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Ich komme mit dem Leben einfach nicht klar!

Ich bin jetzt wieder an einem Punkt in meinem Leben, an dem ich merke, dass ich eigentlich überhaupt nicht glücklich bin, keine wirklichen Ziele hatte und mich von mir selbst distanziert habe.

Die erste Hälfte meines jungen Lebens war ich damit beschäftigt, mich zu integrieren und selbst zu akzeptieren. Seitdem bin ich damit beschäftigt, mit dieser Selbstakzeptanz klarzukommen, da ich dies von außen nicht wirklich bekomme.

Ich kann mit niemandem wirklich über mich und meine Probleme reden. Auf keinen Fall möchte ich mich selbst bemitleiden, weil es Menschen gibt, denen es viel schlechter geht als mir. Ich bin aber auch nicht böse, wenn mir keiner helfen kann, denn ich erwarte es auch nicht, ich gehe auch nicht wirklich offen auf Menschen zu.

Ich habe so viele Baustellen in meinem Leben, die ich selbst nicht lösen kann, dass es mir einfach peinlich ist, darüber zu reden. Ich habe nicht viel Sozialkompetenz, ich weiß von der Welt nicht sehr viel, ich bin homosexuell, ich komme aus dem Orient, ich habe Helikoptereltern, ich habe mich von der Religion abgewandt, ich leide unter einem enormen Leistungs- und Erwartungsdruck, ich komme mit der Entwicklung der Gesellschaft nicht zurecht. Zusätzlich habe ich Depressionen und Zukunftsängste. Angst davor, für immer gefangen zu sein und völlig einsam zu werden. Niemanden zu haben.
Ich weiß nicht, wem ich sowas aufbürden soll. Ich kenne die Lösung des Problems, aber ich wäre damit nicht zufrieden.

Mich belastet das ganze Leben einfach nur. Wenn ich Nachrichten lese, triggern sie mich, weil ich mit Unmenschlichkeiten nicht klarkomme. Obwohl ich selbst auch nicht gerade ein Engel bin. Meine Empathie gegenüber anderen Menschen ist in den letzten Jahren stark zurückgefahren, ich möchte gar nicht mehr viele um mich herum haben. Ich habe im Studium viele Menschen kennengelernt, die nett waren und dann einfach verschwunden sind oder einen für nicht mehr wichtig erachten. Ich musste auch erstmal damit klarkommen, dass die schöne Zeit, die ich erlebt hatte, im Endeffekt nur zeitlich begrenzt war und oberflächlich.

Weihnachten und Silvester habe ich völlig alleine in meiner kleinen Wohnung am Schreibtisch verbracht - freiwillig. Und das zum ersten Mal in meinem Leben.

Emotional bin ich ein Wrack. Ich empfinde kaum mehr irgendwas. Die langjährigen Depressionen und dieser ganze innere Druck, das Verstecken der eigenen Persönlichkeit hat mich erkalten lassen. Manchmal fühle ich überhaupt nichts mehr, sodass ich mich oft in bestimmten Situationen unangemessen verhalte. Ich kann mich nicht in andere Menschen hineinversetzen.

Auch mit Schwulen kam und komme ich nicht klar, weswegen ich mich von dieser Community entfernt habe. Es sind nie richtig Freundschaften daraus entstanden. Diese Welt ist mir einfach zu egoistisch und oberflächlich.

Ich weiß nicht, was aus mir werden soll, wohin das führen soll. Gestern Nacht habe ich nach Suizidmethoden gegoogelt und das hatte ich seit fast 2 Jahren nicht mehr gemacht. Nicht einmal dafür reicht mein Mut aus. Es wird einem wirklich schwer gemacht.
Ich gebe zu: ich habe keine Lust auf das Leben. Trotz dessen, dass ich eine Familie und einen Freund habe und nicht gerade auf wenig Erfolgserlebnisse zurückblicken kann, reicht es nicht aus, Motivation zu bekommen. Ich weiß, dass ich in Zukunft immer wieder in schwarze Löcher fallen werde und ich weiß nicht, wie lange das noch gehen soll.

Klar, ich habe aus der Vergangenheit ja doch irgendwie gelernt. Es geht auch bergauf und man vergisst seine Probleme wieder und wächst daran, aber sobald ich wieder in einer depressiven Phase bin, will ich nicht mehr leben. Ich schiebe es sozusagen immer vor mir her.

Ich weiß, dass ich Verantwortung tragen muss, aber ich sehe in meinem Leben einfach keinen Sinn. Deshalb vermutlich auch keine Ziele, weil es sich nicht lohnt, weil ich die Kraft dazu nicht habe. Die Depressionen und die lähmende Angst vor dem Unbekannten sind einfach viel zu stark.


Hallo Großstadtlegende

Mir geht es genau so auch wenn die Gründe andere sind und ich seit 7 Jahren in einer festen Beziehung lebe.
Wie du vielleicht weist habe ich einen Suizidversuch hinter mir in 2011, heute bin ich froh das es nicht geklappt hat.
Das heisst aber nicht das ich glücklich bin.

So wie du kann auch ich nicht über sovieles reden, wir beide wissen aber das es eigentlich wichtig wäre.
Zeige mir einen Menschen der frei von Fehlern ist. Wir alle haben irgendwann in der Vergangenheit Mist gebaut oder falsche oder voreilige Entscheidungen getroffen, manche davon sind nicht zu revidieren so das sie Auswirkungen haben für den Rest unseres Lebens und das kann sehr lange sein.

Du hast es da noch viel schwerer als unsereins mit muslimischen Wurzeln.
Im Islam werden ja viele Dinge sehr viel strenger ge und bewertet als in anderen Religionen, am besten wäre es gäbe nur eine dann wäre die Welt und die Menschen freier.

Empathie, das sich Gegeseitig helfen, reden und zuhören, ja das war einmal in den 1970ger Jahren und davor.
Heute wollen alle weiter und höher hinaus, da ist für Empathie kein Platz mehr, der Mensch muss funktionieren von Freude am Leben hat keiner gesprochen.
So denkt man heute in der Leistungsgesellschaft und schon den Knirpsen wird dies eingetrichtert.

Ich weiss nicht ob du meine Geschichte kennst, ist aber auch nicht wichtig geht ja um dich.

Eines kann ich dir aber nach über 700 Tagen Psychiatrie, Depressionen und meinem Suizidversuch sagen.
Lass es denn du wirst nie erfahren welche Möglichkeiten sich dir aufgetan hätten, was das Leben noch für dich bereitgehalten hätte.
Denn eines ist sich es geht immer weiter und noch was aus dem Leben kommt keiner lebend raus.
 
Ok,ich meinte verstanden zu haben das du keiner Religion mehr angehörst und das es auch eine schwere Geburt war dich dafür zu einmal Entscheiden und dich dann davon zu Lösen.
Da es für deine Familie eine große Rolle spielt.
Überigens GW für diesen Kraftakt.

Ist denn gar kein Gefühl das da es etwas höheres gibt/geben muss ?
Ich meinte erkannt zu haben, du wärst gläubig, ohne in einer Religion oder Gemeinschaft zu sein.
Also gar kein Glauben oder gar kein Gefühl in die Richtung ?
Bist du so in Theorie aufgewachsen, das du davon nix fühlen konntest..?
Hoffe es ist jetzt nicht OT, meine es ist aber eine Wichtige Frage..
Ja genau. Da ich gemerkt habe dass Religion eine Lüge ist , habe aber Spiritualität entdeckt.
Es ist keine Religion sondern eine Einstellung zum Leben dass wir alle verbunden sind durch die Energie im Universum. Weil wir alle ähnliche Sachen fühlen
 
Da steckt SOVIEL Leben in DIR.^^
Es werden bestimmt immer mehr Momete kommen,wo es dir wieder besser gehen wird.
Vertraue und Glaube Dir ,fest-.

So lange man weinen kann,sagt man: Lebt man.
Das gilt natürlich auch für Positives.
Es findest sich sooo viel..wenn man nicht abstumpft. (z.B an oder mit Depressionen,Schicksal-schlägen ect.
Es ist aber wohl auch eine Lebenaufgabe bis ans Ende..nicht immer einfach,aber wie ich finde eine durchaus lohnende.
Ich tröste immer gerne damit: In 2 Wochen kann die Welt schon wieder ganz anders aussehen,weil alles,meiner Meinung nach aus der inneren Wahrnehmung und Einstellung wächst und jeder Tag eine neue Chance bekommt.
Ja. Genau. Ich bin begeistert weil ich ein inneres Leben habe und davor hab ich fast nix gemerkt ich bin so dankbar dass ich durch den Schmerz mein inneres gefunden habe und wahrnehme was im kopf, Brust und Bauch für Energien fließen. Es ist so toll dass ich alles fühlen kann. Ja es ist die innere Einstellung die alles ändert. Ich denke nun, ich kann selber Entscheidungen treffen und warte nicht mehr bis sich für mich getroffen werden! Aber die Mitte zu treffen, wann sollt ich wieder runterschalten und nichts tun. Die innere Balance in sich zu finden.

Ich hoffe jeder kann sich mit seinen ich anfreunden und alle Gefühle schätzen, denn das ist Leben und die Hoffnung ,dass man weiterlernt und sich entwickelt, ist sehr wichtig.

Hätte mir jemand gesagt dass ich soweit kommen würde hätte ich es nicht für möglich gehalten!
 
Das ist lieb, danke.

Ich bin nicht gläubig. Das habe ich im Eingangsthread bereits erwähnt. Religion/Tradition ist übrigens auch der Grund, wieso meine Eltern Homosexualität nicht akzeptieren werden und darauf beharren, dass ich heiraten und Kinder bekommen soll.
Deshalb sehe ich in der Religion keinen Mehrwert oder die berühmte "Kraft".

Auch, als ich noch aufrichtig gläubig war, habe ich von der "Energie" nichts gespürt. Davor ging's mir - auf gut Deutsch - auch scheiße. Deshalb brauche ich keine Religion.
Ja ging mir genauso. Ich sage aus Erfahrung dass die Kraft aus der Natur kommt und mich tief beruhigt. Vor allem fliessendes Wasser oder Regen aber jeder sollte seine Kraftquelle finden. Allein der Himmel ist schon eine Quelle.
 
Ja ging mir genauso. Ich sage aus Erfahrung dass die Kraft aus der Natur kommt und mich tief beruhigt. Vor allem fliessendes Wasser oder Regen aber jeder sollte seine Kraftquelle finden. Allein der Himmel ist schon eine Quelle.
Dankeschön.

Ja, Wetter- bzw. Naturphänomene finde ich ebenfalls sehr beruhigend.
 
Hallo Großstadtlegende

Mir geht es genau so auch wenn die Gründe andere sind und ich seit 7 Jahren in einer festen Beziehung lebe.
Wie du vielleicht weist habe ich einen Suizidversuch hinter mir in 2011, heute bin ich froh das es nicht geklappt hat.
Das heisst aber nicht das ich glücklich bin.

So wie du kann auch ich nicht über sovieles reden, wir beide wissen aber das es eigentlich wichtig wäre.
Zeige mir einen Menschen der frei von Fehlern ist. Wir alle haben irgendwann in der Vergangenheit Mist gebaut oder falsche oder voreilige Entscheidungen getroffen, manche davon sind nicht zu revidieren so das sie Auswirkungen haben für den Rest unseres Lebens und das kann sehr lange sein.

Du hast es da noch viel schwerer als unsereins mit muslimischen Wurzeln.
Im Islam werden ja viele Dinge sehr viel strenger ge und bewertet als in anderen Religionen, am besten wäre es gäbe nur eine dann wäre die Welt und die Menschen freier.

Empathie, das sich Gegeseitig helfen, reden und zuhören, ja das war einmal in den 1970ger Jahren und davor.
Heute wollen alle weiter und höher hinaus, da ist für Empathie kein Platz mehr, der Mensch muss funktionieren von Freude am Leben hat keiner gesprochen.
So denkt man heute in der Leistungsgesellschaft und schon den Knirpsen wird dies eingetrichtert.

Ich weiss nicht ob du meine Geschichte kennst, ist aber auch nicht wichtig geht ja um dich.

Eines kann ich dir aber nach über 700 Tagen Psychiatrie, Depressionen und meinem Suizidversuch sagen.
Lass es denn du wirst nie erfahren welche Möglichkeiten sich dir aufgetan hätten, was das Leben noch für dich bereitgehalten hätte.
Denn eines ist sich es geht immer weiter und noch was aus dem Leben kommt keiner lebend raus.

Hallo Shorn,

leider sagt mir dein Name auf Anhieb nichts. Warst du denn schon einmal unter einem anderen Namen hier, den ich vielleicht kennen dürfte?

Ich danke dir für deine lieben, aufmunternden Worte und wünsche dir alles Gute.
 
Hallo Großstadtlegende
Nein ich war immer schon als Shorn unterwegs war jedoch ein paar jahre inaktiv, weil kein Internet.

Religion beruht auf Glauben, der wiederum geruht auf ein Buch das irgendwann, irgendwer geschrieben hat,
Im Namen der Religion werden Menschen verfolgt, gequält, gefoltert misshandelt oder gar getötet.
Ich weis dies aus eigener schmerzvoller Erfahrung, deshalb wurde ich berentet.

Man kann auch gutes tun und ein guter Mensch sein ohne religiös zu sein, hier kommen dann Mitgefühl und Empatie zum tragen.
Leider sind diese Eigenschaften immer seltener anzutreffen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Großstadtlegende,

vielleicht kann ich auch etwas dazu beitragen, dass es dir ein bisschen besser geht. Ich hoffe, dass meine Vorschläge nicht ganz an deinen Bedürfnissen vorbeigehen ..

Was ich dir an erster Stelle empfehlen würde, wäre eine umfassende Diagnostik bei einem Psychiater mit entsprechender Zusatzausbildung (nicht jeder Psychiater darf Diagnosen stellen) - falls du das nicht schon gemacht hast. Es könnte sein, dass im Zuge dessen auch eine kurze Gruppentherapie o. ä. nötig ist, damit er/sie dich im Zusammensein mit anderen Menschen beobachten kann. In vielen Fällen haben Menschen mit großen Problemen eine Persönlichkeitsstörung (ich weiß, der Begriff macht erstmal keine Freude, und ja, ich hab auch eine PS 😉 ), und man sollte das unbedingt abklären. Weil manchmal nur so zu erfassen ist, was überhaupt los ist. Denn in vielen Familien findet eine Art von "Gehirnwäsche" statt, die man nicht durchschaut, weil man etliche Dinge schon immer so gemacht hat bzw. in der Familie so gehandhabt wurden. D. h. in vielen Familien werden Dinge als normal angesehen, die es nicht sind, und andere nie praktiziert, die gesund wären und einem enorm weiterhelfen würden. Bei mir war das auch so. Daher: Unbedingt einen professionellen, umfassenden Blick von außen anstreben!

Zweitens: Ich würde dir natürlich auch zu einer Therapie raten. Es gibt ja viele, einige davon zahlt die Krankenkasse. In vielen Fällen ist es möglich, die Therapiestundenfrequenz so festzulegen, dass es für einen selbst passt. Dich selbst zu überfordern, würde natürlich nichts bringen.
Ich hab viel Therapie hinter mir, und jede hat mich ein Stück weitergebracht.

Drittens: Auch wenn Männer sich meist extrem schwer damit tun: Weinen, ich meine jetzt stilles Weinen im eigenen Kämmerlein, ist für Menschen mit Depressionen EXTREM hilfreich und wichtig. Eigentlich unverzichtbar. Ich hatte früher selbst lange und schwere Depressionen und hab mich sehr viel mit mir selbst beschäftigt, und meiner Meinung nach gibt es in vielen Krankheitsfällen eine bestimmte Abfolge von psychischen Vorgängen: Man erleidet in der (frühen) Kindheit emotionalen Mangel (mangelnde Wärme, Unterstützung, Verständnis, Anleitung), wenn man sich von den Eltern diese Wärme etc. holen will, wird man mehr oder weniger hart und ängstigend abgewiesen (oder von den emotionalen Ansprüchen der Eltern erdrückt, was ebenfalls nichts anderes als aggressiv ist und mit echter Liebe nichts zu tun hat), bleibt dann allein, man wird traurig, ängstlich, vermeidet zunehmend enge Kontakte (oder fordert sie auf narzisstisch-aggressive Weise bei anderen ein), und wenn man dann nicht weint, dann folgt die Depression. Meiner Erfahrung nach entstehen viele major depressions als Reaktion auf nicht ausgelebte Gefühle. Es ist ein Gefühlsstau. Und weil ein Stau vorhanden ist, kommen auch die positiven, verbindenden Gefühle nicht mehr durch. Zum Schluss entstehen Gefühle von Sinnlosigkeit, Einsamkeit, totaler Abgetrenntheit von sich und anderen und im schlimmsten Fall Suizidgedanken.
Wenn man weint, fühlt man sich dabei erstens lebendiger, und zweitens, wenn man sich wirklich (!) ausgeheult hat, fühlt man sich danach wieder merklich besser - positiver, verbundener, man hat eine bessere Stimmung, das Glas ist wieder halb voll und nicht mehr halb leer, man hat plötzlich wieder Ideen, wie man bestimmte Probleme angehen oder aus dem Weg räumen könnte. Tränen, die man aus emotionalem Schmerz weint, haben eine andere chemische Zusammensetzung als beim Zwiebelschneiden. Im ersteren Fall sind Stresshormone dabei, die rausgespült werden. Die guten Gefühle kommen aber erst hoch, wenn man sich ausgeheult hat, und das kann dauern. Bei mir war es so, dass ich mich nach etwa 1,5 Stunden ausgeheult hatte. Mehr ging nie, es war also nicht "endlos". Wenn ich ausheulen meine, dann meine ich, den Schmerz und alle dazugehörenden Gedanken und Empfindungen zulassen und spüren. Das ist etwas ganz anderes als Selbstmitleid.
Bei Selbstmitleid sieht man sich gewissermaßen von außen an, hat dabei keine starken Gefühle und stilisiert sich bloß zum "Opfer", weil man dann meint, irgendwie "besonders" zu sein oder etwas von anderen erwarten zu dürfen. Selbstmitleid bringt einen überhaupt nicht weiter.
Auch wenn man andere Gefühle wie Aggressionen total unterdrückt, führt das zu einem Emotionsstau. Die Frage ist meist: Wie gehe ich damit um, wo kann ich die rauslassen, ohne gleich überall verbrannte Erde zu hinterlassen? Das ist ein umfangreiches Thema ...

Viertens: Eventuell kämen für dich Antidepressiva in Frage. Weiß nicht, ob du das schon ausprobiert hast. Könntest du mit einem Psychiater ebenfalls abklären. Ich habe ursprünglich Antidepressiva gegen meine jahrzehntelangen Schlafstörungen genommen - und seitdem habe ich keine major depressions mehr. Nur noch sehr selten Anflüge von Depressionen, und ich weiß mittlerweile, was ich tun muss, um die umgehend zu killen.

Fünftens: Sach- und Fachbücher über "deine" Themen lesen. Mir hat das ebenfalls sehr geholfen, ohne sie wüsste ich weitaus schlechter, was alles normal ist und was nicht. Und wo ich noch an mir arbeiten muss.
Bei der Umsetzung von Änderungen sollte man sich niemals zu viel vornehmen. Wenn man sich nur ein bis zwei kleine (!) Änderungen auf einmal vornimmt, haut das eher hin.
Eventuell wären Bücher über das Innere Kind (von Stefanie Stahl u. a.) für dich hilfreich. Die meisten Leute hier im Forum haben ein Selbstwertproblem, und in diesen Büchern erfährt man, wie man mit den eigenen inneren "Kindern" (sog. Schatten- und sog. Sonnenkind) umgeht und den inneren gesunden Erwachsenen stärkt. Mir hat das sehr geholfen. Es geht darum, sich selbst liebevoll zu "beeltern", und das umfasst sehr viele Gedanken und Handlungen. Die dann zu positiveren Gefühlen führen.

Sechstens: Vielleicht würde es dir helfen, wenn du dir für Krisenzeiten eine Liste der Beschäftigungen anlegst, die dir normalerweise gut tun, die man aber in der Krise einfach nicht mehr auf dem Schirm hat. Meine Liste ist damals sehr viel länger geworden, als ich vorher gedacht hätte. Bei dir: z. B. Musik hören und Lesen. Vielleicht auch noch anderes? In deinem Thread schreiben? 🙂

Siebtens: Mir hat es sehr gut getan, manche Leute aus meinem Leben rauszuwerfen. Auch wenn es sich erstmal furchtbar anfühlt. Manche Leute tun einem nicht gut, auch wenn sie das Gegenteil davon behaupten. In erster Linie handelte es sich bei mir um Narzissten, also Leute, die wenig bis keine Empathie haben, aber mich gerne weiter ausgebeutet hätten.
Ich hatte z. B. den Kontakt zu meiner Mutter 16 Jahre lang unterbrochen und ihn erst wieder aufgenommen, als ich gemerkt hab, dass sie sich sehr geändert hat, durch eine Therapie. Zu meinem Vater hab ich den Kontakt mehrmals für ein paar Jahre abgebrochen, vor 6 Jahren dann endgültig. Weil er sich mir gegenüber immer noch deutlich narzisstisch verhalten und bekräftigt hat, dass er sich nicht ändern will. Mit meiner Mutter verstehe ich mich jetzt ziemlich gut. Wir tun uns gegenseitig gut.
Wenn meine traditionell-konservativ denkende Großmutter, die in den 1970er Jahren gestorben ist, das alles mitbekommen hätte, wäre sie zutiefst entsetzt gewesen und hätte mich total verurteilt, und ich denke, viele andere Verwandte von mir haben ebenfalls kein Verständnis dafür. Das Beibehalten von traditionellen Werten hat aber meiner Meinung nach in manchen Fällen keinen Sinn, und ich krieg Zustände, wenn ich das Wort "Tradition" nur höre. Was den Menschen und Familien wirklich gut tut, das finden die Wissenschaften wie z. B. Psychologie, die Psychotherapieforschung oder Erziehungsforschung heraus.

Achtens: Meiner Erfahrung nach wollen die Leute, die kaum oder keine psychischen Probleme haben, auf keinen Fall etwas von jemandem mit großen Problemen hören. Das hat einfach mit dem Gleichgewicht zu tun: Wenn ich selbst nicht viel Positives zu geben hab, kann ich keine Freundschaft mit jemandem erwarten, der viel Positives zu geben hat. Das wäre von meiner Seite aus eine Ausbeutungssituation. Das ist sehr hart, hab ich auch oft erfahren, aber eigentlich ist es nur gerecht.
Richtige Freundschaften sind meiner Erfahrung nach erst möglich, wenn es einem (wieder) ziemlich gut geht und man viel Positives ausstrahlt. Bis dahin muss man sich irgendwie durchschlagen, z. B. hier im Forum, in einer Selbsthilfegruppe, mit Hilfe eines Therapeuten. Ansonsten gibt es oft Bekanntschaften, aber auch Bekanntschaftsabbrüche von beiden Seiten - so war es jedenfalls bei mir. Echte, tiefe Freundschaften kann man, auch wenn man einigermaßen lebensfroh ist, nur im eigenen "Rudel" erwarten: Die Interessen, Weltanschauungen und Werte müssen zusammenpassen.
Und natürlich sollte man seine eigenen Fehler mit der Zeit alle kennenlernen und versuchen, sie abzustellen und die eigenen positiven Seiten schätzen lernen bzw. weiterentwickeln.

Ein kleiner Schritt nach dem anderen. 🙂

Alles Gute!
Kaela
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin jetzt wieder an einem Punkt in meinem Leben, an dem ich merke, dass ich eigentlich überhaupt nicht glücklich bin, keine wirklichen Ziele hatte und mich von mir selbst distanziert habe.

Die erste Hälfte meines jungen Lebens war ich damit beschäftigt, mich zu integrieren und selbst zu akzeptieren. Seitdem bin ich damit beschäftigt, mit dieser Selbstakzeptanz klarzukommen, da ich dies von außen nicht wirklich bekomme.

Ich kann mit niemandem wirklich über mich und meine Probleme reden. Auf keinen Fall möchte ich mich selbst bemitleiden, weil es Menschen gibt, denen es viel schlechter geht als mir. Ich bin aber auch nicht böse, wenn mir keiner helfen kann, denn ich erwarte es auch nicht, ich gehe auch nicht wirklich offen auf Menschen zu.

Ich habe so viele Baustellen in meinem Leben, die ich selbst nicht lösen kann, dass es mir einfach peinlich ist, darüber zu reden. Ich habe nicht viel Sozialkompetenz, ich weiß von der Welt nicht sehr viel, ich bin homosexuell, ich komme aus dem Orient, ich habe Helikoptereltern, ich habe mich von der Religion abgewandt, ich leide unter einem enormen Leistungs- und Erwartungsdruck, ich komme mit der Entwicklung der Gesellschaft nicht zurecht. Zusätzlich habe ich Depressionen und Zukunftsängste. Angst davor, für immer gefangen zu sein und völlig einsam zu werden. Niemanden zu haben.
Ich weiß nicht, wem ich sowas aufbürden soll. Ich kenne die Lösung des Problems, aber ich wäre damit nicht zufrieden.

Mich belastet das ganze Leben einfach nur. Wenn ich Nachrichten lese, triggern sie mich, weil ich mit Unmenschlichkeiten nicht klarkomme. Obwohl ich selbst auch nicht gerade ein Engel bin. Meine Empathie gegenüber anderen Menschen ist in den letzten Jahren stark zurückgefahren, ich möchte gar nicht mehr viele um mich herum haben. Ich habe im Studium viele Menschen kennengelernt, die nett waren und dann einfach verschwunden sind oder einen für nicht mehr wichtig erachten. Ich musste auch erstmal damit klarkommen, dass die schöne Zeit, die ich erlebt hatte, im Endeffekt nur zeitlich begrenzt war und oberflächlich.

Weihnachten und Silvester habe ich völlig alleine in meiner kleinen Wohnung am Schreibtisch verbracht - freiwillig. Und das zum ersten Mal in meinem Leben.

Emotional bin ich ein Wrack. Ich empfinde kaum mehr irgendwas. Die langjährigen Depressionen und dieser ganze innere Druck, das Verstecken der eigenen Persönlichkeit hat mich erkalten lassen. Manchmal fühle ich überhaupt nichts mehr, sodass ich mich oft in bestimmten Situationen unangemessen verhalte. Ich kann mich nicht in andere Menschen hineinversetzen.

Auch mit Schwulen kam und komme ich nicht klar, weswegen ich mich von dieser Community entfernt habe. Es sind nie richtig Freundschaften daraus entstanden. Diese Welt ist mir einfach zu egoistisch und oberflächlich.

Ich weiß nicht, was aus mir werden soll, wohin das führen soll. Gestern Nacht habe ich nach Suizidmethoden gegoogelt und das hatte ich seit fast 2 Jahren nicht mehr gemacht. Nicht einmal dafür reicht mein Mut aus. Es wird einem wirklich schwer gemacht.
Ich gebe zu: ich habe keine Lust auf das Leben. Trotz dessen, dass ich eine Familie und einen Freund habe und nicht gerade auf wenig Erfolgserlebnisse zurückblicken kann, reicht es nicht aus, Motivation zu bekommen. Ich weiß, dass ich in Zukunft immer wieder in schwarze Löcher fallen werde und ich weiß nicht, wie lange das noch gehen soll.

Klar, ich habe aus der Vergangenheit ja doch irgendwie gelernt. Es geht auch bergauf und man vergisst seine Probleme wieder und wächst daran, aber sobald ich wieder in einer depressiven Phase bin, will ich nicht mehr leben. Ich schiebe es sozusagen immer vor mir her.

Ich weiß, dass ich Verantwortung tragen muss, aber ich sehe in meinem Leben einfach keinen Sinn. Deshalb vermutlich auch keine Ziele, weil es sich nicht lohnt, weil ich die Kraft dazu nicht habe. Die Depressionen und die lähmende Angst vor dem Unbekannten sind einfach viel zu stark.
hey ich habe jetzt nur deinen eingangspost gelesen ....Und sehe mich total darin wieder...ich kenne dieses Gefühl der Schwerelosigkeit ... keinen Fuß am Boden und doch auch kein gerader Höhenflug ... so ganz kann ich dir nicht helfen weil ich selbst noch keine Möglichkeit habe...aber wenn du magst können wir uns gerne austauschen... liebe grüße
 

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