Diese Betrachtungsweise ist irreführend. Wenn ich z.B. eine Partnerin habe, von der ich weiß, dass sie chronisch mit HPV infiziert ist, verändert sich das Risiko drastisch. Einfach die Gesamtbevölkerung als Referenz zu nehmen ist nicht sinnvoll, um das individuelle Risiko einzuschätzen.
Danke. Das habe ich selber erlebt. Meine damalige Freundin hatte chronisch HPV 16. Was nutzt es mir dann zu sagen, das Risiko sich zu infizieren ist gering (was bei mir es ja nicht war) und dann noch daran zu erkranken gering, also alles in allem ist es sehr gering.
Es hilft auch nichts, sich vom infizierten Partner zu trennen oder auszuschließen, einen infizierten Partner weiter kennenzulernen, wenn "nur" HPV Hinderungsgrund ist, denn diese Viren sind so verbreitet, dass die Wahrscheinlichkeit einfach extrem hoch ist, dass die nächste Kandidatin auch HPV hat. Oder es verschweigt oder verleugnet.
Ich habe vor meiner jetzigen Partnerin 2 Dates gehabt, die HPV 16 hatten, vermutlich ist es auch das Alter 40plus, was das Risiko erhöht. Beide waren ehrlich und offen, beide habe ich weiter kennengelernt. Das war für mich dann auch Ausschlaggebend zu sagen, ich lass mich impfen.
Die Wahrscheinlichkeit ist insgesamt definitiv da, sich das einzufangen, zumal niemand verpflichtet ist, damit offen umzugehen und vielfach einfach auch garnicht seinen Status weiß. Bei anderen Erkrankungen ist das ähnlich, nur spürt man die vielleicht eher (außer HIV).
Funfact: Viele Frauen, die nach der OP geheilt gelten, infizieren sich sofort wieder, durch ihren Partner, der vorher im Ping Pong Prinzip HPV eingesammelt hat und wundern sich, wieso sie es schon wieder haben. Für den Partner gilt: Ausheilen, Impfen. bis dahin abstinent leben.
Das will nur niemand, daher wird sich das ganze so lange schlecht geredet, bis man die Statistik so weit unten hat, dass man sich getrost sagen kann: Lohnt nicht.