Hallo Ihr Lieben,
ich bin psychisch am Ende.
Damit Ihr verstehen könnt, warum ich in dieser Situation bin, muss ich etwas weit ausholen. Ich bin von Geburt an gehörlos, spreche aber sehr gut.
1998 machte ich das Fachabitur, 1999 bis 2003 studierte ich Informations-/Grafikdesign und habe das Studium mit einem sehr guten Diplom abgeschlossen.
Seit über 4 Jahren arbeite ich in einer Werbeagentur (26 Angestellte) in meiner Heimatstadt. Im Frühjahr/Sommer 2008 hatte ich eine sehr stressige Zeit in der Agentur (damit meine ich die Werbeagentur). Ich habe an einigen Wochenenden gearbeitet und auch an einigen Feiertagen. Als ich endlich diese Zeit hinter mir hatte, erwartete ich, dass mein Chef mir eine Anerkennung in Form einer Prämie oder ähnliches zukommen lassen würde. Aber nichts da! Im November setzte er mir einen neuen Kollegen (ich nenne ihn mal Simon) vor meiner Nase, zukünftig werde ich unter ihm arbeiten müssen. Seitdem geht es bergab … Ich gestalte und entwerfe nichts mehr, ich kann bzw. darf das nicht mehr umsetzen, was ich studiert habe. Seit einiger Zeit frage ich mich, wozu habe ich denn studiert? Der Kollege überlässt mir die Arbeiten, die er nicht machen möchte und für die er zu schade ist … Jeden Abend, bevor ich Feierabend machen möchte, muss ich mich bei ihm abmelden. Das passt mir überhaupt nicht! Aber was soll ich denn machen …
Mein Chef ist auch nicht viel besser. Er bemüht sich gar nicht, mit mir deutlich und langsam zu sprechen. Er weiß das seit Jahren und ich habe ihn immer wieder daran erinnert … inzwischen habe ich es aufgegeben, es ist mir einfach zu blöd. Mit meinen Kollegen habe ich auch meine liebe Not. Bis vor einiger Zeit bin ich ab und zu zu einigen Kollegen und habe mit ihnen geplaudert, z.B. was ich am Wochenende gemacht habe, usw. Aber niemand kommt zu mir und spricht mit mir … Was habe ich denn getan? Habe ich eine ansteckende Krankheit oder was? Die anderen Kollegen plaudern miteinander und lachen laut und ich arbeite wie blöd. Ich fühle mich sehr isoliert in der Agentur. Ich bekomme nie was mit, was los ist.
Am vorletzten Freitag war der Skitag in der Agentur. Die Kollegen waren Skifahren. Ich war nicht dabei, ich habe mit Absicht die Übergabe meines neuen Autos an diesem Tag gelegt, weil ich keine Lust hatte, mit meinem ach so lieben Kollegen den ganzen Tag zusammen zu verbringen. Am darauf folgenden Montag fragte ich Simon, wie denn der Tag war. Er sagte nur gut. Mehr sagte er nicht. Niemand hat mir erzählt, wie der Tag war.
Vor 4 Wochen war eine Mitarbeiterbesprechung. Ich habe eine Anlage, mit dem ich den Redner viel besser verstehen kann. Ausgerechnet an diesem Tag funktionierte die Anlage irgendwie nicht. Mein Chef hatte das Mikrofon um und ich konnte ihn nicht hören und verstehen, wenn er redete. Ich sagte ihm, dass ich ihn nicht hören kann. Rate mal, was er dann machte? Er machte Faxen mit dem Mikrofon. Ich dachte, das ist doch echt kindisch von ihm und nicht angemessen für einen Chef. Von der Besprechung habe ich kaum was mitbekommen. Als sie vorbei war, ging ich zu Simon und bat ihn um eine kurze Zusammenfassung der Besprechung. Er sagte, geh doch zu einem Praktikanten, der kann Dir eine Zusammenfassung sagen. Ich ging aber zu einem anderen Kollegen und bat ihn um eine Zusammenfassung. Er erzählte mir, was unser Chef gesagt hat. Aber er hat vieles ausgelassen … Echt toll.
Am 1. März ging ich wie immer zum Arbeiten. Ich teile mein Arbeitszimmer immer mit einem Praktikanten, die alle 6 Monate wechseln. Am 1. März sollen zwei neue Praktikantinnen bei uns in der Agentur anfangen und eine soll bei mir im gleichen Raum arbeiten. Sie war schon da, als ich kam und wir stellten uns vor. Um 8.05 Uhr bekam ich meinen Hexenschuss, was zuerst nicht so heftig war. Um ca. 10 Uhr sollten wir alle runter ins Konferenzzimmer kommen. Ich musste mich vom 2. Stock in den Erdgeschoss runterquälen mit dem schmerzenden Rücken. Als ich mich noch im 2. Stock befand und am Arbeitszimmer meines Chefs vorbei kam, gab er mir zu verstehen, dass ich schneller laufen sollte. Ich dachte dann, leck mich doch. Endlich war ich im Erdgeschoss angelangt und musste kurz stehen bleiben, weil mein Rücken so schmerzte. Mein Chef kam von hinten (ich bemerkte ihn nicht) und klopfte mit einer Schachtel auf meinem Arm. Ich habe mich erschreckt und der Chef guckte mich an und fragte, was denn ist. Ich sagte, dass ich starke Rückenschmerzen habe. Er sagte, dann komm schon. Ich sagte, ich komme schon. Das war echt erniedrigend! Endlich war ich im Konferenzzimmer und der Chef redete und redete. Ich bekam nichts mit, weil ich damit beschäftigt war, ohne Schmerzen da stehen zu können. Endlich war es vorbei und ich quälte mich rauf in mein Arbeitszimmer und schrieb Simon eine Mail, dass er bitte zu mir kommen sollte. Er kam zu mir und ich sagte ihm, dass ich ganz schlimme Rückenschmerzen habe und habe geweint. Er sagte, er schaut, dass jemand mich nach Hause fahren kann. Ich machte mich fertig und mein Chef sah, dass ich gehen wollte. Ich sagte ihm, dass ich starke Rückenschmerzen habe und gehe nach Hause. Er guckte mich irgendwie böse an und fragte mich, wann ich das letzte Mal solche Rückenschmerzen hatte? Ich sagte, letztes Jahr im November und ging. Eine Azubi fuhr mich heim. Am Nachmittag war ich bei meinem Hausarzt und er schrieb mir für die ganze Woche krank. Ich habe innerlich so gejubelt, dass ich die ganze Woche nicht arbeiten musste. Am Nachmittag habe ich einer Kollegin und Simon eine Mail geschrieben, dass ich nicht kommen werde. Die Kollegin wünschte mir gute Besserung und Simon hat auf meine Mail nicht reagiert … Es ist mir egal. Eines muss ich erwähnen: Immer bekomme ich in der Agentur einen Hexenschuss. Den bekomme ich immer, wenn es mir psychisch schlecht geht. Es tut mir überhaupt nicht gut, dort zu arbeiten. Ich habe richtige Konzentrationsschwierigkeiten, schlafe schlecht und bin schlecht drauf. Das sage nicht nur ich, sondern auch meine Familie und meine Freunde, inzwischen auch mein Hausarzt. Die Arbeit macht mir gar kein Spaß mehr und die Kollegen sind alle blöd.
Nach einer Woche kam ich zurück in die Agentur und von 26 Kollegen haben nur 3 gefragt, wie es mir geht. Das finde ich echt traurig. Am Dienstag um ca. 17 Uhr wollte ich Feierabend machen und ging zu Simon, um ihm Bescheid zu geben. Er bat mich, noch zu warten, er müsste noch schnell was holen … Er ging kurz irgendwohin und kam wieder. Er sagte, ich muss einige Logos noch überarbeiten und sie müssten dringend am nächsten Tag zum Kunden. Diese Logos habe ich eine Woche davor gemacht und die Ausdrucke lagen eine Woche bei ihm rum und in letzter Minuten fällt es ihm ein, dass das noch gemacht werden muss. Ich kochte innerlich und machte mich an die Arbeit. Ich hockte bis um 19.15 Uhr in der Agentur und arbeitete an diesem blöden Logo! Simon ging um 17.30 nach Hause … Es kommt immer wieder vor, dass ich tagsüber nicht viel zu tun habe und dann um kurz vor 17 Uhr kommt geballt Arbeit! Ich finde das echt zum Kotzen!!! Ich frage mich sehr oft, was mache ich denn hier in der Agentur? Jeden Tag passieren irgendkleine Schikanen, die ich ausbaden muss.
Nun zu meiner privaten Situation: ich bis seit über einem Jahr verlobt. Seit über einem Jahr suche ich nach einer Stelle in der Heimat meiner Verlobten. Zweimal war es sehr knapp und ich hätte eine Stelle bekommen. Jedesmal war ich niedergeschlagen. Aber trotzdem habe ich weiter gesucht und weitergekämpft, das mache ich immer noch. Aber das geht an die Substanz, weil ich auch noch in einer beschissenen Situation in der Agentur bin. Außerdem führen wir eine Fernbeziehung, ich fahre mit dem Zug und die Fahrt dauert 5 Stunden, hin und zurück hocke ich also an einem Wochenende insgesamt 10 Stunden im Zug. Ich habe immer Kopfweh, wenn ich bei meinem Verlobten bin. In seiner Familie gibt es Probleme (Todesfall seines Stiefvaters, Herzinfarkt seiner Mutter, er hat manchmal Schwierigkeiten mit seiner Schwester) und das nimmt mich auch sehr mit. Solange ich keine andere Stelle bekommen habe und hier in der Agentur arbeite, können wir keine Pläne für unsere Zukunft und unsere Hochzeit schmieden. Das belastet mich auch sehr. Ihm geht's auch genauso.
Insgesamt ist mir alles zu viel. Ich muss endlich raus aus der Agentur. Ich war am Freitag und heute krank geschrieben. Ich habe es meinem Hausarzt erzählt und er sagte, dass es Mobbing ist. Ich sollte trotzdem versuchen, mit meinem Chef zu reden. Wenn er mir wieder so blöd kommt oder meine Situation in der Agentur bessert sich nicht, wird mein Hausarzt mich so lang krank schreiben, wie es geht. Er sagte, ich könnte eine Liste mit den Geschehnissen in der Agentur schreiben und diese mit meinem Chef besprechen.
Ich denke sehr oft, ich wäre lieber arbeitslos und muss mich nicht mit dem blöden Chef und Kollegen herumschlagen … und hätte die Zeit, den Umzug in die Heimat meines Verlobten über die Bühne zu bringen und mich in Ruhe zu bewerben. Ich möchte nicht mehr in der Werbung arbeiten, sondern im Verlagswesen.
Ich habe echt Angst vor dem Gespräch mit meinem Chef!!! Ich habe Angst vor seiner Reaktion. Es ist nämlich so, dass ich ihn kritisieren muss …
Es wäre sehr lieb von Euch, wenn Ihr einige liebe Worte für mich übrig habt und mir vielleicht einige Tipps geben könnt. Vielen Dank im Voraus!
Liebe Grüße
Lindavia
ich bin psychisch am Ende.
Damit Ihr verstehen könnt, warum ich in dieser Situation bin, muss ich etwas weit ausholen. Ich bin von Geburt an gehörlos, spreche aber sehr gut.
1998 machte ich das Fachabitur, 1999 bis 2003 studierte ich Informations-/Grafikdesign und habe das Studium mit einem sehr guten Diplom abgeschlossen.
Seit über 4 Jahren arbeite ich in einer Werbeagentur (26 Angestellte) in meiner Heimatstadt. Im Frühjahr/Sommer 2008 hatte ich eine sehr stressige Zeit in der Agentur (damit meine ich die Werbeagentur). Ich habe an einigen Wochenenden gearbeitet und auch an einigen Feiertagen. Als ich endlich diese Zeit hinter mir hatte, erwartete ich, dass mein Chef mir eine Anerkennung in Form einer Prämie oder ähnliches zukommen lassen würde. Aber nichts da! Im November setzte er mir einen neuen Kollegen (ich nenne ihn mal Simon) vor meiner Nase, zukünftig werde ich unter ihm arbeiten müssen. Seitdem geht es bergab … Ich gestalte und entwerfe nichts mehr, ich kann bzw. darf das nicht mehr umsetzen, was ich studiert habe. Seit einiger Zeit frage ich mich, wozu habe ich denn studiert? Der Kollege überlässt mir die Arbeiten, die er nicht machen möchte und für die er zu schade ist … Jeden Abend, bevor ich Feierabend machen möchte, muss ich mich bei ihm abmelden. Das passt mir überhaupt nicht! Aber was soll ich denn machen …
Mein Chef ist auch nicht viel besser. Er bemüht sich gar nicht, mit mir deutlich und langsam zu sprechen. Er weiß das seit Jahren und ich habe ihn immer wieder daran erinnert … inzwischen habe ich es aufgegeben, es ist mir einfach zu blöd. Mit meinen Kollegen habe ich auch meine liebe Not. Bis vor einiger Zeit bin ich ab und zu zu einigen Kollegen und habe mit ihnen geplaudert, z.B. was ich am Wochenende gemacht habe, usw. Aber niemand kommt zu mir und spricht mit mir … Was habe ich denn getan? Habe ich eine ansteckende Krankheit oder was? Die anderen Kollegen plaudern miteinander und lachen laut und ich arbeite wie blöd. Ich fühle mich sehr isoliert in der Agentur. Ich bekomme nie was mit, was los ist.
Am vorletzten Freitag war der Skitag in der Agentur. Die Kollegen waren Skifahren. Ich war nicht dabei, ich habe mit Absicht die Übergabe meines neuen Autos an diesem Tag gelegt, weil ich keine Lust hatte, mit meinem ach so lieben Kollegen den ganzen Tag zusammen zu verbringen. Am darauf folgenden Montag fragte ich Simon, wie denn der Tag war. Er sagte nur gut. Mehr sagte er nicht. Niemand hat mir erzählt, wie der Tag war.
Vor 4 Wochen war eine Mitarbeiterbesprechung. Ich habe eine Anlage, mit dem ich den Redner viel besser verstehen kann. Ausgerechnet an diesem Tag funktionierte die Anlage irgendwie nicht. Mein Chef hatte das Mikrofon um und ich konnte ihn nicht hören und verstehen, wenn er redete. Ich sagte ihm, dass ich ihn nicht hören kann. Rate mal, was er dann machte? Er machte Faxen mit dem Mikrofon. Ich dachte, das ist doch echt kindisch von ihm und nicht angemessen für einen Chef. Von der Besprechung habe ich kaum was mitbekommen. Als sie vorbei war, ging ich zu Simon und bat ihn um eine kurze Zusammenfassung der Besprechung. Er sagte, geh doch zu einem Praktikanten, der kann Dir eine Zusammenfassung sagen. Ich ging aber zu einem anderen Kollegen und bat ihn um eine Zusammenfassung. Er erzählte mir, was unser Chef gesagt hat. Aber er hat vieles ausgelassen … Echt toll.
Am 1. März ging ich wie immer zum Arbeiten. Ich teile mein Arbeitszimmer immer mit einem Praktikanten, die alle 6 Monate wechseln. Am 1. März sollen zwei neue Praktikantinnen bei uns in der Agentur anfangen und eine soll bei mir im gleichen Raum arbeiten. Sie war schon da, als ich kam und wir stellten uns vor. Um 8.05 Uhr bekam ich meinen Hexenschuss, was zuerst nicht so heftig war. Um ca. 10 Uhr sollten wir alle runter ins Konferenzzimmer kommen. Ich musste mich vom 2. Stock in den Erdgeschoss runterquälen mit dem schmerzenden Rücken. Als ich mich noch im 2. Stock befand und am Arbeitszimmer meines Chefs vorbei kam, gab er mir zu verstehen, dass ich schneller laufen sollte. Ich dachte dann, leck mich doch. Endlich war ich im Erdgeschoss angelangt und musste kurz stehen bleiben, weil mein Rücken so schmerzte. Mein Chef kam von hinten (ich bemerkte ihn nicht) und klopfte mit einer Schachtel auf meinem Arm. Ich habe mich erschreckt und der Chef guckte mich an und fragte, was denn ist. Ich sagte, dass ich starke Rückenschmerzen habe. Er sagte, dann komm schon. Ich sagte, ich komme schon. Das war echt erniedrigend! Endlich war ich im Konferenzzimmer und der Chef redete und redete. Ich bekam nichts mit, weil ich damit beschäftigt war, ohne Schmerzen da stehen zu können. Endlich war es vorbei und ich quälte mich rauf in mein Arbeitszimmer und schrieb Simon eine Mail, dass er bitte zu mir kommen sollte. Er kam zu mir und ich sagte ihm, dass ich ganz schlimme Rückenschmerzen habe und habe geweint. Er sagte, er schaut, dass jemand mich nach Hause fahren kann. Ich machte mich fertig und mein Chef sah, dass ich gehen wollte. Ich sagte ihm, dass ich starke Rückenschmerzen habe und gehe nach Hause. Er guckte mich irgendwie böse an und fragte mich, wann ich das letzte Mal solche Rückenschmerzen hatte? Ich sagte, letztes Jahr im November und ging. Eine Azubi fuhr mich heim. Am Nachmittag war ich bei meinem Hausarzt und er schrieb mir für die ganze Woche krank. Ich habe innerlich so gejubelt, dass ich die ganze Woche nicht arbeiten musste. Am Nachmittag habe ich einer Kollegin und Simon eine Mail geschrieben, dass ich nicht kommen werde. Die Kollegin wünschte mir gute Besserung und Simon hat auf meine Mail nicht reagiert … Es ist mir egal. Eines muss ich erwähnen: Immer bekomme ich in der Agentur einen Hexenschuss. Den bekomme ich immer, wenn es mir psychisch schlecht geht. Es tut mir überhaupt nicht gut, dort zu arbeiten. Ich habe richtige Konzentrationsschwierigkeiten, schlafe schlecht und bin schlecht drauf. Das sage nicht nur ich, sondern auch meine Familie und meine Freunde, inzwischen auch mein Hausarzt. Die Arbeit macht mir gar kein Spaß mehr und die Kollegen sind alle blöd.
Nach einer Woche kam ich zurück in die Agentur und von 26 Kollegen haben nur 3 gefragt, wie es mir geht. Das finde ich echt traurig. Am Dienstag um ca. 17 Uhr wollte ich Feierabend machen und ging zu Simon, um ihm Bescheid zu geben. Er bat mich, noch zu warten, er müsste noch schnell was holen … Er ging kurz irgendwohin und kam wieder. Er sagte, ich muss einige Logos noch überarbeiten und sie müssten dringend am nächsten Tag zum Kunden. Diese Logos habe ich eine Woche davor gemacht und die Ausdrucke lagen eine Woche bei ihm rum und in letzter Minuten fällt es ihm ein, dass das noch gemacht werden muss. Ich kochte innerlich und machte mich an die Arbeit. Ich hockte bis um 19.15 Uhr in der Agentur und arbeitete an diesem blöden Logo! Simon ging um 17.30 nach Hause … Es kommt immer wieder vor, dass ich tagsüber nicht viel zu tun habe und dann um kurz vor 17 Uhr kommt geballt Arbeit! Ich finde das echt zum Kotzen!!! Ich frage mich sehr oft, was mache ich denn hier in der Agentur? Jeden Tag passieren irgendkleine Schikanen, die ich ausbaden muss.
Nun zu meiner privaten Situation: ich bis seit über einem Jahr verlobt. Seit über einem Jahr suche ich nach einer Stelle in der Heimat meiner Verlobten. Zweimal war es sehr knapp und ich hätte eine Stelle bekommen. Jedesmal war ich niedergeschlagen. Aber trotzdem habe ich weiter gesucht und weitergekämpft, das mache ich immer noch. Aber das geht an die Substanz, weil ich auch noch in einer beschissenen Situation in der Agentur bin. Außerdem führen wir eine Fernbeziehung, ich fahre mit dem Zug und die Fahrt dauert 5 Stunden, hin und zurück hocke ich also an einem Wochenende insgesamt 10 Stunden im Zug. Ich habe immer Kopfweh, wenn ich bei meinem Verlobten bin. In seiner Familie gibt es Probleme (Todesfall seines Stiefvaters, Herzinfarkt seiner Mutter, er hat manchmal Schwierigkeiten mit seiner Schwester) und das nimmt mich auch sehr mit. Solange ich keine andere Stelle bekommen habe und hier in der Agentur arbeite, können wir keine Pläne für unsere Zukunft und unsere Hochzeit schmieden. Das belastet mich auch sehr. Ihm geht's auch genauso.
Insgesamt ist mir alles zu viel. Ich muss endlich raus aus der Agentur. Ich war am Freitag und heute krank geschrieben. Ich habe es meinem Hausarzt erzählt und er sagte, dass es Mobbing ist. Ich sollte trotzdem versuchen, mit meinem Chef zu reden. Wenn er mir wieder so blöd kommt oder meine Situation in der Agentur bessert sich nicht, wird mein Hausarzt mich so lang krank schreiben, wie es geht. Er sagte, ich könnte eine Liste mit den Geschehnissen in der Agentur schreiben und diese mit meinem Chef besprechen.
Ich denke sehr oft, ich wäre lieber arbeitslos und muss mich nicht mit dem blöden Chef und Kollegen herumschlagen … und hätte die Zeit, den Umzug in die Heimat meines Verlobten über die Bühne zu bringen und mich in Ruhe zu bewerben. Ich möchte nicht mehr in der Werbung arbeiten, sondern im Verlagswesen.
Ich habe echt Angst vor dem Gespräch mit meinem Chef!!! Ich habe Angst vor seiner Reaktion. Es ist nämlich so, dass ich ihn kritisieren muss …
Es wäre sehr lieb von Euch, wenn Ihr einige liebe Worte für mich übrig habt und mir vielleicht einige Tipps geben könnt. Vielen Dank im Voraus!
Liebe Grüße
Lindavia