#92 wurde leider erst wieder zeitverzögert freigeschaltet, daher dazu jetzt noch Anmerkungen:
Ich würde die Option mit dem E-Schlagzeug deinem Mann als Lösung vorschlagen. Wenn er daran interessiert ist, dass wieder Entspannung im familiären Miteinander einkehrt, gäbe es keinen Grund, sich dem zu verweigern.
Einwände seitens der Prinzessin würde ich gar nicht gelten lassen, denn ob sie weiter Schlagzeug spielt, stünde ja gar nicht zur Debatte. Es geht nicht non- stop nur um sie, sie hat sich genauso einzuordnen. Und das hätte ich auch schon längst deinem Mann klargemacht. (Wenn er so weiter macht wird sie später im Leben durch eine harte Schule der Erkenntnisgewinnung müssen.) Die Principessa steht hier anscheinend auf einem Sockel und legt fest, was in der Familie zu gelten hat. Sorry, das geht gar nicht - wieso lässt du das zu?! Dafür würde ich sogar einen handfesten Ehekrach riskieren.
Das Schlagzeugproblem lässt sich daher auch recht einfach lösen - altes konventionelles verkaufen, neues kopfhörergeeignetes zulegen, kurze Empörung, dann widerwillige Akzeptanz - und diese Diskussion würde ich auch zu Ende führen, nicht immer wieder mal zaghaft anklopfen. Zur Not stünde es eines Tages einfach da.. und dann hieße es einfach nur noch " Friss oder stirb"! Ich würde mir weder vom Mann und erst recht nicht von der Tochter auf der Nase herumtanzen lassen.
Bleibt das andere Problem bzgl. der fordernden Persönlichkeit des Kindes. Dass sie sich der Testung verweigert würde ich ebenfalls nicht hinnehmen. Wenn du den Eindruck hast, dass das nicht im Rahmen des Üblichen ist, gehört auch das hinterfragt. Auch hier würde ich nicht um generöse Genehmigung einer unreifen 9-jährigen bitten, die nach dem Lustprinzip entscheidet, sondern mir Unterstützung durch Kindertherapeuten suchen, die auch Sturköpfe aufzuschließen vermögen. Du musst dafür allerdings deinen Mann als Sparringspartner gewinnen, denn wenn er auf Seiten der Tochter mitzickt ist das chancenlos. Er würde zwar ihren kindlichen Wünschen entsprechen, ihr aber rational damit keinen Gefallen tun, da ihr ja eine möglicherweise ganz andere wichtige Förderung verwehrt bliebe. Das wäre einfach nur dumm. Um ihn zu überzeugenen würde ich ihn ebenfalls (ohne die Tochter) zu einem Beratungsgespräch beim Kinderpsychologen schleppen. Wenn zudem du und dein Seelenwohl ihm etwas bedeuten und ihm die Gunst seiner Prinzessin nicht deutlich mehr am Herzen liegt, gibt es keinen rationalen Grund, sich dem zu verschließen. Ansonsten würde ich mal nachhorchen, ob er für die Prinzessin sogar eine Trennung von dir in Kauf nähme. Dann wüsstest du zumindest, wo du für ihn stehst.
Dass du keinen Therapeutenplatz bekommst halte ich für eine Mär, da du selbständig und damit ja wahrscheinlich privat versichert bist. Wir haben lediglich ein Problem bei kassenfinanzierten Stunden. Als Privatzahler bekommst du jederzeit und auch superfix einen Platz. Einen Mangel an Therapeuten gibt es nämlich nicht.