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Ich habe noch nie "ich liebe Dich" gesagt...

  • Starter*in Starter*in Eudaimonia
  • Datum Start Datum Start
  • Stichworte (tags) Stichworte (tags)
    liebe
Sie ist mit ihm zusammen. Ich kann nicht schlafen. Mein Herz rast die ganze Nacht. Wenn ich ich mich am morgen ankleide, denke ich, wie sie mit ihm zusammen ist, wie sie reden, wie sie lachen, wie sie zusammen frühstücken! Ich kann an nichts anderes mehr denken. Wenn ich zur Arbeit fahre, sehe ich andere Pärchen, eine sieht aus wie sie. Ich fühle mich ohnmächtig, mein Herz gefriert, mein Atem stockt, ich will gegen den nächsten Baum fahren.

Später am Tag, nachdem mich die Arbeit gefangen genommen hat, sehe ich etwas... etwas auf meinem Tisch, was mich an sie erinnert, was meine Gefühle auslöst. Ich denke: Wenn ich nicht JETZT mit ihr reden kann, dann kann ich für NICHTS mehr garantieren! Im nächsten Moment schlägt meine Eifersucht um, ich will sie nie mehr wieder sehen. Ich will sie verachten für ihren Betrug an meinem Herzen!
Das Telefon klingt. Es könnte sie sein. Ich habe Angst. Mein ganzer Körper zittert. Ich ziehe den Stecker, stellt meine Handy aus. Im nächsten Moment schalte ich es an, schaue nach SMS, dann stelle ich es wieder aus...
Ich zwinge mich zur Arbeit, bin nicht mehr ich selbst. Ich verliere einen Teil von mir. Ich verliere eine Illusion.
Das Schlachtfeld der Liebe ist eines der grausamsten. Dort Ehre zu bewahren, ist die Ehre der eigenen Person, aber nur diese Ehre wird das schützen, was man in Zukunft am meisten liebt.

Ich bin überzeugt: Nur wer sich selbst achtet, kann andere achten. Nur was man in der Lage ist zu bewundern, wird man sich zu "eigen" machen können. Wer sich selbst nicht spüren kann, kann auch niemanden anderen spüren. Und wie kann man von jemand Liebe für die eigene Person erwarten, wenn man sich selbst nicht liebt?
All das sind meine persönlichen Überzeugung, meine Meinung und meine Einstellung. Für den Austausch von Ansichten bin ich dankbar und ich akzeptiere auch andere Einstellungen; jeder kann das sehen, wie er möchte!


Das Glück besteht nicht darin, dass du tun kannst, was du willst, sondern darin, dass du immer willst, was du tust.

Leo (Lew) Nikolajewitsch Graf Tolstoi
(1828 - 1910


.......... die Le🙂
 
was mich darauf kommen läßt, dass du der verlassene bist.... sicher-dein "schmerz". jedenfalls hab ich es so für mich herausgelesen. und wenn ich andere beiträge lese, sehen die es auch so oder zumindest ähnlich. aber nach deinem schreiben, gibt es sicher auch die möglichkeit, jemanden zu lieben, ohne mit Ihm/ihr zusammen sein zu können. oder bist du auf "der such nach der großen Liebe", und vermißt die gefühle, die als schmerz auslege. du schreibst etwas in rätseln. und je mehr man liest, um so mehr möglichkeiten gibt es bei der auslegung/ interpretation
 
Vielleicht will Eudaimonia uns auch nur zum Nachdenken anregen. Schmerz in Poesie verarbeiten, weißt du. Denn etwas von dem Schmerz finden wir ja in uns allen wieder. Oder er will uns nur verar..... . Nein, ich glaube nicht. Dafür sind seine Worte zu schön.
 
@tine
ja, vieleicht ist alles nur phantasie. ein kleiner zeitvertreib....wird dann zum selbstläufer. du hast recht, dass die worte schön sind. wer träumt nicht davon, mal so geliebt zu werden. und schmerz und liebe gehören ja auch irgendwie zusammen.
 
[...]
Nein! Das Treffen vor Ort viel ins Wasser. Ohne jetzt in eine Tradition politischer Schreiber zu verfallen und einen Tag zuvor noch undenkbare Ereignisse am nächsten Tag rational begründen zu wollen: Eine verspätete Ankunft von Emo und gewisse andere Planungen von Schnubbel und Tioni (die beiden bekamen noch anderen Besuch), verhinderten diesmal ein Treffen.

Zurück im winterlichen Hessen folgte nach dem Austausch diverser Reiseberichte und Photos eine Überraschung: Auf einem der Photos küsste Schnubbel Tioni. Bei Emo löst das ein unbehagliches Gefühl aus: wusste er etwas nicht? Sie war ihm zwar keine Rechtfertigung schuldig, aber seit wann küssen sich beste Freunde? Anderseits warum hatte sie ihm das Bild geschickt? Vielleicht sollte er sich einfach bei der nächsten Unterhaltung erkundigen.
Tioni brach am Telefon in Lachen aus und erklärt, dass es nur ihr bester Freund sei, nicht ihr Typ, aber für sie da. Der Kuss? Ein Kusskontest, Silverster eben, viel getrunken, was macht man da nicht alles für Unsinn. Sie erzählte Emo noch einiges über ihr Verhältnis zu Schnubbel, dass er für sie da war, als ihr Ex sich von ihr getrennt hat, sie häufig an seine Tür gefahren hat, im Auto gewartet hat, bis sie es weinend aufgegeben hat, um Einlass zu flehen. Dieser Dramatik am Telefon konnte Emo sich nicht entziehen und versprach sich die nächsten Tag wieder zu melden. Halbwegs beruhigt und doch noch verunsichert legte er sich schlafen.

Emo: "Ich hätte mir gewünscht, dass ich da gewesen wäre und bin doch froh, dass ich es nicht war. So wie man sich manchmal den Frühling wünscht, die Realität aber Winter verordnet. Genauso wie es manche Briefe gibt, von denen man sich am nächsten Morgen wünscht, sie niemals abgeschickt zu haben... (das wird keiner solche, ansonsten würdest du das niemals lesen)!

Darf ich dich zu einem Gedankenexperiment einladen?

Stell dir vor, du teilst deine Zeit zwei Bereichen zu:
1. Pflichten
2. Freude
Welche Präferenzordnung könnte sich ergeben? Nun zum einen gibt es
das Sprichtwort: "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen", zum anderen
bietet ein Leben, das nur aus Pflicht besteht, wenig Anreize. Mir scheint der
Zusammenhang zwischen den beiden Bereichen sehr individuell: Einige leben nur im Vergnügen, andere wirken pflichtbesessen, wieder andere versuchen ihr Vergnügen durch exzessive Arbeit zu 'rechtfertigen'.
Alle diese Einstellungen scheinen von großem inneren Druck zu zeugen. Kommt es dir nicht als Herausforderung vor Verantwortung (in Maßen) annehmen zu können und doch dabei das Leben genießen zu können? Wie lenkst du dich ab, wenn es du unter Druck stehst? Durch Arbeit? Durch Ruhe?

Wäre für dich folgende Situation vorstellbar: Du findest ein Erlebnis derart
angenehm, dass du es garnicht mit negativem in Verbindung bringen kannst(?).
Vielleicht ist es konkret leicht für dich zu verstehen: Tioni, die charmante,
beruflich engagierte und erfolgreiche Frau, die gut aussieht, sich nach außen selten Schwächen erlaubt... ich könnte das jetzt noch etwig fortsetzen... - wird als Folge dieses Eindrucks eben auch als perfekt, leistungsfähig erlebt, d.h. es wird mehr von ihr verlangt, es wird auch gefordert und vielleicht rutscht es da für einige Leute in weite Ferne, dass sie sich überfordert fühlen kann, es ihr schlecht geht, sie der Situation nicht gewachsen ist. Und dann taucht meistens die Frage auf: Warum denken alle, dass ich alleine klar komme? Warum hilft mir niemand? Was ist die Ursache dafür?

In deinem Fall habe ich mir erlaubt, zu spekulieren: Gott weiß, was im Gehirn einer Frau alles schiefgehen kann...
Aber zurück zu unserem Gedankenexperiment: Stell dir vor, wir würden einen romantischen Abend zusammen verbringen? Was würde in dem Moment in dir vorgehen? Wohin würden deine Gedanken gehen?
Könntest du dir das gönnen oder erst nachdem dem du mit Schnubbel zusammengezogen bist?"

Tioni: "Hi Süßer! Ein längeres Treffen wir leider vor dem Umzug nichts mehr. Wir könnten uns am Mittwoch in eine Café treffen, wenn du das willst?
Und du könntest uns am Wochenende beim Umzug helfen, wenn du das willst: Freitag kommt meine Mutter mit ihrem Lebensgefährten und es ist ein nettes Beisamensitzen geplant. Samstag abend veranstalten wir noch eine kleine Party für die Helfer.
Was die anderen Fragen betrifft: Manchmal, wenn ich sehr traurig bin, ist Leidensdruck meine Motivation. Manchmal Träume ich vom Frühling; wenn ich Glücklich bin, dann trägt mich meine Euphorie."
Emo: "Hey mit dem Café, von meiner gerne, ich werde es mir einrichten. Und bezüglich des Umzugs: Inwiefern hast du mich eingeplant? Bin ich eingespannt, ausgeschlossen, willkommen, gefordert??"
Hast du dich schonmal gefragt, was das Schicksal für dich vorgesehen hat?
Welche angeborenen Eigenschaften und Talente zu Anerkennung und Erfolg in unserer Welt führen, können wir sehr oft beobachten. Aber wie erlangen wir die Achtung unseres Herzens? Vertrauen, Sicherheit unabhängig von der Situation, in der wir uns befinden?
Jetzt sag mir bitte nicht, dass das System 'Mama' unerreichbar ist. Eigentlich weiß ich es selbst. Und eigentlich mag ich das Wörtchen 'eigentlich' nicht, in ihm verbirgt sich fast immer ein 'aber'. Nun vielleicht können wir uns darauf einigen, dass unerreichbare Ideale auch Leitziele sein können?
Gedanken über Gedanken - was mache ich nur mit ihnen? Soviele. Was müsste ich eigentlich tun, um bei dir unten durch zu sein? Würde es dir reichen, wenn ich mich in weniger gutes Licht rücken würde oder sollte ich eine Aufzählung meiner negativen Eigenschaften folgen lassen?
Könnte passieren, dass uns dabei der Flirtfaktor verloren geht und wir auf den nüchternen Boden der Tatsachen gezogen werden. Oder anders ausgedrück: Dass ich dadurch bei dir an Attraktivität einbüße.
Vielleicht stellt sich die Angelegenheit auch ganz anders dar und in deiner Gegenwart stellt sich jeder Mann als etwas Besonderes dar. Und vielleicht wäre jemand für dich viel wertvoller, der sich nicht besonders hervorheben würde..."
Tioni:"Hey Darling. Mach dir keine Sorgen, auch nicht wegen meine Mitbewohner, wenn es das ist: Ich bin nicht mit ihm zusammen! Ich habe einfach sehr lange alleine gewohnt und ich war einsam, jetzt können wir uns eine größere Wohnung nehmen und sparen sogar noch Miete. Außerdem bin ich sehr froh, wenn abend jemand da ist, wenn ich nachhause komme.
Wegen des Umzugs: Du bist jederzeit willkommen, Freitag, Samstag, zum Helfen, zum Feiern, wie du möchtest!"

Emo entschied sich für Freitag Nachmittag. Erst noch schnell einen Nebenjob absolvieren und dann so schnell wie möglich beim Umzug helfen. Als er gegen Spätnachmittag an Tionis neuer Wohnung eintraf (in Arbeitskleidung), war er sehr überrascht: Fast alle Möbel standen schon, kaum noch Kartons und etwa ein knappes Dutzend Leute saßen im Wohnzimmer bei Kaffee und Kuchen versammelt.
Nachdem er seinen Schock überwunden hatte, stellte er sich recht schnell auf die neuen Bedingungen ein und führte sich etwas zu Leibe. Ihm fielen jedoch recht einige Merkwürdigkeiten auf: außer Tionis Mutter, was fast ausschließlich Männer anwesend (weniger Merkwürdig, wenn man an einen Umzug denkt, aber wiederum etwas merkwürdiger, wenn man bedenkt, dass Tioni gleichzeitig ihren Geburtstag feierte). Außerdem merkte er, dass sie fast die ganze Zeit im Mittelpunkt stand, fast wie ein strahlender Engel. Emo verlagerte sich an diesem Abend mehr auf das Beobachten. Was er sah, machte ihn nachdenklich: Tioni dominierte die gesamte Gesellschaft. Ihr Mitbewohner, Schnubbel, bekam nicht selten eine Spitze von ihr ab. Einmal sagte sie, er würde Bücher nur als Deko verwenden an anderer Stelle, war es nur ihr Tonfall. Und wie reagierte er? Mit unterwürfigem Blick, wie ein Hund, der sich nicht zu rühren traut.
Die nächste Merkwürdigkeit erlebte Emo bei der Bescherung. Er selbst hatte sein Geschenk noch im Auto, weil er sich auf körperliche Arbeit eingestellt hatte. Er behielt es bis zu letzt als Überraschung. Aber unter den anderen Geschenken gab es: Ein gemeinsames Frühstück für Tioni und Schnubbel, Konzertkarten für beide und Tionis Mutter schien die beiden als Paar zu behandeln. Nur (körperliche) Zärtlichkeiten fehlten.
Dann gab es noch ein Bett aufzubauen, ein Doppelbett. Emo verstand garnichts mehr, er bemühte sich auch nicht mehr. Soviele rätselhafte Beobachtungen, vielleicht hatte er auch nur einen schlechten Tag, er würde darüber nachdenken, aber nicht jetzt.

Emo nahm einen großen Schluck Wein. Es war schon sein dritte Glas, er hatte nicht geplant, zu übernachten.
Plötzlich begannen die ersten müde zu werden und kurz nach Mitternacht machte die Gastgeberin Anstalten die Party aufzulösen.
Emo bat darum, sich noch ein paar Stunden in der Wohnung hinlegen zu dürfen, um nicht betrunken fahren zu müssen. Tioni reagierte wenig begeistert. Sie meinte, es würden sechs Leute übernachten und es sei sehr wenig Platz. Schlussendlich ließ sie sich umstimmen und Emo durfte auf der Couch neben ihrem Bruder schlafen.

Ungefähr eine Stunde war vergangen, um ihn herum war ein leichtes aber gleichmäßges Geschnarche zu vernehmen. Emo fand keine Ruhe, die Gedanken durchkreisten seinen Kopf. Worein war er hier geraten?
Plötzlich vernahm er Geräusche. Er wurde hellwach. Ein Reiben, dumpfe Töne, dann ein Stöhnen. Emo wollte Schreien, alle aufwecken, was war das?? Woher kam das Geräusch?? Er wusste es nicht, er nahm einfach nur seine Sachen in die Hand und rannte raus. Dann überkamen ihn die Tränen, bis er an seinem Auto ankam, war sein ganzes Gesicht feucht, er konnte kaum sehen. Heimfahren konnte er so nicht.
[...]
 
[...]
Emo steckte den Schlüssel ins Zündschloss. Drehte das Radio auf, drehte es runter, weinte. Was sollte er jetzt tun? Zurücklaufen? Alles wachklingeln und mal so richtig Krachschlagen?
Wen konnte er um Hilfe bitten? Hatten ihm nicht 1000 Leute angeboten, er könne jederzeit anrufen oder vorbeikommen? - Warum viel ihm jetzt niemand mehr ein?
Er griff zu seinem Handy und klickte sich durch das Adressbuch. Nachts um 1:30 entschied er sich dazu seine beste Freundin wachzuklingen. Sie sprachen fast eine Stunde miteinander. Emo fühlte sich einigermaßen fahrtüchtig und machte sich auf den Heimweg.
Zuhause angekommen, holte er ein Longdrinkglas und füllte es in drei Farben. Es gab einen überdimensionierten B52 und dann würde ein Schlachtplan geschmiedet werden. Was bilden sich Menschen nur ein? Dass sie auf fremden Gefühlen rumtrampeln können, wie sie wollen?
Andererseits: Wer war er, dass er sich so etwas einbildete. Könnte er nicht vielleicht auch etwas falsch verstanden haben? Er war nicht mit Tioni zusammen, sie war Singel oder nicht, jedenfalls war sie nicht sein Besitz, sie konnte doch schlafen und zusammenziehen mit wem sie wollte!
Aber schon meldete sich eine andere Stimme: "Ich seid seit zwei Jahren befreundet, sie hat dir klipp und klar gesagt, dass sie mit Schnubbel nichts hat. Ist das nicht ein viel schlimmerer Vertrauensbruch, als wenn sie von Beginn an offen gespielt hätte?"
Danach kam eine Stimme, die Emo schon kannte, sie kam immer in solchen Momenten und zweifelte gerne an seiner Intelligenz... er nannte die Stimme "Selbstvorwurf", aber er wollte sie grade nicht hören.
Also plante er... Emo liebte es, zu planen. Am liebsten waren ihm außergewohnliche Pläne, - die brachten die meisten Einsichten. Zugegeben, sein Plan war ein Stück Selbstschutz, aber hatte er das nicht verdient?

Er entschied sich dafür sich Tioni gegenüber nichts anmerken zu lassen. Warum sich lächerlich machen, den Eifersüchtigen mimen, davon hatten beide nichts und durch die innerliche Distanz, würde es ihm vielleicht nicht mehr soviel ausmachen, wenn sie ihn versetzte. Genau, das würde er machen! Er würde ein psychologisches Experiment daraus machen. Er würde beobachten, ob sie genauso flirtete mit ihm, wie vor ihrem Einzug bei Schnubbel...

Das Experiment dauerte eine Woche. Während dieser Zeit wurde Emo immer unruhiger. Auf nichts konnte er sich konzentrieren, er war traurig, wenn Tioni sich meldete und wenn sie sich nicht meldete - so konnte es nicht weitergehen!

Emo beschloss Tione mitzuteilen, dass er dringend mit ihr sprechen müsste. Wie würde sie reagieren? Sie wusste ja nicht, was in seinem Kopf vorgefallen war. Tioni schien tatsächlich die Dringlichkeit der Lage nicht zu erfassen. Ihm wurde ein Treffen in zwei Wochenangeboten. Tioni sagte, dass sie am nächsten Tag geschäftlich nach München müsse und erst am Abend zurückkäme, danach könnte man etwas Trinken gehen. Emo: "Können wir uns auch in privatem Rahmen treffen?" Tioni wunderte sich: "Du kannst auch gerne in unsere Wohnung kommen..." Emo: "Nein danke!!!" Tioni wunderte sich abermals, beließ es aber dabei. Sie einigten sich bei diesem Gespräch darauf, dass sie sich melden würde, wenn sie aus München zurückkäme.
Den ganzen Abend wartete Emo. Dann entschied er sich doch noch zum Sport zu gehen. Als er gegen 21 Uhr grade unter die Dusche springen wollte, erhielt er eine SMS von Tioni, sie war grade angekommen... aber was nun? Sie wollte pünktlich um 23 Uhr wieder zuhause sein... er fühlte sich unwohl bei dem Gedanken jetzt 30 Minuten zu Tioni zu fahren. Er rang lange mit sich, dann machte er es, eine Spontanaktion 30 min hin, 30 min zurück, zu sich nachhause, das erste mal, dass Tioni bei ihm war, aber warum nicht an diesem schönen Tage?
Sie setzten sich in sein Zimmer. Sie hielten distanzierten Smalltalk, es war eine unwirtliche Situation, bis Emo allen Mut zusammennahm und zu Tionie bemerkte: "Ich wusste nicht, dass sich dein Verhältnis zu Schnubbel verändert hat...?"
Tioni schien nicht zu verstehen: "Wie verändert?"
Emo erzählte ihr die ganze Geschichte, von der Nacht, von den Geräuschen, von seinen Gefühlen. Tioni begann laut zu lachen: "Die Geräuche, die du gehört hast, kamen von dem Pärchen unter uns. Ich habe schon geschlafen, aber Schnubbel hat einige Bemerkungen am Frühstückstisch dazu gemacht. Und mal ganz ehrlich: Glaubst du, dass Schnubbel und ich die Feier beenden würden, um noch miteinander zu schlafen und das auch noch wenn meine Mutter im Nachbarzimmer schläft und die ganze Wohnung voller Gäste ist?"
Das überzeugte Emo, etwas wenigstens. Inzwischen saß Tioni auf seinem Schoß. Es war ein schönes Gefühl voll wohliger Wärme. Emo staunte, was für Gefühle sich einfach nur dadurch ergeben konnten, dass man sich körperlich und geistig annäherte. Aber es war spät geworden und so fuhr er Tioni nachhause. Es war schwer, sie aussteigen zu lassen, aber irgendetwas war an diesem Abend mit seinen Gefühlen zu ihr passiert. Und Tioni schien das auch zu spüren.
Die nächsten Tage waren wie verhext, sie telefonierte täglich, trafen sich mitte der Woche kurz zu einem Spaziergang im Park. Wie zufällig fanden sich ihre Hände dabei, die Gespräche wurden persönlicher. Tioni erzählte davon, wie ihr Vater seine Mutter und sie nach der Wende behandelt hatte (davor war er hoher Stasioffizier und hatte sie auch nicht besser behandelt) dass ihr Vater inzwischen verstorben sei und wie schwer die Zeit für sie und ihre Mutter im Anschluss war. Dann verabschiedeten sich beide (nachdem Tioni ihre maximale Mittagspause ausgereizt hatte) und beiden war klar, das könnte der Anfang von etwas Wunderschönem sein.
So verabredeten sie sich für Freitag. Eine Freundin von Emo feierte eine Party. Dass das keine geniale Idee für das erste richtige Treffen war, musste Emo auch klargewesen sein, aber geniale Ideen sind manchmal langweilig. So blieben sie zwei Stunden auf der Party und fuhren dann zu Emo nachhause.
Tioni hatte einige Tage zuvor gefragt, ob Emo sie nachts auch noch nachhause fahren würde und er hatte zugestimmt. Noch war er fahrtüchtig, aber das sollte sich in den nächsten zwei Stunden ändern.
Tioni und Emo unterhielten sich über den Status ihrer Freundschaft. Was würde jetzt aus ihren Gefühlen werden? Eine Affaire? Eine Beziehung? Oder wie gehabt, eine Freundschaft? Im Prinzip wussten es beide schon und so begann Tioni: "Ich muss dir noch was sagen, bevor wir zusammen kommen..."
Emo: "Du hast doch mit Schnubbel geschlafen?"
Tioni: "Nein!"
Emo: "Na gut...- ich bin ganz Ohr"
Tioni: "Ich habe eine Krankheit: Borderlinesyndrom"
Emo wusste nicht, was er sagen sollte. Er hatte davon schonmal gehört, war auch nicht weit entfernt von seinen Studienfächern. Aber wusste Sie was das ist? Wer hatte es bei ihr diagnostiziert? Was "genau" wollte sie ihm damit sagen?. Er hört ihr weiter zu.
Sie erzählte, von ihrer Kindheit, wie ihr das schlimmste passier ist, was einer Frau passieren kann. Wie ihr danach wieder das schlimmste passiert ist, was dauraus hätte resultieren konnte. Emo nahm einen großen Schluck Vodka. Er wußte nicht wohin mit seinen Gefühlen. Tioni schloss damit, wie sich ihr Vater als sie 15 war in ihrem Kinderzimmer erhängt hatte.
Emo war inzwischen betrunken und geschockt.
Sie legten sich auf sein Bett. Aber plötzlich wollte Tioni nachhause gefahren werden. Emo verstand die Welt nicht mehr: Freitag abend, beide betrunken und sie legte ihn auf sein Versprechen fest. Er sagte ihr, dass er momentan aufgrund seines Zustandes nicht fahren könne und fragte, ob sie damit einverstanden wäre, wenn er sich 2h hinlegen würde und sie im Anschluss fahren würde.
Sie wurde aufbrausend, wütend und schnappte sich ihr Handy und lief zur Tür raus. Später erzählte sie ihm, dass sie noch eine Stunde an der Tankstelle verbracht hätte, bis sie jemand in ihre Richtung gefahren sei.
Monate später erfuhr Emo, dass dieser jemand Schnubbel war, der extra nachts aufgestanden war, um sie abzuholen.

Die Ansichten über diesen abend gingen auseinander, die Beziehung nicht.
Emo macht sich den ganzen Tag Sorgen: War Tioni gut nachhause gekommen? Würde sie sauer sein? Deswegen den Kontakt zu ihm abbrechen?
Weit gefehlt, Tioni erzählte ihm, dass sie gut zuhause angekommen war und am nächsten Tag Büro war sie ganz schön durch den Wind: "Ich hätte dich am liebsten schon um 7 Uhr angerufen. Fehlst mir, aber gleichzeitig habe ich Angst, dir auf den Wekcer zu fallen, dich mit meiner Zuneigung zu erdrücken."
Emo leicht erheitert: "Und hast du schonmal von mir geträumt? Also nicht während der Arbeit, sondern im Schlaf?"
Tioni: "Ich träume leider nur sehr selten, bzw. ich weiß nur sehr selten von meinen Träumen und wenn lassen sie mich eher schweißgebadet aufwachen. Vielleicht ganz gut, dass ich mich an keinen Traum mit dir erinnern kann.
Aber ich würde gerne nochmal versuchen, eine Nacht bei dir zu verbringen. Ich habe noch nicht oft mit Männern die Nacht verbracht, aus erwähnten Gründen. Und wenn war ich miestens sehr unruhig und früh munter. Aber schon allein morgends neben dir aufzuwachen, stelle ich mir wunderschön vor und gegen Zärtlichkeiten würde ich mich auch nicht wehren. Ich würde es gerne nächste Wochenende nochmal versuchen."

[...]
 
Hallo zusammen,

lucky-katenka lass Eudaimonia zu ende schreiben.

Eudaimonia wenn es dir angenehmer ist, kannst du dir auch ein Tagebuch einrichten lassen.

Back to Topic

Ich war nicht überrascht, den Verdacht bestätigt zu finden.
Tioni: "Ich habe eine Krankheit: Borderlinesyndrom"
Vermutlich wurde eure Beziehung zunehmen intensiver. Du hast wahrscheinlich die ganze Palette ihres Inneren erfahren. Kalte, abweisende Momente genauso, wie Momente in denen es kein Sie oder Du gab sondern eine Verschmelzung.

Schnuppel wacht Morgens mit ihren Gedanken auf und geht Abends mit ihren Gedanken schlafen. Wenn dir das selbe passiert ist, dann schreibe, schreibe die ganze Geschichte. Ich lese weiterhin mit.

Deine eigenen Emotionen sind sehr stark und du bist intelligenter als der Durchschnitt. Akzeptiere es oder belüge dich zur Hälfte weiter, die andere Hälfte weiß darum.

Wenn die Geschichte zwischen euch erst vor kurzem aufgehört hat, dann wirst du noch einige Zeit mit Nachwehen zu kämpfen haben. Viele deinen Emotionen sind zurzeit überstrapazierend stark.

Deine heimliche Liebe zu ihr, die du als Freundschaft im alltäglichen Bewusstsein getragen hast, macht das ganze nicht einfacher. Selbst wenn sie mit Schnuppel an dem Tag geschlafen hätte, es hätte dir als Freund kein Urteil zugestanden. Sie war für dich also schon immer mehr als eine Freundin. Ist es wieder eine Hälfte, die nicht wahrhaben will oder doch nur menschliche Existenz ;-) ... .

so long
Jun
 
Zuletzt bearbeitet:
@lucky-katenka

Ich kann dich gut verstehen. Jeder, der viel in Foren unterwegs ist, wird das Phänomen kennen: Lange Beiträge strapazieren manchmal ganz schön die Gedult. Das kann ich vollkommen nachvollziehen, genau deshalb habe ich mich am Anfang dafür entschuldigt!

Jeder ist frei, soviel zu lesen wie er möchte.

Bücher würden nie geschrieben werden, wenn ihren gesamten Inhalt auch in zehn Seiten ausdrücken könnte. Genauso wenig glaube ich, dass es mir helfen würde, wenn ich hier eine Ansammlung Fakten präsentieren würde.

@Jun
du bist herzlich eingeladen die Geschichte weiter zu verfolgen, einige Höhepunkte kann ich dir versprechen, werden noch folgen... 😉
Das mit dem Tagebuch habe ich auch schon überlegt, andererseits möchte ich mich hier wirklich auf die Geschichte von Emo und Tioni beschränken... (wenn man das so klar trennen kann).

ps: fand deinen kommentar sehr einfühlsam... hast du ähnliches erlebt?
 

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