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    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Ich habe noch nie "ich liebe Dich" gesagt...

  • Starter*in Starter*in Eudaimonia
  • Datum Start Datum Start
  • Stichworte (tags) Stichworte (tags)
    liebe
@lucky-katenka

Ich kann dich gut verstehen. Jeder, der viel in Foren unterwegs ist, wird das Phänomen kennen: Lange Beiträge strapazieren manchmal ganz schön die Gedult. Das kann ich vollkommen nachvollziehen, genau deshalb habe ich mich am Anfang dafür entschuldigt!

Jeder ist frei, soviel zu lesen wie er möchte.

Ja natürlich Eudaimonia, ich wollte dich auch niemals angreifen. Vielleicht hilft es dir ja wenn du dir alles von der Seele schreibst, ich würde es dir jedenfalles wünschen. Manchmal fühlt man sich dann wie befreit und kann mit gewissen Dingen besser umgehen. Deine Geschichte zeigt jedenfalls dass du sehr emotional bist, dass mögen viele Frauen, schade dass das die eine nicht so richtig erkannt hat !
Liebe Grüße
lucky
 
Eudaimonia meinte:
hast du ähnliches erlebt?
Es ist über ein Jahr her, dass ich einer Chatbekanntschaft die Freundschaft gekündigt habe. Es war ähnlich intensiv, wenn auch auf Schwester Bruder Ebene.
Wir leben weit genug auseinander und doch war es heftig. Es ist halt passiert und ich werde mich hüten zu spekulieren, ob es Vorsehung war oder einfach nur Zufall 😉 .
 
Sie ist mit ihm zusammen. Ich kann nicht schlafen. Mein Herz rast die ganze Nacht. Wenn ich ich mich am morgen ankleide, denke ich, wie sie mit ihm zusammen ist, wie sie reden, wie sie lachen, wie sie zusammen frühstücken! Ich kann an nichts anderes mehr denken. Wenn ich zur Arbeit fahre, sehe ich andere Pärchen, eine sieht aus wie sie. Ich fühle mich ohnmächtig, mein Herz gefriert, mein Atem stockt, ich will gegen den nächsten Baum fahren.

Später am Tag, nachdem mich die Arbeit gefangen genommen hat, sehe ich etwas... etwas auf meinem Tisch, was mich an sie erinnert, was meine Gefühle auslöst. Ich denke: Wenn ich nicht JETZT mit ihr reden kann, dann kann ich für NICHTS mehr garantieren! Im nächsten Moment schlägt meine Eifersucht um, ich will sie nie mehr wieder sehen. Ich will sie verachten für ihren Betrug an meinem Herzen!
Das Telefon klingt. Es könnte sie sein. Ich habe Angst. Mein ganzer Körper zittert. Ich ziehe den Stecker, stellt meine Handy aus. Im nächsten Moment schalte ich es an, schaue nach SMS, dann stelle ich es wieder aus...
Ich zwinge mich zur Arbeit, bin nicht mehr ich selbst. Ich verliere einen Teil von mir. Ich verliere eine Illusion.
Das Schlachtfeld der Liebe ist eines der grausamsten. Dort Ehre zu bewahren, ist die Ehre der eigenen Person, aber nur diese Ehre wird das schützen, was man in Zukunft am meisten liebt.

Ich bin überzeugt: Nur wer sich selbst achtet, kann andere achten. Nur was man in der Lage ist zu bewundern, wird man sich zu "eigen" machen können. Wer sich selbst nicht spüren kann, kann auch niemanden anderen spüren. Und wie kann man von jemand Liebe für die eigene Person erwarten, wenn man sich selbst nicht liebt?
All das sind meine persönlichen Überzeugung, meine Meinung und meine Einstellung. Für den Austausch von Ansichten bin ich dankbar und ich akzeptiere auch andere Einstellungen; jeder kann das sehen, wie er möchte!



Mich macht es immer wieder betroffen, wenn Hilfe sich auf praktische Handlungsanweisungen beschränken. Wie oft wünscht man sich Verständnis? Wie oft wünscht man sich, einbezogen zu werden? Wie oft wünscht man sich schlicht Offenheit und Ehrlichkeit?

Lg, die LE🙂
 
[Für die nicht ganz so fleißigen Leser eine kurze Zusammenfassung, darum geht's: Valentinstag, Vertrauen, Küssen, der erste Sex, Spieleabend, Schnubbels Liebe und ganz besonderen Qualitäten]

Bevor das Wochenende vor der Tür stand, wurde Emo auf einen angelsächsischen Brauch aufmerksam gemacht, von dem manche behauptet, er sei zur Förderung Floristen eingeführt worden.
Aber darüber dachte Emo nicht nach, stattdessen besorgte er eine Tulpe (die Lieblingsblume von Tioni) und eine weiße Rose. Jede Blume sollte für eine Person stehen und beide zusammen dafür, dass zwei sehr verschiedene Leute eine schönes Paar ergeben können.

Sie trafen sich gegen abend am Fuße eines Wolkenkratzers. Emo hatte einen Platz in der Penthousebar reserviert. Nachdem sie sich niedergelassen hatten, genossen beide die überwältigende Aussicht und sprachen über ihre Gefühle, die Basis ihrer Beziehung - Vertrauen:
"Aus dem Funkensprung letzten Dienstag ist ein Feuerwerk der Gefühle geworden.Eine Achterbahnfahrt: Von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Ich habe mich sehr glücklich gefühlt, dann wieder sehr traurig. Dann wieder wie unter Hochspannung, neugierig, ängstlich, überfordert. Manchmal erschien mir alles wie ein großer Traum. Alles wirkt etwas irreal, vielleicht möchten die Gefühle mehr, als das Vertrauen zulassen kann? Vertrauen wächst nur ganz langsam... wie eine zarte Pflanze und ein einziger Sturm kann es zerstören. Bei einem einzigen Frost kann die ganze Pflanze erfrieren.
Eine interessante Frage wäre sicherlich: Wie kann man diese Pflanze
schützen? Wie kann man sie wachsen und gedeihen lassen?
Davor stellt sich für mich erstmal die Frage: Was ist es überhaupt für
eine Pflanze?
Vertrauen heißt: nicht wissen. Vertrauen heißt: ein Stück Kontrolle in
fremde Hände legen. Warum sollte man das tun? Warum sollte man sich
ausliefern und nicht nach dem Prinzip "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" handeln?
Wohl eine sehr persönliche Frage, man könnte Vertrauen vielleicht als eine
Art Rahmen für Gefühle sehen. Vielleicht sogar als eine Art Basiskonstruktion, die vor Verletzungen schützen könnte.

Wie kommt es dazu? Wieso fassen wir Vertrauen zueinander?
Man könnte die These aufstellen: Jemand wünscht sich von ganzem Herzen zu vertrauen, tut es... dabei scheint die Gefahr zu bestehen, dass das
Vertrauen mehr auf den Wünschen, als auf der Realität beruht. Enttäuschung folgt zwangsweise.
Oder jemand hat in der Kindheit sehr viel Vertrauen erfahren. Und vertraut
vielen Leute blind. Auch da folgen Enttäuschungen. Genauso wie es für
jemand, der niemals Urvertrauen erlebt hat, sehr schwierig sein wird, je wirklich zu vertrauen.
Unsere eigentliche Vertrauensbasis könnte man weitgegriffen 2 Jahre
nennen, engegriffen sind zwei Wochen, gespickt mit Missverständnissen und
Enttäuschungen!
Vielleicht müssen wir beide noch oft enttäuscht werden, bis wir den
anderen so sehen, wie er wirklich ist. Vielleicht schaffen wir es nicht, vielleicht gehen wir beide daran zu grunde. Aber wenn wir es schaffen, dann haben wir etwas wirklich Einmaliges. Und auch wenn es hier vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt ist: Die Gefühle, die ich dir gegenüber empfinde, hat noch niemand bei mir ausgelöst (Angst vor Verletzung inbegriffen). Ich weiß nicht, wie es für dich klingt, ob du es mir glauben kannst... ich meine es trotzdem so und nicht anders!

Jetzt zu der Frage: Wie kann man Vertrauen schützen und fördern?
Da Vertrauen nicht wissen heißt, ist es wohl immer damit verbunden, dem
anderen Gewisse Gedanken oder Absichten zuzuschreiben. Misstrauen beginnt nicht dort, wo man dem anderen Vorwürfe macht, sondern da, wo ihm innerlich keine gute Absicht unterstellt. Misstrauen entsteht auch dort, wo man innerlich an Vorbehalten festhält, seinem Partner nicht zutraut, dazu Stellung zu nehmen.
Überlegen wir doch mal, was wir haben. Wir haben uns beide sehr lieb. Wie
kennen voneinander sehr intime Seiten und man könnte vielleicht sagen, wir haben beide einen sehr eigenen, gradlinigen Charakter. Wir haben beide sehr starke Gefühle zueinander (bitte korrigiere mich, wenn ich irgendwas in dich reinlege, was auch dich nicht zutrifft). Wir wollen zusammen glücklich werden.

Meinst du, ich hätte auch nur das allergeringste Interesse dir weh zu tun?
Meinst du ich hätte auch nur das geringste Interesse, dir irgendetwas vor
zu ziehen, um dich zu enttäuschen?
Wieviel Distanz reicht aus, dass du das Gefühl hast, du würdest mir nichts mehr bedeuten? Damit du alles in Frage stellst?
Wenn ich das Gefühl habe, dass du traurig bist. Dann möchte ich dir
helfen. Aber ich fühle mich manchmal ohnmächtig. Wie soll ich dem gerecht werden? Wie kann ich das auffangen? Vielleicht mache ich vieles verkehrt, vielleicht finde ich nicht die richtigen Worte. Nun in diesem Fall bin ich wohl überfordert... kannst du mit kleinen Männern umgehen?
Ich habe nur einen kleinen Vorschlag. Ich sage nicht einmal, dass er gut
ist, aber vielleicht ist er eine Überlegung wert. Oder du kannst was dazu sagen, was du gut findest, was du verbessern würdest.
Ich möchte vorschlagen, dass wir einander soweit irgend möglich vertrauen.
Dem anderen zumindest eine gute Absicht unterstellen. Sein gutes Herz präsent behalten. Versuchen Sachen, die uns enttäuschen direkt anzusprechen, weil wir darauf vertrauen, dass wir nicht in böser Absicht enttäuscht werden, weil wir auf Verständnis hoffen und darauf, dass sich daraus etwas ändern kann. Ich wünsche mir, dass wir dass wir das zusammen hinbekommen."

Tioni hatte immer wieder interessiert zwischen gefragt, jetzt nickte sie: "Ich wünsche es mir auch. Habe den ganzen Tag auf der Arbeit gesessen und gewartet, dass du mir schreibst, jede Sekunde auf den Aktualisieren-Button gedrückt, um zu sehen, ob eine Mail von dir da ist.
Wenn du dich meldest bei mir, dann geht es mir gut, unglaublich gut. Auch wenn du nicht da bist, weiß ich, dass ich dich bald wiedersehen kann, dass du nicht weit fort bist, dass du mich lieb hast, dass ich die vertrauen kann.
Manchmal holen mich meine Ängste vom Beginn unserer Beziehung ein, dann muss ich mich anstrengen meine Zweifel zu vertreiben. Dann betrachte ich ein Bild von dir oder alte Brief. Aber diese Momente werden seltener."

Mittlerweile war es schon spät geworden. Beide verabschiedeten sich mit einem leidenschaftlichen Kuss und einer großen Vorfreude auf das kommende Wochenende.

Für das Wochenende war ein Spieleabend geplant, zu dem EMO einige Freunde eingeladen hatte. Außerdem würde Tioni erstmal von Freitag auf Samstag bei ihm übernachten, wie aufgeregt er war!
Noch bevor sie richtig zur Tür rein war, küssten sich die beiden innig. Bei leiser Musik rieben sie langsam ihre Körper an einander. Emo merkte, wie er immer aufgeregter wurde. Langsam zogen sie sich auf. Jeder den anderen, wie es sich gehört.
Dann stand sie vor ihm und er vor ihr. Der Sex war eine Katastrophe. Schlimmer als beim ersten mal. Dachte Emo bisher immer, dass die Gefühle das wichtigste waren, so erkannte er jetzt, dass er noch andere Ansprüche hatte. Das war es einfach nicht, es lag an ihm, es ging nicht. Nein, eigentlich lag es nicht an ihm: Tioni konnte sich nicht erotisch genug bewegen, war nicht hübsch genug - es klappte einfach nicht! War es wirklich so? Nein, nein, nein... umgekehrt. Sie machte ihn an, er wollte sie, aber er konnte nicht. Zuviele Gefühle, zuviel Verlangen, ihr Körper war schön, ihre Küsse heiß und er ein Versager?
Nein, das Gefühl gab Tioni ihm nicht. Sie ging sehr behutsam mit ihm um. Beide würden es wieder versuchen und als es dazu kam, war es lustiger Weise umgekehrt. Emo ertastet, dass sie verkrampf war, reagierte mit Verständnis. Sind nicht allen guten Dinge drei?
Beim dritten mal war es zuerst Druck, dann war alles empfindlicher, die Bewegungen waren intensiver wahrzunehmen, die Berührungen waren heftiger, hart an der Grenze zum Schmerz, allerdings ein angenehmer Schmerz, der Orgasmus ein langanhaltendes Hochgefühl und die darauffolgende Erschöpfung sehr entspannend mit einem Gefühl von Geborgenheit.
Ja und der Spieleabend war dann auch noch schön. Tioni lernte einige von Emos Freunden kennen. Umgekehrt gab es allerdings ein Problem. Tioni beichtete, dass sie Angst hätte, ihre grade frisch bezogene Wohnung wieder verlassen zu müssen, wenn Schnubbel von ihrer Beziehung erfahren würde: "Schnubbel liebt mich, er hat sehr viel mit dem Zusammenzug verbunden, auch wenn ich immer gesagt habe, dass ich ihn nicht liebe!". Leider waren auch die Freundeskreise von Tioni und Schnubbel vermischt. Emo hatte ein eigenartiges Gefühl: Alles war so schön, so harmonisch, aber wieso musste er seine Beziehung verleugnen? Warum erzählte er jedem davon und sie keinem. Aber vielleicht sollte er besser über seinen Egoismus reflektieren, statt seinem Engel Vorwürfe zu machen. So entschloss er sich, ihr Zeit zu geben.

[...]
 
Hey lucky, du legst dich hier mit der gesammten Frauenwelt an. Lass Eudaimonia bloß zu Ende schreiben, die Geschichte ist wunderschön. Frauen mögen so sentimentalen Schmacht, weißt du? 😉 Bin gespannt, wie die Story ausgeht, auch wenn sie nicht unbedingt in dieses Forum passt. Liebe Grüsse, Tine 🙂😉.
 
@Eudaimonia
Genauso geht es mir auch schon seit gut 2 Wochen. Es ist nicht einfach, wenn man einfach so ausgetauscht wird. Ich kontrolliere auch beinahe minütlich mein Handy ob nicht doch eine SMS angekommen ist und ich es nicht gemerkt habe. Wenn mal was da ist klopft mir das Herz bis zum Hals. Wie du das überwinden kannst, dafür hab ich kein Rezept, denn ich suche es selbst noch. Aber es hilft ungemein, du abstand gewinnst und sie vergißt. Es ist schwer aber lass los sonst machst du dich nur kaputt. Bei mir hat es auch gut 1,5 Wochen gedauert bis ich es kapiert habe. Lerne loszulassen und du wirst wieder glücklicher. Schnapp dir Kumpels und Freunde und versuch so viel wie möglich weg zu kommen.

Ich fass grad selbst nicht, dass ich dir Ratschläge gebe, die ich selbst kaum schaffe einzuhalten. Aber ich hoffe es hilft dir.

mfg
Pokerface

ja iwie hofft man das noch irgendeine nachricht kommt ! leider meistens vergebens 🙁...
das macht doch jeder durch =(
 
Hey Tine, Du solltest lieber erstmal all meine Beiträge lesen, bevor du mich öffentlich bezichtigst, dass ich mich mit der gesamten Frauenwelt anlegen würde.😕 Gerade Du solltest eigentlich wissen, dass das niemals meine Art ist und wie ich wirklich bin. :mad:Also erst lesen, dann nachdenken und dann schreiben, das hier ist nämlich öffentlich und nicht privat !!!!!!!!
lucky-katenka


Hey lucky, das war nur Spaß! Ich hab's bestimmt nicht böse gemeint!😱 Trotzdem liebe Grüße 🙂 Tine
 
[Darum geht's: Emo und Tioni fahren an die Ostsee, Tioni läd zu einem Spieleabend mit Schnubbel und Freundin: Dürfen sie sich küssen vor den anderen?]

Fährt man nach vier Wochen schon zusammen in Urlaub? Vielleicht an die Ostsee. Außerdem ist "zusammen" ja relativ, denn für Schnubble, war Tioni alleine unterwegs (dieser wunderte sich zwar, dass ihr Auto noch da stand, aber Tioni begründete diese Tatsache mit der Mitfahrzentrale...).
Wie auch immer Emo freute sich riesig auf den Urlaub: Auch wenn es nur ein paar Tage waren, sie waren dort ungestört, kaum Urlauber, und ein ganzes Appartement für sich!
Nach einer langen Autofahrt, die letztendlich etwas dramatisch wurde, da es darum ging, die letzte Fähre zu bekommen, nisteten sich die beiden in ihrem Zimmer in der Pension ein.
Man kennt sich über Jahre und dann steckt man plötzlich in einer alltagsähnlichen Situation: Schlafgewohnheiten, Eigenarten des anderen, Einkaufen, Autofahren... - es war ein spannender Kurzurlaub. Für Emo war es etwas gewöhnungsbedürftig jeden abend zwischen 11 und 12 ins Bettzugehen, allerdings blieben die befürchteten Einschlafprobleme aus und so genoß er es, am kommenden Tag fit und ausgeschlafen zu sein. Auch was die Essgewohnheiten betraf, richtete er sich nach Tioni: Morgens Müsli, mittags Obst, Nussmischungen oder Riegel und abends meistens Vollkornbrot mit Salat. Ok, vielleicht ist es aufwendig in der Vorbereitung, aber es ist nicht das schlechteste und es ist gesund und da er selbst ein Allesesser war, fiel es ihm nicht schwer, sich anzupassen.

Tioni hatte übrigens inzwischen ihrer besten Freundin von der Beziehung erzählt (diese lebte allerdings weit weg): "Bitte mach dir keine Sorgen, hab ihr nichts schlimmes erzählt, genaugenommen nur die Wahrheit. Sie kennt mich sehr gut und hat mich selten so erlebt. Momentan erscheine ich ihr wohl wie ein aufgescheuchtes Hühnchen, das wild mit den Flügeln flattert und leicht verunsichert in eine neue Lebenssituation steuert."

Emo: "Danke, das ist ein Lichtblick für mich, trotzdem belastet mich die Situation. Wann wirst du mich deiner Familie, deinen anderen Freunden vorstellen?"

Tioni: "Schatz, ich habe versucht so ehrlich zu sein wie möglich. Ich hab dich lieb und ich will zu dir stehen. Der Preis sind meine Freunde. Das wusste ich und es ist ok. Aber bitte stelle mir nicht mehr solche Fragen, das tut weh".

Was konnte Emo darauf antworten? Er hätte sich bisher nie vorstellen können, seine Beziehung zu verleugnen und jetzt war es soweit. Das verstieß gegen seine innersten Prinzipien. Aber was geschieht in einem Prinzipienkonflikt?
Welche Möglichkeiten gibt es dann, die Beziehung zu retten? Ihm fallen folgende ein:
1. Man verleugnet die Verltung der Prinzipien. Fängt an, den Partner zu entschuldigen, belügt sich selbst. Flüchtet sich in eine Phantasiewelt.
2. Man verändert seine Ansprüche... - leider nicht ohne Weiteres möglich.
3. Man versucht den Rahmen der Prinzipien durch verstärke Einfühlung in seinen Partner zu erweitern.
Wie kann man es schaffen, (in einer wirklich bedrohlichen Situation für eine Beziehung) nicht zu verurteilen, sondern zu verzeihen?
Emo war der Ansicht, dass egal was ein Mensch verbricht, er in einem Fall eine Chance verdient hat: Nämlich dann, wenn ein inneres Band des Vertrauens zu dem anderen Menschen besteht. Wenn man selbst der Überzeugung ist, dass er einen guten Willen hat und ehrlich ist und das Vertrauen, dass er ienen niemals verletzten würde, weil er böse ist, sondern nur, weil er vielleicht nicht anders konnte.
Aus Fehlern kann man lernen, Menschen können sich entwicklen. Was könnte eine Entwicklung besser Begleiten als Wohlwollen, Mitgefühl und Liebe?

Vielleicht nicht besser, aber dennoch nicht unwichtig waren für Emo Offenheit und Ehrlichkeit. So war es eine große Herausforderung für ihn, als Tioni ihn einlud, ihre Freunde kennenzulernen. Bei einem Spieleabend mit heiteren Getränken bei ihr zuhause in der Wohnung.
Tja, wo war der Haken doch gleich?
Schnubbel hatte den Abend als Überraschung für Tioni geplant.

Emo verwundert: "Und was wäre, wenn du am Samstag garnicht könntest? Wie sind dein Gefühle bezüglich des Abends?"

Tioni: "Wir haben einen Planer, in den wir gemeinsame Unternehmungen rechtzeitig eintragen, außerdem er hat den Abend doch extra für mich veranstaltet und schon gemeinsame Freunde eingeladen. Ich habe Angst, dass ich Schnubbel unrecht tue, trotzdem habe ich mich überrumpelt gefühlt."

Emo: "Wie hat er denn die "Überraschung" formuliert?

Tioni: "...da du Samstag bisher ja noch nichts vor hattest, dachte ich mir, ich mach dir eine kleine Freude und hab einen Spieleabend am samstag organisiert. Ist das ab 20.30 uhr einplanbar für dich?
Ich werde die üblichen Besorgungen erledigen, wenn du noch Wünsche hast, setz es bitte auf die Liste."

Emo: "Diese Einladung hat er wirklich lieb formuliert. Die
Vorstellung mit dir einen Spieleabend zu verbringen verlockt mich ungemein. Selbst unter der Prämisse, dass ich sehr viel um die Ohren habe, sehr gestresst bin und vielleicht nicht genug Schauspielerisches Engagement mitbringe, ist es unheimlich reizvoll für mich den Samstag abend mit dir zu verbringen. Grade wenn ich etwas wirklich in betracht gezogen habe, werde ich kritisch: Wie hättest du dir das vorgestellt?
Auch wenn wir uns nicht vor den anderen küssen, so merkt jeder, an dem wie wir uns behandelt was los ist. Und grade die Neidischen, die selbst deine Zuneigung haben wollen, bemerken es noch mehr als wir. Alleine, wenn wir lieb zueinander sind, uns gegenseitig Blicke zu werfen...
Einzige Möglichkeit, die ich sehen würde, das zu vermeiden, wäre, dass wir uns extra kühl und reserviert verhielten. Aber wie würde es uns dabei gehen? Ich weiß nicht wielange ich das aushalten würde...
Und der anschließende Abschied? Wann würden wir uns wiedersehen? Wann wieder in den Arm nehmen können? Uns küssen?
Tut mir leid, dass ich derjenige war, der gestern die kritischen Fragen gestellt hat. Auch wenn ich die Fragen aus meiner Sicht berechtigt empfinde, so weiß ich doch auch, was dir an dem Abend liegt. Und vielleicht auch an der Vorstellung mich gemeinsam mit deinen Freunden "genießen" zu können. Das Gefühl von deinem Freundeskreis mit dem Freund, der zu dir gehört, akzeptiert zu werden.
Nichts würde ich mir mehr wünschen für dich. Auch ich wünsche es mir sehr. Aber nicht um den Preis einer Illusion, eine Illusion die wahrscheinlich nur unter Schmerzen für die jeweiligen Betroffenen aufrecht erhalten werden könnte. Deshalb möchte ich nicht am Samstag nicht kommen."

Als Emo das gesagt hatte, beendete Tioni das Gespräch. Ups, was war jetzt los, dachte er? Er hatte sie wohl sehr entäuscht. Das tat ihm leid, gleichzeitig musste es doch eine Möglichkeit geben, seine Zweifel bezüglich des Spieleabends zu äußern? Zugegebener Weise hatte er die letzten Worte sehr hart gesagt, härter als er sich sicher war, dass er wirklich nicht kommen wollte.

Ziemlich überraschend meldete sich Tioni am nächsten Tag: "Zunächst möchte ich mich für mein Verhalten gestern entschuldigen. Es war
absolut kindisch von mir einfach das Gespräch zu beenden und es tut mir leid. Bitte entschuldige.
Natürlich ist es sehr anmaßend von mir, dich in dieser Konstellation und
ungeklärten Situation zu mir zum Spieleabend einzuladen und zu erwarten, nein, besser zu hoffen, dass du kommst. Mir war durchaus bewußt in welche Situation ich dich damit bringe.auch an meine freunde habe ich gedacht,aber ich hatte das gefühl, die situation soweit geklärt zu haben, dass ich das riskieren könnte.
Natürlich war es unverschämt von mir zu denken, dass man einen gemeinsamen Abend verbringen könnte, einen Abend an dem wir unsere Gefühle zumindest nicht offen allen vorführen.
Als ich gestern Abend den Hörer aufgelegt habe, hatte das nicht den Grund, weil ich böse auf dich war,oder mich verletzt gefühlt habe. Ich habe mich einfach nur allein gefühlt. Es war wie eine welle die über mich geschwappt ist und mir meinen Atem genommen hat genauso wie die Fähigkeit weiter zu sprechen, diesen hörer zu halten, deinen Argumenten weiter zuzuhören.
Diese Situtionen wird es immer wieder geben, ich weiß nicht, und ehrlich
gesagt glaube ich auch nicht daran, ob man das ändern kann,ob mir jemand so ein starkes Gefühl geben kann, dass mich das nicht einholt."

Emo: "Das bezieht sich dann wohl auf mich? Warum reicht das, was wir haben nicht dazu aus, solche Überreaktionen zu schlichten? Ich will dir nicht weh tun, aber ich möchte dich auch kritisieren dürfen. Ich möchte keine Angst haben, dass wenn ich nicht grade die passenden Worte finde, es zum Kontaktabbruch kommt.
Abgesehen davon habe ich sicherlich auch meine Teil dazu beigetragen. Vielleicht ist mir dadurch auch bewusst geworden, wie wichtig der Spieleabend für dich ist, sprich: ich habe mich entschlossen das Wagnis einzugehen."

Tioni: "Ich werde die Stunden bis dahin zählen, wird meine liebste Tagesbeschäftigung. Du fehlst mir schrecklich. Liebe ist wie eine Krankheit mit Nebenwirkungen. Momentan bin ich auf Entzug: Mein Kopf kann nicht richtig arbeiten, ich habe unendlich großen Hunger, aber doch keinen Appetit, ich bin müde und doch total aufgekratzt, dass ich keinen Schlaf finde."

Als Emo bei Tioni eintraf, musste er sich als erstes einen längeren Zungenkuss zugunsten eines kurzen in den Armnehmens mit kleinem Lippenbekenntnis ersparen. Schorsch und Gunhild, ein befreundetes Pärchen, waren bereits vorort. Es wurde Tabu gespielt... Emo musste des öfteren schmunzeln, insbesondere als Schnubbel den Begriff "der bewegte Mann erklären musste" und mit Assiziationen wir "der Liebhaber im Schrank" aufwartete. Wenn er es nicht bewusst ansprach, so vermutete Emo ab diesem Moment, dass Schnubbel vielleicht schlauer war, als es Tioni einzuschätzen vermochte.
Derweil berührten sich Emos Beine, mit Tionis Beinen unter dem Tisch. Fast unmerklich glitten ihre Hände zueinander und ganz unäuffällig begann ein Händchenhalten unter dem Tisch.
Plötzlich stand Emo auf, ging in die Küche und bemerkte, wie Tioni ihm durch die halbgeöffnete Tür folgte. Die Gelegenheit für einen intensiven und brickelnden Kuss. Was wäre, wenn sie jemand sehen würde? Diese Frage war für Tioni bestimmt ungleich spannender als für Emo...
Bald nach dieser kleinen Pointe löste sich die Gesellschaft auf und Emo fuhr nachhause (nachdem er noch einen Bekannten von Tioni nachhause gefahren hatte). Ein leicht beklemmendes Gefühl blieb zurück. Ein Gefühl, dass ihn traurig werden ließ. Er hätte so gerne seine Gefühle gezeigt, er hätte sich so gerne an Tioni geschmiegt, wäre bei ihr geblieben. Stattdessen musste er auf Fragen wie: "Woher kennt ihr euch?" Antworten geben, wie "wir sind uns von der Uni bekannt". Gefühle nicht ausleben ist eine Sache, aber seine Beziehung vor anderen verleugnen zu müssen, eine andere. Er versuchte den Abend unter "neue Erfahrung" abzulegen.

[...]
 
Zuletzt bearbeitet:
[Darum geht's: Emo und Tioni fahren an die Ostsee, Tioni läd zu einem Spieleabend mit Schnubbel und Freundin: Dürfen sie sich küssen vor den anderen?]

Fährt man nach vier Wochen schon zusammen in Urlaub? Vielleicht an die Ostsee. Außerdem ist "zusammen" ja relativ, denn für Schnubble, war Tioni alleine unterwegs (dieser wunderte sich zwar, dass ihr Auto noch da stand, aber Tioni begründete diese Tatsache mit der Mitfahrzentrale...).
Wie auch immer Emo freute sich riesig auf den Urlaub: Auch wenn es nur ein paar Tage waren, sie waren dort ungestört, kaum Urlauber, und ein ganzes Appartement für sich!
Nach einer langen Autofahrt, die letztendlich etwas dramatisch wurde, da es darum ging, die letzte Fähre zu bekommen, nisteten sich die beiden in ihrem Zimmer in der Pension ein.
Man kennt sich über Jahre und dann steckt man plötzlich in einer alltagsähnlichen Situation: Schlafgewohnheiten, Eigenarten des anderen, Einkaufen, Autofahren... - es war ein spannender Kurzurlaub. Für Emo war es etwas gewöhnungsbedürftig jeden abend zwischen 11 und 12 ins Bettzugehen, allerdings blieben die befürchteten Einschlafprobleme aus und so genoß er es, am kommenden Tag fit und ausgeschlafen zu sein. Auch was die Essgewohnheiten betraf, richtete er sich nach Tioni: Morgens Müsli, mittags Obst, Nussmischungen oder Riegel und abends meistens Vollkornbrot mit Salat. Ok, vielleicht ist es aufwendig in der Vorbereitung, aber es ist nicht das schlechteste und es ist gesund und da er selbst ein Allesesser war, fiel es ihm nicht schwer, sich anzupassen.

Tioni hatte übrigens inzwischen ihrer besten Freundin von der Beziehung erzählt (diese lebte allerdings weit weg): "Bitte mach dir keine Sorgen, hab ihr nichts schlimmes erzählt, genaugenommen nur die Wahrheit. Sie kennt mich sehr gut und hat mich selten so erlebt. Momentan erscheine ich ihr wohl wie ein aufgescheuchtes Hühnchen, das wild mit den Flügeln flattert und leicht verunsichert in eine neue Lebenssituation steuert."

Emo: "Danke, das ist ein Lichtblick für mich, trotzdem belastet mich die Situation. Wann wirst du mich deiner Familie, deinen anderen Freunden vorstellen?"

Tioni: "Schatz, ich habe versucht so ehrlich zu sein wie möglich. Ich hab dich lieb und ich will zu dir stehen. Der Preis sind meine Freunde. Das wusste ich und es ist ok. Aber bitte stelle mir nicht mehr solche Fragen, das tut weh".

Was konnte Emo darauf antworten? Er hätte sich bisher nie vorstellen können, seine Beziehung zu verleugnen und jetzt war es soweit. Das verstieß gegen seine innersten Prinzipien. Aber was geschieht in einem Prinzipienkonflikt?
Welche Möglichkeiten gibt es dann, die Beziehung zu retten? Ihm fallen folgende ein:
1. Man verleugnet die Verltung der Prinzipien. Fängt an, den Partner zu entschuldigen, belügt sich selbst. Flüchtet sich in eine Phantasiewelt.
2. Man verändert seine Ansprüche... - leider nicht ohne Weiteres möglich.
3. Man versucht den Rahmen der Prinzipien durch verstärke Einfühlung in seinen Partner zu erweitern.
Wie kann man es schaffen, (in einer wirklich bedrohlichen Situation für eine Beziehung) nicht zu verurteilen, sondern zu verzeihen?
Emo war der Ansicht, dass egal was ein Mensch verbricht, er in einem Fall eine Chance verdient hat: Nämlich dann, wenn ein inneres Band des Vertrauens zu dem anderen Menschen besteht. Wenn man selbst der Überzeugung ist, dass er einen guten Willen hat und ehrlich ist und das Vertrauen, dass er ienen niemals verletzten würde, weil er böse ist, sondern nur, weil er vielleicht nicht anders konnte.
Aus Fehlern kann man lernen, Menschen können sich entwicklen. Was könnte eine Entwicklung besser Begleiten als Wohlwollen, Mitgefühl und Liebe?

Vielleicht nicht besser, aber dennoch nicht unwichtig waren für Emo Offenheit und Ehrlichkeit. So war es eine große Herausforderung für ihn, als Tioni ihn einlud, ihre Freunde kennenzulernen. Bei einem Spieleabend mit heiteren Getränken bei ihr zuhause in der Wohnung.
Tja, wo war der Haken doch gleich?
Schnubbel war als Hausherr natürlich auch vor Ort und Schnubbel wusste nichts von Tionis Beziehung und das sollte auch so bleiben.

Als Emo bei Tioni eintraf, musste er sich als erstes einen längeren Zungenkuss zugunsten eines kurzen in den Armnehmens mit kleinem Lippenbekenntnis ersparen. Schorsch und Gunhild, ein befreundetes Pärchen, waren bereits vorort. Es wurde Tabu gespielt... Emo musste des öfteren schmunzeln, insbesondere als Schnubbel den Begriff "der bewegte Mann erklären musste" und mit Assiziationen wir "der Liebhaber im Schrank" aufwartete. Wenn er es nicht bewusst ansprach, so vermutete Emo ab diesem Moment, dass Schnubbel vielleicht schlauer war, als es Tioni einzuschätzen vermochte.
Derweil berührten sich Emos Beine, mit Tionis Beinen unter dem Tisch. Fast unmerklich glitten ihre Hände zueinander und ganz unäuffällig begann ein Händchenhalten unter dem Tisch.
Plötzlich stand Emo auf, ging in die Küche und bemerkte, wie Tioni ihm durch die halbgeöffnete Tür folgte. Die Gelegenheit für einen intensiven und brickelnden Kuss. Was wäre, wenn sie jemand sehen würde? Diese Frage war für Tioni bestimmt ungleich spannender als für Emo...
Bald nach dieser kleinen Pointe löste sich die Gesellschaft auf und Emo fuhr nachhause (nachdem er noch einen Bekannten von Tioni nachhause gefahren hatte). Ein leicht beklemmendes Gefühl blieb zurück: Was machte er hier überhaupt? Was sollten diese Spielchen? Das war doch nicht seine Art. Manche Dinge lassen sich ändern, manche nicht. Bei den ersten hilft Gelassenheit, bei letzteren sollten man keine Kapazitäten verschwenden. Ob dieser Gedankengang seine Richtigkeit hatte, konnte Emo nicht mehr beurteilen. Er entschied sich den Abend unter "neue Erfahrung" abzulegen.

[...]


😉Kommt solch ein «fishing for compliments» ab und an vor, wird kaum jemand daran Anstoß nehmen. Macht sich ein Mensch aber häufig und unnötigerweise klein, verunsichert er damit seine Gesprächspartner oder verärgert sie. Denn diese fühlen sich dadurch manipuliert. Sie werden nicht nach ihrer Meinung gefragt, sondern zu einem bestimmten Verhalten genötigt. «Um den Automatismus dieses Systems zu durchbrechen, darf man nicht über Inhalte sprechen»..................

DAS ist auch meine Meinung...... die Le🙁
 

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