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Hass auf meine Eltern ist nicht mehr aushaltbar

Im Auto leben?
Dann noch lieber in einem Zelt.

Aber solche "Ratschläge" helfen der TE überhaupt nicht.

Ich finde sachlich und hilfreich, was dirk e schreibt! 👍
 
Was ich an Deiner Stelle tun würde?
Auf jeden Fall die Ausbildung fertig machen. Vor allem, weil Du Aussichten hast übernommen zu werden, wenn ich das richtig gelesen habe.
Wenn der "Hass" auf Deine Eltern wirklich so groß ist, und ein WG-Zimmer wirklich nicht in Frage kommt: es gibt 20-25 Quadratmeter-Wohnungen, die auch mit Ausbildungsgehalt zu bezahlen sind. Was brauchst Du? Ein Bett ein Tisch, ein Stuhl, ein Waschbecken, eine Toilette, eine Kochgelegenheit. Das kann auch ein Campingkocher auf dem Tisch sein. Alles andere ist nice to have, aber nicht unbedingt notwendig.
So haben viele angefangen.
Du musst wissen, welchen "Preis" Du für was bezahlen willst. Kein Luxus, aber Ruhe? Keine Ruhe, aber Luxus?
Deine Entscheidung.
Aber Deine Eltern abgrundtief hassen und gleichzeitig von dem Luxus profitieren, den SIE Dir bieten, finde ich....naja, suboptimal.
Für Dich und für sie.
 
Sowas in der Art habe ich mir auch schon überlegt, aber mein Betrieb würde mich gern übernehmen und da ich mit der Arbeit zufrieden bin, weiß ich nicht ob es blöd wäre das wegzuschmeißen. Zwar gibt es durchaus auch andere Stellen, die ganz interessant klingen und in bezahlbareren Gegenden wären, aber ich habe das Gefühl ich mache einen großen Fehler, nur wegen meiner Eltern alles umzuwerfen. Das ist ja schließlich mein einziges Problem gerade.


Ja, ich schätze mein Fehler lag darin, dass ich mich wieder versucht habe ihnen anzunähern und dadurch nur stärker verletzt wurde. Wenn ich einfach mein Ding mache und wir wenig interagieren geht es ja ganz gut.


Genau das ist das Problem. Ich wünschte ich könnte das rückgängig machen und ihnen wieder mehr etwas Empathie entgegen bringen.


Nicht mehr, zwischendurch war ich in Therapie und da haben wir auch Wege besprochen wie ich mit der Situation umgehen kann. Aber ich dachte das Thema hätte sich dann erstmal erledigt, ich habe nicht kommen sehen, dass sich plötzlich so ein extremer Hass bei mir entwickelt, und dagegen bin ich wiederum nicht gewappnet.


Wenn man die ganze Geschichte nicht kennt kann es natürlich so wirken, als wäre ich undankbar. Tatsächlich war seit Wutanfall unbegründet (also irgendwo psychologisch schon, da er wiederum von was anderem getriggert wurde, aber du weißt schon wie ich das meine), aber da ich an dem Tag leider auch emotional angeschlagen war habe ich das nicht einfach hingenommen, sondern selbst mit einem Anfall reagiert. Dass wir uns beide falsch verhalten haben, ist mir natürlich klar. Ich muss nur in solchen Situationen immer daran denken, wie viel Ärger es uns erspart hätte, wenn mein Vater sich früher Hilfe geholt hätte oder selbst gar nicht erst Opfer seiner Eltern gewesen wäre.


Irgendwie hatte ich einfach ein ungutes Gefühl dabei. Ich weiß, dass ich durch meinen Lebensstandard verwöhnt bin, aber als ich gesehen habe wie schrecklich die Wohnungssituation ist, kamen mir meine Eltern gar nicht mehr so schlimm vor. Balkon und Wanne braucht natürlich keiner, nicht mal bei der zweiten oder dritten Wohnung, aber bei allem anderen hätte ich das Gefühl, dass es die falsche Art von Kompromiss ist für mich. Auf die Wohnsituationen meiner Freunde bin ich auch nicht neidisch, viele ihrer Nachbarn oder Vermieter sind wirklich grausame Menschen und ich traue mir irgendwo noch zu mit meinen Eltern fertig zu werden, aber das wäre zu viel für mich.


Danach sieht es aus, was die Situation nur komplizierter macht. Wir hatten damals eben einen schlimmen Streit, da mein Vater wieder eine seiner Episoden hatte und ich und meine Mutter extrem Angst bekamen. Habe dann relativ spontan ein paar Wohnungen besichtigt, ohne mir richtig Gedanken um die Details zu machen, aber als ich dann vor Ort war habe ich gemerkt, dass ich noch nicht so weit bin ganz allein zu leben und den Kontakt abzubrechen. Ein paar Wochen darauf war dann die Situation zuhause wieder besser und ich dachte mir, dass ich noch in Ruhe sparen kann. Meine Mutter meinte auch, dass es doch immer mal gute Phasen gibt und ich sie nicht allein lassen soll.
Aber genau dieses Muster wiederholt sich halt regelmäßig und jetzt ist es das erste Mal, dass ich so krass reagiere und davon nicht mehr runterkomme.


Davon wusste ich schlichtweg nichts. Ich kriege nur mit, dass diejenigen aus meinem sozialen Umfeld, die eine eigene Wohnung haben entweder diese von den Eltern bezahlt bekommen, mit ihrem Partner zusammen gezogen sind (habe ich nicht), Hilfe vom Amt kriegen (will ich nicht, da ich dann ein schlechtes Gewissen hätte) oder sich über Nebenjobs finanzieren (dafür bin ich nicht belastbar genug). Und es ist ja schon verrückt, dass sich in den Kleinanzeigen mehr Suchen als Angebote finden lassen und man teilweise mit vierhundert anderen Menschen um die Wohnung kämpfen muss, die dann nicht mal sonderlich hochwertig oder gut gelegen ist.

Warum eine WG nicht in Frage kommt finde ich gerade schwer zu erklären, deswegen entschuldigt, dass ich da nicht gleich drauf eingehe.

Ich habe mir einfach erhofft, dass jemand in einer ähnlichen Situation einen Rat hat. Ich schätze, wenn man selbst keine psychischen Probleme hat oder andere als ich, fällt es schwer sich in die Lage hineinzuversetzen und angemessenen Rat zu geben.

Hi, danke für deine Antwort!

Wenn ich das so lese, fällt mir verschiedenes auf: zum einen hast du in einem deiner Postings geschrieben, dass du ein Aggressionsproblem hast. Nun weiß ich natürlich nicht, in welcher Situation sich das äußert und wie ausgeprägt das ist. Abhängig davon, wie stark dich das in deiner Lebensgestaltung einschränkt, kann es sich durchaus für dich lohnen, das mit professioneller Hilfe anzugehen - ganz unabhängig von dem, was du sonst noch tust.

Die Frage, ob ein Umzug wirklich gut für dich wäre gehört zu den Fragen, die sich nicht theoretisch beantworten lassen.

Es gibt Menschen, die aufblühen, wenn sie in ein anderes Umfeld kommen. Es gibt andere, die packt so großes Heimweh, dass sie schnellstmöglich in ihr vertrautes Umfeld zurückkehren.

Es gibt auch praktische Fragen, die du dir stellen und selbst beantworten kannst. Ist dein Ausbildungsberuf z B einer, für den es zahlreiche mögliche Arbeitgeber gibt oder nur wenige? Wirst du tariflich bezahlt (dann kannst du im Tarifvertrag nachschauen, was für eine Lohnentwicklung du für die nächsten Jahre erwarten kannst)? Wird der Lohn bereits in den nächsten Jahren als Berufsanfänger ausreichen, damit du dir in absehbarer Zeit an deinem jetzigen Wohnort eine eigene Wohnung mieten kannst? Welche beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten bietet dein aktueller Arbeitgeber langfristig?

Und dann sind natürlich deine Wünsche wichtig und dein Gefühl. Fühlst du dich fest verwurzelt, wo du bist, oder willst du gern paar Jahre was anderes sehen? Hast du ein Traumziel? Fällt es dir leicht, neue Menschen kennen zu lernen oder ist dir dein aktueller Freundeskreis sehr wichtig?

Mit den Prioritäten ist das so eine Sache. Manches weiß man erst, wenn man es ausprobiert hat. Und auch da kann es oft von Zufällen abhängen, wie gut jemandem etwas gefällt (Wetter, Menschen, die man zufällig trifft, andere Umstände, auf die man selbst keinen Einfluss hat).

Letztendlich kannst du nur darauf achten, was du selbst dir wünschst und verschiedenes ausprobieren. Meiner Erfahrung nach kann räumliche Distanz sehr hilfreich sein, gerade wenn die Eltern sehr behüten. Aber das ist eben nur das: meine Erfahrung.

Andere haben andere Erfahrungen gemacht.

Wenn du allerdings berichtest, dass du schon so große Abneigung gegen deine Eltern entwickelst, dann würde ich sagen, dass es für dich Zeit ist, dich zu lösen.

Selbständigkeit ist anstrengend und kostet Zeit und Mühe. Das lässt sich nicht vermeiden. Wenn du allerdings länger und mehr als wirklich absolut nötig Hilfe von deinen Eltern annimmst, während du gleichzeitig keine Dankbarkeit oder Freude darüber mehr empfinden kannst, dann hat auch das vermutlich schwere (emotionale) Konsequenzen, für dich und für sie. Mit absolut nötig meine ich, dass es meiner Meinung nach ein schwerer Fehler wäre, die Ausbildung abzubrechen. Es wäre aber meiner Meinung nach auch ein mindestens ebenso schwerer Fehler, wenn du dich in Hass verlierst.

Tu das nicht, wenn du es irgendwie vermeiden kannst.

Wenn dir Hilfe vom Amt zusteht, z B Wohngeld brauchst du kein schlechtes Gewissen haben, wenn du das in Anspruch nimmst.
 
Habt ihr in der Arbeit kein schwarzes Brett, online oder real, oder sowas ähnliches, wo du ein Wohnungsgesuch aufgeben könntest?
Oder frag mal im Kollegenkreis, ob die jemanden kennen, die meisten bezHlbaren Wohnungen schaffen es nicht auf den freien Markt, sondern werden privat "unter der Hand" weitergegeben.
 
Auf jeden Fall die Ausbildung beenden.

Ich vestehe nicht, daß die andren User teilweise so über dich herfallen, weil du keine WG willst.
Eine WG ist nicht jedermanns Sache, für mich wäre das auch ein absolutes No go.
Dann lieber eine kleine Wohnung, natürlich ohne Schimmel, die hast du dann für dich alleine
 
Wenn dir die Ausbildung soweit gefällt, dann solltest du diese schon beenden. Nur wegen der angespannten Wohnsituation solltest du diese nicht abbrechen.
Dass du nicht in einer WG leben willst, kann ich verstehen. Das wäre für mich auch nichts. Aber wenn der Wohnungsmarkt so angespannt ist und es zu Hause nicht mehr aushaltbar ist, dann würde ich mir das an deiner Stelle schon nochmal überlegen, ob das nicht das kleinere Übel wäre, statt weiter bei den Eltern wohnen zu bleiben.
Aber vielleicht hast du Glück und du findest noch etwas kleines und bezahlbares für dich. Aber das kann natürlich noch dauern und bis dahin wäre es ratsam, wenn du für dich eine Strategie findest, wie du halbwegs mit deinen Eltern zurecht kommst, solange du noch bei ihnen lebst. Mein Rat: Gehe ihnen soweit wie möglich aus dem Weg und halte dich an ihre Regeln, selbst wenn diese beinhalten, dass du um 22 Uhr zu Hause zu sein hast. Ja klar, du bist erwachsen, und solltest im Grunde tun dürfen was du möchtest. Aber, du vermeidest Spannungen, wenn du dich einfach an die Regeln der Eltern hältst. Wenn du dann deine eigene Bude hast, kannst du immer noch machen was du willst.
 
Wenn eine ganze Wohnung nicht zu finden ist, dann such nach einem Zimmer in Untermiete. Das ist NICHT das gleiche wie eine WG, sondern da hast Du Dein eigenes Zimmer das Du hinter Dir absperren kannst und wo Du machen kannst was Du willst, und nur Bad und Küche werden mit anderen geteilt. Mit irgendwelchen anderen mußt Du da nicht auskommen wenn Du nicht willst. Solange die anderen nicht gerade ständig Schweinereien in Küche und Bad hinterlassen, läuft das. (Und wenn, sieht man einfach großzügig drüber weg und läßt liegen, was einem nicht gehört.) Hab ich auch mal eine Zeitlang gemacht und hatte meine Ruhe dabei.
 
Hi, danke für deine Antwort!

Wenn ich das so lese, fällt mir verschiedenes auf: zum einen hast du in einem deiner Postings geschrieben, dass du ein Aggressionsproblem hast. Nun weiß ich natürlich nicht, in welcher Situation sich das äußert und wie ausgeprägt das ist. Abhängig davon, wie stark dich das in deiner Lebensgestaltung einschränkt, kann es sich durchaus für dich lohnen, das mit professioneller Hilfe anzugehen - ganz unabhängig von dem, was du sonst noch tust.

Die Frage, ob ein Umzug wirklich gut für dich wäre gehört zu den Fragen, die sich nicht theoretisch beantworten lassen.

Es gibt Menschen, die aufblühen, wenn sie in ein anderes Umfeld kommen. Es gibt andere, die packt so großes Heimweh, dass sie schnellstmöglich in ihr vertrautes Umfeld zurückkehren.

Es gibt auch praktische Fragen, die du dir stellen und selbst beantworten kannst. Ist dein Ausbildungsberuf z B einer, für den es zahlreiche mögliche Arbeitgeber gibt oder nur wenige? Wirst du tariflich bezahlt (dann kannst du im Tarifvertrag nachschauen, was für eine Lohnentwicklung du für die nächsten Jahre erwarten kannst)? Wird der Lohn bereits in den nächsten Jahren als Berufsanfänger ausreichen, damit du dir in absehbarer Zeit an deinem jetzigen Wohnort eine eigene Wohnung mieten kannst? Welche beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten bietet dein aktueller Arbeitgeber langfristig?

Und dann sind natürlich deine Wünsche wichtig und dein Gefühl. Fühlst du dich fest verwurzelt, wo du bist, oder willst du gern paar Jahre was anderes sehen? Hast du ein Traumziel? Fällt es dir leicht, neue Menschen kennen zu lernen oder ist dir dein aktueller Freundeskreis sehr wichtig?

Mit den Prioritäten ist das so eine Sache. Manches weiß man erst, wenn man es ausprobiert hat. Und auch da kann es oft von Zufällen abhängen, wie gut jemandem etwas gefällt (Wetter, Menschen, die man zufällig trifft, andere Umstände, auf die man selbst keinen Einfluss hat).

Letztendlich kannst du nur darauf achten, was du selbst dir wünschst und verschiedenes ausprobieren. Meiner Erfahrung nach kann räumliche Distanz sehr hilfreich sein, gerade wenn die Eltern sehr behüten. Aber das ist eben nur das: meine Erfahrung.

Andere haben andere Erfahrungen gemacht.

Wenn du allerdings berichtest, dass du schon so große Abneigung gegen deine Eltern entwickelst, dann würde ich sagen, dass es für dich Zeit ist, dich zu lösen.

Selbständigkeit ist anstrengend und kostet Zeit und Mühe. Das lässt sich nicht vermeiden. Wenn du allerdings länger und mehr als wirklich absolut nötig Hilfe von deinen Eltern annimmst, während du gleichzeitig keine Dankbarkeit oder Freude darüber mehr empfinden kannst, dann hat auch das vermutlich schwere (emotionale) Konsequenzen, für dich und für sie. Mit absolut nötig meine ich, dass es meiner Meinung nach ein schwerer Fehler wäre, die Ausbildung abzubrechen. Es wäre aber meiner Meinung nach auch ein mindestens ebenso schwerer Fehler, wenn du dich in Hass verlierst.

Tu das nicht, wenn du es irgendwie vermeiden kannst.

Wenn dir Hilfe vom Amt zusteht, z B Wohngeld brauchst du kein schlechtes Gewissen haben, wenn du das in Anspruch nimmst.

Was mir noch einfällt : Kindergeld kann man bekommen bis zum 25. Lebensjahr, wenn man noch in Ausbildung ist. Das sind 250€ im Monat zusätzlich, die du in dein Budget einrechnen kannst.
 

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