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Gelöscht 77808
Gast
Danke @Bodenschatz. Ich stimme dir zu. Nach einem Studium kann man nichts. Das was du beschreibst trifft aber auf alle Studenten zu. Nichtsdestotrotz ist die Arbeitslosigkeit unter Hochschulabsolventen ziemlich gering (<3 %). Du willst also sagen, egal was ich studiere - hauptsache die Noten sind top?
Ich meine, dass Dir das Studium liegen muss, DAMIT die Noten Top sind.
Wenn Du dann Top Noten hast, wird die Wahrscheinlichkeit gross sein, dass Du eine der begehrten angemessenen Stellen bekommst, die bestenfalls mit den Studieninhalten korrespondiert.
Klar ist aber auch, dass von einem normalen hochrangigen Vorgesetzten verlangt werden darf, nur ein ganz kleines bisschen länger im Büro zu bleiben, sagen wir mal von morgens 8 bis abends 8 Uhr, insbesondere in japanisch geführten Betrieben. Es liegt daran, dass Können gefragt ist und zufällig nach einem Projekt das andere auftaucht.
Die von Dir zitierte Arbeitslosigkeit der Hochschulabsolventen kann ich nicht beurteilen, ich setze aber sicher voraus, dass ein HS Absolvent durch den Abschluss gezeigt hat, dass er zu lernen vermag.
Das Problem an der reinen Zahl dürfte wohl darin liegen, dass solche Leute mit Kusshand von Unternehmen angeworben werden, die die Absolventen dann im Betrieb unterfordern.
Beispielsweise gab es seit 2014 bis 2019 rund 16,35 Millionen Studierende an deutschen Hochschulen, die - hoffentlich - irgend einen Abschluss bekommen. ( https://de.statista.com/statistik/d...nzahl-der-studenten-an-deutschen-hochschulen/ )
In Deutschland wird es aktuell rund 44 Millionen Erwerbstätige in D geben. Ziehe ich davon 16 Millionen künftige Vorgesetzte ab, so verbleiben für jeden Akademiker im Schnitt 1,75 Personen, die er in einer leitenden Funktion seiner Abteilung beaufsichtigen kann. Eine von 1,75 Personen wird durch die Aufsicht am Arbeiten gehindert und der Vorgesetzte dazu. Es bleibt noch die Arbeitsleistung einer Teilzeit_Stelle von 75% erhalten.
Dass das so nicht funktionieren kann ist offensichtlich; es entspricht allerdings nur deswegen nicht der Realität, weil man mittlerweile durchaus die Absolventen und ihre 1,75 Untergebenen gemeinsam an die Schüppe stellt.
Was ich auch fies finde ist, dass Studenten teilweise mit Bafög - und KFW-Krediten ins Leben starten.
Gibt es dann eine vernünftig dotierte Stelle, die aber naturgemäß (also bedingt durch die theorielastige Ausbildung) kein handwerkliches Geschick hervor gebracht hat, muss dafür aber jegliche Leistung, die man früher oder später in Anspruch nehmen muss, mit allermindestens dem drei-oder vierfachen eigenen Stundenlohn bezahlt werden.
Es lohnt sich also auch für Akademiker auf Dauer, Materialien "anzufühlen" und sich mit Grundzügen des Handwerks vertraut zu machen. Vielleicht nicht unbedingt um es selbst zu können, allemal aber um beurteilen zu können, ob Preise erträglich sind oder man es doch lieber selbst macht.
So, dann mal viel Erfolg von hier aus!