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Ich habe furchtbare Angst davor, dumm zu sein.

Es muss doch da irgendwo ein erwachsener, reifer, halbwegs intelligenter Mensch unter den Schichten von Verpeiltheit, Tollpatschigkeit und Angst stecken!

Nö, muss nicht.

Du bist Du.
Nimm Dich an, so wie Du bist und mach das Beste daraus.

Wenn Du, aus welchen Gründen auch immer, einem Ideal nachjagst dem Du niemals oder nur unter immensem Energieaufwand irgendwann einmal entsprechen kannst, dann fehlt Dir unter Umständen die Zeit und die Energie das zur Blüte zu bringen. was tatsächlich in Dir verborgen liegt.

Du bist der Maßstab für Dein Leben und Deine Entwicklung.
 
"...Aber ich bin ja schon 26. Das ist unglaublich. Vermutlich sollte man sich da längst selbst gefunden haben."

Zitat Ende.


Der war gut! 😉

Mach dir keine Sorgen, lass dir Zeit.

Und setz dich nicht so unter Druck.

Du klingst sehr sympathisch und kein bisschen dumm oder verpeilt.

Sei nicht so streng mit dir!
 
Hallo,

ich habe den Thread mal überflogen und mich wundert es , dass Du bisher noch nicht auf den Gedanken gekommen bist, zu einem Psychologen zu gehen ( oder ich habe es überlesen ). ? Ich denke nicht, dass es organische Ursachen etc. sind, vermutlich wirklich Minderwertigkeitskomplexe und Versagensängste.
Um diese Dinge aufzuarbeiten, hättest Du schon im Sommer ( als Du diesen Beitrag gestartet hast ) mit einer Therapie beginnen können....witzig ist , dass Du schreibst, Du bist SCHON 26 Jahre alt.....Du bist ERST 26 Jahre alt und es wird noch einige Zeit dauern, bis Du Dich gefunden hast - nur mal so vom Alter her. Du fängst gerade erst an, machst Erfahrungen und lernst dazu....ich würde mich an Deiner Stelle aufraffen, therapeutische Hilfe suchen und annehmen und parallel dazu ( wenn Du z.B. ein mangelndes Allgemeinwissen ausgleichen willst )- Bücher und Artikel zu bestimmten Themen lesen.
Ich bin da auch sehr träge, vergesse dann viel wieder....irgendwie muss man immer am Ball bleiben...aber Du kannst noch so viel tun und ändern.

Ich hoffe, Du schaffst den ersten Schritt, danach gehts leichter -

LG Janina
 
Ich habe eine Sparkassenkarte, mit der ich Geld abhebe. Jahrelang hat die meine Oma gehabt und mir damals immer Geld geholt, wenn ich welches brauchte. Fragt mich nicht, warum.

Kann es sein, dass in deiner Kindheit / Jugend oft von deinen Eltern oder deiner Oma Dinge für dich erledigt worden sind? So war das bei mir, denke ich. Man hat dann nie gelernt, sich selber einfach mal in unbekannten Situationen zurechtzufinden und meint dann immer, man mache alles falsch und wisse überhaupt nicht, wie das Leben funktioniert und alles. So lebt man dann mit einer großen Unsicherheit in vielen Dingen.

Das mit der Faulheit, der Antriebslosigkeit, der Unordentlichkeit und so weiter kenne ich ebenfalls. Ich frage mich gerade, ob das vielleicht zusammenhängt.


Also ich finde, du klingst auf jeden Fall unglaublich sympathisch (vielleicht wegen der Parallelen zu mir) und nicht naiv. Du wirst bestimmt von deinem Umfeld als charismatische Person wahrgenommen.


Alles in allem denke ich mal, dass deine Probleme lösbar sind, aber du musst was dafür tun. Ich würde, wie schon erwähnt, zu einem Psychologen gehen. Der / die kann dir auf jeden Fall helfen und gute Ratschläge geben. Wenn du davor Hemmungen hast (reichen meine Probleme dafür aus? Wie mache ich das? Was kostet das? Wo muss ich hingehen und was muss ich sagen? etc), stell deine Fragen einfach hier, egal wie simpel sie dir erscheinen. Aber tu es auch!
 
VIelen Dank!

Ich habe schon einmal eine Therapie gemacht, aber nicht allzu lang, dann bin ich umgezogen. Ich habe es bisher noch nicht wieder fertig gebracht, weil ja die Wartezeiten so lang sind und ich mich nie dazu aufraffen konnte.

Aber nächsten Donnerstag habe ich - endlich! - mal wieder einen Termin beim sozialpsychiatrischen Dienst. Die Frau dort ist zwar keine Therapeutin, sondern Sozialarbeiterin oder so etwas in der Art, aber ich denke, das ist erst einmal besser als nichts und ein guter erster Schritt.

Trotzdem würde ich gern hier weiter ins Forum posten, das hilft mir so unglaublich, und ich bin froh, wenn ich Feedbacks bekomme.

Ach, wenn ich von meinem Umfeld tatsächlich als charismatische Person wahrgenommen werden würde - das würde mir sehr gefallen! Irgendwie will ich gern immer von allen gemocht werden. Das ist etwas blöd. So sollte es nicht sein. Dennoch verstelle ich mich nicht. Ich bin, wie ich bin, aber ich bin eben nicht gerne so.

Nun, sehr selbstständig war ich in manchen Dingen damals in meiner Kindheit vielleicht nicht, aber ich bin immerhin mit... 15 oder so allein 9 Stunden Zug gefahren und habe eine Brieffreundin irgendwo in Köln besucht 🙂 ... na gut. Aber das ist wohl auch keine Leistung für eine 15jährige. Mir erschien das damals aber toll.

Und sonst ist es so, dass meine Kindheit sowieso sehr schwierig war.

Meine Eltern haben mir kein Selbstvertrauen "geschenkt". Irgendwie haben sie es immer nieder gemacht.

Habe ich nicht schon einmal irgendwo hier etwas über meine Kindheit geschrieben?

An vieles kann ich mich gar nicht mehr so gut erinnern.

Ich war immer ein ruhiges, fantasievolles Kind. Und mit anderen Kindern lief es gut, ganz normal, nur, dass ich eben etwas introvetriert war und mich sehr gut stundenlang mit mir allein beschäftigen konnte.
Alles war normal.
Irgenendwann, nachdem ich eingeschult wurde, in der ersten Klasse, passierte etwas. Oder es muss etwas passiert sein. Ich weiß auch nicht, plötzlich hat sich alles geändert.
Ich weiß, dass man mich mal geärgert hat, mir weh getan hat oder so etwas. Es war ein Vorfall. Bei dem ich richtig ausgerastet bin. Ich wurde rasend und habe mich mit voller Aggressivität gewehrt, weil ich das durch die anderen Kinder (Jungs) nicht mit mir machen lassen wollte. Ich glaube, sie haben mich einfach herumgeschubst, mir weh getan und so etwas. Was Kinder eben tun. Ich weiß aber auch nicht mehr, was genau da los war und warum es passiert ist.
Oder ob meine Erinnerung mich nicht täuscht.

Auf jeden Fall bin ich ausgerastet. Gekratzt, gebissen, ich war wie toll. Und das haben die Jungs mit einer Mischung aus Entsetzen und purer Freude aufgenommen, man hat mich natürlich dann erst recht als Opfer ins Auge gefasst. Ab da ging es los und ich war immer Opfer, wurde dann regelmäßig verprügelt.
Keiner mochte mich mehr, alle hassten mich. Ich hatte diese Einstellung: "Mir ist alles egal. Ich kämpfe!" Und ich weiß noch, dass ich oft dachte: "Das Leben ist nur ein Traum! Das passiert alles nciht wirklich"

Und ich hasste mich selbst und alle um mich herum.

Und trotzdem war ich still, oft, wenn es nicht gerade um diese Auseinandersetzungen ging, introvertiert. Habe oft allein gespielt und hatte irgendwann eine Freundin, mit der ich mich immer allein traf. Wir spielten sehr lange, bis in die Pubertät hinein, bis wir 15 wahren, kindische, fantasievolle Spiele, in denen wir unsere eigene Welt erschafften. Meine Freundin liebte das genau so wie ich. Aber sie schämte sich auch insgeheim und verleugnete mich und natürlich wie wir unsere Zeit verbrachten, vor ihren anderen Freundinnen in der Schule, mit denen sie eben dann auch mal richtige Dinge tat- weggehen, soziale Kontakte knüpfen, was man eben so tut. Das war alles lange nicht der Fall bei mir, ich hatte diese Spiele und meine Fantasie, die ich liebte. Mit der Pubertät kristallisierten sich dann auch sehr deutliche Fantasien heraus, immer mehr, die irgendwie später einen Sinn ergaben und später dann sexuell wurden- was meine heutige sexuelle Präferenz erklärt. Irgendwie hängt alles zusammen, ich weiß nur nicht, wie.

Ich war immer so abseits von allem und fühlte mich ausgegrenzt. Aber ich muss sagen, ich war damals das Opfer und kannte nichts anderes, ich WOLLTE das Opfer sein und konnte mir nichts anderes vorstellen.

Ich hatte nie Selbstbewusstsein, gerade durch die Schulzeit, ich habe mir mit meinem Verhalten alles verbaut. Und ich hasse mich dafür, weil das mein gesamtes Selbstvertrauen geraubt hat.
Das einzige, was mich gut fühlen ließ, war das Schreiben. Ich habe es geliebt, Geschichten zu schreiben. Und irgendwie habe ich dann auch später meine Fantasien da kanalisiert. Und ich konnte das relativ gut. Mein damaliger Deutschlehrer wollte mich immer fördern und hat mich zu einem Schreibwettbewerb angemeldet... und meine Geschichten anderen Klassen gezeigt. Die haben dann aber über mich gelacht, weil ich leider an der ganzen (Kleinstadt)-Schule bekannt war. Es sprach sich halt rum, dass ich die wütende Irre war, die immer ausrastet, die Komische. Es war natürlich in der fünften, sechsten Klasse nicht mehr so, glaube ich. Da habe ich mich nicht mehr so krass verhalten, aber ich hatte durch die Grundschulzeit den Grundstock gelegt. Ich wurde also später dann immer noch verfolgt, verprügelt, geärgert, beschimpft und keiner konnte mich leiden.

Dass das nicht an den Anderen liegt, ist mir vollkommen bewusst.

ICH war schuld und ICH hätte etwas tun sollen. Ich habe mich furchtbar verhalten damals. Ich weiß aber nicht, wieso.

Damals, in der Grundschule, hat meine Klassenlehrerin auch überhaupt nicht leiden können. Sie hat mich nie ernst genommen und mir auch nie geholfen, wenn man mich so schlimm geärgert hat. Sie hat mich als Kratzbürste bezeichnet und nie eingegriffen. Vermutlich war sie der Meinung, das alles hätte ich verdient.

AUch,, wenn ich selbst an allem Schuld bin, finde ich, hätte sie doch so handeln sollen, wie man es von einem Lehrer erwartet. Sie hätte doch sich vielleicht denken können, dass ich mit meinen Verhaltensauffälligkeiten irgendwie nicht normal sein kann. Vielleicht hätte ich damals einen Therapeuten gebraucht oder so. Vielleicht hätte mal irgendjemand mit mir reden sollen. Meine Eltern haben sich immer aufgeregt über diese Lehrerin. Aber ich erinnere mich auch noch an eine Situation, wo mein Vater einem mir unbekanntem Mann grinsend erzählt hat, wie schlimm ich in der Schule ausraste und ich weiß, dass ich daneben saß und mich unglaublich schämte. Und dass ich es schrecklich fand, dass mein Vater das irgendwie witzig fand.

Wie gesagt, das alles ist mir heute noch unglaublich peinlich. Ich habe gar nicht mehr genügend Erinnerungen, habe alles verdrängt. Wie gesagt, dass ich so ausgerastet bin, hat sich nach ein paar Jahren gegeben. Aber das Ärgern, die Scham, die Außenseiterrolle nicht. Ich wurde ständig von Leuten angepöbelt an meiner Schule und ich glaube, es gab wirklich nur sehr, sehr wenige Leute,, die mich leiden konnten.
Ich war auch im Sport immer furchtbar schlecht und hasste die SPortstunden, weil ich da immer ausgelacht wurde. Ich war der totale Loser. Aber selbstverschuldet.
Natürlich kam ich dann aber nicht mehr so leicht da raus.
Ich hatte mir alles verbaut. Dabei wünsche ich mir natürlich, alles wäre anders gelaufen.

Ich hätte gerne eine normale Jungend erlebt oder meine Schulzeit genossen. Wo andere einen richtigen Freundeskreis hatten, über Jungs geredet haben. Lustige Sachen machten, Unsinn, sich in einer Gruppe trafen und sich akzeptiert fühlten. Nur ich nicht und ich bereue das alles sehr.

Ich schäme mich heute wirklich für alles. Ich glaube, etwas hat nicht mit mir gestimmt und ich hätte damals dringend Hilfe gebraucht. Aber es ist zu spät. Das macht mich schon weniger symathisch, oder?

Heute bin ich natürlich nicht mehr so. Heute bin ich eher ruhig, habe kein Selbstvertrauen, fühle mich... naja, ihr wisst es ja. Das alles bin ich heute.

Ich rede nicht gern über diese Sachen von damals, weil ich mich echt scheußlich deswegen fühle. Wie schlimm ich mich benommen habe. Ich habe eine zeitlang alles und jeden gehasst, war immer nur auf Abwehrhaltung und frech, böse. Ich kann mir das gar nicht mehr vorstellen heute. Es war so ein schlimmer Kreislauf, der mich fertig gemacht hat und ich wollte auch oft einfach nicht mehr sein. Aber wirklich ernsthaft über Selbstmord habe ich nie nachgedacht.

Ich erinnere mich auch noch an ein Ereignis.
Eigentlich an zwei.

Und egal, an was ich mich erinnere, ich kann mich nicht wirklich entsinnen, in welchem Alter das alles passiert ist...

Eine zeitlang war ich in der Schule etwas schlechter gewesen, hatte vielleicht auf dem Zeugnis mal eine 4 oder habe eine schlechte Note nach Hause gebracht.
Schlechte Noten waren sowieso das Schlimmste. Ich hatte immer panische Angst, wenn ich mal eine schlechte Note (ab 4) bekommen hatte. Ich war kein besonders schlechter Schüler, aber auch nicht besonders gut und manchmal, besonders in Mathe, passierte das. Ich traute mich dann immer kaum nach Hause mit dieser Note, es war jedesmal eine Katastrophe für mich.
Wie auch immer- und an einem Weihnachten habe ich von meinen Eltern eine Klobürste bekommen!
Wirklich. Wann war das? Mit 11 oder so.
Jaaa, sehr schön, alle grinsten.
Und ich hab geheult wie blöde. Als mein Vater sagte, "hier, für deinen zukünftigen Job!".

Das finde ich rückblickend einfach grausam und total krass, dass Eltern sowas mit ihrem Kind machen können. Das ist einfach furchtbar.

Ich bin übrigens nie sitzen geblieben oder sonst etwas. Ich war mittelmäßig, später dann, als ich älter war und meine Ausbildungen machte, war ich gut und hatte fast nur Einsen und ein paar Zweien.

Ich glaube, meine Eltern haben mich nie ernst genommen. Ich habe mich immer geschämt für mein Verhalten damals in der Grundschule, aber sie haben das entweder locker genommen und sogar darüber gegrinst oder waren sauer auf mich.
Und gut habe ich mich nie gefühlt. SIe haben mir nicht geholfen, mein Selbstvertrauen irgendwie aufzubauen.
Ich finde, Eltern sollten so etwas tun.

Und dann hatte ich auch immer Angst vor dem Vater eines Schulkameraden. Die Familie hat bei uns im Haus gewohnt, der Vater hat immer getrunken und saß abends lange im Keller. Ich hatte Angst vor ihm, weil er aufdringlich war und furchtbar widerlich. Aber ich musste abends für meinen Vater immer bier aus dem Keller holen, komischerweise habe ich nie gesagt, warum ich da nicht runter will, sondern es einfach gemacht.

Und dieser Typ hatte mich irgendwann- ich habe KEINE Ahnung, wie alt ich da war! Leider!! 6 oder 11... ich weiß es nicht. Eher so 6-8 Jahre.
Naja, keine Ahnung, einmal hat dieser Mensch mich angefasst, aber mehr ist nie passiert.

Das war´s.

Das ist mir gerade alles sehr unangenehm. Das ist so persönlich, dass ich das noch nie jemandem erzählt habe und was ist, wenn mich mal jemand wiedererkennt? Kann das passieren? Sollte man solche Dinge überhaupt öffentlich ins Internet schreiben?? Nun, das Risiko ist vermutlich nicht so hoch. Keine Ahnung.

Mir war plötzlich danach, das alles mal niederzuschreiben. Weil ich ein paar Gedanken dazu gern hätte... und... keine Ahnung.

Es ist mir aber auch sehr peinlich.

Ich bin ein total seltsamer Mensch.

Ach so.

Dann mit der 10. Klasse damals verebbte der Hass in meiner Klasse langsam und alle benahmen sich etwas erwachsener.
Natürlich.
Manche grüßen mich auf der Straße aber heute noch nicht.
Mit vielen konnte ich über das Internet oder damals ein paar Jahre nach der Schule gut und normal reden. Da haben wir niemals ein Wort über das alles verloren.

Und jetzt ist bald Klassentreffen.

Nach 10 Jahren.

Und ich weiß nicht, ob ich hingehen soll.

Ich habe Angst.

Aber ich denke, wenn icih das jetzt tue,und allen zeige, dass ich es kann, dass ich halbwegs normal bin, dass ich darüber stehe, dass ich damit umgehen kann... und mir selbst zeige, dass ich mich von meiner Vergangenheit nicht so fertig machen lasse, dann könnte mir das gut tun und ein enormer Schritt nach vorn sein.

Aber wenn es schief geht, ich komische Blicke oder gar Worte ernte, auf Ablehnung stoße, wirft mich das wieder total zurück. Davor habe ich Angst.

Ich weiß nicht, was ich machen soll.

Ich bin fertig mit jammern.
 
Du musst keinem irgendetwas zeigen.

Du bist frei.

Schade, dass immer die Falschen befürchten "dumm zu sein".

Die richtig Dummen finden sich oft widerlich schlau.

Hab`keine Angst.
 
Ich war immer ein ruhiges, fantasievolles Kind. Und mit anderen Kindern lief es gut, ganz normal, nur, dass ich eben etwas introvetriert war und mich sehr gut stundenlang mit mir allein beschäftigen konnte.
Alles war normal.
Irgenendwann, nachdem ich eingeschult wurde, in der ersten Klasse, passierte etwas. Oder es muss etwas passiert sein. Ich weiß auch nicht, plötzlich hat sich alles geändert.
Ich weiß, dass man mich mal geärgert hat, mir weh getan hat oder so etwas. Es war ein Vorfall. Bei dem ich richtig ausgerastet bin. Ich wurde rasend und habe mich mit voller Aggressivität gewehrt, weil ich das durch die anderen Kinder (Jungs) nicht mit mir machen lassen wollte. Ich glaube, sie haben mich einfach herumgeschubst, mir weh getan und so etwas. Was Kinder eben tun. Ich weiß aber auch nicht mehr, was genau da los war und warum es passiert ist.
Oder ob meine Erinnerung mich nicht täuscht.
[...]

Wow! Also mir fallen ein paar Sachen auf:

1. Es ist erstaunlich, welchen starken Einfluss das Umfeld und irgendwelche Kleinigkeiten haben können. Du scheinst leider ziemlich feindselige Mitschüler gehabt zu haben und leider nicht die besten Lehrer. Du bist im Grunde nur durch diese eine Situation in eine Rolle reingerutscht, aus der du nicht mehr rauskamst. Hättest du mein Umfeld gehabt, wäre vermutlich alles komplett anderes gewesen, weil meine Altergenossen damals nicht so feindlich waren wie deine.


2. ich zitiere mal: "... ich habe mir mit meinem Verhalten alles verbaut. Und ich hasse mich dafür, ..."
"
keiner konnte mich leiden. Dass das nicht an den Anderen liegt, ist mir vollkommen bewusst. ICH war schuld und ICH hätte etwas tun sollen."
"
AUch,, wenn ich selbst an allem Schuld bin.."
"Ich hatte mir alles verbaut."
"Ich bin ein total seltsamer Mensch."

Du warst ein KIND. Erwartest du ernsthaft, dass ein Kind, was permanent gemobbt wird, mehr Verantwortung dafür trägt als dessen Lehrer oder Eltern?

Was willst du denn "schuld" sein? Dass du einmal ausgerastet bist? Das passiert, machen Kinder in der Grundschule manchmal, wenn sie nicht weiterwissen. Mein Banknachbar ist in der Grundschule auch mal plötzlich ausgerastet und hat mich gekratzt. Vielleicht hab ich irgendwas gesagt oder ihn irgendwie sonstwie verwirrt. War aber nicht weiter schlimm, ich hab verdattert geschaut und später war er dann trotzdem mein bester Freund.



Du bist kein seltsamer Mensch! Ich mag deinen klaren Schreibstil irgendwie und finde deine Vergangenheit sehr interessant und ich hab ein bisschen das Gefühl, dass in dir sogar ein paar tolle Talente schlummern - möglicherweise im kreativen Bereich - aber dass dein Selbstvertrauen einfach SO gnadenlos niedergeknüppelt wurde, dass du jetzt fälschlicherweise glaubst, du seist dumm, unfähig und an allem schuld.

Bitte, tu mir einen Gefallen und arbeite weiter an deinem Selbstvertrauen. Nimm nochmal eine Therapie in Angriff, lass dir hier weiter helfen. Es wäre sehr schade, wenn du dich weiter so klein machen lässt. Mit der richtigen Hilfe könntest du sicherlich ziemlich aufblühen.
 
Vielleicht hast du recht...

Ich hätte eben irgendwie rechtzeitig Hilfe bekommen sollen, irgendwie. Dann wäre auch alles nicht so schief gelaufen.

Ich arbeite an mir. Ich will leben und mich des Lebens freuen. Das habe ich wirklich vor.
Ich gehe erst einmal zu dem sozialpsychiatrischen Dienst, dann suche ich mir vielleicht bald eine richtige Therapie. Ich glaube, das ist nötig...
 
Oftmals verstehe ich mich mit Leuten gut und es kommen immer mal wieder gute Gespräche zustande.

Aber oft weiß ich auch nicht wwirklich, was ich sagen soll. Ich habe einige soziale Ängste, auch, wenn man es mir nicht immer anmerkt.

Heute hat mir ein Arzt das Foto einer Frau mit Hundebissverletzung gezeigt, die gerade frisch als Notfall reinkam. (Ich bin Dokumentarin). Und ich sagte, was man so sagt "Oh je, wie schrecklich" etc. Und weil ich nicht mehr wusste, was ich sonst sagen sollte, hab ich wieder mal angefangen, dämliche Fragen zu stellen "Das war sicher ein großer Hund" (Arzt gelacht, "Ja, sicher, ein Chihuahua war es nicht!" oder "Das ist bestimmt schwierig, das zu Rekonstruieren" --- (Arzt: "Nein, gar nicht" - ich: ???? Echt??? - Er: "Natürlich ist das schwierig!")

Aber ich unterhalte mich oftmals auch sehr gut mit den Leuten und fühle mich auch angenommen und fast normal.

Ich glaube, die sind sogar zufrieden mit mir auf Arbeit. Darauf bin ich fast etwas stolz, weil ich mir das nie zugetraut hätte. Dann fragt man sich aber, wie anspruchsvoll das eigentlich ist und ob das nicht andere auch so gut auf die Reihe bekommen. Aber mein Vorgänger war wohl nicht sehr gut, da war keiner zufrieden. Aber der hatte einfafch keine Lust und nichts mehr weiter gemacht.

Ich bekomme schon immer mal positive Rückmeldungen.

Aber diese ganzen kleinen Blamagen immer wieder werfen mich zurück.

Ich habe den Eindruck, dass ich viel selbstbewusster geworden bin in den letzten Jahren. Und ich fühle mich im Moment auch gar nicht depressiv oder traurig. Ich fühle immer mehr Lebensfreude in mir aufsteigen. Ich mag meinen Job, habe große Pläne und versuche, so oft es geht, meine Allgemeinbildung zu verbessern. Ich will ab Herbst Abitur nachmachen, weil ich die dumme Idee hatte, eventuell noch zu studieren, aber mal sehen, wie das wird. Erst einmal möchte ich das nachholen an der Abendschule. Einfach, weil ich etwas dazulernen und mir noch Türen offen halten möchte.
Die Leute finden, das sei eine gute Idee. Und ich freue mich richtig drauf.

Das ist es sicher auch, eine gute Idee. Ich hätte mich aber vermutlich wirklich erst mal in eine ernsthafte Therapie begeben müssen :/

Die Zeit würde dann natürlich fehlen. Aber ich stehe ja noch nicht einmal auf einer Warteliste.

Ich kriege es einfafch nicht hin. Ich bekomme den Gedanken nicht aus dem Kopf, dass andere Menschen mich für dumm halten oder ich dumm bin. Wie auch immer. Es ist so schlimm. Immer wieder tauchen diese Ängste auf, immer wieder beschäftigt mich das. Ihr helft mir, ich frage immer wieder meine Freunde und ja auch euch, wie das so ist und lasse mich gern beruhigen, auf mich einreden. Aber das ist unfair, ich will niemandem mit meinem Generve zur Last fallen. Und trotzdem brauche ich es immer wieder, dass ich mit jemanden darüber reden kann. Und ich brauche immer wieder Beruhigung. Immer wieder. Das hilft temporär sehr gut, bis die Ängste dann wiederkommen.

Am liebsten würde ich das Thema hier immer weiter fortführen. Aber ich werde jedes Mal das gleiche schreiben, gespickt mit verschiedenen Erlebnissen.
Und ihr wisst nicht mehr, was ihr noch schreiben sollt, denn ihr habt ja schon alles gesagt.

Ich wünsche mir so sehr, das aus meinem Kopf zu bekommen.

Da hilft wohl nur eine THerapie. Aber das Abitur ist mir sehr wichtig! Das will ich gern machen. Die Therapie kann ich ja auch noch freitags machen, z.b., denn da hätte ich am Nachmittag Zeit... ach. Ich werde mich wohl doch erst mal für die Warteliste irgendwo anmelden. Das dauert ja sowieso mindestens ein Jahr.

Ich fühle mich immer so ANDERS als andere Menschen.

Ich hasse es, vielleicht als die naive, etwas dämliche Frau gesehen zu werden. Vielleicht sieht man mich gar nicht so! Aber ich habe immer wieder mal das Gefühl (nicht ständig, das kommt auch von meiner inneren Einstellung), dass es so ist. Und dann verfolgt mich das tagelang.

Ich komme einfach nicht weiter. Ich schaffe es nicht. Ich kann mich nicht selbst überzeugen. Ich würde gern WIRKLICH wissen, wie andere Menschen mich sehen.
Ihr kennt mich doch leider nicht.

Ich würde gern jemanden fragen, der mich die ganze Zeit beobachtet und mir dann was dazu sagt. Jemandem, dessen Urteil ich vertrauen kann. Oder vielleicht sogar mehreren unterschiedlichen Menschen.

Das geht aber nicht, ich kann nicht in die Köpfe der Leute schauen. Und meine Freunde sind ja nicht mehr objektiv.

Wenn es wirklich so wäre (ihr sagt ja eher, es sei nicht so, ich weiß schon), dass ich nicht so clever bin wie der Rest, dann wäre das für mich furchtbar. Da kann ich noch so ein liebenswerter Mensch sein. Ich will anders sein, ich kann mit dem Gedanken nicht leben, vielleicht für dämlich gehalten zu werden. Jeder Mensch ist wertvoll... klar. Aber wenn ich jetzt herausfinden würde (und Gott sei Dank habe ich ja noch die Hoffnung, dass ich mir das alles nur einbilde und alles gar nicht so schlimm ist), dass ich eher langsam im Kopf und ziemlich unreif und naiv bin, dann würde ich alles aufgeben. Ich würde aufhören, mich zu bemühen und mich nur noch zu Hause verkriechen und vor mich hinleben, weil das Leben für mich plötzlich viel weniger lebenswert wäre. Weil ich keine Lust mehr hätte, das Leben mit all den Menschen darin zu genießen, wie ich jetzt diese enorme Lust verspüre. Denn wenn ich wüsste, die Leute würden so über mich denken, dann würde ich nicht mehr hinaus in die Welt wollen.

Es ist dämlich. Ich kann es nicht abstellen. Es kommt immer wieder hoch.

ICh kann doch hier aber nicht immer wieder das selbe hineinschreiben. Was sollt ihr mir schon noch dazu sagen?

Ach, ihr Lieben! Ich hasse meine Unsicherheit!

Vielleicht hilft Hypnose. Bezahlt das die Krankenkasse? Ist doch kein Humbug, sondern medizinisch erwiesen,oder?
Ich glaube, ich wäre empfänglich dafür.

Ich will irgendwas ändern.

Ich glaube ja auch fast, dass das alles an meiner Unsicherheit und an meinen Ängsten liegt.

Aber wenn es nun nicht so ist?

Ach, tut mir leid, dass ich immer wieder davon anfange.

Vielen Dank für eure immerwährende Hilfe. Ich bin froh, meine SOrgen hier loswerden zu können.

Viele liebe Grüße an euch!
 
Am liebsten hätte ich eine konkrete, gesicherte Diagnose zu all dem.

Dann hätte ich einen Grund und würde mich nicht mehr so "dumm" fühlen.

An ADS hab ich auch gedacht. Aber ich hatte keine direkten Lernschwierigkeiten als Kind.

Ich brauche Strategien, das alles zu überwinden. Da hilft es nicht, zu Hause in Bücher zu starren.

Sondern man muss in die Welt gehen und sich neuen Situationen aussetzen. Mutig sein, was riskieren, viele Dinge ausprobieren, mit Leuten reden. Aber da blamiert man sich immer mal wieder. Und das ist die Gefahr. Insgesamt gesehen wird es aber eher positiv auf mich wirken.
Das versuche ich auch noch. Manchmal geht es ganz gut.

Ich bin in den letzten Jahren ein eher lebensfroher Mensch geworden. Meine ÄNgste bremsen mich aber aus.
 

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