Hallo,
deine ausführliche Lebensbeschreibung in Post # 29 auf Seite 6 habe ich eben interessiert und erschüttert gelesen.
Hier erste Gedanken und Kurzanalyse dazu:
die psychische Labilität scheint in eurer Familie erblich bedingt zu sein somit wirst du um stabil zu bleiben dein Leben so gestalten müssen dass du gewisse Auslöser (Trigger, wie zu viel Stress, ungesundere Lebensstil etc.) meidest.
bis jetzt ist mein Leben gleich geblieben... ich mach alles damit ander Glücklich sind ..und bin jetzt auch in Psychiatrischerbehandlung...
hier zeigt sich der Kardinalfehler deines Lebens...solange wie du den fortführst wirst du in der Psychiatrischen bleiben bzw. Drehtürpatientin bleiben.
Der Sinn des Lebens liegt nicht darin alle anderen glücklich zu machen, sondern dich selbst glücklich und v.a. gesünder zu machen.
Du scheinst sowas wie ein Märtyrersyndrom zu haben? Auf jeden Fall erscheint dein Selbstwertgefühl lebensgefährlich und gesundheitsgefährdend zu niedrig. Wenn du daran nicht gezielt arbeitest sehe ich schwarz für dich.
Deine Grundhaltung war bisher recht passiv..du hast dich bisher eher passiv durchs Leben treiben lassen anstatt es aktiv zu gestalten......du richtest dich nach den Erwartungshaltungen und scheinst selbst zu wenig Ansprüche ggü deiner Umwelt (deinem Partner, deiner Familie) entwickelt zu haben...keinen eigenen Willen etc.....leider ist so etwas sehr ungesund auf Dauer.
Es geht im Leben nicht darum aus zu halten, durch zu halten, Leid zu ertragen sondern darum sein Leben aktiv so zu gestalten, dass man so wenig Leid wie möglich erlebt, dass man glückliche Momente hat, die man sich natürlich erschaffen muss. Um im Leben glücklich zu werden muss man eigenen Willen und Durchsetzungsvermögen entwickeln und anstatt immer nur aus zu halten öfters auch mal austeilen können, Widerstand leisten und seinen Willen durchboxen.
Ich rate dir zunächst deine akute Depression fachkundig therapieren zu lassen (und zwar zunächst per Klinik und danach ambulant längere Zeit weiter) und dein Leben in einigen Punkten grundlegend zu ändern. Trennung vom dich ständig frustrierenden und stressenden Partner wäre gut (oder zumindest Paartherapie und Veränderung der Partnerschaft), deine kleinkindlichen Verlustängste solltest du mit einem Therapeuten bearbeiten und aufarbeiten..diese Ängste blockieren dich in deiner Willensentwicklung und Selbstentfaltung, deckeln dich und machen dich auf Dauer krank, depressiv.
Es wäre ein Fehler und auch ggü Freunden etc. unfair in ihnen den einzigen Halt für dein Leben zu sehen...das wäre der falsche Ansatz...macht erneut viel zu abhängig...= Kleinkind- oder Sklavinnenhaltung von der du runterkommen solltest. Du selbst solltest autonomer werden, lernen dir eigenständig genügend Halt zu geben (sprich erwachsen werden), was Ziel einer Psychotherapie sein sollte. Es muss nur einen einzigen Menschen geben der fest an dich glaubt: du selbst..wenn du das begriffen hast wird es vorangehen und aufwärts raus aus der Depression.
Natürlich ist es auch gut und wichtig dass auch andere Menschen an dich glauben..aber ohne ausreichenden Glauben an dich selbst nützt das auf Dauer wenig.
Tyra
prima dass du angefangen hast deine eigenen Ideen um zu setzen, du mit deiner Tochter geredet hast! Achte aber ein wenig darauf, dass du mit deinen Kräften dabei haushaltest und dich nicht zu sehr übernimmst...auch mal an dich selbst denkst und anfängst Dinge mal ganz allein für dich (anstatt immer nur für andere...für die Kids, die Familie etc.) zu tun...jeder Mensch braucht Ausgleich und mal Zeit für sich.