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Habe die Nase voll von der Arbeitssuche

  • Starter*in Starter*in Gast
  • Datum Start Datum Start
Das hast Du richtig gemacht. Wenn man so warten gelassen wird, da stand doch der interne Bewerber schon fest und die Vorstellungsgespräche waren nur Show...
Es ist ein Kreuz mit der Jobsuche in Deutschland...
 
Hallo Gast!

Ich kann dich sehr gut verstehen und mich in deine Lage versetzen. Diese Gefühle kenne ich nur all zu gut. Ich selber habe mehr als 1 1/2 Jahre also ca. 18 Monate nach einem Job gesucht. Ich männlich, migrant und Berufseinsteiger. Mir hat man es auch nicht leicht gemacht. Der Arbeitsmarkt in Österreich ist sicher genau so aussichtsvoll wie in Deutschland. Gott sei dank bin ich seit einem Jahr in einer Firma beschäftigt die sehr gut zahlt und mir das Leben nicht all zu schwer macht.

Bitte gib nicht auf, und setzte deine Suche fort. Du kannst dir sicher sein das sich irgendwann etwas ergeben wird.
 
Als Betroffene will ich auch mal meinen Senf dazugeben.
Ich bin momentan ebenfalls auf Jobsuche und musste festellen, dass man auf seine Bewerbungen teilweise nicht einmal eine Antwort erhält. Das gilt vor allem für Online-Bewerbungen. Von 10 Bewerbungen bekommt man vielleicht 2-3 Empfangsbestätigungen und dann hört dann überhaupt nichts mehr von den Firmen...oder man bekommt nach ein paar Monaten eine Absage.
Vor 8-9 Jahren war die Resonanz seitens der Firmen wesentlich höher.

Von Repressalien seitens des Arbeitsamtes bin ich bisher verschont geblieben, meine Sachbearbeiterin ist zum Glück recht human und zwingt mich nicht zu unsinnigen Bewerbungen, die nicht in mein Profil passen.

Nervtötend ist die Arbeitssuche dennoch.
 
Ja mit der Berufswelt ist wirklich schlimm geworden! Ich habe ehrlich gesagt schon resigniert bevor ich überhaupt einen Bewerbungsmarathon gestartet habe. Jahrelang mir ein Bückelchen gearbeitet für nichts und wieder nichts, null Anerkennung, Überstunden ohne Ende und mit den Nerven runter. Kann mir momentan kein Arbeitsleben mehr vorstellen. Diese Demütigungen den ganzen Tag und immer Leistung zeigen, egal wie es einem geht, das kann ich nicht mehr. Auch ich habe in der kurzen Zeit meiner Arbeitslosigkeit erfahren wie unerfahren und auch teilweise unverschämt die Jobberater sind. Da kommen so Sprüche wie" Na worauf warten sie denn? Bald haben sie Hartz IV und dann?" Ich war wirklich fassungslos. Und dann bekommt man noch obendrein Stellenangebote, die nun rein garnichts mit dem Erlernten zu tun haben. Hauptsache man bewirbt sich mal. Die haben doch alle selber überhaupt keine Ahnung und reden nur das, was man ihnen mal zugetragen hat. Wohin soll das nur führen???

Es ist, als ob ich den Text geschrieben hätte. Genauso denke ich auch. Jahrelang für ein geringen Lohn gearbeitet, ausgenutzt worden und am Ende bei Insolvenz der Firma einer der Ersten gewesen, die sofort gekündigt worden sind. Auch ich war fast jeden Tag irgendwelchen Demütigungen ausgesetzt. Da kamen so Sprüche wie " ich habe sie beobachtet, sind sie immer noch da dran". Es war so erniedrigend und ich hätte so oft heulen können, war auch oft kurz davor, aber ich habe es mir für zu Hause aufgespart. Jobberater kann man vergessen, ich hatte neben meinen recht netten Sachbearbeiter, mal einen anderen und der war so unverschämt, das ich kurz davor war den Raum zu verlassen, weil er mir so krumm kam. Bei unsinnigen Maßnahmen riet man mir mich selbstständig zu machen und im gleichen Moment sagt man mir, das man mich nicht darin sieht. Klingt immer alles so easy mit dem selbstständig machen und das sagen Dir dann Leute, die selber aufgeben mussten. Das kann es doch alles nicht sein. Aus diesem Grund habe ich mit der Zeit resigniert. Bin wirklich nicht stolz drauf Hartz 4 Empfänger zu sein, aber meine Nerven sind so kaputt und ich persönlich kann mir ebenfalls kein Arbeitsleben vorstellen, weil ich darin nicht mehr bestehen könnte. Das ist die Schlußfolgerung von dem was mir wiederfahren ist. Vor einiger Zeit hatte ich nochmal einen Versuch gestartet und von heute auf morgen einen Job gefunden. Nach zwei Monaten war Schluß, weil man mich nicht mehr brauchte. Es waren für mich zwei Monate Hölle. Eine Kollegin, die mich nervlich fertig gemacht hat, eine Chefin, die versucht hat Stunden zu unterschlagen, Gehalt verspätet zu bezahlen und den Leuten zu genehmigen, das sie am Arbeitsplatz rauchen dürfen. Als Nichtraucher schwer ertragbar, zumal ich es nicht vertragen kann. Ich will das alles nicht mehr.
 
Ich will aber nicht resignieren! Ich hab mich vor kurzem selbstständig gemacht. Das will ich auch durchziehen um in nicht allzu ferner Zukunft davon leben zu können. Bis dahin brauch ich aber einen TZ Job. Wenn ich dann sage das ich TZ selbstständig bin, bin ohnehin raus. Arbeitgeber hören ohnehin nicht gerne das man nach Feierarben auch noch evtl. Hobbys oder Privatleben hat. Unverschämt!

Wenn ich in meinen vorherigen Jobs sagte das ich noch was anderes nebenbei mache, gab es direkt Neid und Missgunst. Obwohl die mich vorher kannten, wurde ich dann plötzlich gemobbt.
 
Absolut verständlich, im Nervenkrieg der bürokratie.

Stell dir vor, der Arbeitgeber würde respektvoll nach Uns suchen.
Es gäbe eine Plattform wo alle Bürger aufgelistet
und je nach profil in Fähigkeiten, Interessen, Stärken, Schwächen...
sortiert wären.

Kein Papierkram, keine Suche....
Die Bewerbung findet teils im Profil und in einem persönlichen
Gespräch statt, da bekommt man doch auch ein Gefühl vom Gegenüber,
als mit diesem ollen Wisch, den man vorlegen soll und sowieso
jeder ähnlich kopiert...

Ich möchte sogar mal so weit gehen, dass ich, als mitwirkendes Glied,
welches Lebenszeit investiert darauf bestehen könnte, mit Interesse
gefunden zu werden. Man behandelt uns wie dem Wert des Arbeitgebers
, denn nur durch uns ist er dies.


Bestimmt geht es noch stimmiger, angenehmer, leichter....
Derzeit behandelt man uns eben anders.
 

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