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Ich habe Angst den Arbeitgeber zu wechseln

Besonders der Punkt 4 hört sich doch super an und könnte Deine Sozialphobie zur Heilung bringen.
Deswegen habe ich extra auch meine Introversion hervorgehoben. Mittlerweile habe ich zum Beispiel in meiner aktuellen Firma keine Angst mehr vor sozialen Interaktionen, aber weil ich mich mit den Kollegen nicht mehr wirklich verstehe sind Firmenfeiern extra anstrengend.

Wir waren auch mal 3 Tage auf Geschäftsreise bei einem Partnerunternehmen und da fand ich unsere Partner kennenzulernen und mir deren Abläufe anzusehen toll, auch die Seminare die ich besucht habe, aber dann die gemeinsamen Essen und die Fahrt hin und zurück wo ich mit drei Kollegen 5 Stunden lang im Auto saß waren entweder langweilig oder richtig triggerend für mich aus diversen Gründen.

In jedem Fall ist es doch gut, wenn dieser Punkt schon aus der Stellenanzeige hervor geht. Wer einen Job nur als Arbeit sieht, sollte sich dort nicht bewerben.
Die heben das auf ihrer Webseite auch sehr stark hervor, da gibt es ganz viele Bilder von den Mitarbeitern bei allen möglichen Aktivitäten. Ich denke da vielleicht zu pessimistisch, aber ich hatte das Gefühl wenn ein Viertel der Seite nur aus Eventfotos besteht haben die vielleicht was zu verbergen.

Ich verstehe aber nicht, dass Du gleich an einen Burnout denkst. Du bist doch noch am Anfang Deines Arbeitslebens. Gute Arbeitgeber bauen ihre Arbeitnehmer langsam auf.
Ich fürchte, dass ich weniger belastbar bin als andere Menschen. Aktuell merke ich das zum Beispiel daran, dass ich mit Überstunden nicht klar komme und sich meine allgemeine Stimmung deutlich verschlechtert, wenn ich viel zu tun habe.
Außerdem hätte ich die Ausbildung mehrfach fast abgebrochen, wenn mir Corona nicht eine Pause verschafft hätte. Und ich habe ja deutlich einfachere Aufgaben als in der neuen Firma.
Ich denke nicht, dass die mir Druck machen würden, aber dass die einfach von vornherein jemanden suchen, der auch wirklich mit ganzer Kraft arbeiten kann.

Wer fährt denn heute noch so weit zu Arbeit? Ich würde hier gar nicht lange fackeln und mich bewerben.
Das "heute" verstehe ich nicht. Meine aktuellen Kollegen fahren zwischen 10 und 70 Minuten. Je nachdem wo man eben wohnt. Aber ich muss auch sagen wegen der guten Lage war ich besonders interessiert, weil es bei anderen Stellenangeboten gerade dort gescheitert ist.

Lass Dich nicht zu sehr negativ beeinflussen.
Ich denke halt, mein jetziger Arbeitgeber ist ok. Ich habe viele Freunde aus der Ausbildung, die auch ständig Überstunden hatten oder anderweitig schlecht behandelt wurden. Weniger als die Hälfte wurde überhaupt übernommen, die anderen waren dann teils 6 Monate arbeitslos bis wieder eine Stelle auffindbar war. Und gerade in meinem Bekanntenkreis haben viele letztendlich den Beruf gewechselt, weil das die einzige Möglichkeit war überhaupt Arbeit zu finden.

Deshalb halte ich es für wichtig, dass man solche Themen frühzeitig anspricht.
Ich fürchte, dass das schlecht ankommt. Bei uns wird aktuell zwar nicht vorausgesetzt, dass man an allem teilnimmt, aber es wird schon zur Kenntnis genommen und entsprechend kommentiert. Und ich weiß nicht ob ich überhaupt in die Firma passe, wenn die alle so eng miteinander sind.
 
Wer fährt denn heute noch so weit zu Arbeit?

Gar nicht so wenige Menschen. Ich habe einen Arbeitsweg von 50-55 Minuten, ein Kollege von mir hat ca. 100 Minuten. Wir haben aber das Glück, dass wir 2-3 Tage in der Woche im Homeoffice arbeiten dürfen. Von daher würde ich eine Arbeitsstelle mit weiterer Anreise nie im Vorfeld ausschließen. Seit Corona ist Homeoffice deutlich verbreiteter als zuvor.
 
Seit Corona ist Homeoffice deutlich verbreiteter als zuvor.

Man geht aber auch wieder davon weg. Zudem muss man es eigentlich mobiles Arbeiten nennen, Homeoffice ist ein rechtlich fester Begriff mit bestimmten Vorrausetzungen.

In meiner aktuellen Stelle gibt es auch div. "Events". Aber ich nehme nur an der Weihnachtsfeier oder dem Sommerfest teil esse etwas und gehe zeitig wieder.
Am Anfang war ich bei den größeren Events dabei weil ich neu war dann nicht mehr.
Ist in der Regel kein Problem.
 
Einfach bewerben und absagen, wenn es zu wenig Geld ist. Hatte ich leider auch, obwohl ich die Info hatte, dass sie denselben Tarif haben. Aber so ist das Leben. Versuch es, sonst regst du. Doch auf. Bezüglich der Bewertungen, da gebe ich dir recht. Aber vielleicht war der Unmut nicht so groß, dafür sich hinzusetzen. Also habe ich auch nur gemacht, wenn es rassistische oder Diskriminierung im Personaler Gespräch gab. Sonst ehrlich gesagt nicht.
 
Guten Abend zusammen. Wie ein anderer Nutzer schon kürzlich geschrieben hat, denke auch ich darüber nach mir einen neuen Arbeitgeber zu suchen.

Ich habe bei meiner aktuellen Firma erst die dreijährige Ausbildung gemacht und bin jetzt seit zwei Jahren voll angestellt. Also ich bin seit 5 Jahren im gleichen Betrieb und es ist mein erster Job überhaupt.

Es gibt durchaus positive Sachen an meinem Arbeitgeber, aber ich habe vor Monaten mehrfach über eine Kündigung nachgedacht. Hauptsächlich, weil das Betriebsklima immer schlechter wird, aber auch weil ich entweder viel zu gestresst bin (arbeite so ziemlich als Einzige in der Abteilung) oder mehrere Tage lang gar nichts mache (wenn die Auftragslage schlecht ist).

Nun hat mich eine Freundin auf eine offene Stelle hingewiesen, die viel näher an meinem Wohnort (20 Minuten Fahrtzeit statt 50) und noch dazu in einem anderen, für mich viel interessanteren Bereich ist. Also die Produkte, die die Firma vertreibt, sprechen mich mehr an und die Arbeit klingt deutlich spannender. Außerdem gibt es branchenbedingt keine ruhigen Phasen sondern man ist das ganze Jahr gleichermaßen ausgelastet.

Nun aber das Problem:

1. Die Stellenbeschreibung und die Bewertungen des Arbeitgebers klingen zu gut um wahr zu sein. Ich bezweifele, dass eine Firma mit 100 Mitarbeitern so nett und mitarbeiterorientiert ist und dass jeder wirklich ernsthaft mit allem zufrieden ist.

2. Nirgendwo kann man herauslesen, was man dort verdienen würde.

3. Ich erfülle nur etwa die Hälfte der Anforderungen in der Stellenanzeige und es ist deutlich anspruchsvoller als mein jetziger Job. Ich befürchte dann wieder ein Burnout zu kriegen, was ich bereits zweimal zusätzlich zu meinen Depressionen erlebt habe.

4. Die Firma ist extrem fokussiert auf Zusammengehörigkeit und Teamarbeit, im Sinne von: schon in der Stellenanzeige war von Treffen nach Feierabend und regelmäßigen Ausflügen ins Ausland (Jubiläumsfeier auf Mallorca, Skifahren in Österreich...) die Rede. Als Introvertierte Person mit Sozialphobie klingt das nach der Hölle.

5. Es gibt sonst 0 Stellen die in Frage kommen und ich weiß von Bekannten aus der Branchen, dass ich sonst nichts finden werde. Soll heißen, ich will meine jetzige Stelle nicht aufgeben, denn wenn mir die neue nicht gefällt und ich dort auch wieder kündige, bin ich vermutlich ziemlich lang arbeitslos.

Ich bin leider auch absolut kein Karrieremensch. Meine Arbeit ist mir ziemlich egal solange sie mich nicht zusätzlich runterzieht und genug Geld einbringt. Was aktuell so semi der Fall ist. Daher befürchte ich, dass meine Work Life Balance in dem neuen Betrieb wieder durcheinander käme. Andererseits hätte ich da ja den deutlich kürzeren Arbeitsweg und wenn ich es richtig verstehe, muss die Stelle nicht zwingend in Vollzeit besetzt werden.

Soll ich mich da überhaupt bewerben? Es klingt auf den ersten Blick wie ein Traumjob, aber bei längerem Nachdenken fallen mir nur Nachteile ein.
Wenn schon in der Stellenanzeige von "regelmässigen Treffen nach Feierabend" die Rede ist, verheisst das nichts gutes. Das läuft dann so wie bei Ikea. Da wirst du dann " freiwillig gezwungen" an diversen Wochenenden und regelmässig nach Feierabend mit den Kollegen abzuhängen, ob du willst oder nicht....das ist Zwang und nichts anderes. Und wenn man öfter nicht hingeht, wirst du schief angeguckt.

Wenn du damit leben kannst, bewerb dich. Wo gibt es Firmen, in denen alles toll ist, man mit allem zufrieden ist? Je besser es einem geht desto selbstverständlicher nimmt man alles.

Bewerb dich und dann kannst du im Gespräch die Details klären.
 
Wer fährt denn heute noch so weit zu Arbeit? Ich würde hier gar nicht lange fackeln und mich bewerben. Die Gründe, die du aufzählst kommen nur von deiner Angst mal deine Comfortzone zu verlassen. Du wirst auch bei anderen Stelle diverse Gründe aufzählen können und auch noch 20 Jahren auf deiner Stelle hocken. Ich würde mir mal anhören was sie im Vorstellungsgespräch zu sagen haben.
Wie bitte? Viele Menschen müssen solche Strecken fahren, sehr viele fahren sogar noch weiter.
 
Ich würde mich jetzt nicht so daran hochziehen, dass ich hier die Arbeitsentfernung bemängelt habe, denn darum gehts hier überhaupt nicht! Ganz ehrlich, es gibt inzwischen so viele Stellen überall, dass ich keinesfalls einfache Strecke 50 min zu einem Arbeitgeber fahren würde, der nichtmal gut zu seinen Mitarbeitenden ist. Das habe ich vor Corona als Berufsanfängerin vielleicht gemacht. Und das ewige Pendeln hat mich dazu gesundheitlich kaputt gemacht. Inzwischen lassen ich schlechte Behandlung nicht mehr mit mir machen und wechsle, wenns blöd wird. Der AG muss schon echt gut sein, wenn er so weit weg ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich würde mich jetzt nicht so daran hochziehen, dass ich hier die Arbeitsentfernung bemängelt habe, denn darum gehts hier überhaupt nicht! Ganz ehrlich, es gibt inzwischen so viele Stellen überall, dass ich keinesfalls einfache Strecke 50 min zu einem Arbeitgeber fahren würde, der nichtmal gut zu seinen Mitarbeitenden ist. Das habe ich vor Corona als Berufsanfängerin vielleicht gemacht. Und das ewige Pendeln hat mich dazu gesundheitlich kaputt gemacht. Inzwischen lassen ich schlechte Behandlung nicht mehr mit mir machen und wechsle, wenns blöd wird. Der AG muss schon echt gut sein, wenn er so weit weg ist.
Wenn du eine Wahl hast, dann ist es ja gut, dann bist du privilegiert und kannst dir den Job zu deinen Bedingungen aussuchen. Genau das können viele jedoch nicht. Und natürlich ist das auch vom Arbeitsmarkt abhängig. Wenn es immer mehr Arbeitslose gibt, viele Firmen gehen ins Ausland, sind insolvent usw, dann haben auch immer weniger Menschen die Wahl. Das viele Arbeitnehmer in Deutschland überhaupt Ansprüche stellen können, ist halt auch keine Selbstverständlichkeit, auch wenn das viele so sehen.
 
Besonders der Punkt 4 hört sich doch super an und könnte Deine Sozialphobie zur Heilung bringen. Ich bin auch in so einer Firma und vielen Events Abend oder am Wochenende und bin überzeugt, dass dadurch auch bessere Arbeitsergebnisse erbracht werden und die Mitarbeiter langfristig glücklicher sind. .
Eine Sozialphobie heilt man aber nicht, indem man den Menschen zu sozialen Geselligkeiten zwingt und schon gar nicht in dieser Häufigkeit. Mit einer Sozialphobie verträgt man ein gewisses Maß an Geselligkeit, benötigt dann aber auch wieder entsprechende Pausen um sich davon zu erholen. Das betrifft im Übrigen auch introvertierte Menschen, die zwar keine Angst vor Geselligkeit haben, diese aber als anstrengend empfinden und entsprechende Pausen benötigen um sich davon zu erholen. Auch macht es einen großen Unterschied, ob man zu geselligen Kontakten gezwungen wird, oder man sich die Situationen und die Menschen selber aussuchen kann.

Du kannst Menschen mit Sozialphobie auch direkt in einen Job packen, in dem man extrem viel Kontakt zu anderen Menschen hat. Dann wird die Person sicherlich lernen, an der Situation zu wachsen, wird selbstbewusster usw, aber oftmals führt so ein Job dann auch bald zur Überforderung weil man den Umgang mit vielen Menschen im Grunde ja nicht mag bzw es eben als sehr anstrengend empfindet.

Zwang sollte einfach keine Option sein. Ausprobieren ja, aber dann muss man sich entscheiden dürfen, ob man das ständig machen will.
 

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