Hallo Schokoschnute,
nein meine Tochter ist ein Einzelkind, und wird es auch immer bleiben. Sie war und ist der Nabel der Welt für mich und ihren Vater.
Alle Bemühungen, und wir haben uns sehr bemüht, herauszufinden was mit ihr los ist waren bisher vergebens. Ich versuche auch schon seit Monaten Hilfe für sie zu finden, aber es sind immer nur Wartelisten, keine Chance auf baldige Behandlung.
du sprichst zu beginn schon zumindest teilweise an, was los ist : sie kennt sich nur als nabel der welt für euch, und als dies plötzlich ein anderes wesen zu sein schien, wusste sie damit nicht umzugehen als auf die art, die sie gewählt hat. das ist auf viele art und weisen schlimm, denn es zeigt, dass ohne es böse zu meinen, in der vergangenheit fehler gemacht wurden (zu verwöhnt, zu extrem den fokus auf ihr glück gelegt oder oder oder), und es zeigt, zu welchen mitteln sie greift, wenn sie ihren status vermeintlich in gefahr sieht.
es ist gut, dass du sie auf wartelisten hast setzen lassen. vielleicht solltest du selbst auch auf eine solche, das was du als kind erlebt hast ist der horror und dürfte dich selbst heute noch stark traumatisieren. vielleicht ist dies auhc ein grund für dein "extremes" verhalten gegenüber deiner tochter (extrem im sinne von ins zentrum rücken, verwöhnen etc).
Ja es stimmt im Vergleich zu anderen Kindern ist sie recht verzogen, das will ich nicht bestreiten. Ich hatte mir immer vorgenommen eine gute Mutter für sie zu sein, alles richtig zu machen, vielleicht haben wir das übertrieben.
Nun ich habe schon ein oder zwei Mal versucht mit ihr über meinen Schmerz zu sprechen. Sie hat sich entschuldigt aber nicht mehr. Wahrscheinlich hast du Recht und ich sollte ihr die volle Wahrheit darüber sagen, was ich bisher nicht getan habe.
dass du sie verzogen hast musst du dir nicht vorwerfen. mit deiner vorgeschichte finde ich das völlig nachvollziehbar. du hast eben erlebt, wie furchtbar eine eltern-kind beziehung sein kann und wolltest genau das gegenteil bieten. deshalb denke ich auch, dass du dein trauma nie auch nur ansatzweise verarbeitet hast, und die folgen davon heute noch mit dir rumschleppst.
es ist sehr sehr sehr wichtig, dass du deiner tochter die volle wahrheit klarmachst, was du von ihrem verhalten hälst, und dass ähnliches zukünftig nicht ohne konsequenzen bleiben würde. das momentane signal ist, entschuldige wenn ich es so direkt sage, absolut fatal. im prinzip hat sie durch "psychopatisches" verhalten (mehr als am rande der legalität und moralisch verwerflich noch dazu) ihren willen bekommen. der hund ist weg und sie ist wieder im zentrum von allem. viel schlechter konnte die ganze geschichte nicht ausgehen.
und ich glaube, dass auch dies ein grund ist, warum es dir schlecht geht. tief im inneren weisst du, dass du einen fehler gemacht hast in dieser angelegenheit, was nicht als vorwurf o.ä. gemeint ist. du hast, im sinne des hundes, absolut richtig entschieden, aber für deine zukunft und die deines kindes war es falsch, und du musst dieses gesendete signal auf jedenfall korrigieren. deine tochter muss lernen, dass man nicht jeden willen bekommen kann, und dass man nicht durch solche wahl der mittel ans ziel kommt. sie musse grenzen kennen, daran scheint es momentan zu hapern, sonst wäre das mit dem hund niemals so abgelaufen (sondern sie hätte, im schlimmsten fall mit argumenten oder worten klargemacht, wie sie sich fühlt, dass der hund sie stört, sie ihn nicht mag und so weiter). denn wie will sie vorgehen, wenn sie verliebt ist, aber der schwarm ein anderes mädchen bevorzugt? pausenbrot vergiften? (ich glaube du weisst, worauf ich hinauswill, ist trotz direkter wortwahl nicht böse gemeint).
ich wünsche dir von herzen alles gute! und deiner tochter natürlich auch.