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Ich komme einfach nicht aus diesem Loch heraus :-(

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Gast

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Ich komme einfach nicht aus dem Loch...

Hallo, ich bin 35 (!) und alleinerziehende Mutter. Früher als Kind wurde ich viel gemobbt weil ich ängstlich und schwach war. Selbst von sogenannten "Freunden". Das Blatt wandelte sich mit der Pubertät, also so mit 16 Jahren etwa und es begann eine Zeit, in der ich das Leben genießen konnte und es auch genossen habe.
Selbstwertgefühl hatte ich allerdings nie, bis heute nicht. Mit 21 Jahren habe ich meinen Exmann kennengelernt, wir haben geheiratet und mit 25 habe ich ein Kind bekommen. Ich litt an einer Wochenbettdepression, mit der ich über niemanden gesprochen habe. Zuviel Angst und Scham steckte in mir. Damals wurde das als normal abgestempelt, heute allerdings wird Gott sei Dank zwischen Babyblues und Wochenbettdepression unterschieden. Aber ich hatte damals keine Hilfe. Mein damaliger Mann hatte sich zu allem Überfluss das Leben mit Kind anders vorgestellt und mir noch 1 1/2 Jahre vorgehalten, wie sehr wir ihm auf den Keks gehen, das Geschreie vom Kind würde ihn nerven.
Dann, mit 27 Jahren habe ich die Scheidung eingereicht. Ich litt unter dem Alleinsein. Nachdem ich mich etwas gefangen habe, habe ich mich 1 1/2 Jahre Später das erste mal in meinem Leben verliebt. Ja, dieses Gefühl habe ich erst nach meiner Ehe kennengelernt. Ich war Zeit meines Lebens mit Männern zusammen, die mich praktisch überredet haben etwas mit ihnen einzugehen. Ich wollte auch nie, dass jemand meinetwegen leidet. Ja ich bin Beziehungen immer aus Mitleid eingegangen. Weil ich ein schlechtes Gewissen hatte, wenn sich jemand meinetwegen schlecht fühlte oder Liebeskummer hatte. So, nun konnte ich auch verstehen, warum andere immer so euphorisch waren, wenn sie einen neuen Partner hatten. Ich fühlte das erste mal Schmetterlinge, habe die Beziehung nie als selbstverständlich gesehen, sondern sie war zwei Jahre lang jeden Tag auf's Neue ein Geschenk... bis er mich verlassen hat, wegen einer Anderen. Beziehungsweise habe ich ihn verlassen, bevor er mich betrogen hat.
Seitdem habe ich nie wieder solche Gefühle für jemanden entwickelt. Seit über 6 Jahren bin ich nun wieder allein. Lerne viele Männer kennen. Aber da war niemand mehr, der meiner "großen Liebe" das Wasser reichen konnte. Bis vor einigen Wochen ein alter Bekannter wieder Kontakt zu mir aufgenommen hat. Vor einigen Jahren gab ich ihm einen Korb, weil ich meine alte Liebe noch nicht verkraftet hatte, aber JETZT habe ich mich in ihn verliebt. Nach über sechs Jahren das zweite mal in meinem Leben. Er traf sich mit mir, meldete sich... küsste mich schließlich um mir dann einen Tag später zu sagen, dass er mir nicht das geben könnte was ich gern hätte.
Und wieder am Boden zerstört. Das Leben empfinde ich nur als anstrengend. Der Vater von meinem Sohn zahlt keinen Unterhalt weil er nicht kann. Ich arbeite zwar, aber das Geld reicht trotztdem nicht. Nur so gerade zum leben. Weder Urlaub noch Freizeitparks oder sonst etwas sind drin. Immer jeden Cent dreimal umdrehen. Meine Freunde hatten sich nach der Geburt meines Sohnes verabschiedet. Ich konnte ja nicht mehr weggehen und gut drauf war ich wegen der Depression auch nicht. Nun fühle ich mich derart alleine, der Typ hat mir echt den Boden unter den Füßen weggerissen. Das einzige was mich immer wieder kämpfen lässt, ist mein Sohn. Den liebe ich über alles, aber manchmal fehlt mir echt die Kraft. Ich habe auch keine Lust mehr zu kämpfen.
Vor zwei Jahren hatte ich dann sowas wie Burn-Out. Habe Tabletten verschrieben bekommen weil ich ja als alleinerziehende, berufstätige Mutter weiter "funktionieren" muss. Durch die Tabletten habe ich ein weiteres Problem bekommen, ich habe über 12 kg zugenommen. Von überall bekam ich blöde Sprüche, von wegen ich war ja auch mal schlanker, boahr hast Du zugelegt, bist Du schwanger usw... Voila, das nächste Problem war geboren :-(. Nun habe ich die Tabletten abgesetzt und gucke mühselig, dass ich die Pfunde wieder loswerde. Das klappt sogar ganz langsam. Aber ich bin seelisch sowieso so instabil geworden nach dem Absetzen der Tabletten, so dass ich mich noch nicht mal darüber freuen kann, dass das Gewicht nach unten geht. Und jetzt schon gar nicht mehr nach diesem Reinfall.
Ich weiß langsam nicht mehr, wo ich Kraft her schöpfen soll. Das ewige alleinsein nagt an mir. Es nagt auch an mir, dass einige Männer an mir interessiert sind, weil sie nett sind und es mit weh tut, ihnen eine Abfuhr erteilen zu müssen. Aber ich möchte versuchen, mich nicht mehr in Beziehungen drängen zu lassen, die ich nicht möchte. Aber die Wahrscheinlichkeit mich neu zu verlieben ist ja auch nicht gerade hoch.
Hat jemand vielleicht ein paar gute Empfehlungen, wie ich aus diesem Loch wieder herausfinden könnte? Mir geht es gar nicht gut im Moment, traue mich aber auch nicht, wieder Tabletten zu nehmen. Die Entzugserscheinungen waren nicht ohne und ich kann auf keinen Fall wieder zunehmen.
So, ich weiß nicht ob jemand was dazu schreiben mag oder kann, aber ich musste mir das einfach mal von der Seele schreiben. Wobei es mir auch was peinlich ist. Mit 35 Jahren sollte man wohl schon was besser damit klarkommen, meine ich.
LG Sandra
 

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Dr. Rock

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AW: Ich komme einfach nicht aus dem Loch...

Das Alter hat nicht zwangsläufig etewas damit zu tun, wie gut man mit sich und seiner Geschichte klar kommt. Und berechtigte Fragen zu stellen, um Hilfe zu bitten, auch nicht. Es ist sogar mutig, den Finger zu erheben und um Hilfe zu bitten!

Konkrete Hilfe kann ich dir für deine komplexen Anliegen leider nicht anbieten, aber da dir viele Dinge seit nicht gerade kurzer Zeit durch den Kopf gehen und dich anscheinend belasten, würde ich dir ganz einfach eine Therapie empfehlen - das ist vor allem eine gesündere Alternative zu den Tabletten. In einer Therapie kannst du dein Leben aufrollen und gemeinsam mit dem Therapeuten / der Therapeutin besprechen, welcher Weg für dich der Richtige ist und wo du den Hebel am besten anlegen könntest; quasi etwas System in dein Leben bringen damit du dauerhaft aus deinem Loch heraus kommst.

Kostet dich übrigens keinen Cent, läuft alles über die Krankenkasse.

Gruß!
 
T

tisento

Gast
Hallo lieber Gast , in so einem tiefen Loch der unglücklichen Lebensumstände war ich auch gesessen . Als Kind ich die ebenfalls ängstliche war auch ein Mobbingopfer .

Selbstbewustsein habe ich nie üben können bekam ja auch vom Elternhaus keine Wertigkeit meinr Person vermittelt . Männer nur weil sie nett sind und ich die harmoniesüchtige wollte keinen Korb an die Männer , die leider auch sehr lebensuntüchtig waren , verteilen .

Frühe Heirat , zwei Kinder , einen Ehemann der uns nicht stützen wollte weil wir in einfach genervt haben mit unseren Ansprüchen , Scheidung alleinerziehend dann zum Glück für mich und meine Kinder .

Depressiv eh schon belastet aus meiner Kindheit heraus begann ich meinen Körper dann mit einer verordneten Medikamentation zu bombardieren das mir Hören und Sehen verging . Ich aß nichts mehr war dann in der Gruppe der Magersüchtigen zu finden .

Meine Kinder kamen mir in den Sinn.... ich stand wieder auf nahm mein Leben fest in meine Hand und wollte aus dem Drecksloch meines Unglücks einfach raus .

Männer ...............ich blieb alleinerziehend , egal wie nett dieser Mann auch war , mein Selbstschutz funktionierte endlich mal .

Nun bin ich wieder verheiratet aber ich habe meine Wahl mit Vernunft getroffen nicht weil dieser nett war sondern weil er verantwortlich mit sich und mit mir seiner Frau umgeht und das mit Herz und -Verstand .

Du willst aus den Dir geschilderten Loch raus , willst eine gute Lebensqualität haben das ist legitim und Dein Kind hat eine Chance auf eine stabile Mutter .

Heute ärgert mich das ich kostbare Lebensjahre mit meiner erlernten Hilflosigkeit vergeudet habe . Dich müßte das auch ärgern dann laß es nicht dazu kommen das die schönsten Jahre zutiefst traurig weiterhin verlaufen für Dich .
 
G

Gast

Gast
Hallo, Danke schonmal für die Nachricht. Schlimm, dass es auch anderen so ergangen ist wie es mir noch immer ergeht. Und schön, dass Du wieder verheiratet bist, was ich mir für mich gar nicht mehr vorstellen kann. Aber nicht, weil ich keine Beziehung mehr möchte, sonder weil ich einfach nur Männer kennenlerne, die zwar nett sind aber leider auch recht lebensuntüchtig. Entweder verschuldet, starke Raucher, welche mit Alkoholproblemen, usw. Ich aber würde mir auch eher einen ruhigen Vertreter wünschen, möglichst Nichtraucher, nicht auf den Kopf gefallen und nicht faul. Aber wahrscheinlich sind da meine Ansprüche zu hoch. Die einzigen die so sind und die "etwas" von mir wollen sind dann verheiratet. Überhaupt erlebe ich es immer wieder, dass ich wohl Männer anziehe, die nur Sex mit mir wollen, aber der Liebe bin ich wohl nicht wert :'(. Es ist aber nicht so, als ob ich mich aufreizend anziehen würde. Ich laufe ganz normal in Jeans und Pullover rum. 0815 also... Nix mit Ausschnitt, hohe Hacken oder Rock...
Fakt ist aber, dass ich ein Fundament bräuchte. Lange Zeit habe ich mich mit dem Alleinsein arrangiert, aber jetzt im Moment sehne ich mich einfach nach Liebe. Selber jemanden lieben zu können UND zu dürfen!!!
Einfach mal eine Hand die mich hält. EINSAM FÜHLE ICH MICH, WENN ICH NACH EINER HAND SUCHE UND NUR WORTE FINDE!!!!
Ich sehe alles nur noch schwarz.... sehe nichts, aber auch gar nichts Positives in meinem Leben.
 
G

Gast

Gast
AW: Ich komme einfach nicht aus dem Loch...

Vielen Dank für Deine liebe Antwort. Ich habe mich schon einmal an einer Therapie versucht, die mir nicht viel gebracht hat. Irgendwie erzäht man da vor sich hin und wenn man rausgeht, fühlt man sich so wie vorher auch.
Mein Leben, insbesondere meine Kindheit aufzurollen traue ich mich nicht. Auch nicht mit einem Psychologen, den ich dann einmal die Woche für 40 Minuten sehe. Den Rest der Woche muss ich immerhin alleine klarkommen mit dem, was ich wieder rauskrame. Ich habe Angst davor!
Letztendlich ist es so, dass ich mich nach Liebe sehne. Ich habe mich lange nicht mehr so einsam gefühlt wie in der letzten Zeit. Ganz furchtbar und mir kommt es auch so furchtbar unreif vor. Aber ich kann das Gefühl und diese Sehnsucht nicht abstellen. Leider. Ich habe nächste Woche wieder einen Termin bei meinem alten Psychologen. Der mir zwar weniger helfen konnte, aber er ist der Einzige der Zeit hat.
Meine Freundin hat mir ihren Neurologen empfohlen, bei dem ich heute auch war, aber er war sehr unfreundlich zu mir und hat mich gefragt, was ich von ihm eigentlich erwarten würde, was ich mir dabei gedacht hätte zu ihm zu kommen... er hätte keine Zeit, was er machen sollte.. ich kam mir so minderwertig vor, habe dann nur noch gesagt, er solle mir was verschreiben... Als ich draußen war, fühlte ich mich noch schlechter, noch trauriger, noch einsamer als vorher. Das Medikament möchte ich erst mal nicht nehmen. Bei meinem letzten habe ich ja so zugenommen und wie schon beschrieben damit ein weiteres Problem geschaffen. Jetzt gehen die Kilos ganz langsam wieder runter, wenigstens das möchte ich mir nicht versauen. Obwohl ich mich noch nicht einmal mehr darüber freuen kann. Überhaupt habe ich im Moment gar keine Lebensfreude mehr....
 
D

Dr. Rock

Gast
AW: Ich komme einfach nicht aus dem Loch...

Hallo!

Wenn du bereits in Therapie warst, dann liest sich das für mich so als hättest du eine Gesprächstherapie gemacht? Dort wird wirklich fast "nur" besprochen und aufgearbeitet.
Es gibt aber auch die Therapieform der Verhaltenstherapie, dort wird nichts aus der Vergangenheit aufgearbeitet, sondern es werden neue Verhaltensweise und neue Verhaltensregeln für jetzt, für deine Gegenwart aufgezeigt und einstudiert, sozusagen unter "Anleitung".

Wenn es dir generell schwer fällt, dich zu öffnen und dich ausführlich jemandem mitzuteilen; hast du mal versucht, dir deine Geschichte selbst mitzuteilen und sie mit dir selbst zu besprechen, damit du deinen Frieden damit machen kannst? Vielleicht klingt das lächerlich für dich, aber du könntest dir deine Geschichte für dich alleine aufschreiben und vielleicht anschließend vorlesen. Damit baust du die Distanz zu deinen erlebnissen ab und gibst ihnen einen Platz in deinem Leben - und befreist dich damit ein Stückweit von deiner Last.

Das Gefühl der Einsamkeit...dazu kann ich dir leider nicht viel sagen, tut mir leid. Ich vermute einfach, du empfindest so starke Sehnsucht weil du zu oft enttäuscht wurdest und jetzt einen gewissen Nachholbedarf hast. Was ja auch vollkommen berechtigt ist. Nur ist es eben irgendwie auch leider so dass gerade wenn man bedürftig ist und so gerne jemanden häte, die Chancen denjenigen zu finden wenig optimal sind; eben weil bedürftige Menschen weniger anziehend wirken...ich weiß nicht ob dir diese Worte etwas bringen..?

Ein guter Schritt könnte also sein wenn du dich mit deiner Geschichte selbst vertraut machst, damit ein wenig zur Ruhe kommst und dir vor allem, nicht wieder zu Tabletten greifst, damit tust du dir keinen Gefallen, denke ich sondern rutscht womöglich auch noch in eine Form von Abhängigkeit hinein...

Lebensfreude kann sich dann schnell wieder einstellen, wenn du, wie gesagt, deinen Frieden mit deinen Erfahrungen machst und auch verinnerlichst dass du es nicht nötig hast, zu Tabletten zu greifen.

P.S.: Vergiß den stinkigen Neurologen, es gibt immer mal wieder Ärzte, die nichts taugen. ;)
 
Ich kann mich Dr. Rock nur anschließen! Es ist wichtig, dass Du eine Form findest, deine Lebensgeschichte aufzuarbeiten, und zwar in einer Art und Weise, die speziell für Dich das Richtige ist. Falls Du Dich gerade in einer schweren depressiven Episode befindest, könnten Dir Antidepressiva vielleicht wirklich stabilisieren und Dir helfen Dir selber zu helfen und die richtige Therapieform zu finden.

Es ist richtig, dass viele Antidepressiva eine Gewichtszunahme bewirken, aber auf keinen Fall alle. Einige wirken sogar Appetitshemmend. Falls es jetzt deine erste medikamentöse Therapie war, finde ich es sehr unverantwortlich Dir eines zu verschreiben, bei dem die Gewichtszunahme vorprogrammiert ist, da es Alternativen gibt: zb SSRI = Serotonin Wiederaufnahme-Hemmer.

Ich wünsche Dir viel Kraft !
Dein Zauberlehrling
 

TränendesHerz

Mitglied
Vielen Dank für Deine abermals liebe Antwort. Ich habe eine Verhaltenstherapie gemacht, weil ich mich noch nie an meine Vergangenheit getraut habe. Mir fällt es aber schwer, das besprochene auch umzusetzen. Ich habe ja dann die Tabletten genommen, weil ich nicht mehr weiter wusste. Damit entfiel aber auch die Therapie, ich wusste nichts mehr zu erzählen und er nicht mehr was er therapieren sollte, das mir sowieso alles egal war und plötzlich so leicht. In der Form haben die Tabletten mir ja prima geholfen, bis die blöden Sprüche wegen meiner Zunahme kamen. Da bin ich wach geworden und habe sie ganz alleine abgesetzt, ausgependelt.

Mit meiner Vergangenheit habe ich mich insoweit arrangiert, dass ich verziehen habe. Ich meinen Eltern verziehen, meinen Freunden usw. Ich bin froh dass ich das konnte, denn erst jetzt habe ich sowas wie Liebe für meine Eltern übrig. Früher war es mehr Ablehnung, hatte nur Kontakt zu denen, weil es sich ja so gehört. Aber heute sehe ich, dass auch die ihre Probleme haben und hatten, und dass auch ich heute meine Fehler bei meinem Sohn mache. Andere, aber auch ich bin nicht perfekt und weiß heute zu schätzen, was Vergebung für einen Wert hat. So habe ich zumindest Frieden damit geschlossen. Aber aufarbeiten und drüber reden traue ich mich noch immer nicht, auch nicht für mich. Wäre dann die Vergebung nicht umsonst gewesen wenn ich wieder von vorne anfangen muss?

Das mit der Einsamkeit ist echt schwierig. Ich denke, jemand der mich nicht kennt bekommt das nicht mit. Der denkt mir geht es prima, ich wäre lebenslustig. Nur wer mich verdammt gut kennt, wie meine Mutter oder meine Freundin merkt, da stimmt was nicht. Ansonsten bewundern mich alle für meine angebliche Stärke. Immer wieder werde ich gefragt, wo ich die Kraft hernehme alles zu Meistern. Ich habe ja neben Beruf und Kind ja noch andere Dinge zu erledigen. Die Ämter machen mir immer wieder ärger, mein Sohn ist auch nicht gerade einfach, wobei ganz lieb. Aber er hat auch seine Probleme... Gegen die wir auch was tun...
Aber im Moment empfinde ich das alles sehr viel, die Zeit ist zu knapp, die Tage zu kurz, die Termine zu eng... und abends dann diese Einsamkeit ...

Ich nehme jetzt ersatzweise hochdosiertes Johanniskraut. Ob es was bringt weiß ich nicht, aber so kann ich mir wenigstens einbilden ich tu was ...

Heute kommen meine Eltern zu Besuch. Ich mag gar nicht drüber reden wie es mir geht. Ich hoffe die merken nichts...
 

TränendesHerz

Mitglied
P.S.: Ich habe mich angemeldet, bin der "Gast" der das Thema eröffnet hat ;).

@ Zauberlehrling: Auch Dir danke für die Antwort. Ich habe Paroxetin genommen, das ist ein Seretonin-Wiederaufnahmehämmer. Aber davon habe ich zugenommen, was laut Angabe des Arztes sehr selten ist...
 
D

Dr. Rock

Gast
Hallo und willkommen im Klub der Registrierten! :)

Vielen Dank für Deine abermals liebe Antwort. Ich habe eine Verhaltenstherapie gemacht, weil ich mich noch nie an meine Vergangenheit getraut habe. Mir fällt es aber schwer, das besprochene auch umzusetzen. Ich habe ja dann die Tabletten genommen, weil ich nicht mehr weiter wusste. Damit entfiel aber auch die Therapie, ich wusste nichts mehr zu erzählen und er nicht mehr was er therapieren sollte, das mir sowieso alles egal war und plötzlich so leicht. In der Form haben die Tabletten mir ja prima geholfen, bis die blöden Sprüche wegen meiner Zunahme kamen. Da bin ich wach geworden und habe sie ganz alleine abgesetzt, ausgependelt.

Also zum einen ist es, denke ich, eigentlich vollkommen normal dass man dass, was man gesagt bekommt und dann auch durchaus verinnerlicht, auch in sein Verhalten umsetzen kann. Man kann etwas wissen, es ist aber dann oftmals eine ganz andere Sache, das auch anwenden zu können. Da muss man am Ball bleiben, behutsam und verständnisvoll mit sich umgehen und weiter üben, denke ich.

Mit den Tabletten hast du dir dann Abhilfe geschafft. Sie haben dir geholfen, aber im Grunde...und das nimmst du mir jetzt bitte nicht übel...war es ehr eine Flucht, oder? Der schnelle und einfache Weg, durch die Tabletten wurden deine Symptome beseitigt oder besser gesagt, überlagert...deine Anliegen in dir selbst sind aber nach wie vor unbehandelt und unverändert.

Mit meiner Vergangenheit habe ich mich insoweit arrangiert, dass ich verziehen habe. Ich meinen Eltern verziehen, meinen Freunden usw. Ich bin froh dass ich das konnte, denn erst jetzt habe ich sowas wie Liebe für meine Eltern übrig. Früher war es mehr Ablehnung, hatte nur Kontakt zu denen, weil es sich ja so gehört. Aber heute sehe ich, dass auch die ihre Probleme haben und hatten, und dass auch ich heute meine Fehler bei meinem Sohn mache. Andere, aber auch ich bin nicht perfekt und weiß heute zu schätzen, was Vergebung für einen Wert hat. So habe ich zumindest Frieden damit geschlossen. Aber aufarbeiten und drüber reden traue ich mich noch immer nicht, auch nicht für mich. Wäre dann die Vergebung nicht umsonst gewesen wenn ich wieder von vorne anfangen muss?

Da lege ich mich fest – nein, wäre sie nicht!

Vergebung bedeutet für mich in diesem Zusammenhang, dass du es geschafft hast deinen Eltern und deinen Freunden ihre gemachten Fehler zu verzeihen und ihre Unzulänglichkeiten akzeptierst. Damit hast du es auch geschafft, dich von den negativen Gefühlen ihnen gegenüber zu lösen und dich somit zu befreien!

Und du hast recht; jeder macht Fehler, niemand ist frei davon. Ich denke, zu akzeptieren dass niemand vollkommen ist und daher auch das eine oder andere Problem daraus resultiert, dass jemand in unserem Familien- / Freundeskreis nicht besser konnte, als er es getan hat, kann dazu führen, dass man eben keinen Sündenbock für die eigenen Problem braucht sondern akzeptiert dass...Shit happens. Du verstehst sicher was ich meine?
Und mit Vergebung vergibst du dir vor allem selbst und gestehst anderen das Recht ein, fehlerhaft zu sein wie du, ich und jeder andere auch. Du kannst aber jetzt trotzdem bemühen, deine schmerzhaften Geschichten für dich aufzuschreiben, das bedeutet ja nicht dass du deine Vergebung zurücknimmst, du tust es ja nur für dich und zeigst es auch niemandem – du beschäftigst dich damit nur, um dich weiter davon zu lösen und freier zu werden.

Das mit der Einsamkeit ist echt schwierig. Ich denke, jemand der mich nicht kennt bekommt das nicht mit. Der denkt mir geht es prima, ich wäre lebenslustig. Nur wer mich verdammt gut kennt, wie meine Mutter oder meine Freundin merkt, da stimmt was nicht. Ansonsten bewundern mich alle für meine angebliche Stärke. Immer wieder werde ich gefragt, wo ich die Kraft hernehme alles zu Meistern. Ich habe ja neben Beruf und Kind ja noch andere Dinge zu erledigen. Die Ämter machen mir immer wieder ärger, mein Sohn ist auch nicht gerade einfach, wobei ganz lieb. Aber er hat auch seine Probleme... Gegen die wir auch was tun...

Aber im Moment empfinde ich das alles sehr viel, die Zeit ist zu knapp, die Tage zu kurz, die Termine zu eng... und abends dann diese Einsamkeit ...


Du hast wirklich sehr viele Dinge um die du dich kümmern musst und leider zuwenig Unterstützung und selbst nicht den Halt, den du dir wünschst. Zum Glück hast du einen Job, wenn auch noch Existenzängste da wären...nun, beim lesen deiner Zeilen bekomme ich den Eindruck, du würdest eine Maske tragen damit niemand bemerkt, wie erschöpft du bist. Eine Maske tragen ist aber sehr energieaufwendig und außerdem kommt einem dann erst recht niemand zu Hilfe, wenn man als ewig stark empfunden wird.

Das ist zumindest meine persönliche Deutung – liege ich einigermaßen richtig oder siehst du das anders? Ich bin da etwas ambivalent – stark sein ist gut, vor allem, da du ja noch deinen Sohn und auch sonst viel zu tun hast. Auf der anderen Seite muss man auch mal los- und sich fallen lassen. Ich denke, man sollte sich bemühen, möglichst authentisch zu bleiben.

Ich nehme jetzt ersatzweise hochdosiertes Johanniskraut. Ob es was bringt weiß ich nicht, aber so kann ich mir wenigstens einbilden ich tu was ...

Ich hab das auch mal genommen, ob es mir etwas gebracht hat, kann ich dir leider gar nicht sagen. Vielleicht schaust du mal ob du Citalopram verschrieben bekommst, ebenfalls ein Seratoninaufheller der – meines Wissens – selten Nebenwirkungen aufweist.

Heute kommen meine Eltern zu Besuch. Ich mag gar nicht drüber reden wie es mir geht. Ich hoffe die merken nichts...

Vielleicht kannst du bei dieser Gelegenheit die Maske mal kurz ablegen und deinen Eltern sagen, dass du etwas Unterstützung benötigst? Ich weiß nicht ob das geht und in welcher Form sie dir helfen könnten, aber...vielleicht ist es eine Idee?
 

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