Und du hast keine Möglichkeit unten mit ihr zu schlafen?
Wie machst du es denn, wenn sie nachts raus muss?
Würdest du das denn mitbekommen, wenn ihr über Stockwerke getrennt seid?
Eine Freundin muss ihren Hund auch die Treppen hochtragen, weil sie oben wohnt.
Der Hund kommt hinten nicht mehr hoch und hat deshalb für draußen einen Rolli.
Was für eine Rasse ist es denn?
Ich hab neben meinem Bett - da Dachschräge - Zeug hingelegt und darauf eine weiche Unterlage geschaffen. Das ist ihr Bettchen, also schläft sie sozusagen neben mir.
Deshalb höre ich auch Gegrummel in ihrem Bauch- falls was ist. Manchmal schnarcht sie mir auch die Ohren voll aber ok - ist dann halt so.
Leider zeigt sie mir nicht deutlich, ob sie raus muss, aber das erfahre ich, wenn sie über mein Kopfkissen steigt und mir auf meine Haare tritt. Wenn das eintritt, hab ich noch etwa 10 Sekunden um aufzustehen, Schuhe anzuziehen und mit ihr die Treppe runter zu flitzen.
Heute morgen bin ich eine Runde zu Mutter mit ihr gelaufen.
Rose läuft meist ohne Leine.
Ich fand es damals wichtiger sie selber bestimmen zu lassen wo sie läuft aber ihr beizubringen, wo sie nicht laufen darf (zB Strasse). So kann sie dieses nervige Stehenbleiben, Schnüffeln und Hinterher rennen selbst bestimmen.
Wenn mit Leine, kann ich sie dirigieren wie ein Pony an den Zügeln.
Also "geh bisschen rechts, bisschen links". Auch "hoch" geht: wenn kleine Mäuerchen kommen, stelle ich sie gegen den Anfang, zupf ganz wenig und sie springt hoch. Oben läuft sie so lange bis Widerstand kommt. Zb weil Büsche wachsen. Mittlerweile kann ich sie aber so lenken, dass sie da durch läuft. Generell weicht sie jedem Gegenstand aus. Es war nicht einfach, sie davon zu überzeugen, dass sie sich etwas bücken kann und ein Strauch dann über sie weiter gleitet.
Als wir eben noch zur Werkstatt gefahren sind, wollte sie nicht in den Sprinter springen.
Ok - passiert.
Also hab ich sie hoch gehoben. Dazu hab ich vor Jahren eine Art Griff eingeübt.
Ich nehm sie mit links vorne unter der Brust, die rechte Hand greift das hintere Bein rechts. Aber etwas fester als es sein muss, wie eine Art Klammer. So kann ich sie ausbalancieren.
Ich kann sie dann höher absetzen oder mit ein bisschen Schwung auf meine linke Schulter heben. Oben bleibt sie dann, unten bekommt sie Halt.
Zappeln wurde seit damals vermieden, weil ich sie genau so auf dem Boden wieder abgesetzt habe. Allerdings sehr langsam - und ehe sie wirklich stand, konnten Sekunden vergehen.
So hat sie gelernt, dass sie erst dann "laufen " soll, wenn sie unten ist.
Das funktioniert übrigens auch im See, wo sie früher Schwimmbewegungen gemacht hat, sobald sie Wasser spürte. Folglich habe ich sie dann dort im Wasser abgesetzt und gesagt: "Laufen, Rose, lauf lauf lauf."
Ich kann sie auch so eine Leiter hoch tragen, sie wartet halt bis wir oben sind, und war damals auf die Art oft mit mir auf Baugerüsten.
Natürlich kann man sich die Frage stellen, was ein Hund auf dem Heuboden oder auf Baugerüsten zu suchen hat. Aber aus ihrer Sicht war die Antwort die: ich bin dabei.
Aus meiner Sicht war die Antwort die, dass es ohne derartiges Training auch keine Rettungshunde geben kann, die eben alles können müssen.
Die Königsdisziplin für sie - eine Leiter hoch gehen - hab ich damals verpasst. Heute bringt es das nicht mehr, es wäre für sie zu anspruchsvoll.
Rose ist ein Mischling, vermutlich etwas Pudel, Labrador plus keine Ahnung. Sie wurde als Welpe in Spanien in einem Tierheim abgelegt und nach über 14 Stunden Fahrt in einem Käfig nach Düsseldorf gebracht.
Nach erfolgloser zweifacher Vermittlung hat sie Eigentümer (angeblich) gebissen und scheinbar so selber entschieden, bei mir und der Mitbewohnerin zu bleiben. Die Mitbewohnerin hat sie in allen unmöglichen Verkehrsmitteln mitgenommen und in der Fachschaft an der Uni mit den Mit-Studenten im Unterricht "sitzen gelassen". Worauf Rose: sich mit denen angefreundet hat und einfach gewartet hat, bis Janine wieder kommt.
Genau so verhält sie sich heute noch. Ich geh mit ihr raus, schick sie nach oben und da pennt sie ein. Komme ich nach hause, freut sie sich recht verhalten - also nicht übermäßig - und zeigt dadurch: alles gut, jetzt bist du da und wir machen was zusammen, ok?
Danach bleibt sie , geht aber auch gern schon mal (an der Werkstatt ) um die Ecke auf dem Grundstück, wo ich sie nicht mehr sehe - und besucht Bekannte von mir.
Wenn ich los muss, such ich sie - oder fahre einfach schon mal bis zur Grundstücksgrenze.
Natürlich weiss sie, dass ich sie einsammele, also kann sie sich ruhig auch mal "verquatschen". Ich hol sie dann schon, auch wenn es nervt. Aber sie hatte dann eben eine schöne Zeit.
Das ist das was ich meine mit "veräppeln": anscheinend kennt sie schon Grenzen, testet die auch aus, überschreitet sie aber nicht. Man könnte behaupten, sie sei diplomatisch. Prinzipiell passt es aber.