Hallo Tutzi,
Aber du hast doch Kontakt zu der neuen Familie in der dein früherer Hund lebt, hattest du in deinem anderen Thread geschrieben, hast du diesen Kontakt immer noch?
Wenn ja, finde ich es wichtig, die Realität mit den Fantasien und Gedanken abzugleichen, und den Hund und die Familie mal zu besuchen.
Das löst zwar nur deine akute Sorge um den Hund.
Aber alles der Reihe nach.
Ich finde es sehr erwachsen von dir, das du dich dazu entschieden hast deinen/euren Hund wegzugeben um für seine Sicherheit zu sorgen.
Damit gehst du auch den regelmäßigen Triggern aus dem Weg, und das ist schon besser erst mal.
Aber es gibt noch viel Arbeit bei euch.
Ich habe eine ähnliche Situation vom Prinzip her mit meiner damals 9jä heute 12jä. Tochter hinter mir.
Geholfen hat mir damals die Therapeutin von der Erziehungsberatungsstelle. Sie ist ausgebildet als systhemische Familientherapeutin, und so richtig gut ist sie.
Ein zarter und vorsichtiger Mensch mit viel Wissen.
Erst mal hatten wir 4 oder 5 Gespräche alleine, dann später mit meiner Tochter und als ich Vertrauen zu ihr hatte und meine Tochter auch, hatten die beiden auch mal ein Einzelgespräch.
Die Frau hat mir wirklich gut geholfen.
Vielleicht rufst du mal bei der Erziehungsberatungsstelle bei euch an, erzählst kurz am Telefon grob umrissen, um was es geht und fragst ob sie eine geeignete Therapeutin für euer Problem haben. Ein Versuch ist es wert.
Und bitte, denke dir immer wieder, deine Tochter ist nicht deine Mutter. Sie mag zwar ähnlich Verhaltensweisen an den Tag gelegt haben, aber meiner Ansicht aus anderen Empfindungen heraus.
Das Verhalten aber ist dein Triggerpunkt, und da fängt dann der nötige Abstand um die Situation zu beurteilen und das du dich passend dazu verhälst, an zu verschwimmen.
Kinder habern da eine empfindsame Antenne und dazu stecken sie selbst in ihren eigenen Befangenheiten und Gefühlen fest. Und verhalten sich unbeabsichtigt sowie Mam das grade nicht braucht.
Übrigens würde ich meine Tochter nicht alleine zu einer Psychologin gehen lassen.
Ja die Erziehungsberatungsstelle des Kreises oder eben eine Familienberatungsstelle, die gibt es auch in jeder Stadt, sind dann eher was für euch.
Ich glaube die Einsamkeit die du fühlst, hat mehr mit dem Getriggert sein zu tun, als mit dem Hund. Natürlich fehlt dir der Hund, das möchte ich dir nicht absprechen, jetzt hast du mehr Zeit über deine aufgewühlten Gefühle nachzudenken und das erinnert dich bestimmt an das einsame Kind das dieser Mutter ausgeliefert war. Und das macht hilflos und Hilflosigkeit fühlt sich einsam an.
Du könntest ja mal mit einem Tierheimhund Gassi gehen, vielleicht regelmäßig, vielleicht lenkt dich das etwas ab. Und danach noch einen besuch im Katzenhaus machen. ist nur so ein Gedanke von mir.
Alles Gute Pecky
Hallo pecky-sue,
ja ich habe immer noch Kontakt zu den neuen Besitzern. Und klar kann ich fragen wie es ihm geht und so. Besuchen kann ich ihn leider nicht, da sich alle Hundepsychologen einig sind, dass das extrem verstörend für Hunde ist, wenn sie jetzt woanders wohnen und auf einmal der alte Besitzer auftaucht und dann wieder geht.
Es war bestimmt schon ein Trauma für ihn auf einmal woanders hin zu müssen, eine neue Familie zu haben. Ich will ihm auf keinen Fall noch mehr Leid zufügen, und so werde ich mit diesem Maß an Angst wohl leben müssen.
Nun ich bin ja erwachsen, also musste ich ja auch so handeln. Mich persönlich hat die Phase wo er krank war natürlich getriggert, hätte mir aber nichts ausgemacht wenn die anderen Vorfälle halt nicht gewesen wären. Für den Hund und meine Tochter ist es natürlich besser so wie es jetzt ist, hoffe ich zumindest.
Eine Erziehungsberatungsstelle, komisch, dass ich an so etwas nie gedacht habe, aber das hört sich wirklich gut an. Ich werde gleich mal schauen wie es bei uns da aussieht. Danke!! das hilft mir sehr weiter.
Sie nicht allein, also nach entsprechender Prüfung natürlich (sprich man ist ein paar Mal dabei) dort hin gehen zu lassen halte ich in ihrem Alter für schwierig. Sie ist jetzt in einer Phase der Ablösung von den Eltern, eine Phase wo Privatsphäre eine extrem hohe Bedeutung hat.
Ich glaube nicht, dass wenn ich dauerhaft dabei wäre, es zu einem Erfolg führen kann, da sie ja 1. immer das Gefühl hat nie frei zu sein durch meine Anwesenheit (Angst ich könnte verletzt oder sauer sein) 2. sich vielleicht vorkommt als wäre sie da auf dem Prüfstand weil was nicht mit ihr stimmt und 3. ihre Privatsphäre aufgehoben sieht, denkt gezwungen zu werden Dinge zu erzählen von denen eigentlich nur sie entscheiden sollte wer sie weiß. Warum denkst du, dass sie nicht allein hin sollte?
Dass meine Tochter nicht meine Mutter ist weiß ich, und natürlich habe ich immer mein Bestes versucht mir den Unterschied auch klar zu machen, was vor allem jetzt nachdem sie dem Hund nichts mehr tun kann oft ohne größere Probleme funktioniert. Dennoch muss ich gestehen, wenn sie nicht zuhause ist und ich manchmal über das Geschehene nachdenke, dann ist eine Wut in mir, vielleicht strahle ich diese noch ab und zu unbewusst aus im Kontakt mit ihr, auch wenn ich mich so verhalte wie immer.
Ja das Gefühl der Einsamkeit hat wahrscheinlich nicht nur mit dem Verlust des Hundes zu tun sondern ist durch das was passiert ist auch wie ein kleines Wiederaufleben der Kindheit das stimmt schon.
Das Tierheim zu besuchen ist glaube ich keine gute Idee. Die Tiere die dort sitzen erfahren durch den Aufenthalt ja auch Leid. Immer wieder hin zu gehen, dass zu sehen und zu wissen, dass man/ich nicht viel tun kann, das könnte ich einfach nicht.
Danke für deine guten Wünsche.