Ich soll konsequent bleiben. Das verstehen ich. Wie soll das aber genau aussehen?
Steig jetzt ins Auto
Nein
Steig jetzt ins Auto
Nein
Wenn du jetzt nicht einsteigst, dann bleiben wir hier stehen.
*3 Stunden später und wir stehen immer noch im Wohnzimmer*
oder soll ich mit Konsequenzen drohen? Wenn du jetzt nicht ins Auto steigst, dann gibt es heute keine Medienzeit mehr. Sagt mir dich mal konkrete Beispiele, wie ich das bei ihr durchsetzen soll.
Ruf den Krisendienst an, ruf eine Erziehungsberstungsdtelle an und lass dich beraten.
Zwang wäre mein letztes Mittel der Wahl, doch käme nach Ausschöpfung der anderen Wege notfalls zum Einsatz.
Es geht dabei schließlich darum, ihr in ihrer Not zu helfen! Manchmal muss jemand hart durchgreifen, um Hilfe möglich zu machen.
Und auch beim Thema essen. Ich soll ihr eine Auswahl geben, was sie essen muss. Wenn sie das nicht will, dann soll ich ihr konsequent gar nichts machen?
• Du hast 1 Gericht zubereitet, das sie essen KANN.
• WILL sie das (trotziges Machtspiel) nicht essen, kann sie sich alternativ etwas anderes nehmen oder zubereiten, doch du kochst nichts anderes
• Geht das Machtspiel weiter, bleiben Alternativ die Trinkmahlzeiten
• Und dann sitzt sie. Dir gegenüber. Unter deiner Aufsicht. Unter deinem Blick. Und kennt die Konseqenz. Entzug geliebter Privilegien. Zeitbegrenzung festlegen. Für jede 30 Minuten geht ein Privileg verloren.
• Machtspiel geht weiter?
Letzte Chance. Nahrungsaufnahme oder dir bleibt keine Wahl, da du die Verantwortung für sie und ihre Gesundheit trägst:
Da sie nicht kooperiert und du das gesundheitliche Risiko nicht tragen kannst, kannst du, da sie sich wehren wird, das Familiengericht kontaktieren, damit eine Aufnahme in die Kinderpsychiatrie möglich wird.
Diesen Ablauf würde ich ihr schriftlich als Vertrag vorlegen und sie unterschreiben lassen, dass sie das verstanden hat.
Und mich dann konsequent daran halten.
Das ist bei einer Essstörung wie ARFID nicht das Mittel der Wahl. Sie braucht kein Essen, sie verhungert im Zweifelsfall eher.
Auch Essstörungen bedürfen der konseqenten Vorgehensweise Erwachsener, bedürfen Regeln und der Sicherstellung derer Einhaltung.
Sie isst dann nichts bis sie umkippt und im Krankenhaus an den Tropf muss. Hatten wir schon mehrmals.
Und was folgte dann?
Statt Konsequenzen einknicken, richtig?
Sie ist immer dann sozialkompatibel, wenn sie im Mittelpunkt steht, es nur um sie geht und alle um sie kreisen.
Ihr habt dieses Kind geformt, erzogen, niemand sonst.
Und keine Kinderpsychologen und sonstigen Unterstützungen hinzugezogen als die Probleme sich zeigten, auch nicht, als sie sich verschlimmerten.
Du gehst am Zahfleisch und brauchst Hilfe.
Dein Kind aber auch.
Und dafür trägst du Verantwortung.
ich wäre seit Jahren schon bei jeder hilfreichen Anlaufstelle aufgeschlagen, die mir eingefallen wäre.
Da ist nach wie vor die Frage offen, warum das hier nicht längst geschieht.