Mein Ex liegt gerade mit 35 Kilo Lebendgewicht bei einem Meter achzig im KH.
Ich mach ihm inzwischen die Wohnung wieder top, die hat er gröblich vernachlässigt.
Wenn er daheim ist, lässt er ununterbrochen den Fernseher laufen, ein Indiz, dass er sich so weniger alleine fühlt, weniger Panik hat vom Alleinsein. Er trinkt Bier und inzwischen reicht schon eins bei seinem Gewicht, dass er beduselt ist. Er bestellt viel aus dem Internet, hat viel vor, macht viel, übt viele Hobbies aus, imkert, kocht, backt für seine Truppe rundherum Kuchen und Torten, ist stets irgendwo dabei- durch Grippe war das eine Weile wieder anders, sofort ist er abgerutscht, sofort kam er wieder ins Tief, von dem er sich gut abhalten konnte mehrere Jahre wieder.
Er ist nicht der Typ, den man alleine lassen kann, das ist tödlich für ihn.
Jetzt im Krankenhaus schaut er wieder viel besser aus, dort gibts keine Zigaretten, keinen Rumtee, keine Flasche Bier, das geht ihm nicht ab, er ist ja rundherum versorgt und nicht einsam.
Gestern war wieder ein Beitrag im Fernsehen, wo ein Arzt sagte, eigentlich ist es eben die gefühlte Ausgrenzung, die Menschen zusetzt und krank werden lässt. Das ist, wie wenn man ein Kind einsperrt, sich selbst überlässt, das wird einfallen, verdrossen werden und todunglücklich. Der Arzt vom Fernsehen sagte, Einsamkeit macht krank.
Man müsste praktisch dann schauen, dass man möglichst nicht einsam lebt.. um sich halbwegs gesund zu halten.
Lieber Bandit, vielleicht bringts dir schon etwas, wenn du hin und wieder auf Reha gehst?
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