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Hass auf meine Eltern ist nicht mehr aushaltbar

So unaushaltbar kann der Hass auf Deine Eltern nicht sein, wenn Du drei Wohnungen ablehnst und eine WG für Dich nicht in Frage kommt.
Werde mal erwachsen.

Das habe ich auch gedacht.

Eine WG komplett abzulehnen, ist schon eine Luxushaltung. Es gibt kein Landin Europa, in dem Mieten gemessen am Mindestlohn so günstig sind, wie in Deutschland. Sich hier über die Preise von Wohnungen zu beschweren, ist absurd.
Dazu wohnt niemand in Europa auf so großer Fläche pro Nase, wie die Deutschen, nämlich auf 47 qm.

Etwas mehr Demut täte gut!
 
Ich würde so schnell wie möglich ausziehen.
Deine Eltern kannst du nicht verändern.

Werde von ihnen unabhängig.
Vermutlich hängt ihr schwieriges Verhalten mit ihrer Kindheit und Elternbeziehung zusammen.

Dein Bruder hat es richtig gemacht und er ist unabhängig von den Eltern geworden..

Ich würde zu einer Beratungsstelle gehen..z.B. Caritas, welche dir mit den Finanzen und einer Wohnung helfen können.
 
Genau genommen kannst du das jetzt schon planen: überlege dir, welche andere Gegend in Deutschland oder im Ausland du dir als künftigen Wohnsitz vorstellen kannst, wann du deine Ausbildung voraussichtlich beendet hast, wieviel du als Berufsanfänger verdienen wirst... Ein Jahr vor dem geplanten Ende der Ausbildung spätestens kannst du schon mal anfangen, Bewerbungen zu schreiben, auch Initiativbewerbungen.
Sowas in der Art habe ich mir auch schon überlegt, aber mein Betrieb würde mich gern übernehmen und da ich mit der Arbeit zufrieden bin, weiß ich nicht ob es blöd wäre das wegzuschmeißen. Zwar gibt es durchaus auch andere Stellen, die ganz interessant klingen und in bezahlbareren Gegenden wären, aber ich habe das Gefühl ich mache einen großen Fehler, nur wegen meiner Eltern alles umzuwerfen. Das ist ja schließlich mein einziges Problem gerade.

Im Moment kannst du nur versuchen, deinen Eltern möglichst aus dem Weg zu gehen. Geh nach der Arbeit in die Uni Bibliothek oder such dir ein ruhiges Plätzchen im Park und lerne für deine Ausbildung oder mach Sport.
Ja, ich schätze mein Fehler lag darin, dass ich mich wieder versucht habe ihnen anzunähern und dadurch nur stärker verletzt wurde. Wenn ich einfach mein Ding mache und wir wenig interagieren geht es ja ganz gut.

Es ist egal, was du machst. Du hast dich so in deinen "Hass" hineingesteigert, dass du so oder so nicht glücklich wirst.
Genau das ist das Problem. Ich wünschte ich könnte das rückgängig machen und ihnen wieder mehr etwas Empathie entgegen bringen.

Hast du psychiatrische Unterstützung?
Nicht mehr, zwischendurch war ich in Therapie und da haben wir auch Wege besprochen wie ich mit der Situation umgehen kann. Aber ich dachte das Thema hätte sich dann erstmal erledigt, ich habe nicht kommen sehen, dass sich plötzlich so ein extremer Hass bei mir entwickelt, und dagegen bin ich wiederum nicht gewappnet.

Sicher hat er sich völlig grundlos aufgeregt. Und dich schrecklich getriggert! Nur, um dir dein Leben zu vermiesen.
Wenn man die ganze Geschichte nicht kennt kann es natürlich so wirken, als wäre ich undankbar. Tatsächlich war seit Wutanfall unbegründet (also irgendwo psychologisch schon, da er wiederum von was anderem getriggert wurde, aber du weißt schon wie ich das meine), aber da ich an dem Tag leider auch emotional angeschlagen war habe ich das nicht einfach hingenommen, sondern selbst mit einem Anfall reagiert. Dass wir uns beide falsch verhalten haben, ist mir natürlich klar. Ich muss nur in solchen Situationen immer daran denken, wie viel Ärger es uns erspart hätte, wenn mein Vater sich früher Hilfe geholt hätte oder selbst gar nicht erst Opfer seiner Eltern gewesen wäre.

Ich würde an Deiner Stelle sofort ausziehen und deutlich stärkere Kompromisse bei der Wohnung machen. Meine erste Wohnung hatte 18 qm. Kein Balkon, keine Wanne.
Wo ist das Problem?
Irgendwie hatte ich einfach ein ungutes Gefühl dabei. Ich weiß, dass ich durch meinen Lebensstandard verwöhnt bin, aber als ich gesehen habe wie schrecklich die Wohnungssituation ist, kamen mir meine Eltern gar nicht mehr so schlimm vor. Balkon und Wanne braucht natürlich keiner, nicht mal bei der zweiten oder dritten Wohnung, aber bei allem anderen hätte ich das Gefühl, dass es die falsche Art von Kompromiss ist für mich. Auf die Wohnsituationen meiner Freunde bin ich auch nicht neidisch, viele ihrer Nachbarn oder Vermieter sind wirklich grausame Menschen und ich traue mir irgendwo noch zu mit meinen Eltern fertig zu werden, aber das wäre zu viel für mich.

So unaushaltbar kann der Hass auf Deine Eltern nicht sein, wenn Du drei Wohnungen ablehnst und eine WG für Dich nicht in Frage kommt.
Danach sieht es aus, was die Situation nur komplizierter macht. Wir hatten damals eben einen schlimmen Streit, da mein Vater wieder eine seiner Episoden hatte und ich und meine Mutter extrem Angst bekamen. Habe dann relativ spontan ein paar Wohnungen besichtigt, ohne mir richtig Gedanken um die Details zu machen, aber als ich dann vor Ort war habe ich gemerkt, dass ich noch nicht so weit bin ganz allein zu leben und den Kontakt abzubrechen. Ein paar Wochen darauf war dann die Situation zuhause wieder besser und ich dachte mir, dass ich noch in Ruhe sparen kann. Meine Mutter meinte auch, dass es doch immer mal gute Phasen gibt und ich sie nicht allein lassen soll.
Aber genau dieses Muster wiederholt sich halt regelmäßig und jetzt ist es das erste Mal, dass ich so krass reagiere und davon nicht mehr runterkomme.

Eine WG komplett abzulehnen, ist schon eine Luxushaltung. Es gibt kein Land in Europa, in dem Mieten gemessen am Mindestlohn so günstig sind, wie in Deutschland. Sich hier über die Preise von Wohnungen zu beschweren, ist absurd.
Davon wusste ich schlichtweg nichts. Ich kriege nur mit, dass diejenigen aus meinem sozialen Umfeld, die eine eigene Wohnung haben entweder diese von den Eltern bezahlt bekommen, mit ihrem Partner zusammen gezogen sind (habe ich nicht), Hilfe vom Amt kriegen (will ich nicht, da ich dann ein schlechtes Gewissen hätte) oder sich über Nebenjobs finanzieren (dafür bin ich nicht belastbar genug). Und es ist ja schon verrückt, dass sich in den Kleinanzeigen mehr Suchen als Angebote finden lassen und man teilweise mit vierhundert anderen Menschen um die Wohnung kämpfen muss, die dann nicht mal sonderlich hochwertig oder gut gelegen ist.

Warum eine WG nicht in Frage kommt finde ich gerade schwer zu erklären, deswegen entschuldigt, dass ich da nicht gleich drauf eingehe.

Ich habe mir einfach erhofft, dass jemand in einer ähnlichen Situation einen Rat hat. Ich schätze, wenn man selbst keine psychischen Probleme hat oder andere als ich, fällt es schwer sich in die Lage hineinzuversetzen und angemessenen Rat zu geben.
 
Die Frage ist nur, wie finde ich raus wo meine Prioritäten liegen?
Ich will eigentlich nicht weg, ich denke nur es gäbe keine andere Möglichkeit mehr den Konflikt zu lösen.
 
Du kannst deine Eltern nicht verändern.
Oft hilft ein Auszug und der Weg in die Selbständigkeit, um mit schwierigen Eltern besser klar zu kommen.
 
Ich hatte früher einen Klassenkamerad. Ähnlich wie bei Dir. Der hat sich einen Kombi gekauft und im Auto gelebt. Ein anderer hat sich ein WG Zimmer gesucht.
 
Hallo,

dann endet deine Ausbildung in 6 - 12 Monaten.
Nach dem zweiten Ausbildungsjahr bekommst du etwas über 1 000 Euro.
Wenn das Geld nicht reicht, dann hilft ein 520 Euro Job.

In deinem Alter darf man auch mal länger wegbleiben. Dann mache es doch einfach. Was kann dir passieren?

Und nach 2 Jahren einfach alles hinzuschmeissen wäre nicht sehr klug.

Beende deine Ausbildung erfolgreich.
Wirst du übernommen? Hast du da nachgefragt?
Wenn nein, Dann solltest du so langsam anfangen mit Bewerbungen.
Wenn du weißt wo es weitergeht, dann nimm dir eine kleine möblierte Wohnung.

Du hast die Wahl:
Eltern oder kleine Wohnung.
 

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