@vollzeitotto: Ich denke, dieses ''Tierheim vs. Welpe Denken'' ist eine rein persönliche Sache.
Im Tierheim gibt es viele tolle Hunde, die sich über ein neues, gutes Zuhause freuen würde. Und viele davon werden tolle und gut erzogene Lebensbegleiter. Außerdem erspart man sich viel Zeit und Arbeit, tut was für den Tierschutz etc.pp.
Ich persönlich habe immer Welpen gehabt, einfach weil ich es liebe, meinen Hund schon als Baby zu kennen und zu erziehen. Mir macht es viel Freude meinen Hund tatsächlich von ''Geburt'' an zu begleiten. Ob es tatsächlich nur Welpen sind, die eine wirklich tiefe Bindung zu ihrem Menschen aufbauen können, wage ich zu bezweifeln. Ich habe schon Hunde erlebt, die von Baby an bei ihren Haltern waren und nur geringe Bindung hatten und Hunde aus dem Tierschutz, die waren 5 und mehr Jahre alt, die eine super Bindung zu ihrem ''neuen'' Menschen aufgebaut haben.
Und zur persönlichen Vorliebe kommt für mich auch noch dazu, was ich von meinem Hund erwarte, was er leisten soll, wen er erwachsen ist oder ob er überhaupt etwas für einen tun soll, also eine Aufgabe bekommen soll.
Bei meiner Hündin ist es z.B. so, dass sie sich kaum für Bälle interessiert, weil das für mich keine Priorität hatte. Dafür bringt sie mir aber selbständig alles, was ich ihr beigebracht habe. Sie ist ein Assistenzhund. Wenn ich ihr sage, hol mir mein Handy, zieht sie los und sucht es bis sie es findet. Aber sie versteht auch wenn ich sage ''hol mir mein Handy aus dem Esszimmer''. Dann versteht sie auch den Ort, an dem es liegt. Oder sie gibt mir meine Kleidungsstücke so an, wie ich es ihr sage. Sag ich Socken, dann gibt sie mir die Socken an, wenn ich sage Hose, dann gibt sie mir die Hose an... wenn ich Ball sage bringt sie mir den auch, aber sie verzweifelt daran, wenn ich den dann wieder wegwerfe. Sie holt den dann zwar wieder, weil sie weiß dass mir auch mal Sachen runterfallen, aber dann setzt sie sich damit vor mich und passt auf, dass das nicht noch mal passiert. Das ist für sie eine richtige Herausforderung. Wenn ich dann mit dem Anziehen fertig bin, holt sie mir die Zeitung aus der Röhre und bringt mir mein Handy und dann ist sie platt, ohne viel laufen oder anderes Spielgedöns. Sie bekommt dann ihr Futter, geht kurz in den Garten zum Pipi machen und pennt dann erst mal ne Runde...
Das hab ich von Baby an mit ihr aufgebaut, immer nach dem, was sie schon leisten konnte. Und ich habe von Baby an mit ihr geübt, Pausen zu machen. Sie ist ein Aussie, ein Powerhund... viele Aussies sind oft stundenlang nur in action... meine schläft jeden Tag 18 Stunden. Den Rest der Zeit ist sie damit beschäftigt mir zu helfen oder wir sind draußen. Denn bei allem was sie für mich tut, ihren Auslauf braucht sie. Sie läuft jeden Tag ca. 10 km.
Viele Dinge die ich von meinem Hund erwarte lrnen ältere Hunde schwer, daher ist auch das für mich ein Punkt gegen einen älteren Tierheimhund.
Wichtig ist, dein Hund weiß was er machen soll und das verlässlich. Entweder er darf etwas oder er darf es nicht. Klarheit ist für einen Hund das wichtigste. Er muss wißen was ok ist und was nicht. Mal ok und nächstes Mal nicht, das versteht er nicht.