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Hass auf Täter (TRIGGER)

eisblume90

Aktives Mitglied
Hallo,

ich habe in dem Thread, in dem es um meinen besten Freund geht, bereits von dem Missbrauch in seiner Kindheit geschrieben. Gestern habe ich erfahren, dass eine jahrelange Freundin, die Mutter meiner Patenkinder, in ihrer Kindheit ebenfalls mehrfach missbraucht wurde. Fast neun Jahre sind wir befreundet. Gestern hab ichs erfahren. Ich brauchte jemand, mit dem ich über meine Alpträume sprechen konnte. Das habe ich noch nie getan. Aber vorgestern Nacht war echt schlimm. Ich habe durch eine Bekannte Infos bezüglich des Missbrauchs von meinem besten Freund erfahren. Dinge, die ich niemals wissen wollte. Aber sie hat es so schnell rausgehauen, so schnell konnte ich gar nicht reagieren. Zu ihrer Verteidigung: Sie weiß nicht, dass ich selbst vergewaltigt wurde. Ich glaube, das war einfach zu viel. Das hat wieder einiges hochgewirbelt. :eek:
Wie gesagt, brauchte ich jemand, mit dem ich über diese ätzende Nacht reden konnte. Ich habe meine jahrelange Freundin gefragt, ob das in Ordnung ist. Sie sagte dann "Nein, das kann ich nicht. Es tut mir leid. Ich wäre so gerne für dich da. Aber ich kann über so etwas nicht sprechen." Natürlich habe ich dann nachgefragt. Und es war absolut richtig wie sie reagiert hat. Sie hat sich geschützt. Das würde ich nicht anders machen. Sie also auch noch...

In meinem engeren Freundeskreis (bestehend aus 9 Personen) wurden 5 sexuell missbraucht, unabhängig von Geschlecht, Kindheit oder Erwachsenenalter. Bei einer Freundin wusste ich es von Anfang an. Sie ist, wie ich, als erwachsene Frau in einer Beziehung vergewaltigt worden. Bei den anderen 4 habe ich es in den vergangenen 1 1/2 Jahren erfahren.

Ich komme damit grade absolut nicht klar. In mir entsteht ein unglaublicher Hass. Es wirbelt so viel hoch... So tolle Menschen und da nehme ich mich durchaus mit ein... Es ist einfach nicht fair. Nur weil ein Mensch meint, mal ebenso das Leben eines anderen nachhaltig zu zerstören... :wein:
 

pecky-sue

Aktives Mitglied
Hallo,
Ich fühle mit dir.
Ja es sind tolle Menschen. Es wird viel verlangt von uns Menschen.
Hass ist eines der großen Geistesgifte. Wenn du weißt deine Frühstücksbrot ist vergiftet würdest du es essen?
So ist es mit dem Hass, lass es nicht zu das er euren Geist vergiftet!!

In lieben Gedanken Pecky
 

eisblume90

Aktives Mitglied
Ich weiß, dass Hass niemanden weiter bringt. Im Gegenteil. Ich kann ihn nicht gegen den richten, der ihn verdient hat. Also richte ich ihn gegen mich selbst. Das ist kontraproduktiv, ich weiß. Aber ich werde dieses Gefühl nicht los. Es ist zermürbend. :eek:

Ich bin derzeit bei meinen Patenkindern und ihrer Mama. Der Große (4) hat heute Geburtstag. Ich kann hier eigentlich immer gut abschalten. Wir haben auch nicht über den Missbrauch gesprochen. Das werden wir auch nicht. Der Tag heute war anstrengend. Ihre Family war da (Täter gehörte nicht zur Familie, von daher safe). Aber es waren einfach viele Menschen. Ich fühle mich wie gelähmt. Ich kenne mich so nicht. Ich komm grade irgendwie nicht mehr klar... :eek:
 

eisblume90

Aktives Mitglied
Ja, da hast du Recht. Hass bringt mich nicht weiter und lässt mich in der Vergangenheit verharren. Es ist nur unglaublich schwierig, aus diesem Gefühl wieder raus zu kommen, bzw dafür zu sorgen, dass es weniger Macht hat über mich und meine Gedanken. Ich stecke da momentan in einer Sackgasse fest. Erwische mich immer wieder dabei, dass ich mich selbst triggere. Ich lese Berichte über dieses Thema, auch hier im Forum. Immer wieder. Ich weiß, dass das die Situation eigentlich nur noch schlimmer macht. Aber immer wieder lese ich... :eek:

Heute war ein guter Tag. Ich war den ganzen Tag mit den Kindern beschäftigt. Keine Zeit zum lesen, keine Zeit zum denken. Gleich backen wir Muffins für die Kindergartenparty vom Großen morgen.

Wenn ich ihn morgen in den Kindergarten gebracht habe, fahre ich anschließend nach hause. Ich habe Angst davor, nach hause zu fahren. Dort bin ich allein. Ich habe zwar viele gute Freunde, aber die sind nunmal nicht 24 Stunden da. Hier war ich keine Sekunde alleine. Aber vor dem Leben weglaufen, das geht ja auch nicht. Schade eigentlich... :eek:
 
G

Gast

Gast
Haß ist das schädlichste aller Gefühle.
Haß ist ein Gefühl , das mir selber am meisten schadet, mich zugrunde richtet auf Dauer.
Trifft ja nicht den Verursacher, ist wie bei vielen negativen Gefühlen, die mein denken beherrschen.
Das nagt in mir, kann es ja nicht kanalisieren, wohin auch, also trifft es mein Innerstes.
Entsteht auf Grund einer tiefen seelischen Verletzung.
Ist aber Ausdruck meiner Ohnmacht, Hilflosigkeit und Verbitterung.
Die stärkte Form der Selbstablehnung, weil ich mich schuldig fühle , für das was geschehen ist.
Haß ist eigentlich Liebe, an der man gescheitet ist.
Dafür suchen wir Gründe und finden die auch, geht eigentlich darum dem andren zu schaden und sich zu rächen.
Das nächste der schlechten Gefühle, Rache.
Es entwickelt sich eine Spirale die zu aggressivem Verhalten führt, aber nicht den Verursacher trifft.
Da nützen dann keine vernünftigen Argumente oder gar Positive Eigenschaften mehr.
Kränkungen die dann andre erfahren, die nicht wissen warum es sie tritt, weil die wenigsten darüber reden können.
Das sind auch meist dann Menschen die nicht verzeihen oder vergeben können, dazu gehört Mut.
Haß ist meist dir Rache der Feiglinge, weil Sie eingeschüchtert wurden oder noch sind.
Nimm mal einen Sack und stecke da eine Große Kartoffel rein für jeden Menschen dem du nicht etwas verzeihen kannst.
Dann trage den eine Woche mit dir rum.
Welche Last wir aushalten ,wenn wir andern nicht verzeihen.
Damit tuen wir ja nicht denen einen Gefallen, sondern nur uns!
 

eisblume90

Aktives Mitglied
Hass ist ein negatives Gefühl, das niemanden weiterbringt. Ich schade mir damit selbst. Soweit alles richtig.

Aber verzeihen... Nein. Verzeihen kann und möchte ich das nicht. Sowas kann man nicht verzeihen...
 
G

Gast

Gast
Verzeihen kann und möchte ich das nicht
Verarbeiten hieße ja auch verzeihen.
Wohin sollte den das Gefühl verbannt werden, das geht nicht.
Kämpfen hilft nicht viel, da man das Erlebte nicht ungeschehen machen kann.
Vergessen können die Verbitterten aber leider auch nicht.
Ist schlimmer als Vergeben und verzeihen, führt in allen Fällen zur Verbitterung.
Wenn dich dieser tiefe Groll krank gemacht hat, was dann?
Krankhaft wird es, wenn der Schmerz und die Wut übergroß sind und sehr lange über das auslösende Erlebnis hinaus andauern.
Unbehandelt haben Verbitterungszustände eine Tendenz zur Chronifizierung.
Ihre Gedanken kreisen ständig um das kritische Lebensereignis herum, sie werden von den Rückerinnerungen regelrecht gejagt.
Wenn Vergeltung geübt wird, fühlen sich die Patienten hinterher fast noch schlimmer.
Denn zur Verbitterung kommen dann in der Regel auch noch Schuldgefühle und Scham über sich selbst hinzu.
Im Vollbild handelt es sich um eine schwere psychische Erkrankung:
Im Kino und Theater wird dieses sehr alte menschliche Thema häufiger dargestellt:
Umringt von Feinden und ohne Hoffnung auf Sieg oder Flucht, töten sich die Eingeschlossenen selbst.
Es ist ihre letzte Möglichkeit, die Kontrolle zu behalten.
 
G

Gast

Gast
Ein neuer Therapieansatz leitet sich aus der Weisheitspsychologie ab.
Weisheit ist die jedem Menschen eigene Fähigkeit, mit schwierigen, uneindeutigen Problemen fertig zu werden.
 

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