kopf nochmal erlebe.
seit fünf wochen lebe ich mit einem ununterbrochenen albtraum.
vielleicht würde es helfen, wenn ich wenigstens weinen könnte..
aber ich kann nicht.
in mir drin ist nur noch leere.
jeder sagt mir, dass es mit der zeit besser werden würde.
es wird nicht besser.
wie ich damit fertig werden soll, oder kann, weiss ich nicht.
je mehr zeit vergeht um so mehr drängt alles in mir danach bei ihm zu sein.
in fünf wochen hätte mein mann seinen 24sten geburtstag gehabt.
noch nie vorher hatte ich vor solch einem tag so eine panik wie jetzt.
wenn nur diese bild in mir endlich verschwinden würde.
wenigstens eine nacht mal wieder schlafen ohne dass es mich verfolgt.
aber nicht mal das scheint mir noch vergönnt zu sein...

ynaleon
 
Hey Lulu-lu,
ich mache ähnliches durch,
als ich deinen text gelesen hab dachte ich mir nur - du sprichst aus meiner seele!

Im Main habe ich die Nachricht bekommen dass mein Freund ein Hirntumor hat.
Im August ist er dann gestorben es war und ist immer noch eine schwere zeit für mich, ich kann mit niemanden drüber reden, mich würde eh niemand verstehen..
Ich habe gelesen dass du ICQ hast evtl könntest du mich ja mal adden.. 237396801
LG Chiara
 

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.
      Oben