Allerdings ist die TE inzwischen hier sowieso raus anscheinend.
Ich hatte mich die letzte Zeit hier rausgezogen, weil ich die Untersuchungen in der Charité abwarten wollte, um eventuelle Neuigkeiten zu berichten. Und es gibt Neuigkeiten.
Es wurde auch dort eine Essstörung, wie z.B. Magersucht aufgrund psychischer Probleme ausgeschlossen. Der Kinderarzt und die anderen Ärzte, bei den sie war, haben auch nichts falsch gemacht. Es wurde alles untersucht, aber sie konnten das Problem nicht finden. Die meisten Ärzte wären auch gar nicht erst auf die Idee gekommen, weil es nicht so häufig vorkommt. Es ist für die Ärzte in der Charité auch nichts alltägliches und musste mit vielen Ärzten besprochen werden.
Ich bin keine Ärztin und erkläre es so, wie ich es kann. Sie hat kein Interesse an Lebensmitteln. Wenn man z.B. einen Kuchen sieht, dann denkt man "Oh, lecker ein Kuchen". Das ist bei ihr nicht so. Sie sieht dann einfach nur einen Kuchen, so wie sie auch ein Auto sieht. Und man denkt ja auch nicht bei einem Auto "Oh, lecker ein Auto".
In ihrem Gehirn kommen Signale nicht richtig bzw. anders an. Sie hat deswegen auch keinen Hunger. Ihr Magen signalisiert zwar, dass er leer ist, aber es kommt nicht als Hunger im Gehirn an. "Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, der Magen ist leer", das ist bei ihr alles gleich und kommt alles gleichermaßen im Gehirn an. Das sind für sie Fakten ohne Handlungsbedarf.
Sie kann essen. Die Funktionen sind alle vorhanden. Sie ist eigentlich vollkommen gesund, außer diese "Störung" im Gehirn. Wenn sie isst, dann nimmt der Magen das auch auf, weil er ja meistens leer ist. Sie muss sich dann meistens auch nicht übergeben, weil wie gesagt keine Essstörung vorliegt und sie ja so gesehen nicht satt ist. Sie hat nur kein Interesse an Essen. Wir ziehen uns ja auch keine drei Jacken an, wenn uns warm ist.
Das lässt sich nicht heilen. Es kann niemand genau sagen, wieso die Signale falsch ankommen. Jetzt könnte man sagen, dass sie da durch muss. Sie ist gesund, sie kann körperlich gesehen essen, also soll muss sie das auch. Das wäre aber Essen unter Zwang (so wie bisher leider) und könnte dauerhaft wirklich zu einer Essstörung werden, weil Essen dann zum Feind werden könnte. Wenn wir sie weiterhin dauerhaft zum essen zwingen, dann ist das so, als würden wir Essen in sie reinstopfen.
Wir sind aktuell viel im Austausch mit den Ärzten. Es stehen noch einige Gespräch an. Im Moment geht es in Richtung künstliche Ernährung mit der Option, dass sie essen darf, wenn sie es selber möchte, aber nicht muss.