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Hilfe, meine Tochter dreht durch

Wir waren bereits bei einer Beratungsstelle für Familienhilfe (Diakonie) doch es kostete uns jede Menge Geld. Und geändert hat sich nichts. Im Gegenteil: Es ist noch schlimmer geworden. Jetzt wirft sie mir vor, ich sollte es so machen, wie die Beratungsstelle uns geraten hatte. Ich soll mehr auf die Wünsche meiner Tochter hören. Doch wenn ich das mache, dann will unsere Tochter am liebsten, dass wir ihr nach der Nase tanzen. Und das kommt mir nicht in den Kram. Sowas lass ich nicht durchgehen. Irgendwie wollte die Beratungsstelle nicht wahr haben, dass ich jetzt ein trotziges junges Gör habe und es sich verschlimmert hat.
Ihr wisst gar nicht, wie schwer sie einem das Leben machen kann. Mir raubt das ganze de letzten Nerv.

Wie, der Besuch einer Beratungsstelle s.o. kostet Euch jede Menge Geld?

Was können die da gemeint haben mit "mehr auf die Wünsche der Tochter hören"?

Und jetzt sage bitte nicht, Du hast der Tochter das so gesagt?


Bist Du noch da?


Liebe Grüsse!
Landkaffee
 
Rainerjg,

der gesellschaftliche Nachteil, den man dadurch hat, wenn man nicht (Tanzschul-)Tanzen kann, ist äußerst gering. Selbst wenn man es kann, finden sich außerhalb der Tanzschule kaum jemals auch nur Gelegenheiten zum Tanzen (Standard und Latein).

Der gesellschaftliche Nachteil dadurch, dass man sich nicht in einer Disco bewegen kann, ist schon massiv schwerwiegender. Vielleicht sollte die Mutter die Discobesuche eher fördern 🙂

Wirklich sinnvoll wäre vielleicht noch ein "Discofox"-Kurs in der Tanzschule, mehr aber wohl kaum.

Es gibt wahrlich andere Dinge, die zu erlernen wichtiger sind als Standard- und Latein-Tänze.
 
AW: Der Besuch einer guten Tanzschule bedeutet weit mehr, als nur Tanzen!


(....)
Weiß eine 14-jährige wirklich schon so genau, was gut oder schlecht für ihr zukünftiges Leben ist?


Bringt man es (gutes Benehmen) einer 14-jährigen bei, indem man sie zwingt?
Und benehmen, Rainerjg, wir uns gerade gut, indem wir nicht mehr mit der Threaderstellerin reden bzw. schreiben, sondern über ihren Kopf hinweg?


mfg

Landkaffee
 
TE, schreib doch mal, warum du sie so zerquetschst.

Angst vor den Nachbarn?
"Damals war es auch so"?, Mitläufertum?

Denk mal darüber nach, ob es das beste für deine Tochter ist, sie auf die Welt loszulassen, wenn sie nie herausfinden durfte, wer sie ist. Die wird einen dauerhaften Schaden davontragen. Les mal: PTBS. Oder auch den ganzen DSM 5.

Und dann schreib hier rein, dass es dir egal ist, dass sie sowas kriegt. Weil es das beste für sie ist.
Das glaub ich dir nämlich nicht.

Hör auf sie mit deinem Egoismus kaputt zu machen!
 
Anke,

pubertärer Widerstand ist eigentlich ein gutes Zeichen. Es kommt aber darauf an, dass das rechte Maß nicht verlassen wird. Das rechte Maß zu finden, ist die Kunst und oft schwierige Aufgabe des Elternseins.

Ich nehme an, dass es noch andere Kinder an Deinem Ort gibt, die sich gegen die Tanzschule auflehnen (vielleicht die Clique Deiner Tochter?). Dass man sich als 14jährige gegen den üblichen Stil von Tanzschulen auflehnt (inklusiver der dortigen Musik), scheint mir ganz normal zu sein (für ungefähr die Hälfte aller Pubertierenden). Interesse an Tänzen bekommen viele erst viel später. Manche Erwachsene haben Zeit ihres Lebens kein Interesse an Gesellschaftstänzen.

Eine Anmeldung zur Tanzschule würde ich mit meiner Tochter vorher absprechen. Ebenso würde ich meine Tochter nicht zum Klavierunterricht anmelden, ohne vorher mit ihr gesprochen zu haben. Und ich wäre auch nicht wütend, wenn meine Tochter keine Lust am Klavier- oder Balletunterricht hätte oder an der Ölmalerei.

Eltern sollten nicht mit der Dankbarkeit ihrer Kinder rechnen. Dankbarkeit stellt sich oft erst im Erwachsenalter ein im Rückblick auf die eigene Jugend und Kindheit. Man kann Kinder überfordern, wenn man Dankbarkeit für sie erwartet. Dankbarkeit erfordert oft eine Reife, die man als Kind noch nicht hat oder haben kann.

Pubertierende wolle mitreden und mitbestimmen. Das ist doch gerade der Sinn der Pubertät, dass sich die Kinder von den (vermeintlichen Fehlern) der Eltern abgrenzen und ihren eigenen Weg finden. So ist das Gehirn der Jugendlichen programmiert. Kinder sind keine Tiere, die domestiziert werden müssen. Sie müssen nicht gebrochen werden. Mit Pubertierenden muss man verhandeln, wenn man unterschiedlicher Meinung ist. Wir sind nicht beim Militär. Dein kleiner Sohn würde Dich als vorbildhaft erleben, wenn Du ihm als verhandlungsfähige Mutter erscheinst, die klare Vorstellungen hat und Grenzen kennt, die aber auch einen Freiraum zuläßt.

Disco ist nicht grundsätzlich schlecht, sondern kann auch eine pädagogisch wertvolle Erlebsnisstätte sein. Hier kommt es eben darauf an, wie die Disco gestaltet ist. Die Dorfdiscos etwa in der ehemaligen DDR hatten einen sozialpsychologisch extrem wichtigen Wert für die Entwicklung der Jugendlichen. Eine kommerziell ausgerichtete Disco in Berlin-City heutzutage könnte ganz anders sein. Es kommt darauf an!

Ich halte es im Hinblick auf einen Tanzkurs nicht für klug und zweckmäßig, hier Druck auszuüben. Man kann nur schlecht Lust am Tanzen durch Druck vermitteln. Man kann sich aber auf diese Weise schön von seiner Tochter entfremden und den Zugang zu ihr noch mehr verschließen. Klug wäre es, zu warten, bis die Tochter vielleicht in drei, vier Jahren von alleine bettelnd ankommt: "Kannste mir nicht einen Tanzkurs spendieren?" 🙂.

Die Kunst der Erziehung besteht darin, indirekt die Kinder für nützliche Dinge zu interessieren. Sie sollten freiwillig nützliche und gute Dinge wollen.

Elterliche Härte ist in notwendigen Fällen anzuwenden, nicht in (allen) möglichen.
 
Halbes Danke
für obigen Beitrag von Jusehr.

Kein Jugendlicher möchte manipuliert werden und es geht ja auch darum, Jugendliche stark zu machen.

Aushandeln finde ich in dem Alter ehr gut!


LG
Landkaffee

Und klar gibt es Situationen, wo es nur heissen kann: Nein!
 
Also jetzt bin ich wieder da.
Ich habe meine Tochter schon lieb und gern so wie sie ist. Nur fühle ich mich gerade in diesen Zeiten so alleine mit allem. Da sind meine Schwiegereltern, die stolz sein wollen auf ihre Enkeltochter, wenn sie konfirmiert wird. Zum Konfirmandenunterricht haben wir sie nicht gezwungen. Da geht sie ganz normal aus freien Stücken hin, weil auch ihr Freundeskreis dort hin geht und ein kompletter Jahrgang von 17 Jugendlichen aus unserem und den umliegenden Dörfern konfirmiert wird und die Kinder unheimlichen Spaß zusammen haben. Sie laden sich hier alle gegenseitig zu Geburtstagen. Machen im Schützenverein mit (treten nach der Konfirmation kurz vor dem Schützenfest im Sommer im Verein bei). Und wirken auch in Chören, Sportvereinen etc. pp alle mit.
Aber da meine Tochter die Schule in der Stadt besucht und dort hat sie wieder einen anderen Kreis, fährt sie neuerdings am Wochenende öfter mit denen mit und ihre eigentlichen Freunde fragen sich bereits schon, was mit diesem Mädchen los ist. Ja ein Rebell war sie zwar immer. Aber ich habe vorher auch noch nie so hart durch greifen müssen wie jetzt. Die Tanzschule wollte sie am Anfang weil auch die anderen dort mitmachen und davor die Jugendlichen die schon etwas älter sind aus dem Dorf auch hingegangen sind. Dort lernen die Jugendlichen nicht nur Standarttänze und langweilie Tänze wie man sie bei uns gelehrt hatte. Klar, in vertrauter Gesellschaft macht alles mehr Spass. Aber ich wunder mich, warum sie seit einigen Wochen blockt und nicht hingegangen ist.
Zur Beratungsstelle war ich ohne mein Mann. Der hatte vor seinem Unfall genug zu tun mit seiner Arbeit. Aber meine Tochter sagte, sie fühlte sich dort nicht wohl. Und ich mich auch nicht. Aber trotzdem ist sie schlimmer geworden.
Ich habe ihr nicht weh getan oder sie zu irgendwas gezwungen. Nur bin ich dermaßen fertig. Weihnachten teilweise im Kkh verbracht bei meinem Mann mit meinem Sohn (Tochter war bei ihrer besten Freundin). Und gestern Abend kam meine Freundin und ich hatte ihr mein Herz ausgeschüttet. Mein Mann wird nächste Woche entlassen, wenn alles gut läuft.
Das ist mein Lichtblick.
 
Hallo AnkeRiedinger,
Ich habe es dir ja schon geschrieben du wirst sie verlieren.
Bitte reiße das Ruder rum.
Behalte gewisse Regeln, wie zum Beispiel Teller abräumen, loben wenn sie für die Schule lernt , wenn sie ihre Hausaufgaben macht, mal reinschauen und bekunden, schön das du sie machst.
Fragen, wie es denn heute in der Schule war, ob es ihr gut geht.

Mal mitnehmen in die DM und ein paar junge Mädchensachen kaufen. Mal Kleidung mit ihr einkaufen gehen.
Wenn du Glück hast geht sie noch mit dir🙂
Dann lernst du einen Teil von ihr neu kennen, und nicht bevormunden, lass sie aussuchen was sie mag und mach nur Vorschläge, dann merkst du am ehesten was ihr gefällt.
dabei geht es nicht drum ihr was zu kaufen, sondern es soll nur als Brücke dienen, mit ihr wieder tiefer in Kontakt zu kommen.
Darum, es geht nicht darum, ihren Kleidungsgeschmack zu bewerten.
Zeig Interesse an ihr und dem was sie gut findet.

Kinder in der Pubertät sind innerlich aufgewühlt, sie sind Erwachsener und Kind zugleich. Und so reisst es sie auch immer rum im Bewußtsein, mal fühlen sie sich klein und ein andermal ganz erwachsen.

Vielleicht solltest du dir ein gutes unreligiöses Buch über Mädchen in der Pubertät kaufen.

Wieso hat die Beratung der Diakonie Geld gekostet??

Also, ich meinte ja auch die Erziehungsberatungsstelle, die Telefonnr. Kann übers Rathaus erfragt werden.

Auf die Wünsche der Tochter hören, ist schon etwas banal gesagt. Natürlich kannst du nicht alle Wünsche deiner Tochter erfüllen und dazu Ja sagen.
Aber du kannst Dinge besprechen und richtig kommunizieren mit ihr.
Wenn du es richtig machst wird sie sich nicht verschließen.
Du könntest sie auch fühlen lassen, das man mit dir verhandeln kann, wie weit du bereit bist bei deinen Verhandlungen zu gehen kannst du selbst festlegen. Sinn und Unsinn ergibt sich von alleine.

ZB. Ich habe mal meine heute 19j. mit ihrer Freundin nicht Picknicken lassen, auf einen etwas abgelegenen Spielplatz, weil ich so eine riesige Angst hatte, sie könnte geklaut und... werden.
Damals war sie 14j. Und sie war riesig traurig. Und es tat mir auch voll leid. Aber die Furcht um sie war zu groß.
einige Jahre war in unserer weiterläufigen Gegend ein Mädchen verschwunden und gestorben.

Also, sie hat es aber verstanden, obwohl sie sauer und traurig war. Das fühlte sie halt in dieser Situation.
Man kann dann aber Z.B. mit der Tochter reden, ihr sagen, ich verstehe und respektiere, das du dich wütend und vielleicht traurig fühlst. Aus diesen und diesen Gründen kann ich dir das nicht erlauben. Ich möchte das du weißt, das ich für dich da bin, wenn du über deine Gefühle reden magst.

Wenn die Basis stimmt und der Jugendliche merkt das der Motor der Mutter/Eltern, nicht Willkür oder Machtspielerei ist, ist vieles möglich.

Überprüfe doch mal deine Absichten, ob es wirklich so streng betrachtet werden muß.
Vielleicht wurdest du als Jugendliche so streng beurteilt, und fehlinterpretiert, und hingestellt als würdest du allen auf der Nase rumtanzen.
Verständlich das du diese Betrachtung auch anwendest.

Ich vermute, das deine Tochter nur halb so schlimm ist, sie wird nur bockig und zickig gemacht durch das Unverständnis das ihr entgegenschlägt.
Verständnis muß man selbst fühlen , dieses Gefühl findet im Herzen statt nicht im Kopf.
Dann wird dich deine Tochter auch ernst nehmen, weil es sich echt anfühlt.

Wohl weil du nicht weißt damit umzugehen.


Liebe Grüße Pecky
 

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