@Shalimar
danke für deine Auskünfte...ist ja ein Hammer wie die Schulen so bestimmen dürfen...allerdings habe ich mal ne Bekannte gefragt, die Realschulrektorin ist und die hat auf das Mitspracherecht der Eltern hingewiesen, dass man notfalls ja gerichtlich durchsetzen kann. Kinder gehören dem Schulsystem nicht und die haben auch nicht das Recht zu voreilig zu klassifizieren und Maßnahmen einzuleiten. Eltern haben jederzeit die Möglichkeit da fachlich mitzureden, sich zu informieren, selber einen unabhängigen Schulpsychologen oder Lernpsychologen, der sich das Kind mal anschaut einzuschalten etc.
Ich persönlich habe somit in punkto "was machen können" andere Erfahrungen gemacht. In einem Fall von Bekannten meiner Schwester wurde von den Eltern diese Klassifikation "Verhaltensauffälligkeit" mal abgeklopft (Psychologen und Neurologen aufgesucht) und es kam heraus, daß das Kind ganz normal war, nur etwas ungebändigt, Mängel in der Sozialerziehung, sehr bewegungsbedürftig. Nachdem das Kind auf eine Waldorf-Schule gewechselt war, war alles o.k. Hier wurde auf die individuelle Art des Kindes eingegangen, es gab bessere soziale Rahmenbedingungen, stärkere Integrationspädagogik, und auch die Eltern waren durch den vorherigen Hick-Hack und die Schwierigkeiten und Unruhe erziehungsbewusster geworden, haben dazugelernt, Kurse gemacht, ein wenig verändert und sind dann wesentlich besser klar gekommen. Das Kind ist übrigens heut erwachsen, hat sein Abi im "normalen" Schulsystem nachgeholt und studiert Medizin.
Ich denke es ist schädlich sogenannte verhaltensauffällige Kinder (was übrigens erstmal fachkundig zu überprüfen ist, ob dem tatsächlich so ist, ob z.B ne ADS oder ADHS etc. vorliegt....übrigens auch Klassifikationen, denen ich skeptisch ggü. stehe, habe da ne Menge Fehldiagnosen mitgekriegt.. oft läuft das ja so: Klassifikationsstempel drauf, in die passenden Schublade = Sonderschule stecken und fertig...was ich für die Kinder echt schade finde) viel zu leichtfertig auf Sonderschulen abgeschoben werden. Der Punkt ist ja, dass Schüler einer Sonderschule in unserem nach Schlüssel-Schloß-Prinzip funktionierendem Ausbildungssystem versch***haben. Bei der hohen Quote an Arbeitslosigkeit und Lehrstellenmangel kriegen an sich heutzutage nur noch Gymnasiasten ne reelle Chance auf irgendwas....Dieses ganze hierarchische System: Hauptschule-Realschule-Gymnasium ist doch an sich Mist und ne echt heftige Selektionsmaschine! Wo bleiben die Gesamtschulen, verdammich nochmal? Nun gut....bzw. schlecht auf diese suboptimalen Bedingungen muss man sich halt einstellen.
Was ich gelernt habe ist auch, dass es enorm auf das menschliche und pädagogische Hintergrundwissen und auch das Durchsetzungsvermögen der Eltern ankommt, wenn es um Schul-Dinge geht. I.d.R. können auch Eltern ne Menge bewegen und bewirken, wenn sie die richtigen Hebel ziehen, die Übersicht behalten etc. Heutzutage sieht die Realität ja oft so aus, dass es ne Menge Eltern und insbesondere Alleinerziehende gibt, die mit solchen oder ähnlichen Situtationen schlichtweg überfordert sind.
Wie auch immer: die Hauptverantwortung liegt bei den Eltern, sie müssen schliesslich ihre Zöglinge weiter durchfüttern bis die eine abgeschlossene Berufsausbildung geschafft haben. Ich als Elternteil würde Himmel und Hölle in Bewegung setzen um meinen Erziehungsjob zumindest so gut hinzukriegen, dass das Kind es in diese Selbstständigkeit schafft. Ist zwar konträr zur Verlustangst und ggf. unterbewussten Abhängigkeitswunschdenken mit dem insbesondere Alleinerziehende zu kämpfen haben...aber es lohnt sich und ist der richtige Weg.
Mag sein, dass da hart klingt für einige, aber ein Kind zu haben bedeutet nunmal ne Menge Verantwortung...die man meiner Ansicht nach auch nicht vollständig oder in zu grossem Maße an die Schulen abgeben kann oder sollte. Das mag schwer sein, ist aber nicht unmöglich...und darauf kommt es an.
Gruss
Tyra
P.S Das mit dieser Fördergeschichte hab ich noch nicht so ganz mitbekommen...wenn das ne gesonderte Schule ist, finde ich das nicht so toll...falls es sich um Förderunterricht innerhalb der Schule handelt ist das schon besser...aber an sich auch noch suboptimal im GGS zu einem ganzheitlichen Konzept wie es das z.B. bei Waldorf gibt....Ich selber steh ja an sich nicht besonders auf dieses STeiner-Zeugs...war aber mehrfach an solchen Schulen und Kindergärten, meine Nichte ist auch auf einem Waldorf-Kiga...und was mir dort total gefallen hat ist der gute Umgang miteinander, gutes BEnehmen, SElbstständigkeit, Lernfreude, Weltinteresse, Verantwortungsbewusstsein der Kids...echt der Hammer! Ein befreundeter Waldorf-Pädagoge und seines Zeichen Nichtdogmatiker sagt z.B. das es für einige Kinder o.k. ist auf allgemeine Schulen zu gehen, für andere aber eher schadend...Kinder mit Lernschwierigkeiten oder mit "Verhaltensauffälligkeiten" kommen viell. nicht mit Standardschulen klar und sind besser in einem anderen Konzept aufgehoben...aber von Sonderschule od. ä. würde ich aufgrund des schlechten Rufs und der gesellschaftl. Realität damit vertaner Zukunftschancen dringend abraten.