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Hilfe, ich hasse meinen Beruf und bin totunglücklich

Hallo zusammen,

ich bin m27 und habe im Sommer diesen Jahres meine Ausbildung zum Fachinformatiker abgeschlossen. Während der Ausbildung war ich mir schon nicht sicher, ob das das richtige für mich ist, nachdem ich vorher einige Semester Geographie studiert hatte und davor ein Semester Informatik. Mein letztes Studium hatte ich abbrechen müssen, da es mir einfach nicht gelungen ist, mein Studium zu finanzieren und gleichzeitig im Studium voran zu kommen. Nach einer Berufsberatung bei der Arge hatte ich mich dann für die Ausbildung zum Fachinformatiker entschieden und diese verbissen durchgezogen.

Nun macht mir mein Beruf aber absolut keinen Spaß. Ich habe die ganze Zeit versucht, den Spaß und das Interesse daran zu entdecken, aber es ist einfach nicht das richtige. Es interessiert mich einfach nicht und ich habe dafür auch kein Talent. Der Beruf langweilt mich so sehr, dass ich schon psychische Probleme kriege. Vor einigen Wochen hatte ich mehrere Nervenzusammenbrüche, so dass mein Hausarzt mich krank geschrieben hat und mich an einen Psychotherapeuten überwiesen hat. Bei mir wurde eine „Depressive Episode“ festgestellt, die teilweise auch Saisonal bedingt ist (Lichtmangel), aber wohl auch mit meinem beruflichen Frust zu tun hat.
Es ist so schlimm, dass ich manchmal auf der Arbeit echt in Tränen ausbrechen könnte. Ich hasse meinen Job und wohl auch meinen Beruf. Ich kann zu Hause nicht mehr abschalten und kann keinen klaren Gedanken mehr fassen. Ich muss mir echt was Neues suchen. Das Problem ist, dass ich nach der Arbeit immer nervlich so am Ende bin, dass ich mich extrem dazu überwinden muss, mich nach was Neuem umzuschauen. Aber ich werde das irgendwie schaffen! Erst mal irgendwas als studentische Aushilfe, damit ich wieder Luft habe. Hier halte ich es einfach nicht mehr aus, es ist absolut zum kotzen und das kann kein Zustand sein!

Ich weiß jedenfalls, dass ich diesen Beruf nicht weiter machen kann und ziehe jetzt einen Schlussstrich. Ich will jetzt endlich den Beruf entdecken, der zu mir passt und mir Spaß macht, koste es was es wolle. Und da braucht mir keiner erzählen, dass Arbeit nun mal keinen Spaß macht. Wenn Sie einen psychisch krank macht, ist es definitiv nicht das richtige! Meinen Job werde ich sehr bald kündigen. Nur muss ich meinen Lebensunterhalt irgendwie finanzieren und dafür muss ich schnell irgendwas anderes finden.
Ich bin davon überzeugt, dass es einen Beruf gibt, der sehr gut zu mir passt und mich glücklich macht und den will ich jetzt finden! Das Leben ist doch dafür da zu leben und glücklich zu sein und nicht sich von einen Tag in den anderen zu übergeben. Das kann es doch echt nicht sein!

Die leitende Frage lautet jetzt: WIE finde ich diesen Beruf?
Bisher bin ich die Wahl des Berufs wohl falsch angegangen. Ich habe mich durch vielerlei Kriterien in die Irre führen lassen, die mir sowohl die Arge als auch meine Eltern nahe gelegt haben. Mittlerweile weiß ich, dass Karrieremöglichkeiten, Geld, Aufstiegschancen, oder die Situation am Arbeitsmarkt schlechte Ratgeber sind. Zumindest für mich, denn diese Dinge spielen für mich eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger finde ich, dass man sich an seinen Talenten und Interessen orientiert, an seiner Überzeugung, seinen Idealen und seiner Motivation, und versucht, sich in seinem Beruf zu verwirklichen. Den anderen Weg kenne ich schon und der treibt mich nur in Frust und Trübsal.

Ich weiß mittlerweile, dass für mich die Arbeit des einfachen dummen Angestellten, der nur seine Arbeit verrichtet, auf die er spezialisiert ist, absolut nicht das richtige ist. Ich fühle mich in meinem Geist einfach total eingeschränkt und verkümmere bei dieser stupiden Arbeit. Deshalb bin ich mir absolut sicher, dass ich noch mal studieren muss, damit ich nicht mehr so dumme, krank machende Arbeit machen muss.

Außerdem würde ich mich als Generalist bezeichnen. Ich bin eher jemand, der sich auf vielen Gebieten etwas auskennt und den Überblick behält, als jemand der sich auf eine bestimmte Sache spezialisiert, weil mir das einfach viel zu schnell langweilig wird.
Ich habe so viele verschiedene Interessen, dass man daraus glaube ich kaum auf einen geeigneten Beruf schließen kann. Bisher habe ich immer versucht mich an meinen Interessen zu orientieren, doch mittlerweile glaube ich, dass es viel mehr auf die Fähigkeiten und noch viel mehr auf das Talent ankommt, wie ich mich orientieren sollte.

Nur ist die Frage, wie finde ich meinen Beruf und das dazu passende Studium? Wie kann ich endlich meine Talente entdecken? Und wie komme ich aus dieser schlimmen Situation raus, die ich keine Sekunde länger mehr aushalten will?

Vielleicht kann mir jemand auch konkrete Ratschläge geben, wenn ich etwas über meine Hobbies, Interessen und Fähigkeiten...
 

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Lisa35

Mitglied
Hallo,

es ist schlimm, wenn man sich absolut nicht gut fühlt im Beruf, da kann ich dich verstehen.
Wie ist es denn bei deinen Hobbies und Interessen, hast du die schon lange oder wechselt das auch ständig?
Hast du ein Hobby oder Interesse vielleicht schon über viele Jahre?
Mir fällt spontan wo man sehr vielfältig arbeiten kann, die Schauspielerei ein. ;-)
Aber es gibt mit Sicherheit noch mehrere Berufe, die vielfältig sind.

Vielleicht schreibst du kurz noch etwas darüber?

Liebe Grüße
Lisa
 

Niten-Ichiryū

Mitglied
Hmm, ich habe ein sehr ähnliches Problem. Sollten uns zusammen tun! Generalisten, Geisteswissenschaftler und Künstler brauchen in dieser Welt Mut, um ihren Weg zu gehen. Eine berufliche Zukunft ist immer ungewiss. Wenn du dich zu einer dieser Gruppen zählst, musst du vielleicht auch etwas an einem Mut arbeiten und einfach dein Traumfach studieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Sorry, dass es so lange gedauert hat, bis ich antworten konnte. Mein Alltag ist so ein Horror, dass ich kaum mehr Freizeit habe. Und das bisschen Freizeit was ich habe kann ich wegen meiner Depression nicht genießen. Aber jetzt finde ich mal Zeit!

Zu meinem jetzigen Beruf kann ich schon mal sagen: Programmieren ist einfach nicht mein Ding. So absolut gar nicht. Und jeder andere Ausbildungsberuf ist es auch nicht. Ich bin jemand der sehr viel Nachdenkt und mit dem Kopf arbeitet. Der sehr theoretisch denkt. Aber wenn ich praktisch tätig bin, bin ich gerne kreativ.

Jetzt werde ich mal konkreter und schreibe mal einfach was ich über mich weiß, bzw. was mir gerade in den Kopf kommt:


Interessen & Hobbies:

Als Kind habe ich sehr viel gezeichnet und gemalt. Ich erinnere mich noch, wie ich einmal 30 Din A4 Blätter zusammen geklebt habe und ein riesiges Bild gemalt habe. Ich habe meine zeichnerischen Fähigkeiten irgendwann nicht mehr weiterentwickelt, da keine Zeit mehr da war. Aber das Interesse und das Talent ist da.
Ich habe auch viel gebastelt und gebaut.

Ich interessiere mich sehr für Musik und habe selber auch schon in einer Band E-Gitarre gespielt. Bin aber eher durchschnittlich. Ich interessiere mich aber generell sehr für Instrumente.

Ich spiele sehr gerne, Computerspiele als auch Brettspiele oder Kartenspiele. Vor allem Strategiespiele. Ich bin ein sehr guter Stratege. Strategisch und planerisch denken macht mir Spaß.
Habe aber auch schon viele andere Genres gespielt. Besonders die Indiegame-Szene interessiert mich sehr, da hier meist sehr kreative und teils künstlerisch extrem aufwendige Spiele entstehen (z. B. Limbo). Ich hatte auch schon überlegt, Game Design zu studieren, um wenigstens ein bisschen auf meiner Ausbildung aufzubauen. Es ist nur leider sehr schwer, dort einen Platz zu bekommen. Aber ich werds wohl versuchen.

Ich interessiere mich sehr für Forschung und Wissenschaft. Die interessantesten Gebiete für mich sind hier Biologie/Zoologie, Physik/Astronomie, Geographie, Medizin, Technik, so gut wie alle Geisteswissenschaften vor allem Geschichte, Archäologie, Sozialwissenschaften, Sprachen und Ethnologie.
Hierbei muss man allerdings unterscheiden, wie tiefgreifend mich etwas interessiert. Beispielsweise interessieren mich neue medizinische Erkenntnisse, aber ich könnte mir nicht vorstellen, Medizin zu studieren (mit meinem Abischnitt sowieso nicht). Geschichte finde ich super interessant, aber damit kann ich mir keinen Beruf vorstellen.
Astronomie interessiert mich in Dokus, aber in Physik habe ich mich in der Schule ziemlich abgemüht und hab mir damit mein Abi etwas versaut.

Ich schaue deshalb fast täglich Dokumentarfilme aus den oben genannten Bereichen.

Pflanzen: Ich züchte schon seit ich Kind bin diverse Pflanzen. Momentan habe ich Chilis und einen Bonsai, der aber leider eingeht ^^'

Weitere Interessen: Politik, Umweltschutz/Klimaschutz/Naturschutz, Ernährung, Filme, Serien, Literatur


Neigungen:
neugierig, wissbegierig, forschend, analysierend, experimentierend, schaffend, Kreativität auslebend

Persönlichkeit:
geduldig, detailverliebt, ruhig, harmonisch, versöhnlich, diplomatisch, zuhörend, sensibel, empfindlich, schwache Nerven, gedankenverloren, emotional, fantasievoll, naturverbunden, impressionistisch, kreativ, idealistisch


Ich könnte jeden dieser Punkte weiter ausführen, beispielsweise meint impressionistisch auch, dass mich meine (Arbeits-)umgebung stark beeinflusst. Ein kahles Büro kann mich beispielsweise depressiv machen. Naturfarben haben einen sehr positiven Einfluss auf mich.


Talenten & Fähigkeiten:

gute Fingerfertigkeit
Gespür für Formen und Farben
sehr gutes Orientierungsvermögen
ausgeprägte räumliche Vorstellungskraft
überdurchschnittliches Abstraktionsvermögen
ausgeprägte Fähigkeit analytisch, strategisch und planerisch zu denken
Fähigkeit Dinge zu hinterfragen

Wahrscheinlich habe ich auch noch unentdeckte Talente, die ich gerne entdecken würde.

Und wenn ich mir das so anschaue, denke ich dass vor allen Dingen meine geistigen Fähigkeiten ausgeprägt sind.


Ich glaube für den richtigen Beruf sind die Persönlichkeit und die Talente am wichtigsten. Die Fähigkeiten, Hobbies und Interessen ergeben sich ja meistens daraus.


Wie ihr seht, kenne ich mich sehr gut. Ich würde gerne noch weitere Talente von mir entdecken, aber einen Teil kenne ich schon.

Ich hätte kein Problem, ein Studium zu finden, das mich interessiert. Hier finde ich die Auswahl an Möglichkeiten eher erschlagend, wenn man davon absieht, dass ich einen Abischnitt von 2,9 habe. Für mich zählt aber, dass ich im Beruf später das mache, was mir Spaß macht.

Ich habe nicht diesen Optimismus vieler Geisteswissenschaftler, dass ich einfach mein Fach studiere und damit später einen coolen Job finde. Sonst hätte ich mich schon längst in ein Geschichtsstudium gestürzt. Am liebsten würde ich in der Wissenschaft arbeiten, so wie der größte Teil meiner Familie. Aber in Zeiten in denen wissenschaftliche Stellen immer weiter gestrichen werden, ist eine akademische Laufbahn ein ziemliches Pokerspiel. Zumal ich schon 27 bin und es dafür wohl etwas spät ist.

Wie verwurste ich jetzt diesen riesen Haufen an Informationen? Wie kann ich denn daraus jetzt meinen Traumberuf finden? Würde mir eine Berufsberatung überhaupt helfen? Habt ihr Vorschläge, was für Berufe zu mir passen könnten? Und woher weiß ich dann, ob er wirklich zu mir passt?
 

HorstiHorst

Neues Mitglied
Ich bin in einer ähnlichen Situation wie Du und habe jedoch für mich beshclossen, endlich etwas an meinem "Leiden" zu ändern. Ich habe mich in den Bewerbungsprozess gestürzt, wohl wissend, dass keine "schnellen" Erfolge zu erzielen sind. Es macht aber Sinn, gezielt so zu suchen, dass man auf Firmen aufmerksam wird, die Ihre Mitarbeiter auch "pflegen" oder zumindest menschlich behandeln.

Nächste Woche zum NBeispiel habe ich ein Vorstellungsgespräch bei einer Agentur und freue mich regelrecht darauf.
Ich kann Dir als Tipp dass Portal feelgood@work nennen, aber ich bin mir sicher, dass es noch mehr derartiger Seiten geben muss.

Es ist wichtig, dass man nicht von einem unglücklichen Job in den nächsten "stolpert", und Gott sei Dank gibt es heute Unternhemen, die begriffen haben, dass Sie, wenn Sie gute Mitarbeiter haben wollen, diese auch demnestprechend beghandeln müssen und gemäß Ihrer Talente fördern.
 
Ich bin in einer ähnlichen Situation wie Du und habe jedoch für mich beshclossen, endlich etwas an meinem "Leiden" zu ändern. Ich habe mich in den Bewerbungsprozess gestürzt, wohl wissend, dass keine "schnellen" Erfolge zu erzielen sind. Es macht aber Sinn, gezielt so zu suchen, dass man auf Firmen aufmerksam wird, die Ihre Mitarbeiter auch "pflegen" oder zumindest menschlich behandeln.

Nächste Woche zum NBeispiel habe ich ein Vorstellungsgespräch bei einer Agentur und freue mich regelrecht darauf.
Ich kann Dir als Tipp dass Portal feelgood@work nennen, aber ich bin mir sicher, dass es noch mehr derartiger Seiten geben muss.

Es ist wichtig, dass man nicht von einem unglücklichen Job in den nächsten "stolpert", und Gott sei Dank gibt es heute Unternhemen, die begriffen haben, dass Sie, wenn Sie gute Mitarbeiter haben wollen, diese auch demnestprechend beghandeln müssen und gemäß Ihrer Talente fördern.

Danke für den Tipp! Bei mir ist leider das Problem, dass ich auch ziemlich schlecht ausgebildet wurde. Man könnte schon fast meinen, das war berechnend von meiner Firma, damit ich Schwierigkeiten habe, mich woanders zu bewerben. Ich bin aber auch daran, mich woanders zu bewerben, auf Teilzeit. Vlt kann ich das dann auch neben meinem Studium machen. Dass ich noch mal an die Uni gehe steht für mich aber absolut fest!
Du hast auf jeden Fall recht, dass man sich genau anschauen sollte, wo man sich bewirbt.
 
G

Gast

Gast
Unfassbar, deine Beiträge könnten wirklich von mir sein. Zwar habe ich BWL studiert und mach einen anderen Jobs als du, aber ich FÜHLE mich GENAU so wie du und die persönlichen Eigenschaften, die du oben beschrieben hast, passen zu 99 % zu mir! Ich denke einfach, Menschen wie du und ich, sind einfach ein wenig sensibler als andere. Und diese "Sensibilität" ist wohl auch der Grund für unsere Kreativität. Ich überlege mir auch seit mittlerweile 2 Jahren, was ich tun soll. Ich komme einfach zu keiner Lösung... Habe oft über Selbstständigkeit nachgedacht. Aber auch hier bin ich einfach nicht so verbissen in diese Idee, dass ich sie auch durchziehen würde. Ich bin letztendlich wahrscheinlich einfach nur ein frustiertes Häufchen Elend, das es nicht wahrhaben möchte, dass aus ihm kein Astronaut, kein Physiker, kein Erfinder, kein Experte, kein Komponist, kein Schauspieler... wird. Hatte als Kind so viele Träume, keines meiner Träume habe ich je erfüllt. Bin immer nur damit beschäftigt gewesen, Geld zu verdienen. Aber ich gehe mittlweile auf die 30 zu und fühle mich wie ein Versager. Andererseits,... bin ich ja eben noch nicht 30 und sehe für mich noch die Chance, mein Schicksal zu wenden! Ich grüble seit so langer Zeit und suche nach der perfekten Lösung für mich, hab aber eben das Gefühl, das sich das alleine nicht schaffe..
 
Unfassbar, deine Beiträge könnten wirklich von mir sein. Zwar habe ich BWL studiert und mach einen anderen Jobs als du, aber ich FÜHLE mich GENAU so wie du und die persönlichen Eigenschaften, die du oben beschrieben hast, passen zu 99 % zu mir! Ich denke einfach, Menschen wie du und ich, sind einfach ein wenig sensibler als andere. Und diese "Sensibilität" ist wohl auch der Grund für unsere Kreativität. Ich überlege mir auch seit mittlerweile 2 Jahren, was ich tun soll. Ich komme einfach zu keiner Lösung... Habe oft über Selbstständigkeit nachgedacht. Aber auch hier bin ich einfach nicht so verbissen in diese Idee, dass ich sie auch durchziehen würde. Ich bin letztendlich wahrscheinlich einfach nur ein frustiertes Häufchen Elend, das es nicht wahrhaben möchte, dass aus ihm kein Astronaut, kein Physiker, kein Erfinder, kein Experte, kein Komponist, kein Schauspieler... wird. Hatte als Kind so viele Träume, keines meiner Träume habe ich je erfüllt. Bin immer nur damit beschäftigt gewesen, Geld zu verdienen. Aber ich gehe mittlweile auf die 30 zu und fühle mich wie ein Versager. Andererseits,... bin ich ja eben noch nicht 30 und sehe für mich noch die Chance, mein Schicksal zu wenden! Ich grüble seit so langer Zeit und suche nach der perfekten Lösung für mich, hab aber eben das Gefühl, das sich das alleine nicht schaffe..

Du hast recht, also ich würde mich zumindest auch als "sensibel" bezeichnen. Aber wir sind beide noch ziemlich jung! Es gibt viele Leute die sich erst in den 30ern entscheiden, noch mal zu studieren. Oder manche sind schon in den 40ern und stellen fest, dass sie im falschen Job sind. Das nennt sich dann Midlifecrisis. Das was wir haben bezeichnet man mittlerweile mit dem neumodischen Begriff "Quaterlifecrisis" :D
Wenn man diese Phase jetzt durch macht und die Weichen richtig stellt, bleibt einem die Midlifecrisis dann eher erspart. Ist wirklich so! Google mal nach dem Begriff! ;)
Ich glaube es gibt schon sehr viele Menschen, die mit ihrem Beruf unglücklich sind, aber nichts dran ändern. Bzw so habe ich es auch schon oft gelesen. Man muss aber einfach den Mut aufbringen etwas zu verändern. Wenn ich anfange zu studieren bin ich auch "schon" 28. Aber das ist noch ziemlich jung, wenn man überlegt, dass wir noch bis mindestens 67 arbeiten müssen. Dann änder ich doch lieber jetzt etwas an der Situation als irgendwann wenn ich älter bin. Und das solltest du auch tun!

Es erfordert etwas Mut, diesen Schritt zu gehen. Ich weiß dass ich früher nie den Mut hatte, etwas unsicheres zu wagen. Deshalb bin ich auch jetzt in diesem "sicheren" Beruf. Für mich ist er zumindest mit Sicherheit nicht lange auszuhalten.

Man braucht genug Selbstbewusstsein und darf keine Angst vor dem Ungewissen haben. Man muss darauf vertrauen, dass alles schon irgendwie klappen wird, selbst wenn man vieles noch nicht voraussehen kann. Diesen Mut baue ich mir gerade erst auf, weil ich seit vielen Jahren wohl schon unter einer unbemerkten psychischen Erkrankung leide, die mich diesbezüglich etwas blockiert hat. Diese generalisierende Angststörung ist ziemlich verbreitet in den Industrieländern und vielleicht würde es dir auch helfen, einen Psychotherapeuten aufzusuchen. Bei mir hat schon ein 10 minütiges Telefonat genügt, um mir darüber im klaren zu werden, was bisher mein Problem war.
Ich kann dir nur sagen: Mach was! Tu was! Änder war! Und finde dich nicht mit dem ab was du hast! Und grübel nicht so viel. Das tue ich auch! Ich kenne das sehr gut! Diese Rumgrübeleien darüber was alles schlimmes passieren könnte, wenn man den und den Weg geht. Das darfst du einfach nicht machen, weil es meistens völlig unbegründet ist. Aber ich hab gut reden, ich grübel endlos darüber nach, was ich denn jetzt studiere und wo es beruflich hingeht. Nur grübeln hilft da nicht. Man muss sich helfen lassen. So richtig weiß ich aber eben auch noch nicht, wie ich da weiter komme und deswegen bin ich hier im Hilfe-Forum gelandet.

Mit meinem Problem bin ich jetzt immer noch nicht weiter :D
 

primechecker

Aktives Mitglied
Unfassbar, deine Beiträge könnten wirklich von mir sein. Zwar habe ich BWL studiert und mach einen anderen Jobs als du, aber ich FÜHLE mich GENAU so wie du und die persönlichen Eigenschaften, die du oben beschrieben hast, passen zu 99 % zu mir! Ich denke einfach, Menschen wie du und ich, sind einfach ein wenig sensibler als andere. Und diese "Sensibilität" ist wohl auch der Grund für unsere Kreativität. Ich überlege mir auch seit mittlerweile 2 Jahren, was ich tun soll. Ich komme einfach zu keiner Lösung... Habe oft über Selbstständigkeit nachgedacht. Aber auch hier bin ich einfach nicht so verbissen in diese Idee, dass ich sie auch durchziehen würde. Ich bin letztendlich wahrscheinlich einfach nur ein frustiertes Häufchen Elend, das es nicht wahrhaben möchte, dass aus ihm kein Astronaut, kein Physiker, kein Erfinder, kein Experte, kein Komponist, kein Schauspieler... wird. Hatte als Kind so viele Träume, keines meiner Träume habe ich je erfüllt. Bin immer nur damit beschäftigt gewesen, Geld zu verdienen. Aber ich gehe mittlerweile auf die 30 zu und fühle mich wie ein Versager. Andererseits,... bin ich ja eben noch nicht 30 und sehe für mich noch die Chance, mein Schicksal zu wenden! Ich grüble seit so langer Zeit und suche nach der perfekten Lösung für mich, hab aber eben das Gefühl, das sich das alleine nicht schaffe..

Ich vermute allerdings auch, dass es kaum menschenwürdige Berufe gibt, in denen ein Mensch wirklich frei, kreativ und für etwas Sinnvolles arbeiten kann. Ich denke in diesem Thread finden sich einige Leute (mich eingeschlossen), die einfach nicht diese schwachsinnige Fließ- und Sklavenarbeit machen möchten, sondern etwas das wirklich von Wert ist. Und ja ich bin absolut auch davon überzeugt, dass Arbeit Spaß machen kann, innovstiv ist, inspiriert, keine gesundheitliche Schäden hervorruft, zu einer Besserung der Welt beiträgt und auch ein ordentlicher Lohn für den Arbeiter abfällt. Leider ist es aber immer so, dass normalerweise, Arbeit (v.a. im Angestellten Verhältnis) eher kein Spaß macht, denn die Arbeit machen dann schon andere für kaum einen Lohn.

Mich würde auch mal intressieren ob es Institutionen gibt, die sich ernsthaft mit der Arbeitsplatzthematik beschäftigen und Menschen in einen möglichst passenden Beruf stecken. Schätze das Arbeitsamt ist ein schlechter Witz dafür. War da allerdings auch noch nie drin. Also kann das nicht beurteilen.

Ihr könnt aber auch Folgendes machen. Versucht euch als Freelancer /Selbständiger. Dazu müsst ihr aber wenn möglich eure Kosten runter schrauben oder sehen wer für den Lebensunterhalt aufkommt. Denn man braucht Zeit dafür und auch Selbstdisziplin. Ich beispielsweise versuche mich in der großen Welt des IM (Internet Marketing), das allerdings auch alles andere als seriös ist. Aber das ist die Arbeitswelt sowieso.
Es wäre vielleicht auch günstig wenn ihr einfach erst mal von Sozialhilfe lebt und irgendwie das so managed, dass ihr nicht ständig vom Arbeitsamt genervt werdet. Ich habe mal einen Fall gehört, da hat eine Frau irgendwie über 700 Euro Sozialhilfe bekommen durch Nichtstun lol. Ich fände das gut wenn ihr das macht, da ihr damit unabhängiger werdet. Natürlich solltet ihr dafür trotzdem eine gemeinschaftliche Leistung aufbringen. Ich denke viele wollen wirklich was für die Gemeinschaft machen. Darum fände ich es dann auch nicht verwerflich von Sozialleistungen gelebt wird.
 

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