Also um mal etwas Klarheit zu verschaffen: Hier wird von zwei verschiedenen Dingen geredet, nämlich TENS und EMS. Gemeinsam haben beide, dass es um Strom geht. Aber das ist es dann auch.
TENS (Transkutane Elektrische NeuroStimulation) funktioniert mit hochfrequenten Strömen und soll Nerven betäuben, um Schmerzen zu lindern.
EMS (Elektrische MuskelStimulation) arbeitet eher mit niederfrequenten Strömen und wird beworben für "mühelosen" Muskelaufbau und zum Lösen von Verspannungen.
Ich nutze sowohl TENS als auch EMS sehr gerne, aber eben auch abhängig von der Indikation. Und ich empfehle es auch immer wieder Patienten. Ein Wundermittel ist Reizstrom aber nicht, sondern es muss - wie jedes medizinische Verfahren - indikationsgerecht eingesetzt werden. Und vor allem muss man auch ein wenig aus seiner Komfortzone raus. Wenn ich versuche, Muskelverspannungen mit ein klein wenig EMS zu lösen, wird das ganze wohl eher frustran verlaufen.
Im Zweifelsfall kann man sich mal in Sanitätshaus, beim Arzt oder noch besser Physiotherapeuten beraten lassen, ob es sinnvoll ist, das einzusetzen.
Und durchaus brauchbare Geräte bekommt man - wie schon erwähnt wurde - durchaus auch für kleines Geld bei den üblichen Verdächtigen ohne Beratung und für etwas mehr Geld, aber mit fachkundiger Beratung im einschlägigen Fachhandel.
Zum MuskelAUFBAU ist EMS aus meiner Sicht nicht geeignet. Zwar bringt man ein wenig Bewegung auf den Muskel, aber das ist in etwa so, wie wenn ich mit dem Finger wackle und erwarte, wie Arnold Schwarzenegger auszusehen. Mehr Sinn macht es, um Muskeln zu lockern. Und das kann aus meiner Sicht bei starker Mobilitätseinschränkung durchaus sinnig sein, um zumindest etwas Muskel zu erhalten und Verspannungen vorzubeugen.