Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Ich bin mir sicher, zu versagen

Zunächst mal Danke für deine ausführliche Antwort. Da steckt sicherlich viel Wahres drin.

Hast Du schon oft das Gefühl gehabt, das war ja gar nicht so schlimm - da hätte ich mir gar nicht so viel Angst / Lampenfieber / Sorgen / Gedanken machen müssen ?
Denke mal nach ....woher Deine Bewertung kommt , die Du selbst geistig vornimmst.
Ich kann es zeitlich recht gut abgrenzen. Im Studium war ich noch sehr selbstbewusst und war auch stolz auf meine Leistungen. Wo andere Schwierigkeiten hatten, war ich gut (ja, der Vergleichsgedanke ist nicht sinnvoll, das war aber damals mein Maßstab). Mir hat mein Studium eben gelegen.
In der Arbeitswelt wurde ich dann damit konfrontiert, dass "Leistung" eben mehr bedeutet als gute Noten zu schreiben. Sauberes Arbeiten, Eigeninitiative und Motivation spielen eine große Rolle. Meine Motivation im Studium war aber immer ein guter Student zu sein, es gab kein Ziel für später. Ab hier wurden mir meine Unzulänglichkeiten vor Augen gehalten, schlussendlich hat es mich auch den Werkstudentenjob gekostet.
Später habe ich einen weiteren WS-Job bekommen, hier wurde ich besser gefördert aber auch hier zeigten sich meine Unzulänglichkeiten. Es gab sogar mal ein Gespräch mit meinem Teamleiter, ich müsse mich mehr konzentrieren etc. Ich habe es wirklich versucht, ich glaube sogar dass ich besser geworden bin. Aber eben nicht "gut". Ich fühle mich absolut falsch in meinem Beruf und denke, dass ich nun 10 Jahre in die falsche Richtung gelaufen bin.

Blickt Du nun auf den erfolgreichen Versuch zurück - bist Du für Dich selbst bewiesenermaßen kein Versager , sondern ein Erfolgreicher mit nem Versagergefühl ......
Ich verstehe, was du meinst. Ich arbeite daran, sowohl privat als auch beruflich ein bisschen mehr ins "kalte Wasser" zu springen. Selbstbewusstsein durch kleine Erfolge aufzubauen. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, mir rennt die Zeit davon. Weil mir gefühlt mein Selbstverständnis für meine berufliche Zukunft wegbricht und ich ohne diese Basis ins Schwimmen gerate.
Grundsätzlich will ich den Ratschlag aber annehmen. Machbare aber fordernde Herausforderungen müssen mehr kommen.
 
Studium und Beruf hast du doch prima hingekriegt.
Was macht das Beziehungsleben?
Aus dem Beruf würde ich gerne raus. Etwas anderes, quasi einen Neustart.

Beziehungsleben ist gerade auf Eis gelegt, fühle mich nicht stabil genug, etwas ernsthaftes anzugehen.
„Wahnsinn ist, immer wieder dasselbe zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten“
Oh ja - der Wahnsinn ist real! Es wird zeit für eine Veränderung!
 
Meine eltern sind immer auf meine Bedürfnisse eingegangen.

Bedeutet? Alles wurde auf dem Silbertablett serviert?

Stellten sie auch altersgerechte Anforderungen an dich?
Gab es zu bewältigende Herausforderungen?
Trauten sie dir wenig zu?
Nahmen sie dir Entscheidungen meist ab?

Rückblickend habe ich die meiste Zeit meines Lebens den Weg des geringsten Widerstands gewählt.

Was denkst du, woher das kommt?
Und wie sich das jetzt ändern ließe?

Heute bin ich unglücklich mit meiner Lebenssituation (konkret mit meiner beruflichen Situation), bin mir aber sicher, es auch nicht verändern zu können.

Woher kommt diese Überzeugung, dieser sogenannte Glaubenssatz, nichts bewirken zu können?
Welche Stimme hörst du da in dir?

Hier ist eine Veränderung im Denken nötig.

Die Gewissheit des Scheiterns ist allgegenwärtig.

Woher kommt das, welche Sätze fallen dir ein, wessen Stimme sagt die?

Ich traue mir selbst so gut wie nichts zu.

Du wirst wahrscheinlich Unterstützung brauchen, um dein Denken zu verändern, dein Handeln.

Zu meinem Thema: egal welche noch so kleine veränderung des bekannten Zustands sich ergeben könnte - Jobwechsel, Umzug in eine andere Stadt, generell eine Herausforderung, die "schwer" erscheint - ich fühle mich damit vollkommen überfordert.

Angst vor Veränderung ist normal, doch nicht in einem Maße, wo diese Angst zur Blockade wird.

Weil ich mich fühle, als hätte ich mir das so alles gar nicht ausgesucht. Als wäre ich einmal ins Karussell eingestiegen und bin jetzt an einem Ort, an dem all meine Optionen kacke sind. Ich liebe meine Heimat und will nicht wegziehen, alles was hier ist, hält mich noch einigermaßen zusammen. Aber für einen Jobwechsel wäre ein Umzug (oder irrsinnige Pendelei von 2h+ pro Tag) nicht zu vermeiden.
Mein Job an sich macht mir auch relativ wenig Freude. Die ständige Angst, einen Fehler zu machen (und die Erkenntnis, wenn es dann tatsächlich immer wieder passiert), der Leistungsdruck.

Wie kam es zur Wahl deines Studienganges?

Was würdest du gerne tun?
Was macht dir Freude?
Was kannst du gut?
Wohin möchtest du beruflich?

Wenn du es dir wünschen könntest, es keinerlei Beschränkungen gäbe, wie würdest du dir dein Leben vorstellen?

Wo, mit jemandem an deiner Seite (wem) oder allein, welcher Job, ...

Ich gestatte mir nicht, solche Selbstverständlichkeiten als etwas besonderes zu verbuchen.

Weshalb darfst du das nicht?
Für wen ist das nicht in Ordnung?

Schulisch und beruflich liest sich mein Lebenslauf sicher gut bis besser. Abitur - Bachelorstudium - Masterstudium - Arbeit (mit wachsender Verantwortung). Nur habe ich das irgendwie nie entschieden und hinterfrage gerade grundsätzlich, ob ich nicht vom Weg abgekommen bin. Wer weiß mit Anfang 20 schon, was er will. Oder mit Anfang 30.

Wer entschied für dich?

Ich tanze sehr sehr gerne. Das hat mir in der letzten Zeit ein wenig den Hintern gerettet. Beim Tanzen muss der Kopf ausgeschaltet sein

Erscheint mir wichtig, ohne das gerade fassen zu können, weshalb.
Kopf ausschalten dürfen, loslassen dürfen...
Gerettet; fühlst du dich tanzend freier, kannst du dabei atmen?
Tanzt du dich frei?
Es gibt auch Tanztherapie.

Ich glaube, ich kann gut mit Kindern umgehen bzw. der Umgang mit ihnen macht mir viel Freude - fast egal in welchem Alter. Ich sehe mich nicht als Erzieher. Nur als ein wertfreier, früher selbst gern verträumter Mensch, der sich gerne auf die Ideen und die von einem Leistungsgedanken unberührte Freude von Kindern einlässt.

Leistungsgedanke.
Welche Rolle spielte der in deiner Kindheit?
War es wichtig gut zu sein?
Weil...?

Ich simuliere Bauteile und bewerte ihre Belastung hinsichtlich ihrer Festigkeit. Das heißt, damit ein Bauteil freigegeben wird, muss es den Anforderungen bestimmter Normen oder Regelwerke entsprechen, um nicht sofort oder in 10 Jahren zu versagen. Zusätzlich habe ich fachliche und organisatorische (nicht disziplinarische) Verantwortung für zwei Mitarbeiter. Wir haben jeweils 6, 4, 3 Jahre Berufserfahrung.

Hättest du lieber weniger Verantwortung?
Nimmt dir das die Luft um frei zu atmen?

Im Studium war ich noch sehr selbstbewusst und war auch stolz auf meine Leistungen.

Du?
Oder geht es mehr darum, dass es deine Eltern stolz machte?
Und du sie stolz machen wolltest?

In der Arbeitswelt wurde ich dann damit konfrontiert, dass "Leistung" eben mehr bedeutet als gute Noten zu schreiben. Sauberes Arbeiten, Eigeninitiative und Motivation spielen eine große Rolle. Meine Motivation im Studium war aber immer ein guter Student zu sein, es gab kein Ziel für später. Ab hier wurden mir meine Unzulänglichkeiten vor Augen gehalten, schlussendlich hat es mich auch den Werkstudentenjob gekostet.
Später habe ich einen weiteren WS-Job bekommen, hier wurde ich besser gefördert aber auch hier zeigten sich meine Unzulänglichkeiten. Es gab sogar mal ein Gespräch mit meinem Teamleiter, ich müsse mich mehr konzentrieren etc. Ich habe es wirklich versucht, ich glaube sogar dass ich besser geworden bin. Aber eben nicht "gut". Ich fühle mich absolut falsch in meinem Beruf und denke, dass ich nun 10 Jahre in die falsche Richtung gelaufen bin.

Schwierigkeiten beim Wechsel vom Studium in die Arbeitswelt sind nicht ungewöhnlich.

Gut in der Theorie scheint es dir den Boden weggezogen zu haben, als du realisieren musstest, dass dir praktische Skills fehlen.
Ein Schlag für deinen Selbstwert.

Du bestehst da aber seit Jahren, hast Verantwortung für Mitarbeiter übertragen bekommen. So mies kannst du also nicht sein, das spricht für eine gute Entwicklung.

Was müsste anders sein, um dich auf dem richtigen Weg zu fühlen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Aus dem Beruf würde ich gerne raus. Etwas anderes, quasi einen Neustart.

Beziehungsleben ist gerade auf Eis gelegt, fühle mich nicht stabil genug, etwas ernsthaftes anzugehen.

Oh ja - der Wahnsinn ist real! Es wird zeit für eine Veränderung!
Aber was würdest du denn lieber machen, als deinen jetzigen Job?
Willst du eine komplett andere Richtung, und wenn ja, dann welche?

Solange du noch gar nicht weißt was du sonst machen möchtest, solltest du dich weiterhin auf deinen jetzigen Job konzentrieren, vielleicht ist das ja auch nur der normale Anfängerfrust, der dich runterzieht.
Das ist halt die Diskrepanz zwischen Studium und Arbeit, die dich frustriert, und da bist du sicher nicht der einzige, dem es so geht.
Und daß man mal Probleme mit dem Arbeitgeber und Vorgesetzten hat, ist auch normal, dann ist es besser, wenn man sich trennt, so wie bei deinem Werkstudentenjob...

Und mit deinem Gefühl, daß dir die Zeit davon läuft, schadest du dir nur selbst.
Im Gegenteil, es ist wichtig, daß du dir Zeit nimmst, um deine Arbeit gut zu machen, und dich im Berufsleben und der Firma einzugewöhnen.
Bei manchen braucht das halt länger, mit Versagen hat das überhaupt gar nichts zu tun.
Also verliere dich nicht in völlig unnötigem Perfektionismus, der zieht dich nur noch weiter runter!
Sondern versuche auch bei Fehlern gelassener zu bleiben, es ist völlig normal, daß man als Berufsanfänger noch nicht alles kann..

Und in der Freizeit mache einfach mal das, was DIR Spaß macht, und was DICH interessiert, ohne darauf zu schauen, was andere Leute machen.
Denn wenn du nicht aufhörst, dich ständig mit anderen zu vergleichen, wirst du nie selbstsicherer werden.
Diese Sicherheit erreichst du nur dann, wenn du aufhörst mit dieser kräftezehrenden Vergleicherei, und statt dessen deine eigenen Hobbys und Interessen entwickelst.
Dann wird es dir bestimmt auch psychisch besser gehen, als jetzt...
 
Hallo @N4cht , ich habe auch ein ähnliches Problem wie du, weil oft sehe ich heute eine Sache als Erfolg, morgen als ok und danach als schlecht an. Bei mir passiert das, weil ich zu viel drauf rumdenke und auch Angst habe, dass es eben schlecht ist. Aber ich versuche mich dann auf das gute daran zu konzentrieren, weil eigentlich ist das ja gut gewesen.
Vielleicht hilft dir das ja.

Und bei großen Veränderungen hilft mir immer eine gedankliche Vorbereitung auf die Dinge. Und so könntest du auch einen neuen Beruf mit Umzug schaffen. Schreib dir auf was du machen musst, und unterteile die Aufgaben immer weiter auf, bis sie greifbar werden. Dann wirst du davon nicht so erschlagen
 
Bedeutet? Alles wurde auf dem Silbertablett serviert?
Rückblickend würde ich sagen: ja. Viele Möglichkeiten, alleine dadurch, dass ich mir nie sorgen machen musste, dass das Geld nicht reicht und dass meine Eltern mir auch keine expliziten Vorgaben gemacht haben. Dadurch fehlte ggf. auch ein gewisser Druck, mich für etwas zu entscheiden, das ich auch wirklich will.
Stellten sie auch altersgerechte Anforderungen an dich?
Gab es zu bewältigende Herausforderungen?
Trauten sie dir wenig zu?
Nahmen sie dir Entscheidungen meist ab?
Ich kann mich nicht mehr explizit daran erinnern, aber ich habe meine Kindheit nie als besonders herausfordernd betrachtet. Ich glaube, mir wurde kognitiv viel zugetraut. Ich kann es allerdings nicht in konkrete Erfahrungen ummünzen.
Ich glaube ich habe schon immer wenig entschieden, auch wenn ich auch das nicht wirklich konkret festmachen kann. Ich kann mich jedoch nicht erinnern, einmal eine wegweisende Entscheidung ganz bewusst "für mich" getroffen und dann durchgezogen zu haben.
Was denkst du, woher das kommt?
Und wie sich das jetzt ändern ließe?
Woher das kommt, kann ich nur ahnen. Vielleicht, weil ich irgendwann gelernt habe, dass "sich anstrengend" etwas nicht erstrebenswertes ist. Ich habe als Kind oft das Wort "hochbegabt" gehört. Ich halte das für Quatsch, ich sehe mich ganz und gar nicht so und das sage ich nicht aus einer Bescheidenheit heraus. So will ich mich auch nicht sehen. Ich sehe es als mögliche Erklärung für meine absolute Vermeidung von größeren Anstrengungen. Denn wer sich anstrengen muss kann nicht hochbegabt sein, somit entspräche ich auch nicht mehr diesem Bild.
Ändern ließe sich das vermutlich dadurch, eine oder mehrere Herausforderungen durch harte Arbeit oder Ausdauer zu bewältigen. Doch steht dahinter dann wirklich etwas, was ich will, oder ein Leistungsgedanke?

Als Kind hatte ich Unmengen Fantasie, habe in den Tag geträumt, Bücher (auch für Erwachsene) verschlungen und hatte Spaß daran, Dinge zu kreieren. Auch wenn es anstrengend war und am nächsten Tag nichts mehr davon übrig war. Sandburgen zum Beispiel.
Woher kommt diese Überzeugung, dieser sogenannte Glaubenssatz, nichts bewirken zu können?
Welche Stimme hörst du da in dir?
Ich denke, es ist das Gefühl viel zu spät dran zu sein. Ich wünsche mir für mein Leben nicht viel. Ich brauche nicht viel Geld, auch wenn es natürlich gut ist, mehr davon zu haben. Ich will eigentlich nur meine Arbeit erledigen, jemandem damit nützlich sein und zuhause etwas von meiner Freizeit haben. Tanzen, zocken, lesen.
Ich höre meine eigene Stimme, die mir sagt, dass es zu spät ist. Dass ich zwar einen anderen Beruf lernen kann, damit aber immer nur "überleben" werde, weil die Welt nunmal so ist. Dass ich für "mehr" nicht gemacht bin und auch die Zeit fehlt. Und es sind die vielen Stimmen da draußen, die unsere Welt so gemacht haben, wie sie heute ist. Für viele Menschen ungerecht und eine nicht enden wollende Prüfung.

Du wirst wahrscheinlich Unterstützung brauchen, um dein Denken zu verändern, dein Handeln.
Das sehe ich auch so, ich bin auf der Suche nach einem Therapeuten.
Wie kam es zur Wahl deines Studienganges?

Was würdest du gerne tun?
Was macht dir Freude?
Was kannst du gut?
Wohin möchtest du beruflich?

Wenn du es dir wünschen könntest, es keinerlei Beschränkungen gäbe, wie würdest du dir dein Leben vorstellen?

Wo, mit jemandem an deiner Seite (wem) oder allein, welcher Job, ...
Die Wahl des Studiengangs war damals in etwa so: "Maschinenbau geht immer." und zack war ich eingeschrieben. Dummerweise hat es mir auch noch gelegen, also habe ich diese Entscheidung nie kritisch hinterfragt. Das Studium war wie ein Zug, in dem es einen Platz mit meinem Namen gab - der aber kein Ziel hatte.

Wenn es keinerlei Beschränkungen gäbe, würde ich gerne eine Arbeit machen, in der ich mich verliere. In der ich präsent sein muss, die aber auch etwas repititives enthalten darf. Ich möchte konkrete Arbeitsergebnisse sehen, keine abstrakten. Ich möchte den Eindruck haben, etwas zum positiven zu bewirken oder Dinge abzuschließen und so einen Mehrwert zu liefern. Ich kann nicht genau sagen, welcher dieser Beruf sein könnte.
In meiner Freizeit möchte ich Zeit mit Freunden verbringen, Bücher lesen, vielleicht etwas neues lernen, am besten in Gesellschaft. Ich habe öfter über einen Chor oder Improtheater nachgedacht. Ich weiß, das könnte ich schon heute tun. In den Urlaub fahre ich gerne "nur" auf den Campingplatz. Selbst gekocht und in guter Gesellschaft nach einem Tag am Strand schmeckt am besten und der Sternenhimmel ist schöner als an einem Hotel. Wenn ich kein Geld bräuchte, würde ich ehrenamtlich Nachhilfeunterricht für Mathematik anbieten oder für ältere Menschen die Einkäufe erledigen.
Weshalb darfst du das nicht?
Für wen ist das nicht in Ordnung?
Weil das jeder kann und es gegenüber anderen nicht nennenswert ist. Sich damit zu profilieren fühlt sich an, als würde man sich für "zu wenig" loben und sich auf Lorbeeren, die keine sind, auszuruhen.
Wer entschied für dich?
Nun, niemand. Ich habe diese Entscheidung getroffen, weil ich eine Entscheidung treffen musste. Hätte ich nicht gemusst, hätte ich diese Ausbildung auch nicht angefangen. Es war nicht meine brennende Passion für die Industrie, die mich bewegt hat, sondern mein internalisierter "Wunsch", einen guten Job mit gutem Einkommen zu bekommen.
Leistungsgedanke.
Welche Rolle spielte der in deiner Kindheit?
War es wichtig gut zu sein?
Weil...?
Explizit gab es den Leistungsgedanken nicht. Implizit, denke ich, schon. Vorbilder waren immer Menschen, die "ein Schweinegeld" verdienen, oder die angesehene Berufe haben. Auch wolle ich doch sicher nicht ewig ein "Sachbearbeiter" bleiben oder zu wenig verdienen. Das sind Sätze aus meiner späteren Jugend, aber ich denke, dieses Mindset hat bereits früher bestanden.
Das Mindset kam nicht von mir.
Erscheint mir wichtig, ohne das gerade fassen zu können, weshalb.
Kopf ausschalten dürfen, loslassen dürfen...
Gerettet; fühlst du dich tanzend freier, kannst du dabei atmen?
Tanzt du dich frei?
Es gibt auch Tanztherapie.
Ich fühle mich, um es maximal plakativ zu sagen, mit der Welt verbunden.
Vielleicht sogar im Einklang. Mein Körper, Geist und die Umwelt schlagen alle im selben Takt und sogar noch ein zweiter Mensch, den ich führe und der mit mir in eine Harmonie geht.
Hättest du lieber weniger Verantwortung?
Nimmt dir das die Luft um frei zu atmen?
Ich hätte lieber nur Verantwortung für meine unmittelbare Aufgabe. Ich möchte das Gefühl kennen, meine Arbeit gut zu machen, ohne mich ständig zu hinterfragen. Das sich hinterfragen gehört aber gewissermaßen zum Job. Und bei mir besonders.
Du?
Oder geht es mehr darum, dass es deine Eltern stolz machte?
Und du sie stolz machen wolltest?
Ich war stolz, weil ich wirklich gut in etwas war. Hier widerspreche ich mir ein bisschen - ich musste mich anstrengen und habe dann Prüfungen geschafft, Anforderungen erfüllt. Es hat "geklickt" und das war gut. Ich war ein guter Student, ich bin gut darin, Prüfungen zu schreiben (außer in Themengebieten, die mich wirklich nicht interessieren).
Was müsste anders sein, um dich auf dem richtigen Weg zu fühlen?
Es müsste viel weniger anstrengend sein. Dieser Job frisst mich auf, ich habe das Gefühl, ständig gegen mich zu arbeiten. Jeden Tag aufs neue kann ich mir nicht über den Weg trauen.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben