Caligula
Mitglied
Hallo Junimond!
Es tut mir sehr leid, was dir passiert ist und ich kann, denke ich, ganz gut nachvollziehen, was gerade in dir vorgeht.
Mein Vater ist ebenfalls vor Kurzem verstorben und da ich der einzige volljährige Sohn war, musste ich ich mich (als Bafög-Bezieher) ebenfalls im Alleingang um die Abwicklung der ganzen Organisation und der Finanzierung kümmern. Ohne dir Angst machen zu wollen, kann ich dir schon mal sagen, dass es eine wahnsinnig anstrengende Zeit war, die mit sehr viel Papierkram, Anträgen und Telefonaten verbunden war - zusätzlich zu allen anderen Verpflichtungen, die man im Alltag noch zu tragen hat. Deshalb solltest du jetzt ganz besonders auf dich schauen und dir nach Möglichkeit jemanden an die Seite holen, der das mit dir durchsteht!
Zu deinen Fragen: Doch, Bestatter wissen in der Regel, dass nicht jeder die Bestattungskosten zahlen kann und dass es die Möglichkeit der Bestattungskostenübernahme gibt. Die Abwicklung sollte in deiner Situation also eigentlich kein Problem sein.
Ich kann dir kurz skizzieren, wie das bei mir ablief, vielleicht hilft dir das ja weiter.
Nachdem ich vom Tod meines Vaters erfahren hatte und mich erkundigte, wo genau er liegt, habe ich ein Bestattungsunternehmen konsultiert und dort erst mal den Fall und meine persönliche Situation geschildert. Die waren dort sehr verständnisvoll und freundlich und haben mir sofort zugesichert, dass sie nur die günstigsten Leistungen erheben werden, damit auch alles am Ende von der Stadt übernommen werden kann (da gibt es Kontingente und wenn die überschritten werden, musst du für den Rest selbst aufkommen). Zudem haben sie für mich recherchiert, bei welcher Region ich den Antrag auf Bestattungskostenübernahme stellen kann (da mein Vater in einem anderen Landkreis starb und ich noch mal in einem wieder anderen Landkreis lebe als er wohnte, war das zunächst nicht klar) und mir sogar Telefonnummern und Mail-Adressen zukommen lassen.
Dann wurde direkt alles veranlasst. Abholung aus der Klinik, Unterbringung im Kühlhaus, Beantragung der Sterbeurkunden, Planung und Organisation der Beisetzung. In der Zeit stand ich in regelmäßigem Kontakt mit der Bestatterin, während ich nebenbei bei der Region alles einreichte, was für den Antrag erforderlich ist. Leider ist das auch eine ganze Menge. Das Problem, was ich bei dir sehe, ist, dass du deinen Vater gar nicht kanntest. Das könnte es u.U. verkomplizieren, denn die wollen in der Regel alles Mögliche wissen, auch Vermögensauskünfte, Kontonummer des Verstorbenen, etc. Aber ich denke, Klarheit wirst du in jedem Fall bekommen, wenn du dich telefonisch mit der Behörde in Verbindung setzt. In meinem Fall waren die ebenfalls ganz nett und haben sich schnell gekümmert.
Der Antrag ist allerdings noch immer nicht "durch", das dauert laut deren Aussage "mindestens 3" Monate. Wenn du eine Bestätigung über den Eingang deines Antrags anforderst und diesen deinem Bestatter mit Bitte um Verständnis zukommen lässt, sollte der sich darauf aber eigentlich einlassen - immerhin wissen die ja, dass die Behörden nicht die Schnellsten sind und sind auch meistens keine Unmenschen.
Was du in jedem Fall sehr zeitig machen solltest, ist, in Erfahrung zu bringen, wie es mit dem Erbe aussieht und im Zweifelsfall ausschlagen, damit du am Ende nicht noch Schulden abzutragen hast. Dafür hast du ab Bekanntwerden des Todesfalles 6 Wochen Zeit und du kannst es entweder direkt beim Nachlassgericht oder bei einem Notar machen lassen. Letzteres würde ich dir empfehlen, weil du da in der Regel schneller einen Termin bekommst.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft für diese Zeit!
Es tut mir sehr leid, was dir passiert ist und ich kann, denke ich, ganz gut nachvollziehen, was gerade in dir vorgeht.
Mein Vater ist ebenfalls vor Kurzem verstorben und da ich der einzige volljährige Sohn war, musste ich ich mich (als Bafög-Bezieher) ebenfalls im Alleingang um die Abwicklung der ganzen Organisation und der Finanzierung kümmern. Ohne dir Angst machen zu wollen, kann ich dir schon mal sagen, dass es eine wahnsinnig anstrengende Zeit war, die mit sehr viel Papierkram, Anträgen und Telefonaten verbunden war - zusätzlich zu allen anderen Verpflichtungen, die man im Alltag noch zu tragen hat. Deshalb solltest du jetzt ganz besonders auf dich schauen und dir nach Möglichkeit jemanden an die Seite holen, der das mit dir durchsteht!
Zu deinen Fragen: Doch, Bestatter wissen in der Regel, dass nicht jeder die Bestattungskosten zahlen kann und dass es die Möglichkeit der Bestattungskostenübernahme gibt. Die Abwicklung sollte in deiner Situation also eigentlich kein Problem sein.
Ich kann dir kurz skizzieren, wie das bei mir ablief, vielleicht hilft dir das ja weiter.
Nachdem ich vom Tod meines Vaters erfahren hatte und mich erkundigte, wo genau er liegt, habe ich ein Bestattungsunternehmen konsultiert und dort erst mal den Fall und meine persönliche Situation geschildert. Die waren dort sehr verständnisvoll und freundlich und haben mir sofort zugesichert, dass sie nur die günstigsten Leistungen erheben werden, damit auch alles am Ende von der Stadt übernommen werden kann (da gibt es Kontingente und wenn die überschritten werden, musst du für den Rest selbst aufkommen). Zudem haben sie für mich recherchiert, bei welcher Region ich den Antrag auf Bestattungskostenübernahme stellen kann (da mein Vater in einem anderen Landkreis starb und ich noch mal in einem wieder anderen Landkreis lebe als er wohnte, war das zunächst nicht klar) und mir sogar Telefonnummern und Mail-Adressen zukommen lassen.
Dann wurde direkt alles veranlasst. Abholung aus der Klinik, Unterbringung im Kühlhaus, Beantragung der Sterbeurkunden, Planung und Organisation der Beisetzung. In der Zeit stand ich in regelmäßigem Kontakt mit der Bestatterin, während ich nebenbei bei der Region alles einreichte, was für den Antrag erforderlich ist. Leider ist das auch eine ganze Menge. Das Problem, was ich bei dir sehe, ist, dass du deinen Vater gar nicht kanntest. Das könnte es u.U. verkomplizieren, denn die wollen in der Regel alles Mögliche wissen, auch Vermögensauskünfte, Kontonummer des Verstorbenen, etc. Aber ich denke, Klarheit wirst du in jedem Fall bekommen, wenn du dich telefonisch mit der Behörde in Verbindung setzt. In meinem Fall waren die ebenfalls ganz nett und haben sich schnell gekümmert.
Der Antrag ist allerdings noch immer nicht "durch", das dauert laut deren Aussage "mindestens 3" Monate. Wenn du eine Bestätigung über den Eingang deines Antrags anforderst und diesen deinem Bestatter mit Bitte um Verständnis zukommen lässt, sollte der sich darauf aber eigentlich einlassen - immerhin wissen die ja, dass die Behörden nicht die Schnellsten sind und sind auch meistens keine Unmenschen.
Was du in jedem Fall sehr zeitig machen solltest, ist, in Erfahrung zu bringen, wie es mit dem Erbe aussieht und im Zweifelsfall ausschlagen, damit du am Ende nicht noch Schulden abzutragen hast. Dafür hast du ab Bekanntwerden des Todesfalles 6 Wochen Zeit und du kannst es entweder direkt beim Nachlassgericht oder bei einem Notar machen lassen. Letzteres würde ich dir empfehlen, weil du da in der Regel schneller einen Termin bekommst.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft für diese Zeit!