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Ich bin mir sicher, zu versagen

N4cht

Neues Mitglied
Hallo zusammen,
ich habe, aufgrund meiner privilegierten Lage, irgendwie das Bedürfnis, mich vorab für meinen Post zu entschuldigen.
Aufgewachsen bin ich nämlich in einem.behüteten Elternhaus, mir hat es (außer vielleicht an teurem Spielzeug) an nichts geangelt. Es gab jährliche Urlaube, nichts extravagantes, aber trotzdem immer schön und ich hatte nie das Gefühl, dass etwas essentielles fehlen könnte. Meine eltern sind immer auf meine Bedürfnisse eingegangen.

Zu meinem Thema: egal welche noch so kleine veränderung des bekannten Zustands sich ergeben könnte - Jobwechsel, Umzug in eine andere Stadt, generell eine Herausforderung, die "schwer" erscheint - ich fühle mich damit vollkommen überfordert. Ich glaube ich war schon immer so. Rückblickend habe ich die meiste Zeit meines Lebens den Weg des geringsten Widerstands gewählt. Heute bin ich unglücklich mit meiner Lebenssituation (konkret mit meiner beruflichen Situation), bin mir aber sicher, es auch nicht verändern zu können. Die Gewissheit des Scheiterns ist allgegenwärtig. Ich traue mir selbst so gut wie nichts zu. Ich war ein guter Student, auch weil ich hier feste Rahnenbedingungen erhalten habe, was es bedeutet "gut" zu sein, aber auch, weil für Versagen immer eine passende Ausrede zur Verfügung stand: das Fach ist eh schwer, da fallen alle durch, das braucht man später mal eh nicht. Und natürlich auch hier wieder: weg des geringsten Widerstands.

Ich weiß gar nicht, warum ich das alles schreibe. Ich wünsche mir Veränderung für mein Leben. Motivation. Ich fühle mich als wäre ich gefangen und sehe keinen Fluchtweg. Auch das hier zu schreiben fühlt sich wieder an wie der Weg des geringsten Widerstands, in der Hoffnung, dass mir endlich jemand sagt, was ich zu tun habe, damit ich bitte selbst keine Verantwortung für mein potentiellen Scheitern übernehmen muss.

Mir ist bewusst, wie jämmerlich das wahrscheinlich alles klingt. Danke trotzdem, dass ihr bis hierhin gelesen habt.
 
Frage wäre aber, was treibt dich an? Warum wünscht du dir die Veränderung?
Weil ich mich fühle, als hätte ich mir das so alles gar nicht ausgesucht. Als wäre ich einmal ins Karussell eingestiegen und bin jetzt an einem Ort, an dem all meine Optionen kacke sind. Ich liebe meine Heimat und will nicht wegziehen, alles was hier ist, hält mich noch einigermaßen zusammen. Aber für einen Jobwechsel wäre ein Umzug (oder irrsinnige Pendelei von 2h+ pro Tag) nicht zu vermeiden.
Mein Job an sich macht mir auch relativ wenig Freude. Die ständige Angst, einen Fehler zu machen (und die Erkenntnis, wenn es dann tatsächlich immer wieder passiert), der Leistungsdruck.
 
Ich denke wenn man das alles gut durchplant und sich über seine Schwächen bewusst ist, dann ist das nur noch halb so wild.
Bin selbst so das Veränderungen mich voll aus der Bahn werfen, aber ich weiß z.B. auch das es sich irgendwann einpendelt und dann alles gut ist.
Man muss auch nicht perfekt performen und solange man am Ball bleibt wird das. Dafür musst du das Ziel aber auch wollen. 😉
Quasi immer wieder hinfallen und aufstehen - repeat...solange bis man stehen bleibt.
 
Hallo N4cht,

Ich glaube ich war schon immer so. Rückblickend habe ich die meiste Zeit meines Lebens den Weg des geringsten Widerstands gewählt.
so ungewöhnlich ist dein Fühlen gar nicht. Diese Gedanken habe ich auch - und es ist auch so: auch ich versuche Schwierigkeiten zu vermeiden und wähle den einfachsten Weg... Das ist wohl eine angeborene Sache; Charakter; Deswegen hatte ich auch viele Gedanken auf Änderung - aber es gelingt mir nicht. Mittlerweile (ich bin 66) habe ich diese/meine Art akzeptiert. Es gibt besonders Mutige, es gibt Mutige und es gibt welche wie mich.... Ich bin halt so - punkt.
Die Gewissheit des Scheiterns ist allgegenwärtig. Ich traue mir selbst so gut wie nichts zu.
Gedanken des Scheiterns solltest du streichen. Freue dich über jeden NOCH SO KLEINEN Erfolg, den du tagtäglich hast - JEDEN. Und für jeden mutigen Schritt darfst du stolz auf dich sein - sei er auch noch so klein. Und wenn du nicht mutig sein möchtest, dann ist das auch völlig IN ORDNUNG.
Auch das hier zu schreiben fühlt sich wieder an wie der Weg des geringsten Widerstands, in der Hoffnung, dass mir endlich jemand sagt, was ich zu tun habe, damit ich bitte selbst keine Verantwortung für mein potentiellen Scheitern übernehmen muss.
Hier zu schreiben finde ich schon sehr mutig.
Es sagt dir hier sicherlich niemand, was du zu tun hast oder lassen solltest - du bekommt hier Gedankengänge und Vorschläge... Entscheiden, wie du was machen möchtest, musst letztendlich DU.

UND ??? dann hast du wieder eine Entscheidung getroffen.... also, immer auch über kleine Schritte freuen. Wenn keine kleine Schritte da sind, dann ist das eben so....
 
Viele Menschen nehmen den leichten Weg. Das ist normal. Viele Menschen haben eine Kindheit, die in Ordnung war und fühlen sich komisch, weil sie meinen, sie müssten doch nun "performen" können. Selbstwirksamkeit und Autonomie wird aber oft als wichtiges Bedürfnis von Kindern übersehen. Abgesehen davon, braucht es nicht immer einen Grund. Was gefällt dir an der Arbeit nicht?
 
Versuche zunächst mal einen positiven Rückblick, was hast du bisher geschafft? Es gibt ganz sicher was. Und "gut" ist auch gut genug.
Mach mal eine Zeit-Skala ab der Geburt mit schulischen und beruflichen Meilensteinen und eine mit privaten Meilensteinen. Können auch ganz kleine Dinge sein wie z.B. Fahrrad fahren gelernt oder so.
Was kannst du außerhalb deines Berufes gut?

Was für ein Job ist das?
 
Versuche zunächst mal einen positiven Rückblick, was hast du bisher geschafft? Es gibt ganz sicher was. Und "gut" ist auch gut genug.

Habe ich schon mehrmals versucht / gemacht. Ich gestatte mir nicht, solche Selbstverständlichkeiten als etwas besonderes zu verbuchen. Im Gegenteil, ich sehe, was für Interessen und Talente andere um mich herum verfolgt haben und sehe mich selbst dann eher als defizitär.

Schulisch und beruflich liest sich mein Lebenslauf sicher gut bis besser. Abitur - Bachelorstudium - Masterstudium - Arbeit (mit wachsender Verantwortung). Nur habe ich das irgendwie nie entschieden und hinterfrage gerade grundsätzlich, ob ich nicht vom Weg abgekommen bin. Wer weiß mit Anfang 20 schon, was er will. Oder mit Anfang 30.

Außerhalb meines Berufs... ich denke, ich gehe gut und tolerant mit meinen Mitmenschen um und habe für fast alle ein offenes Ohr. Ich bin mit meinen Mitmenschen gnädig, aber zu mir selbst unerbittlich.
Ich tanze sehr sehr gerne. Das hat mir in der letzten Zeit ein wenig den Hintern gerettet. Beim Tanzen muss der Kopf ausgeschaltet sein, sonst verabschiedet sich die Führung und das Taktgefühl.
Ich glaube, ich kann gut mit Kindern umgehen bzw. der Umgang mit ihnen macht mir viel Freude - fast egal in welchem Alter. Ich sehe mich nicht als Erzieher. Nur als ein wertfreier, früher selbst gern verträumter Mensch, der sich gerne auf die Ideen und die von einem Leistungsgedanken unberührte Freude von Kindern einlässt.
Ich leite ab und an eine Pen & Paper-Runde. Ich selber bin meist nicht zufrieden, wie ich es gemacht habe, da ich immer hätte mehr machen können (und mir wahrlich in den 2-3 Stunden Vorbereitung kein Bein herausreisse), bekomme aber einigermaßen positives Feedback von meinen Freunden.

Was für ein Job ist das?
Ich simuliere Bauteile und bewerte ihre Belastung hinsichtlich ihrer Festigkeit. Das heißt, damit ein Bauteil freigegeben wird, muss es den Anforderungen bestimmter Normen oder Regelwerke entsprechen, um nicht sofort oder in 10 Jahren zu versagen. Zusätzlich habe ich fachliche und organisatorische (nicht disziplinarische) Verantwortung für zwei Mitarbeiter. Wir haben jeweils 6, 4, 3 Jahre Berufserfahrung.
 
Vielleicht hilft es Dir an einer Erfolgsstatistik zu arbeiten.

Aber wie soll das gehen, wenn der geringste Ansatz darin erstickt wird das es nicht klappt ?

Dazu solltest Du zwei Dinge differenziert betrachten.

A Stimmt die Vermutung zu versagen ?
B Stimmt die Vermutung nicht, ist aber emotional als Gefühl da, wie Angst .

Nimm Dir eine Sache aus Deinem Leben , wo Du das Gefühl hast, aber wo Dir Dein rationaler Verstand sagt " Das klappt , auch wenn ich mir in die Hosen mache..."

Beispiel Gaming ist ein Bestandteil vieler Menschen, bist Du da in einem Game gut ? Musik viele spielen ein Instrument , Modellbau / Puzzle/ Stricken - es ist nur wichtig, das das eine Sache ist, die Dich nicht aus der Bahn wirft also lebenstechnisch - wie Umzug / Heirat/ Jobwechsel etc.

sondern eine Sache ist, die Dir zwar Angst macht , also gefühlstechnisch aber von Dir erfolgreich erledigt wird.

Oft ist die Versagerannahme also die emotionale Sicht oder die Empfindung nicht richtig, sondern eine Bewertung Deiner Fähigkeiten in Deinem eigenen Kopf , die aus irgendwelchen Gründen fehlschlägt.

Hast Du schon oft das Gefühl gehabt, das war ja gar nicht so schlimm - da hätte ich mir gar nicht so viel Angst / Lampenfieber / Sorgen / Gedanken machen müssen ?
Denke mal nach ....woher Deine Bewertung kommt , die Du selbst geistig vornimmst.

Wenn die Bewertung stimmt - wärest Du ja ein Versager - den das vermittelt Dir das Gefühl ja .

Aber Du hast ja auch Dinge im Leben erfolgreich gemacht - Studium - Schule -gute Kindheit ....also bist Du ja nicht komplett durchs Raster gefallen.

Du sagst , wenn Du Rahmenbedingungen verfolgen kannst bist Du vom Gefühl her sicherer, dann such Dir nicht sowas wie ein Lied per Noten nachspielen
sondern versuche die freie Improvisation - ohne Rahmen .....warum
weil es Dich ohne Rahmen mehr fordert und deshalb die Erfolgsaussicht geringer ist , wenn Du aber voher rational klar abgeklärt hast, das kann ich - klar krieg ich das hin ....
dann ist der Effekt größer und Deine Erfolgsstatistik wird gestärkt.

Blickt Du nun auf den erfolgreichen Versuch zurück - bist Du für Dich selbst bewiesenermaßen kein Versager , sondern ein Erfolgreicher mit nem Versagergefühl ......

soweit klar ?

Dann ist es in der Kindheit begründet, wenn es immer schon so war, früher hat man Kinder erzogen , in dem man versuchte, ihnen auszureden das sie gut sind, man sagte Orientiere Dich Nicht An Den Schlechteren .....besonders bei den Schulnoten ....kennst Du den Spruch ?
 

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