Viele faule Leute sind sich gar nicht darüber im Klaren, dass die ach so schreckliche Berufstätigkeit auch soziale Kontakte vermittelt, die nicht in allen Fällen ausschließlich unangenehm sind. Das Herumhängen zu Hause ist nur kurzzeitig befriedigend. Langzeitarbeitslose lassen sich vielfach mit zunehmender Dauer ihrer Arbeitslosigkeit gehen, vernachlässigen ihr Äußeres, pflegen sich und ihre Wohnung nicht mehr so wie früher, weil der Tag keine Struktur mehr hat, ziehen sich von allen und allem zurück, auch deshalb, weil für nichts mehr Geld übrig ist.
Viele Leute haben auch genug soziale Kompetenz, sich Freunde außerhalb der Berufswelt zu suchen. Mir ist aber auch klar, dass manche Menschen nur "Freunde" finden, wenn diese mit ihnen zusammen 8 Stunden am Tag ins gleiche Büro gepfercht werden und nicht weglaufen können. Für die ist Arbeit sicher voll toll.
Meist kann man sich mit einer guten Ausbildung und einer Arbeitsstelle auch mehr leisten denn als Hartz IV-Empfänger.
Wenn ich 40 Stunden und mehr die Woche arbeiten muss, will ich ehrlich gesagt mehr haben als mir nur ein wenig mehr leisten können als Hartz IV-Empfänger. Vor allem wenn ich eine Ausbildung habe oder gar studiert habe. Das muss sich auszahlen. ganz einfach. Komisch keiner wirft einer Firma vor wenn sie wirtschaftlich denkt und handelt, aber wehe als Arbeitnehmer fängt man mal an zu kalkulieren und zu schauen , ob sich die Arbeit überhaupt rechnet, dann gilt man gleich als faule Sau. Wernn du aus naivem Idealismus heraus arbeiten willst: Nur zu! Aber verlang es nicht von anderen.
So zu tun, als ob nahezu alle einigermaßen gut ausgebildeten Leute oder gar Akademiker arbeitslos auf der Straße liegen oder für einen Hungerlohn arbeiten müssten und Lernen und Arbeiten sich sowieso nicht lohnen würden, ist die Lüge derer, die schlicht und ergreifend zu allem im Leben zu faul sind und vor der kleinsten Anstrengung kapitulieren.
Mag sein, dass ich faul bin, dann bist du aber reichlich naiv. Ja, man kann sich die Welt auch einfach machen. Wer ein Studium oder eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, hat damit bewiesen, dass er nicht vor der kleinsten Anstrengung kapituliert. Würdest du mal ein wenig googlen, würdest du auch schnell herausfinden, dass sich ein Studium rein rechnerisch in den meisten Fällen tatsächlich nicht lohnt. Kommt natürlich auf den Studiengang an, aber bei der überwiegenden Zahl, lohnt es nicht.
Auch bei Ausbildungen kommt es drauf an: Die meisten Friseusen, Köche, Hotelfachfrauen und auch viele Einzelhandelskaufleute verdienen weniger als so mancher Ungelernte am Band. Und es ist auch absehbar, dass das ein Leben lang so bleibt. Jemand der im Supermarkt Regale auffüllt, wird nicht mal eben so zum Fillialleiter befördert, egal wie gut er arbeitet und wieviele Überrstunden er macht. EiN Aufstieg ist in vielen Berufen gar nicht möglich: Punktum. Aber wer will kann auch an das Märchen vom Tellerwäscher, der zuM Millionär wurde, glauben. Manche merken halt erst als Rentner, dass sie immer noch Tellerwäscher sind.
Sie betrügen sich in Wirklichkeit selbst und suchen nur faule Ausreden, um nichts an ihrem Lebensstil ändern zu müssen. Dann brauchen sie auch hinterher nicht zu maulen, wenn sie sich nichts leisten können. Ich sehe nicht ein, warum die Faulsten der Gesellschaft von denen, die arbeiten, auf noch höherem Niveau durchgefüttert werden als bisher. Das wäre ja noch schöner!
Dazu könnte ich jetzt auch was schreiben: Aber warum sollte ich, dass hast zum Glück du nicht zu entscheiden: Dein Geld krieg ich, ob du willst oder nicht.So einfach ist das.
Den Hintern hochkriegen, sich nicht mit einem Hauptschulabschluss zufrieden geben, ein gepflegtes Äußeres, Interesse, Eigeninitiative, Engagement, Durchhaltevermögen auch bei Rückschlägen und lebenslanges Lernen - dann klappt's in den allermeisten Fällen auch mit einer Arbeit, von der man leben kann!
Jaja, Erinnert mich an: "Waschen und rasieren sie sich, dann finden Sie auch nen Job." Einen Job, von dem ich Leben kann, brauch ich nicht, das kann ich auch ohne Job. Wir leben im 21. Jahrhundert: Alles kann so billig hergestellt werden wie noch nie in der Geschichte und die Leute sind so gut ausgebildet wie noch nie. Es gibt keinen Grund, dass jemand einen Lohn kriegt, wie vor hundert Jahren. Da konnte man auch in den allermeisten Fällen von seiner Arbeit leben. Wer dafür heutzutage arbeitet, ist ein freiwilliger Sklave, mehr nicht.