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Habe die Nase voll von der Arbeitssuche

  • Starter*in Starter*in Gast
  • Datum Start Datum Start
Ja mit der Berufswelt ist wirklich schlimm geworden! Ich habe ehrlich gesagt schon resigniert bevor ich überhaupt einen Bewerbungsmarathon gestartet habe. Jahrelang mir ein Bückelchen gearbeitet für nichts und wieder nichts, null Anerkennung, Überstunden ohne Ende und mit den Nerven runter. Kann mir momentan kein Arbeitsleben mehr vorstellen. Diese Demütigungen den ganzen Tag und immer Leistung zeigen, egal wie es einem geht, das kann ich nicht mehr. Auch ich habe in der kurzen Zeit meiner Arbeitslosigkeit erfahren wie unerfahren und auch teilweise unverschämt die Jobberater sind. Da kommen so Sprüche wie" Na worauf warten sie denn? Bald haben sie Hartz IV und dann?" Ich war wirklich fassungslos. Und dann bekommt man noch obendrein Stellenangebote, die nun rein garnichts mit dem Erlernten zu tun haben. Hauptsache man bewirbt sich mal. Die haben doch alle selber überhaupt keine Ahnung und reden nur das, was man ihnen mal zugetragen hat. Wohin soll das nur führen???
 
Genau- und weil sich die Arbeit oft nicht mehr lohnt, haben viele Menschen keine Lust mehr, sich überhaupt noch zu bewerben bzw. zu engagieren - es wird nur leider nichts geändert, das Arbeitsamt steckt die Arbeitssuchenden nur in Kurse, damit sie aus der Statistik verschwinden, ein Interesse, diese Menschen in gute und dauerhafte Stellen zu vermitteln, ist gar nicht vorhanden. Ich bin nur froh, dass das vor Jahren noch nicht so extrem war, da konnte man noch gut mauscheln- z.B. neben der Arbeitslosigkeit noch so arbeiten 🙂

Ich würde definitiv heute keine Arbeit mehr finden, da ich mir vermutlich nichts mehr sagen lassen würde, ganz ehrlich - da käme kein Chef mit zurecht.....

Janina
 
Zu Janina:

Der Ansicht bin ich auch. Es sollte sich heut zu Tage schon lohnen arbeiten zu gehen. Man sollte ja auch irgendwo Spaß an der Arbeit haben und nicht ständig mit einem Unwohlsein dort hingehen. Aber das man sich nicht wohlfühlen kann hängt auch viel vom Betriebsklima und dem Vorgesetzten ab. Habe immer Respekt vor meiner Chefin gehabt, mir viel gefallen gelassen bis zum Schluss und das hat mich krank gemacht. Wenn es mir zu bunt wurde habe ich wenigstens bei meiner Vorarbeiterin Kontra gegeben und das kam teilweise nicht gut an. Doch immer die Klappe halten bringt nichts. Aus vielen Gründen möchte ich eigentlich nicht mehr ins Arbeitsleben treten, obwohl ich noch relativ jung bin, Mitte 30, aber mir das antun, nein danke! Viel verdient habe ich auch nicht, konnte mir manchmal noch nicht mal ein paar Schuhe kaufen. Das kann es ja nicht sein. Lieber lebe ich ohne Arbeit als mich nervlich kaputt machen zu lassen. Die Leute, die arbeiten und das hier lesen, werden sicher anders darüber denken und mich verurteilen, aber es ist einfach so. Gesundheit ist ja auch irgendwo das Wichtigste!!!
 
Es ist mehr als traurig das alles zu lesen. Vor allem kommt es mir überhaupt nicht so vor als könnte sich hier jemand nicht gut artikulieren oder es wären nur dumme Menschen hier im Forum - ganz im Gegenteil!

Mehr Unsicherheit wie heute gibt es eigentlich kaum mehr.
Und wer bekommt noch einen unbefristeten Vertrag?

Das Schlimme ist aber dass so viele Menschen alles mit sich machen lassen, eben aus Angst den Job zu verlieren. Und es ist auch so dass draußen schon viele andere warten.

Mein aktuelles Bild im Umfeld ist, dass man a) unterbezahlt ist und b) solche Leute die sich wirklich noch bemühen grade recht kommen weil man die treudoofen gut ausnutzen kann.

Irgendwann wird es zum Luxus eine Arbeitsstelle zu haben.

Und selbst Studierte hangeln sich oft von einem Praktium zum andern, da wird dann gerne mit fehlender Berufserfahrung argumentiert.

Es ist zum Kotzen !!
 
Ich kenne welche, die haben neben der Arbeit studiert und bewerben sich ohne Ende, sogar in der Schweiz und keine Zusagen. Da frage ich mich was die Arbeitgeber eigentlich wollen? Man kann es wohl heute kaum einem recht machen. Und nur eine unterbezahlte Stelle anzunehmen, damit man noch gut da steht und nicht arbeitslos ist, das ist ja nicht das Wahre! Irgendwo hat man ja auch seinen Stolz und will sich nicht nur ausnutzen lassen.
Habe früher auch immer schlecht von den Leuten gedacht, die nicht arbeiten gegangen ist, aber heute, wo ich selber in der Situation stecke, sehe ich das anders.
 
Was ich dazu auch noch erwähnen möchte: Die Personaler haben einfach völlig überzogene Ansprüche. Einerseits ist es ja heutzutage so, dass einer alles können muss. Wo es früher eine Buchhalterin, eine Personalsachbearbeiterin, eine Kraft fürs Rechnungswesen, eine für die restlichen Büroarbeiten gab, muss heute eine alles können. Klar, damit sparen sich die Firmen ordentlich Geld... Aber wer außer einer gelernten Buchhalterin kann schon Finanzbuchhaltung und dergleichen?
Dann muss alles perfekt sein. "Exzellente Englischkenntnisse", "hervorragende Buchhaltungskenntnisse", möglichst ncoh drei weitere Fremdsprachen, alles muss perfekt und einmalig sein. Es muss doch auch noch normale Bürojobs geben, die man als halbwegs intelligente und gut ausgebildete Kraft ausüben kann? Und wenn ich die Stellenanzeigen sehe, in denen mit englischen Fachbegriffen um sich geworfen wird. Und all die Stellenanzeigen von Firmen, die gar nicht wirklich jemanden suchen. Hier in der Gegend gibt es zum Beispiel auch ein Möbelhaus, das alle paar Wochen wieder eine Stelle als Bürokauffrau inseriert. Beim ersten Mal hab ich mich noch beworben. Klar, in der Stellenanzeige stand ncihts davon, was zum Aufgabengebiet gehört, nur "Bürokauffrau in Vollzeit". Nachdem ich nie was gehört habe, rief ich an. Da hieß es, die Stelle ist noch offen. Ich hab nie wieder was gehört und meine Unterlagen nie zurückbekommen. Stattdessen inserieren sie aber alle paar Wochen die selbe Stelle. Wer soll das denen noch abnehmen? Ich glaube, viele Firmen suchen gar nicht wirklich, sondern wollen für sich werben, wollen bei der Konkurrenz oder bei Geschäftskunden den Eindruck erwecken, dass es ihnen so gut geht, dass sie ständig Personal brauchen. Eine Masche, die auf Kosten von Arbeitssuchenden geht und echt das Allerletzte ist.
Dass man selbst auf E-Mail-Bewerbungen mittlerweile in 99 % aller Fälle nie weider was hört, finde ich ebenso zum Kotzen, zumal hinterhertelefonieren absolut nichts bewirkt. Ist es denn so schwer, die Mühe, die sich ein Arbeitssuchender mit einer Bewerbung gemacht hat, mit einem kurzen Mausklick und einem Zweizeiler zu danken? Es kostet ja nicht mal merh was, da man ja kaum noch Bewerbungsunterlagen zurückzuschicken hat.
Und wenn ich dann höre, dass viele Firmen heute mit den tollsten Sachen ihre Auszubildenden anzulocken versuchen- die kriegen vom ersten Lehrjahr an einen Firmenwagen bezahlt, einen Bonus bezahlt, dafür, dass sie bei der Firma anfangen, und lauter so ein Zeug... Es gibt doch genug Leute, die eine Ausbildung bzw. einen Job suchen! Dann sollen die Chefs mal ihre Ansprüche etwas runter schrauben, begreifen, dass Menschen Menschen und keine Maschinen sind, und dann wird das auch. Aber das kann man vergessen.
 
Zu Janina:

Der Ansicht bin ich auch. Es sollte sich heut zu Tage schon lohnen arbeiten zu gehen. Man sollte ja auch irgendwo Spaß an der Arbeit haben und nicht ständig mit einem Unwohlsein dort hingehen. Aber das man sich nicht wohlfühlen kann hängt auch viel vom Betriebsklima und dem Vorgesetzten ab. Habe immer Respekt vor meiner Chefin gehabt, mir viel gefallen gelassen bis zum Schluss und das hat mich krank gemacht. Wenn es mir zu bunt wurde habe ich wenigstens bei meiner Vorarbeiterin Kontra gegeben und das kam teilweise nicht gut an. Doch immer die Klappe halten bringt nichts. Aus vielen Gründen möchte ich eigentlich nicht mehr ins Arbeitsleben treten, obwohl ich noch relativ jung bin, Mitte 30, aber mir das antun, nein danke! Viel verdient habe ich auch nicht, konnte mir manchmal noch nicht mal ein paar Schuhe kaufen. Das kann es ja nicht sein. Lieber lebe ich ohne Arbeit als mich nervlich kaputt machen zu lassen. Die Leute, die arbeiten und das hier lesen, werden sicher anders darüber denken und mich verurteilen, aber es ist einfach so. Gesundheit ist ja auch irgendwo das Wichtigste!!!

Ja, diese Einstellung finde ich, (selbständig) arbeitend, gut. Wenn jeder von den Unterbezahlten so handeln würde wie Du, wäre Schluss mit der Ausbeuterei, Schluss mit den staatlichen Subventionen für Chefs hungerlohnzahlender "Firmen". Dann stünden diese Bosse am Scheideweg: Betrieb schließen, oder über menschenwürdige Löhne ihre Firma halten können, ohne Steuerzahlergeschenke. Weil ja keiner mehr da wäre, der seine einzige, wertvolle Lebenszeit für Fünfeuroundeinpaarzerquetschte die Stunde wegopfert.
 
Tja, jahrelang sich ausnutzen lassen und am Ende die Kündigung mit sofortiger Wirkung erhalten wegen Insolvenz. Da haben sie uns wochenlang noch ohne Ende Überstunden machen lassen und dann wurde man von heute auf morgen entlassen. Ich kann der Arbeit gegenüber keinen positiven Aspekt mehr abgewinnen.
 
Bin gerade auch ziemlich frustriert. Hatte bis vor kurzem einen Job im Niedriglohnsektor, dachte mir besser als Nichts. Nach kurzer Zeit hatte ich es aber so satt, mich ständig von denen, die schon länger dabei waren, von oben herab anreden zu lassen. Dann habe ich gekündigt, da ich einen Job in einem Büro (bin gelernte Bürokauffrau) in Aussicht hatte. Ich glaubte, schlimmer kann es ja nicht werden, etwas besser bezahlt wäre er auch gewesen. Der erste Kontakt am Telefon war recht erfolgversprechend, jeder weitere Kontakt lief etwas schlechter. Eigentlich bin ich recht gut qualifiziert, habe auch gleich gemerkt, dass ich z. B. mit dem Computer weit besser umgehen kann als der Chef. Aber statt dass meine Dienste gern angenommen wurden, wurde mir immer nur gesagt, das muss so und so gemacht werden (umständlich, unsinnig ...). Meine Vorschläge, es anders zu machen, wurden sofort abgeschmettert. Als ich einmal sagte, dass ich es gewohnt bin etwas auf eine bestimmte Art zu machen, daher einfach Zeit bräuchte, mich umzugewöhnen, wurde die Firma in der ich früher arbeitete als blöd hingestellt usw. Nach wenigen Tagen haben sie mir dann gesagt, dass sie mich nicht weiter beschäftigen wollen. Mir scheint es so, dass viele Firmen nicht so recht wissen, was sie wollen, gut ausgebildete Fachkräfte oder Leute die sich herumkommandieren lassen (beides wohl selten in einer Person anzutreffen).
 

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