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Ich bin zu spät nochmal Mama geworden

Ihr habt also das Geld für so ein Elektronik-Trommel-Dings. Aber du sollst es kaufen und deiner Tochter die schlechte Nachricht überbringen und alles ausbaden, wenn es dann Streit gibt. Ja, das ist ein Problem, ihr seid euch nicht einig.

Und sie hat keine anderen Kinder, mit 9 Jahren? Nur euch, und da werdet ihr mit Fragen gelöchert und müsst ein tagesfüllendes Kulturprogramm auf die Beine stellen?!

Das könnte schon sein, mit der Hochgegabung. Aber sie braucht soziale Kontakte auch privat, zu anderen Kindern. Und wenn sie das nicht will oder kann, muss sie lernen, ihre Langeweile zu kanalisieren.

Für solchen schlauen Kinder gibt es auch Angebote. Und dieses nur- für- sich- sein- wollen ist keine Kompetenz, sondern eher ein Problem im weiteren Leben.
Wobei ich auch Kinder mit Hochbegabung kenne.
Diese sind trotzdem (oder erst recht?) fähig, sich alleine zu beschäftigen.

Nach deinen Erzählungen zu urteilen, habt ihr das Kind zu sehr in den Mittelpunkt gestellt.
Da ist es kein Wunder, wenn sie nicht mit anderen Kindern spielen möchte oder sich selbstständig eine Beschäftigung sucht.

Bei euch könnte ich mir vorstellen, wenn ein Test die Hochbegabung bestätigen sollte, dass sich die Situation zuhause noch verschärfen würde.

Weil dein Mann dann noch mehr dahinter her wäre, dass Mädchen auf den Thron zu stellen. Es würde sich dann wahrscheinlich absolut alles um ihr Wohlbefinden drehen.

Du klingst so passiv und depressiv.
Scheinst alles so hinzunehmen, obwohl es dir damit massiv schlecht geht.

Auf die Fragen, ob man ein Gartenhaus kaufen könnte und isolieren, einen Kellerraum schallisolieren könnte oder einen Proberaum anzumieten…gehst du überhaupt nicht ein.

Auch, dass du mit deiner Tochter sprichst, ihr klarmachst, dass du durch den Lärm krank wirst…gehst du nicht ein.

Es gäbe Lösungen, die musst du aber anstreben und durchsetzen.

Ihr lebt als Familie zusammen.
Bei euch bist du aber ausgeschlossen.

Oder du suchst dir eine kleine Wohnung und ziehst aus.
Damit meine ich nicht, dass du die Beziehung beenden sollst (falls dir noch was an deinem Mann liegen sollte), sondern ihr trennt euch räumlich und du kommst nach Hause, wann immer es passen sollte.

Wenn du dich nicht durchsetzen möchtest, dann bleibt alles wie es nun ist.
Wenn genug Geld für Instrumente und Equipment da ist, kann ich auch eine Wand und eine Tür in dieses Haus einziehen und das räumlich trennen. Da muss eben die blöde Wendeltreppe herausgerissen und eine andere Treppe eingesetzt werden. Und da geht es bis zu einer Wand und einer Tür.

Das so etwas nicht pragmatisch umgesetzt werden kann, ist ein Zeichen eurer Uneinigkeit. Ja, und gegen deinen Mann einfach drauflosbauen ist natürlich auch ein Problem. Aber so kommst du eben unter die Räder, bei jedem einzelnen Problem.

Sie kennt Kinder in ihrem Alter und hat auch Freunde. Die kommen nur nicht besonders gerne zu uns nach Hause und es ist auch nicht immer möglich, dass sie zu den hin geht. Außerdem will sie das nicht jeden Tag.

Sie liest auch noch viel, also abgesehen von den Instrumenten. Das ist für sie aber auch nicht tagfüllend. Spielzeug hat sie kaum, weil es sie nicht interessiert.

Wir haben weder Garten, noch Keller. Ein Proberaum ist ja eine super Idee. Wir können aber ein knapp 9 jähriges Kind nicht stundenlang alleine irgendwo lassen. Sie muss ja beaufsichtig werden. Wir haben als Eltern ja Aufsichtspflicht.

Eine Wand und eine Tür mal eben einziehen lassen ... Und wer hat von einer Wendeltreppe gesprochen. Ich weiß, dass es schwierig zu erklären ist, wenn man es nicht sieht. Wir haben ein etwa 5x5 Meter großes "Loch" in der Decke und dort geht es hoch zum Loft. Das Loft ist unterm Dach mit Dachschrägen. Wenn man die Treppe hoch geht, dann ist man in dem offenen Bereich. Rechts und links von dem "Loch" ist ein kleiner Durchgang zum geschlossenen Zimmer. Es ist nicht möglich da irgendwas baulich zu verändern. Und selbst wenn, dann würden wir unten im Dunkeln sitzen.
 
Gäbe es die Möglichkeit, das Kind in einer Musikschule anzumelden? Oder habe ich was überlesen? Du schreibst, dein Mann hat sie bislang unterrichtet. Das mit der Musikschule wäre eine Möglichkeit, ihr weitere Angebote zu machen - sie lernt andere musizierende Kinder kennen, und vor allem auch andere Lehrer als ihren Papi (was ich sowieso essentiell finde), kann ihre Begabung anders kanalisieren, kommt raus und vielleicht würde das schon helfen, die Lage etwas zu entspannen.
Da gibt es auch Vorspielen, oder eventuell das Musizieren in einer Band ö.ä.? Also spannende Sachen, wo sie sich einbringen kann.
Ich finde es befremdlich, dass sie so wenig Kontakt zu Gleichaltrigen hat, keine Busenfreundin. Gerade in diesem Alter hat man doch eine "BFF", wie es neudeutsch heißt, oder?
Ich habe beim Lesen das bange Gefühl, dein Mann zieht sich da sein Geschöpf heran.
Das klingt nicht gesund.
 
Um verständlich zu machen, wieso der Geräuschpegel bei uns immer sehr hoch ist, muss ich unsere Wohnsituation etwas erklären. In unsrem Haus ist alles sehr offen gehalten. Wir haben einen sehr sehr großen U-förmigen Wohn-Küche-Essbereich. In der Mitte von dem U geht eine Treppe zu einer Art Loft hoch. Das ist der Bereich unserer Tochter. In dem Bereich spielt sie ihre Instrumente, spielt generell mit ihrem Spielzeug, hört Musik usw. Sie hat zwar noch ein abgetrenntes geschlossenes Zimmer mit Tür, aber da ist kaum Platz zum spielen. Es ist also als würde sie quasi immer im Wohnbereich spielen. Es ist nicht möglich von der Geräuschkulisse wegzukommen, außer man setzt sich den ganzen Tag im Schlafzimmer auf das Bett oder im Badezimmer auf den Badewannenrand.
OK, also mit den Instrumenten muss ne Lösung her. ich kenne das von mir selbst: habe bsiweilen 6 Stunden am Tag geübt: Das fordert die Umgebung immens.
Aber es gibt Lösungen. Häuser in offener Bauweise sind dafür definitiv nicht geeignet.
Keller oder sonstige Räume gibt es nicht, die ihr isolieren könnt? Denk mal über dne Tellerrand raus: Was könnte man umbauen?
Oder gibt es die Möglichkeit, ein Gartenhaus zu bauen? es muss ja nicht groß sein. Es ist toll, wenn dein Kind gerne übt: das muss gefördert werden, aber die Umwelt muss schon auch geschont werden.
wenn ihr in eurem Haus wirklich nichts machen könnt: Wie schaut es mit "externen" Räumen aus? Gibt es eine Möglichkeit, in der Schule zu üben?
Ich konnte zB früher nach Unterrichtsschluss noch in der Schule bleiben und mich am Instrument austoben, wenn der Musiksaal frei war.
Fragt bei der Schule nach!
Oder wie schaut es mit Kirchen in der Umgebung aus? evtl gibt es die Möglichkeit, einen Deal mit einer nahegelegenen Kirchengemeinde zu machen und dort einen Raum zu bekommen, wo das Kind üben kann (die meisten Kirchengemeinden lassen sich auf einen deal ein, bei dem man eine kleine Miete entrichtet. So mache ich das aktuell selber auch: klappt wunderbar.)
Also ihr findet dafür bestimmt eine Lösung dass sie zumindest weniger zuhause übt.
Darüber hinaus kannst du dir beim Hörakkustiker spezielle Ohrstöpsel anpassen lassen.

Aber so wie ich das hier lese, liegt das grundproblem woanders:
Dein Mann und Deine Tochter sind anscheinend ein gutes Team- zwei Verbündete und Du? Das "dritte Rad am Wagen"? Spielen deine Bedürfnisse da überhaupt eine Rolle? dein Mann scheint eher nach dem Prinzip zu denken: Friss oder stirb. Und Du musst Dich fügen. Das kostet Kraft, weil es eben nicht richtig ist.
dein Vater ist nicht Kumpel deiner Tochter, sondern vor allem DEIN Partner. DAs scheint er vergessen zu haben: Er muss mit Dir am gleichen Strang ziehen und in solchen Fragen muss es Lösungen geben, die die Bedürfnisse ALLER Beteiligten berücksichtigen.
würde eine Paartherapie vorschlagen: Dass Du unter diesen Umständen einen inneren Widerwillen entwickelst finde ich nur menschlich. Bei mir regt sich schon beim lesen ein Widerwille.
 
Ist euer Schlafzimmer ein abgeschlossener Raum?
Vielleicht könnt ihr da einfach die Zimmer tauschen.
Und, das Mädchen braucht dringend regelmäßigen Kontakt zu gleichaltrigen Kinder. Der Papa ist der Vater, aber kein Ersatz für Freunde.
Sprich doch mal den Kinderarzt darauf an.
Mein Sohn ist nicht hochbegabte, sondern höchstbegabt. Und, er hatte damals kaum Freunde. An diesem sozialen Bereich haben wir erfolgreich gearbeitet.
 
Wir haben ein etwa 5x5 Meter großes "Loch" in der Decke und dort geht es hoch zum Loft. Das Loft ist unterm Dach mit Dachschrägen. Wenn man die Treppe hoch geht, dann ist man in dem offenen Bereich. Rechts und links von dem "Loch" ist ein kleiner Durchgang zum geschlossenen Zimmer. Es ist nicht möglich da irgendwas baulich zu verändern.
Was habt ihr euch denn ursprünglich gedacht, wie man in dieser Wohnsituation ein Kind großzieht? Wenn das geschlossene Zimmer eigentlich zu klein ist - auch ohne das ständige Musizieren hätte das Kind ja irgendwelchen Raum gebraucht und eben auch Rückzugsmöglichkeiten.
 
Sprich doch mal den Kinderarzt darauf an.
Mein Sohn ist nicht hochbegabte, sondern höchstbegabt. Und, er hatte damals kaum Freunde. An diesem sozialen Bereich haben wir erfolgreich gearbeitet.
Ich finde das auch wirklich wichtig.

Du kannst dich zum Beispiel auch an die DGhK wenden, die Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V., es gibt eine ganze Reihe regionaler Ableger. Da könnte deine Tochter - sofern sie hochbegabt ist - Kinder kennenlernen, die ähnlich gestrickt sind und ihr könnt Eltern kennenlernen, die mit ähnlichen Problemen kämpfen.

 
Dein Mann machte den Vorschlag für die Tochter das elektronische Schlagzeug zu kaufen, damit du nix mehr hörst.
Vermutlich würde ich dies tun.
Das habe ich so nicht gelesen .
Ich habe gelesen, die TE soll gefälligst allein ein elektronisches Schlagzeug mit etlichen tausend Euro finanzieren, wenn SIE partout sowas will, weil sie sich gestört fühlt.

Der Mann hier macht keinerlei Vorschläge, die Situation zu entschärfen, der findet, seine Frau soll sich nicht so anstellen.
 

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