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Ich werde Hausfrau

  • Starter*in hallihallogutenabend
  • Datum Start
H

hallihallogutenabend

Gast
Hallo zusammen,
ich habe erfolgreich studiert und hatte einen sehr guten Job.
Während meiner Arbeit habe ich aber gemerkt, dass meine Familie und meine eigene Freizeit viel zu kurz kommen.
Ich wurde langsam unglücklich, brauchte im Urlaub immer eine Woche, um überhaupt runterzukommen und den Urlaub zu genießen (und dann ging es nach Hause), ich habe meine Hobbys und die Freude an ihnen verlernt. Und noch so andere ähnliche Sachen. Es ging so nicht mehr weiter.
Da es bei uns möglich ist, habe ich dann die harte Reißleine gezogen und beschlossen, Hausfrau zu werden.
Mein Mann ist einverstanden und will nur, dass ich glücklich bin. Wie gesagt, es ist möglich.
Mir geht es besser als je zuvor. Ich habe viel Zeit für meine Familie, organisiere alles und in meiner (vielen) Freizeit lerne ich neue Dinge und widme mich wieder meinen Hobbys. Ich bin sehr glücklich und meine Familie auch.
Ich bin mehr als ausgeglichen, ich liebe alles.

Seitdem gibt es aber auch eine Schattenseite. Nicht alle meine Freunde haben Verständnis. Sie meinen, ich würde an Ansehen verlieren, da ich nicht mehr meinem gehobenen Beruf nachgehe. Ich sei halt „nur noch Hausfrau“.

Ich sehe das anders. Ich bin eine sehr gebildete Person, lese viel, interessiere mich für Politik, engagiere mich usw.

Nur weil ich nicht mehr unglücklich meinen Tag von morgens bis abends verbringe und die Dinge, die mich wirklich auszeichnen, vernachlässige, verliere ich an Ansehen?

Und überhaupt: Und falls es so sein sollte, ist Ansehen etwa wichtiger als meine Zufriedenheit und die meiner Familie?

Ich bin sehr traurig über diese Aussage.

Meinen Freunden gegenüber habe ich das dann scherzhaft abgewunken. Natürlich frage ich mich aber, ob sie mich wirklich nur als „die Maschine im tollen Beruf“ wahrgenommen haben und jetzt quasi nichts mehr mit mir anfangen können.

Was würdet ihr einer solchen Aussage entgegnen?

Liebe Grüße
 

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Styx.85

Aktives Mitglied
Wieso suchst du Absolution für eine von dir getroffenen (Lebens-)Entscheidung von Fremden?

Du musst mit dir selbst im Reinen sein... wenn du es wärst, würden dich die Kommentare deines Umfeldes nicht so treffen.

Offensichtlich liegt dir also doch mehr an deinem Job und dem damit verbundenen Nimbus.

Letztendlich ist es deine Entscheidung... doch deine Verunsicherung und deine Suche nach Absolution indizieren etwas anderes...
 
H

hallihallogutenabend

Gast
Hallo! Vielen Dank für deine Antwort.
Nein, ich suche keine Bestätigung oder anderes.
Wie gesagt: ich bin so froh, den Job los zu sein.
Daher lautete auch meine Frage: ist es etwa wichtiger, einen Job mit Ansehen zu haben als einfach glücklich zu sein? (Ich denke nämlich nicht).
Und meine Freunde gibt’s nun „leider“. Ich muss denen ja irgendwas sagen.
Da ich echt im Reinen mit mir bin, würde ich sogar, kein Scherz, mich letztendlich von ihnen trennen. Mein neues Leben steht über Leuten, die es nicht verstehen.
Ich hatte aber gehofft, zuvor auf andere Weise mit ihnen kommunizieren und ihnen etwas entgegen zu können, das vielleicht ihre Meinung ändert.
 

Scorpion94

Mitglied
Wieso suchst du Absolution für eine von dir getroffenen (Lebens-)Entscheidung von Fremden?

Du musst mit dir selbst im Reinen sein... wenn du es wärst, würden dich die Kommentare deines Umfeldes nicht so treffen.

Offensichtlich liegt dir also doch mehr an deinem Job und dem damit verbundenen Nimbus.

Letztendlich ist es deine Entscheidung... doch deine Verunsicherung und deine Suche nach Absolution indizieren etwas anderes...

Nun die Verunsicherung kann ja auch durch ihr Umfeld in erheblichem Maße verstärkt worden sein. Ich glaube, dass viele Menschen sich bei ganz vielen Lebensentscheidungen nie zu 100% sicher sind. Ich bewundere Menschen, die immer ganz genau wissen, was sie wollen. Aber kommt das wirklich so häufig vor?
 

Zitronentorte

Aktives Mitglied
Vielleicht spielt auch Neid eine Rolle? Von guten Freunden würde ich solche Aussagen eigentlich nicht erwarten.

Meine Schwägerin war viele Jahre Hausfrau, weil der Mann gut verdient. Es ist eher so, dass jetzt alle fragen "warum tust du dir das an, wenn du nicht musst", nachdem sie im letzten Jahr wieder angefangen hat mit arbeiten. Sie ist jetzt total gestresst und hat kaum noch Zeit.

Ich höre in letzter Zeit von vielen (vor allem Frauen) in meiner Umgebung, dass sie Stunden reduzieren möchten. Die Wok-Life-Balance wird doch immer wichtiger und wenn man es sich leisten kann, dann finde ich gar nichts dabei. Steh' zu deiner Entscheidung und freu' dich, dass du von deinem Mann die Möglichkeit bekommst.
Allerdings hat die Medaille auch eine Kehrseite: wenn ihr euch eines Tages mal trennen solltet (wovon man natürlich heute nicht ausgeht), was ist dann? Kommst du dann alleine über die Runden? Wenn du dann schon lange aus dem Job raus bist, wird es sicher schwer, wieder anzuknüpfen.

Vielleicht wird aber auch aus einem deiner Hobbies mal ein Nebenerwerb?
 

CompletelyLost

Mitglied
Ist alleine deine und eure Entscheidung. So lange ist es nicht her, da war dieses Modell völlig normal. In vielen Teilen der Welt ist es das immer noch. Ihr seid euch einig und das alleine zählt. Wie du auf Kritik vom Umfeld reagieren sollst, kommt ganz drauf an. Souverän und locker am besten-

Wenn die Ehe mal problematisch wird oder nicht halten sollte, könnte es für dich eng werden, selbst wenn das Thema Unterhalt ansteht. Dagegen kann Mann sich wehren, ob auf dem Rechtsweg, oder sonst wie auch. Das solltest du halt bedenken. Kann auch mal langweilig werden.

Ansonsten, muss schön sein wenn man nicht mehr arbeiten muss.
 

Yang

Sehr aktives Mitglied
Leider ist es manchmal so, dass Hausfrauen als Außenseiterin hingestellt oder belächelt werden, die den ganzen Tag lang Kaffee trinken und sich von einem Mann abhängig machen. Hinter ihrem Rücken wird getuschelt, ach die Arme muss ja ganz frustriert sein.
Da spielt eine gehörige Portion Neid eine Rolle.
Es ist sehr befreiend wenn man sich aussuchen kann ob man arbeiten möchte oder nicht.
Denn man kann es drehen und wenden wie man will, Frauen spielen eine Doppelrolle und unterliegen somit einer Doppelbelastung wenn sie berufstätig mit Familie sind.
Sei froh darüber frei entscheiden zu können wie du deine Tage verbringst.
Lass sie reden, störe dich nicht daran, du bist ihnen ja nicht Rechenschafpflichtig.
 

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