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Habe ich mir die Zukunft verbaut??

ezekiel683

Mitglied
Hallo Leute,

ich brauche unbedingt euren Rat. Ich bin Wirtschaft und Recht Student im 8.Semester. Mein Studiengang hat 8 Semester Regelstudienzeit. Es ist im Prinzip BWL mit einer Wirtschaftsrechtvertiefung. Hab diesen Studiengang mehr oder weniger gewählt, weil es meine Eltern so wollten. Nur bin ich eigentlich schon seit dem viertem Semester todunglücklich in diesem Studiengang, habe aber versucht mich durchzubeißen um meiner Eltern Willen. Jetzt werde ich voraussichtlich 2 Semester überziehen müssen, wenn es gut läuft. Ich bin durch so ziemlich jede Prüfung gerasselt, die ich geschrieben hab, weil ich mich einfach nicht zum Lernen zwingen konnte, sodass ich 8 Prüfungen im Zweitversuch und sogar eine im Drittversuch nächstes Semester antreten muss und zwar alle.

Theoretisch hätte ich all diese Prüfungen dieses Semester wiederholen müssen, habe aber eine Krankheit vorgetäuscht und habe nun auch ein richtig schlechtes Gewissen. Ich meine ich besetze hier unnütz einen Platz, den jemand fähigeres hätte haben können und ich mache solche Betrügereien. Es unterstützt die depressive Stimmung, die ich schon seit Jahren hab.

Nun weiß ich nicht, ob Studium wirklich das richtige für mich war. In meinem Praktikum, welches ich an einem kleinen Steuerbüro gemacht hatte, war ich um einiges glücklicher. Deswegen habe ich mir gedacht das Studium vielleicht abzubrechen und eine Ausbildung anzufangen als Industriekaufmann oder Steuerfachangestellter. Ich weiß, dass eine Ausbildung nicht einfacher ist als ein Studium und ich dort genauso scheitern könnte wie in meinem Studium. Dennoch glaube ich, dass dieses Studium nur in eine Sackgasse führt, da meine Noten im Laufe auch richtig schlecht wurden ( habe nun einen Durchschnitt von 2,9; Abi-Schnitt war 2,7) und ich mit diesem Abschluss eigentlich kaum irgendwo etwas erreichen könnte, noch dazu die überzogene Studienzeit, bei einem Wirtschaftsstudium unverzeihlich.

Allerdings befürchte ich auch, dass mein hohes Alter nicht gerade ein Pluspunkt ist, geschweige denn das abgebrochene Studium.

Nun ich weiß ich hab mir das selbst eingebrockt und ich will nicht leugnen, dass ich das auch verdient hab in meiner Dummheit. Jedoch möchte ich auch noch retten, was noch zu retten ist und anfangen wieder etwas optimistischer in die Zukunft zu blicken. Denn momentan sehe ich keinen Lichtblick am Horizont.
 

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Masako

Mitglied
sodass ich 8 Prüfungen im Zweitversuch und sogar eine im Drittversuch nächstes Semester antreten muss und zwar alle.
Acht Prüfungen in einem Semester ist echt viel, und nur bei überdurchschnittlich hoher Motivation und großem Interesse am Fach zu schaffen. Beides ist nicht der Fall. Du bist Dir dessen bewusst, dass dieses Fach nicht Deine Wahl war, und dass Dein Studium nicht sehr erfolgreich läuft. Deine Depression spricht dafür. Die Entscheidung musst Du treffen, aber es klingt für mich so, als wäre eine Ausbildung ein besserer Weg.
 

Masako

Mitglied
Allerdings befürchte ich auch, dass mein hohes Alter nicht gerade ein Pluspunkt ist, geschweige denn das abgebrochene Studium.

Nun ich weiß ich hab mir das selbst eingebrockt und ich will nicht leugnen, dass ich das auch verdient hab in meiner Dummheit. Jedoch möchte ich auch noch retten, was noch zu retten ist und anfangen wieder etwas optimistischer in die Zukunft zu blicken. Denn momentan sehe ich keinen Lichtblick am Horizont.
Du bist erst 23! Zeit hättest Du noch genug, eher Du Dein "hohes Alter" erreicht hast. Ein abgebrochenes Studium ist nichts zum Angeben, ist aber auch keine Katastrophe und kein Ende. Jetzt weißt Du zumindest, was nicht Deins ist. Wenn Dir das Praktikum im Steuerbüro gefallen hat, dann brauchst Du in der Tat eine praxisbezogene Ausbildung. Es ist aber wirklich kein Grund so verzweifelt zu sein.
 
G

Gast

Gast
Würde dir zu einer Ausbildung raten. Du bist lange nicht zu alt dafür! Und viele Menschen treffen mal die falsche Entscheidung, brechen ihr Studium ab - damit bist du nicht allein. Das ist keine Katastrophe.
 

Nordrheiner

Urgestein
Hallo, Ezekiel,

nichts spricht dagegen, Bewerbungen zu schreiben und - bis zu einer Zusage - das Studium fortzuführen.
Selbst nach dem Studium wäre eine Ausbildung ggf. besser, als einen Job zu suchen, der "nur" BWL-Studium verlangt.

Wichtig ist immer die Motivation. Wenn Du Dich auf einen Ausbildungsplatz freust und Dir vorstellst, dass gute Prüfungsergebnisse Dich Deinem Ausbildungsplatz näher bringen, motivierst Du Dich für die Prüfungen... die dann auch kein Desaster sind, solltest Du mal durchfallen. Wenn man verkrampft ist, geht oft auch der Lernerfolg flöten.
Mit Motivation gibt es auch mehr und bessere Erfolge.

Also Deine Motivation für weiteren ehrgeizigen Einsatz im Studium könnte sein: Dadurch komme ich meinem Ziel "Ausbildungsplatz" näher.

Nur solltest Du alles, was Du machst, auch möglichst gut machen. Das wird Dein ganzes Leben so bleiben.
"Ich fasse nichts an, was ich nicht ernsthaft und echt gut machen möchte." Falle ich trotzdem durch, habe ich trotzdem Mißerfolg - na und? - dann kann ich mir wenigstens selbst keine Vorwürfe machen.

Fazit: Nein, Deine Zukunft hast Du Dir nicht verbaut.

Alles Gute, viel Erfolg,
Nordrheiner
 

Markian

Mitglied
Eine Krankheit hast du nicht vorgetäuscht, du scheinst eine depressive Verstimmung zu haben, was eine Krankheit darstellt! Du hast deine Zukunft auf jeden Fall nicht verbaut, wenn das Studium einfach nicht dein Ding ist, dann ist es auch vollkommen in Ordnung sich umzuorientieren. Vielleicht machst du einen Studienwechsel, anstatt einen kompletten Studienabbruch? Schreib doch einfach mal ein paar Bewerbungen, vielleicht bekommst du ja dann eine von dir begehrte Ausbildungsstelle? Versuchen kostet ja nichts :)

Sei nicht so hart mit dir! Wer schuld ist, ist vollkommen irrelevant. Wichtig ist, dass du aus deiner Situation das Beste machst. Es geht nicht immer nur gerade aus im Leben, das ist keine Schande.
 

Fragende

Aktives Mitglied
Hallo Ezekiel,

die Regelstudienzeit sagt erst mal gar nichts. Die erreichen die wenigsten. Wichtig ist die durchschnittliche Studienzeit. Das zählt auch so bei der Unterhaltspflicht.

Dein Notendurchschnitt ist doch nicht so schlecht.

Mit 23 Jahren wird es schwer einen Ausbildungsberuf zu bekommen. Und du musst bedenken, dass deine MitstreiterInnen sehr viel jünger sein werden als du. In dem Alter sind so ein paar Jahre ein himmelweiter Unterschied. Zumal du sehr viel an der Uni gelernt hast. Man sieht oft nicht, was man schon kann im Gegensatz zu der Zeit vor dem Studium. Man sieht nur, was fehlt.

Vielleicht kannst du den Schwerpunkt nochmal bisschen verändern?

Und später musst du nicht direkt in dem Beruf arbeiten, wenn du nicht magst. Du kannst z.B. Berufsschüler unterrichten. Oder für eine Zeitung schreiben.

Was auch immer. Es gibt viele Wege irgendwo eine SeiteneinsteigerIn zu werden.

Sehr viele StudentInnen sind in Deutschland überfordert. Leider.

Du weißt, dass es an der Uni Ansprechpartner dafür gibt?

Lieben Gruß
Fragende

PS.: Ja natürich hat Markian da recht. Du hattest eine Erkrankung. Da war nichts vorgetäuscht.
 

ezekiel683

Mitglied
Danke euch allen für die Antworten. Ich war wirklich sehr verzweifelt. Ich habe von euch viele gute Antworten bekommen und habe nun etwas mehr Hoffnung aus ihnen schöpfen können.
Die Idee einfach nebenbei einige Bewerbungen zu schicken, während ich weiterhin studiere, ist eine gute Idee finde ich. Auf diese Weise gebe ich nix auf und hab eine gute Alternative.

Eine neues Studium möchte ich nicht anfangen. Ich glaube das Fach befindet sich schon im Bereich meines Interesses und entspricht meinen Talenten. Allerdings bin ich wohl einfach nicht der Typ, der Prüfungen schreibt. Ich konnte gut im Steuerbüro am Arbeitsplatz meinen Aufgaben nachgehen. Selbst in stupiden Routineaufgaben habe ich Gefallen gefunden. Aber auch mit Klienten zu reden hat mir gefallen. Steuerfachangestellter wäre also gar nicht abwegig.

Ich habe das Gefühl hier weiter kaputt zu gehen. Eventuell bin ich schon so sehr kaputt, dass ich einfach nicht so richtig weitermachen kann. Ich will aber auch nicht aufgeben. Das wäre nicht mein erstes Studium, was ich in den Sand gesetzt hab(Wirtschaftsmathematik). Und wenn ich an all die verlorene Zeit denke....

Wissen tue ich eines. Die Prüfungen werde ich kaum alle bestehen können, wenn ich es überhaupt mit der Hälfte aufnehmen kann. ich bin mir meiner Fähigkeiten da ziemlich bewusst.

So langsam wird die Zeit knapp, in der ich mich entscheiden kann. Vieles kann man einfach nicht mehr zurücknehmen. Irgendwann muss man einen bestimmten Weg gehen nur war ich noch nie so verdammt ratlos wie jetzt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Nordrheiner

Urgestein
ich hoffe, dass ich Dich richtig verstanden habe: Du warst verzweifelt.

Jetzt kannst und sollst Du wissen und Dir vor Augen halten: Für Verzweiflung gibt es keinen Grund. Du hast immer die Möglichkeit, was auch immer zu tun. Und jetzt bewirbst Du Dich (nebenbei). Lösungen kommen nie durch Jammern. Lösungen wollen erarbeitet werden. Und wenn Du mal nicht weisst, was Du jetzt tun könntest, dann fragst Du. So wie Du das auch hier getan hast. So geht es. So ist es richtig.

Nur immer Mut !

LG, Nordrheiner
 

ezekiel683

Mitglied
Ja meine Stimmung ist schon etwas besser jetzt, da ich so langsam einen Plan entwickelt habe.
Werde auch einige Berufsberatungen diesbezüglich in Anspruch nehmen. Dennoch ist dieses Gefühl der
Ungewissheit schwer abzulegen. Es lähmt mich regelrecht. Meine Psyche hat schon was mitgemacht. Ich war früher nicht so pessimistisch und unsicher. Ich ziehe in Betracht auch da professionelle Hilfe zu suchen.
 

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