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Ich fühle mich einsam...

Im Moment darf ich mich wenig bewegen, schon seit über einem Jahr.
Warum? Es kommt jetzt nicht rüber, wie stark du durch die MS körperlich eingeschränkt bist.
Müsstest du da aber nicht Krankengymnastik machen? So kämst du auch mal raus und bekämst etwas mehr Struktur in dein Leben. Auch mit Übungen dann zu Hause.
 
Mein Alltag... ich schlafe häufig bis zum frühen Nachmittag. Und dann schlafe ich erst wieder morgens gegen 5 Uhr ein. Nur bei Terminen schlafe ich nicht so lange. Am Nachmittag schaue ich TV und sitze am PC. Bis zum nächsten Morgen. Aufgrund der MS leide ich an Fatigue, aber immer zur falschen Zeit. Im Moment darf ich mich wenig bewegen, schon seit über einem Jahr.

Dein Alltag ist so nicht mehr selbsttragend. Schlafrhythmus, Alkohol, Isolation und Verwahrlosung verstärken sich gegenseitig. Das regelt sich nicht von selbst.

Ein realistischer nächster Schritt ist kein Lebensumbau, sondern Ehrlichkeit an der richtigen Stelle. Beim nächsten Arzttermin offen sagen, wie viel Du tatsächlich trinkst, wie Dein Schlaf aussieht und daß Dein Alltag kaum noch Struktur hat. Wenn Dir das mündlich schwerfällt, nimm einen Zettel mit. Das ist pragmatisch.

Als erster, sehr niedriger Einstieg kann auch ein Anruf beim Sorgentelefon sinnvoll sein. Die Gespräche sind anonym, unverbindlich und genau für Situationen gedacht, in denen man nicht weiß, wo man anfangen soll. Die Mitarbeitenden kennen in der Regel auch regionale Anlaufstellen und können Dir sagen, was es konkret in Deiner Stadt gibt. Das ersetzt keine Hilfe, kann aber der erste Schritt sein.

Darüber hinaus kommen – unabhängig vom Wohnort – typischerweise genau diese Stellen in Frage:
– der Sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamtes
– eine psychosoziale Beratungsstelle der Kommune oder eines Wohlfahrtsverbandes
– eine Suchtberatungsstelle, auch wenn man noch allein lebt und nach außen funktioniert
– bei MS zusätzlich eine spezialisierte Sozialberatung, z. B. über die DMSG

Das sind keine Notlösungen und keine „letzte Station“, sondern Anlaufstellen für Menschen, deren Alltag entgleist ist, ohne daß sie akut zusammenbrechen. Genau in diesem Bereich bewegst Du Dich im Moment.

Du mußt Dir das nicht perfekt aussuchen. Ein Anruf oder eine Kontaktaufnahme reicht als Anfang. Wichtig ist nicht die optimale Entscheidung, sondern daß Du überhaupt einen ersten Schritt machst.

Sei es Dir bitte wert und schreib uns hier ruhig weiter, falls es Dir hilft.
 
Hey Du,

das klingt nach einer sehr schweren Situation.

Ich möchte mich gerne den Beiträgen von @Sonate anschließen: Es klingt nach viel zu viel um das alles alleine zu tragen. Ich fürchte leider auch, dass sich deine verschiedenen Themen/ Probleme gegenseitig verstärken: Die Krankheiten werden sich durch mangelnde Bewegung und Konsum leider vermutlich verschlechtern, die schlechte körperliche Verfassung vergrößert die Hürde, das Haus zu verlassen, die Einsamkeit macht die Flucht in Konsum naheliegend. Damit möchte ich auf keinen Fall sagen, dass du selbst an deiner Situation Schuld bist, sondern dass es einfach sehr schwer ist, alleine einen Ausweg zu finden. In deiner Situation wäre ich sicherlich auch sehr überfordert.

Deswegen finde ich umso schöner, dass du hier schreibst und dich ein wenig öffnest. Aber ich wünsche dir sehr, dass du auch im "echten" Leben Hilfe bekommst und einen Ansprechpartner findest. Auch mir erscheint es am naheliegendsten, die Anlaufstellen zu nutzen, die du schon hast: Ärzte. Ich weiß, dass Ärzte oft wenig Zeit haben und nicht unbedingt den Eindruck vermitteln, dass sie sich gerne mit tiefergehenden Problemen beschäftigen wollen. Aber trotzdem wäre es sehr wichtig, offen zu sagen, wie groß deine Probleme sind und dass du alleine überfordert bist. Wichtig wäre, offen darüber zu sein, wie schlecht es dir psychisch geht, wie einsam du bist. Und dass du nicht weißt, was du tun sollst. Im besten Fall bekommst du dann Tipps, wen du anrufen kannst/ wohin du gehen kannst.

Eine Freundin von mir hat gerade auch MS diagnostiziert bekommen, sie hat dann Zeitnah psychologische Gespräche über einen Verein/ Verband in Anspruch nehmen können. So eine Möglichkeit hättest du bestimmt auch.

Wenn du Fragen hast, frage gerne.

Liebe Grüße und erstmal alles Gute!
 
Ergänzung: Aber ich verstehe auch, wenn du noch etwas Zeit brauchst, bis du dich jemandem persönlich öffnen kannst. Das ist bestimmt sehr schwer, nach so viel vergangener Zeit. Fühle dich bitte nicht unter Druck gesetzt. Wichtig ist, dass du erstmal hier bist und den ersten Schritt, hier darüber zu schreiben, geschafft hast. Zu viel zu schnell auf einmal kann auch sehr überfordern.
 

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