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Ich kann nicht mehr ...

A

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Re: Ich kann nicht mehr ...
hallo jule,

oja, du hast recht: hoffnung zu haben bedeutet auch enttäuschungen zu erleben, bedeutet auch am boden zu sein... das ist sooo schlimm und traurig und beängstigend, ich weiß, aber es gehört zu dem prozess dazu, in dem du dich jetzt befindest. glaub mir: jedes mal am boden sein und doch wieder aufstehen bringt einen weiter, gibt einen stärke und zeigt einem die kraft, die doch in einem schlummert, obwohl man nicht mehr daran geglaubt hat...

ich will dir noch etwas erzählen: betrachte mal eine beziehung als ein buch... mir ist es damals sehr schwer gefallen über meinen kummer hinwegzukommen, weil "mein buch" für mich noch nicht geschlossen war. es war angelesen, bis zur mitte, und plötzlich ging es nicht mehr weiter. ich konnte es nicht einfach aufgeschlagen ins regal stellen und es vergessen. ich hatte noch so viel klärungsbedarf, aber mein ex-freund war für mich nicht mehr greifbar, weil er direkt nach unserer trennung nach brüssel gegangen ist, um dort zu arbeiten. wir hatten schon wenige wochen nach unserer trennung kaum noch kontakt, weder telefonisch noch per email, geschweige denn persönlich, und ich wäre fast durchgedreht mit den ganzen fragen, die im meinem kopf karussell gefahren sind. ich hab mich so allein gelassen gefühlt mit all dem, was vorher doch "unseres" war und plötzlich nicht mehr existieren sollte. ich habe mich so über ihn geärgert, dass er sich einfach aus dem staub gemacht und mich mit meinem kummer allein gelassen hat. und ich habe mich sehr über mich selbst geärgert, dass ich mit alledem gar nicht, aber auch wirklich gar nicht klargekommen bin... im gegensatz zu ihm übrigens.

was ich damit sagen will: ich glaube wenn es so läuft, dass ein paar sich trennt, weil es in endlosen diskussionen, die zu keinem ergebnis geführt haben, eingesehen hat, dass es keine gemeinsame zukunft mehr gibt, dann ist das bestimmt aufreibend und auch sehr traurig, aber ich denke man kann leichter damit abschließen, weil alles gesagt wurde. das buch ist geschlossen und man kann es wegstellen. wenn es so ist wie damals bei mir und jetzt bei dir, dass noch so viel offen ist und man sich ständig fragt "erinnert er sich denn nicht mehr an diese situation?", "was hat ihn dazu bewogen?", "hätte es zu irgendeinem zeitpunkt noch eine chance gegeben?", "denkt er überhaupt nicht mehr an mich?" und und und... all diese fragen halt, die du sicherlich kennst, dann fällt es so höllisch schwer die sache gut sein zu lassen - man fühlt sich noch komplett verstrickt in die geschichte, erlebnisse, gefühle... abschließen und nach vorne gucken? undenkbar!

deswegen gilt meiner festen überzeugung nach das was ich über die hoffnung gesagt habe - inklusive der enttäuschungen... erst als ich durch diesen schweren prozess für mich wieder genug stärke und selbstbewusstsein gefunden hatte war ich in der lage, trotz der offenen fragen "das buch" zu schließen und es wegzustellen. die fragen sind übrigens heute noch immer nicht beantwortet - und weißt du was? es macht mir nichts mehr aus 🙂

ganz liebe grüße und eine dicke umarmung
 
Hallo Du ...

dir scheint es damals wirklich ähnlich wie mir heute gegangen zu sein! Es ist schön zu lesen, dass du mich so gut verstehst!

Ich weiß schon nicht mehr, was ich schreiben soll! ... irgendwann muß das doch mal vorbei sein! Ich kann doch nicht immer und immer wieder das gleiche schreiben! ... und immer und immer weiter leiden! Das geht jetzt schon so lange so! Wenn es so ist, wie du schreibst, dann muß es doch irgendwann mal weniger werden ... es muß doch mal irgendwann weniger weh tun! ... aber du hast - glaube ich - geschrieben, daß es bei dir ca ein halbes Jahr gedauert hat. Aber bei mir geht das jetzt schon so über 10 Monate! na ja, es war immer wieder ein auf und ab. Dann hatten wir wieder Kontakt und dann ging alles wieder von vorne los!

Es tut auf jeden Fall gut zu lesen, wie es dir ergangen ist!

Danke schön! Liebe Grüße, Jule
 
Hey Jule,

bist nicht allein. Schreib ruhig, selbst wenn wir es schon kennen. Wie gesagt, bei mir ging es fast 2 Jahre..

Heute gehts mir besser. Bin zwar noch nicht übern Berg, aber kann immerhin schon wieder Licht am Horizont sehen.

Lieben Gruß
und ein wenig Kraft für dich

Sonny
 
Sonny meinte:
Hey Jule,

bist nicht allein. Schreib ruhig, selbst wenn wir es schon kennen. Wie gesagt, bei mir ging es fast 2 Jahre..

Heute gehts mir besser. Bin zwar noch nicht übern Berg, aber kann immerhin schon wieder Licht am Horizont sehen.

Lieben Gruß
und ein wenig Kraft für dich

Sonny


2 Jahre??? ... 🙁
 
*lach*

Naja, bin mir sicher, es muss nicht jedem so gehen!

Aber muss ehrlich gestehen, ich bin damit das erste Mal in meinem Leben so richtig an meine Grenzen gestossen, was Männer betrifft. Hatte ja auch nicht damit gerechnet.

Wenn ich wüsste, wie ich den Schmerz von dir nehmen könnte, ich würd es tun. Nur leider bin ich mir sicher, dass es da keine Möglichkeit gibt. Weiss wie unerträglich er ist und das man da allein durch muss.

Ging es dir heut ein wenig besser?

Lg
 
Sonny meinte:
*lach*

Naja, bin mir sicher, es muss nicht jedem so gehen!

Aber muss ehrlich gestehen, ich bin damit das erste Mal in meinem Leben so richtig an meine Grenzen gestossen, was Männer betrifft. Hatte ja auch nicht damit gerechnet.

Wenn ich wüsste, wie ich den Schmerz von dir nehmen könnte, ich würd es tun. Nur leider bin ich mir sicher, dass es da keine Möglichkeit gibt. Weiss wie unerträglich er ist und das man da allein durch muss.

Ging es dir heut ein wenig besser?

Lg

Ja, da muss ich wohl alleine durch ... ganz alleine!

Heute ging es mir leider wieder schlechter ... dafür ging es mir die letzten Tage aber etwas besser! ...

Ganz liebe Grüße, Jule
 
hallo jule,

die zeit die man braucht mit sowas klarzukommen ist bestimmt unterschiedlich und hängt auch mit der restlichen lebenssituation und verfassung zusammen. bei mir war es damals so dass ich exakt zur gleichen zeit beschlossen hatte endlich eine therapie wegen meiner magersucht anzufangen, was es einerseits viel schwerer gemacht hat, da ich dadurch komplett das gefühl hatte den boden unter den füßen zu verlieren - ein leben ohne meinen ex-freund und dann auch noch ohne meine "sichere basis" der magersucht, die mich so lange begleitet hatte... ich hatte das gefühl komplett den boden unter den füßen zu verlieren und hatte solche angst vor der zukunft, komplette ungewissheit wartete auf mich :-( diese zeitgleichheit war damals einerseits extrem schwer, andererseits aber auch sehr gut, weil ich dadurch einen therapeuten hatte, der mich in dem prozess begleitete. und es war tatsächlich so, dass wir in den ersten wochen eigentlich hauptsächlich über meinen herzschmerz geredet haben und weniger über die magersucht (wobei das natürlich auch miteinander zusammenhängt und mir mein kummer das essen zusätzlich schwer gemacht hat). das hat mir letzten endes sehr geholfen und bestimmt auch dazu beigetragen, dass es "nur" ca. sechs monate gedauert hat, bis ich wieder zuversicht hatte und frieden mit mir und der situation schließen konnte. die therapie ging natürlich noch weiter... 🙂

ich fürchte übrigens, dass du das ganze auf und ab, das vorher passiert ist, nicht richtig zum prozess des "damit klarkommens" und "damit abschließens" zählen kannst - der beginnt bzw. begann erst als dir klar wurde (zumindest mehr als zuvor), dass es das nun wohl engültig war... und ich glaube das ist "erst" ein paar wochen her, oder? klar, dass es dir durch die vorgeschichte schon so vorkommt, als seist du schon ewig so unglücklich! der der erste schritt in eine zukunft ohne traurigkeit begann aber erst in dem moment, als ihr zum letzten mal kontakt hattet...

jule, ich drücke dir die daumen dass heute wieder einer der besseren tage ist!
 
Lieber Gast ...
Es ist bewundernswert ... dass du das alles geschafft hast! Wie lange ist es jetzt alles her?
Und es ist gut zu lesen, daß dir die Therapie dabei gut geholfen hast! ... das macht Hoffnung!
Warum fühle ich mich so alleine ohne ihn? Warum kann mein Kopf nicht die Überhand gewinnen? ... denn dann wäre alles gut!
Ja, du hast recht! Erst jetzt hat die Zeit des Beenden angefangen! Erst jetzt fängt es an real zu werden! Die Zeit vorher hat einfach immer und immer wieder alles aufgewirbelt! ... durch dieses hin und her konnte es nie einen Abschluß geben ... und ich hoffe, daß es bei mir auch kein halbes Jahr mehr dauert ... das schaffe ich nicht! ... Schon komisch! Ich hoffe, in ein paar Wochen ist alles vorbei, aber anderseits kann ich mir nicht vorstellen, daß es jemals vorbei ist ...
Wünsche dir eine gute Nacht!
Viele liebe Grüße, Jule
 
liebe jule,

ich hatte einige tage keine gelegenheit hier reinzuschauen - ich hoffe es gab in der Zwischenzeit wieder ein paar momente, in denen es dir gelungen ist, auf andere gedanken zu kommen!

bei mir war es anfang 2004. das war die zeit in der mein exfreund mir klar machte, dass unsere trennung engültig ist. es ist komisch, wie weit weg es mir jetzt vorkommt, also rein zeitlich gesehen. andererseits kann ich mich noch wahnsinnig gut daran erinnern, wie unglücklich und verzweifelt ich damals war - ich glaube so etwas vergisst man nicht. ungefähr um diese zeit vor zwei jahren war das schlimmste überstanden - und ich konnte in eine tausend mal bessere zukunft starten!!!

ich habe eben angefangen dir zu schreiben, was ich in der zeit damals alles verzweifeltes getan und gedacht habe, aber ich glaube das bringt dir nichts... du machst es ja selbst gerade durch. stattdessen überlege ich, was mir damals geholfen hat... manches ist banal und das meiste sicherlich individuell - aber vielleicht ist ja trotzdem was für dich dabei:

- MUSIK
war schon immer wichtig für mich und ist es immer noch - aber in dieser zeit damals viel intensiver. vergiss nicht: ebenso wie einen bestimmte musik traurig macht, kann einem andere musik helfen. vielleicht magst du ja einen plattentipp ausprobieren: "stille post" von mia ist damals in meinem cd player rauf und runter gelaufen - eigentlich gar nicht so meine musik, aber vor allem die beiden titel "komm mein mädchen" und "hoffnung" haben mich damals mitten ins herz getroffen und mir irgendwie mut und kraft gegeben... vielleicht findest du ja auch solche lieder? und dann: schön laut aufdrehen (und wenn keiner guckt auch gerne mal wild rumtanzen, selbst wenn man dabei weinen muss) - so funktionierts am besten 🙂

- FILM
ich habe damals glaube ich an die 10 mal "was das herz begehrt" mit jack nicholson und diane keaton gesehen und war jedes mal gepackt, musste heulen und lachen zugleich. diane keaton mit ihrem liebeskummer und ihrem lauten geheule ("ich habe ein neues hobby") - mein spiegelbild!!! ich glaube wenn man dem film im "normalzustand" sieht ist er nett - wenn man ihn mit liebeskummer und herzschmerz sieht ist er medizin. auch wenn du ihn schon kennst, schau ihn dir nochmal an - vielleicht hilft es ja!

wenn mir noch mehr einfällt trage ich es nach 🙂 lesen (ansonsten meine leidenschaft) und fernsehen fand ich damals nicht so hilfreich - konnte mich nicht konzentrieren und bin mit den gedanken immer wieder abgedriftet... außerdem fand ich es sehr schwer bücher und filme zu finden, die nichts mit liebe oder tod zu tun hatten. unter uns: ich habe damals mit vorliebe die werbeblöcke gesehen, im ernst, die waren immer so schön fröhlich und konzentrieren musste man sich auch nicht... einen extra "hilfs-punkt" würde ich aus den werbeblöcken aber trotzdem nicht machen ;-)

also, jule, eine dicke umarmung und viel kraft - du bist nicht allein!!!
 

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