Aus all deinen Antworten klingt heraus, dass du ihr hilflos ausgeliefert bist. Genau das bist du eben nicht! Du bist mündig und kannst dich abnabeln, wenn du es willst.
Was ist das für ein halbgares Durchsetzen, wenn du dich anschließend doch weiter rechtfertigst? Wer zwingt dich zu ellenlangen Erklärungen? Warum schaffst du es nicht zu sagen: "Mama, ich habe dir erklärt, dass wir nach xy fahren möchten und möchte dazu jetzt nicht weiter diskutieren."
Du hast hier jetzt zig Beiträge erhalten, die dir allesamt sagen, dass du diejenige bist, die ihr Verhalten und eben auch die Einstellung ändern muss, es der Mutter weiter recht machen zu wollen. Einzig daran solltest du arbeiten und nicht weiter überlegen, womit du deine Mutter womöglich verärgerst.
Mutter-/Tochter-Verhältnisse sind sehr häufig schwierig. Auch meines war nicht einfach und ist es eigentlich bis heute nicht. Meine Mutter geht mittlerweile auf die 90 zu und gibt immer noch Ratschläge, bei denen meine Augen nur noch genervt rollen. Je nach Tagesform ficht mich das mehr oder weniger an. Allerdings mache ich schon seit vielen Jahren nur noch das, was ich für richtig halte. Und tatsächlich bin ich kaum bei ihr. Sie hat nun die Konsequenzen unseres schlechten Miteinanders zu tragen. Wenn sie Hilfe braucht, bin ich da, aber außerhalb derartiger Verpflichtungen eben nicht. Und ich habe damit meinen Frieden gemacht.
Bei meiner Schwester war das ähnlich wie bei dir. Sie hat meine Mutter aber auch gerne als Babysitter und Geldgeber genutzt und so automatisch eine Abhängigkeit geschaffen. Und sie war völlig entsetzt, als meine Mutter dann Dankbarkeit einforderte und hat sich so emotional erpressen lassen. Ich habe mich nie kaufen lassen, nicht um Hilfe gebeten, bin dann eben nicht weggegangen, genug Geld verdient habe ich ohnehin immer - war immer unabhängig. Ist das vielleicht der Preis, den du zahlst? Auch da könntest du gegensteuern.
Ach ja, meine Mutter und meine Tante (Frau ihres Bruders) haben auch Zoff und meine Mutter versucht immer, schlecht über meine Tante zu reden und mich auf ihre Seite zu ziehen. Ich bremse diese Gespräche stets aus, sage ihr, dass sie mich da heraushalten soll und dass es eine Sache zwischen ihnen beiden ist. Sie findet das zwar sichtlich nicht gut, fügt sich aber, weil sie weiß, dass ich sonst gehe.